Dobiegniew

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Dobiegniew
Wappen von Dobiegniew
Dobiegniew (Polen)
DEC
Dobiegniew
Dobiegniew
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Landkreis: Strzelce Krajeńskie-Drezdenko
Fläche: 5,69 km²
Geographische Lage: 52° 58′ N, 15° 45′ OKoordinaten: 52° 58′ 0″ N, 15° 45′ 0″ O
Höhe: 58 m n.p.m
Einwohner: 3.164 (30. Juni 2007[1])
Postleitzahl: 66-520
Telefonvorwahl: (+48) 95
Kfz-Kennzeichen: FSD
Wirtschaft & Verkehr
Straße: BerlinDanzig
Schienenweg: StettinPosen
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 27 Ortschaften
Fläche: 350,994 km²
Einwohner: 6.929 (30. Juni 2007[1])
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Leszek Waloch
Adresse: ul. Dembowskiego 2
66-520 Dobiegniew
Webpräsenz: www.dobiegniew.pl

Dobiegniew [dɔ'bʲɛgɲɛf] (deutsch Woldenberg) ist eine Stadt in Polen. Sie liegt 46 Kilometer nordöstlich von Gorzów Wielkopolski in einer Seenlandschaft und gehört dem Powiat Strzelecko-Drezdenecki an.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographische Lage

Dobiegniew liegt im Norden der Wojewodschaft Lebus am westlichen Rand der Kroner Seenplatte. Im Norden der Stadt erstreckt sich der Großen See. Durch die Stadt führt die Landesstraße 22 (droga krajowa 22) von Gorzów Wielkopolski nach Elbląg. Gorzów ist auch die nächstgelegene größere Stadt, 46 Kilometer westlich entfernt. Der Bahnhof der Stadt befindet sich an der Strecke StettinPosen.

[Bearbeiten] Geschichte

In der mit Sümpfen und Seen gefüllten Niederung des Woldenberger Fließes lässt sich eine Pfahlbautenbesiedlung aus der Jungsteinzeit nachweisen. Die erste schriftliche Quelle stammt aus dem Jahre 1250, als Herzog Przemysl I. von Großpolen die Ansiedlung „Dubegneve“ dem Zisterzienserkloster in Ovinsk überließ. Es wird vermutet, dass diese an einer heute verschwundenen Befestigungsanlage entstand, die zum Schutze der Handelsstraße von Küstrin über Landsberg und Friedeberg diente, die über den Dragepass in Hochzeit (Stare Osieczno) weiter nach Schloppe und ins Landesinnere führte.

Um 1295 gelangte „Dubgnew“ an Brandenburg, Markgraf Otto mit dem Pfeil bestätigte 1297 in der Stadt den Besitz des Klosters Ovinsk. Die askanischen Markgrafen weilten mehrfach in „Dubegnewe“, 1303 wurde hier der Vertrag der vier Markgrafen mit dem Bischof Heinrich von Cammin geschlossen und 1305 war es Woldemar, der von hier dem Kloster Marienwalde eine Besitzbestätigungsurkunde ausfertigte.

Im Jahre 1313 ist „Dubegnewe“ erstmals als Stadt genannt, als die Bürger die markgräfliche Mühle für 500 Mark Silber erwarben. Jedoch dürfte das Stadtrecht schon seit dem Ende des 13. Jahrhunderts bestanden haben. 1333 ist der Name „Waldinborg“ erstmals nachweisbar, der den alten Namen binnen kurzer Zeit vollständig ablöste. Woldenberg war eine ummauerte Stadt, von der ursprünglichen Stadtbefestigung mit 37 Weichhäusern sowie mehreren Wällen und Gräben sind heute nur noch die Ruinen eines Turmes erhalten.

Zwischen 1402 und 1454 war Woldenberg als Teil der Neumark im Besitz der Deutschordensritter und wurde 1433 von den Hussiten niedergebrannt. 1455 kam die Stadt wieder zur Mark Brandenburg und erhielt die Rechte einer Immediatstadt. In dieser Zeit entstand auch die dreischiffige Stadtkirche, eine gotische Hallenkirche aus Backsteinen. 1581 war Woldenberg Schauplatz eines Hexenprozesses, bei dem fünf Menschen auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Mehrfach wurde Woldenberg durch Stadtbrände zerstört, der letzte größere brach 1710 aus. Beim Wiederaufbau wurde der Marktplatz vergrößert und die Straßenzüge nach regelmäßigem Grundriss neu gestaltet. Der Standort des Rathauses wurde von der Mitte des Marktes an dessen Ostseite verlegt. In der Stadt kreuzten sich mehrere Handelswege nach Posen, Stettin und Küstrin, was die Ansiedlung von Kaufleuten begünstigte. Daneben war das Tuchmacherhandwerk ansässig. Bis zur Stilllegung der Papiermühle im Jahre 1847 war Woldenberg auch ein Zentrum der Papierherstellung.

Woldenberg um 1890
Woldenberg um 1890

Durch die preußische Verwaltungsreform von 1815 wurde Woldenberg in den brandenburgischen Kreis Friedeberg eingegliedert. Im 19. Jahrhundert erfolgte die Anbindung an bedeutende Verkehrswege. Die 1829 angelegte Chaussee von Berlin nach Königsberg (Preußen), die spätere Reichsstraße 1, führte durch Woldenberg. 1847 wurde die Eisenbahnstrecke nach Stargard eingeweiht, die im Jahre 1849 noch in südöstliche Richtung bis Kreuz als Anschluss an die Ostbahn und von dort nach Posen weitergeführt wurde.

1938 wurde Woldenberg zusammen mit dem Kreis Friedeberg in die Provinz Pommern eingegliedert. Dies geschah im Rahmen einer größeren Gebietsumgliederung, die vor allem durch die Auflösung der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen bekannt ist. Während des Zweiten Weltkriegs wurde 1939 in Woldenberg das Stalag II C errichtet, das zwischen 1940 und 1941 zum Offiziersgefangenenlager Oflag II C Woldenberg mit einer Fläche von 25 Hektar erweitert wurde und bis 1945 bestand.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges fanden 1945 bei Woldenberg schwere Kämpfe statt, bei denen die Stadt zu 85 Prozent zerstört wurde. Das bedeutendste Baudenkmal, die gotische Stadtkirche, blieb erhalten, während große Teile der Innenstadt heute aus Grünflächen bestehen. Nach Kriegsende kam die Stadt zu Polen.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohnerzahl
1801 1.721
1875 4.089
1890 4.676
1933 5.103
1939 5.344
1939 5.674
2006 3.152[2],

[Bearbeiten] Gmina

Das Gebiet der heutigen polnischen Stadt- und Landgemeinde Dobiegniew hat eine Fläche 351 km² (einschließlich der Stadt), auf der ca. 7.500 Einwohner leben. Sie umfasst die Ortschaften und Wohnplätze Chomętowo (Hermsdorf), Chrapów (Grapow), Czarnolesie (Kesselgrund), Derkacze (Dicking), Dębogóra (Eichberg), Głusko (Steinbusch), Grabionka (Grabershof), Grąsy (Gramsfelde), Jarychowo (Neuhütte), Kępa Zagajna (Friedrichslust), Lipinka (Jägersburg), Lubiewko (Brandsheide), Łęczyn (Lenzenbruch), Ługi (Lauchstädt), Mierzęcin (Mehrenthin), Osiek (Wutzig), Ostrowiec (Rohrsdorf), Podlesiec (Waldowshof), Radachowo (Heidekavel), Radęcin (Regenthin), Sarbinowo (Schüttenburg), Sławica (Krügergrund), Słonów (Schlanow), Słowin (Lämmersdorf), Stare Osieczno (Hochzeit) und Wołogoszcz (Wolgast).

[Bearbeiten] Literatur

  • Paul van Nießen: Geschichte der Stadt Woldenberg, Stettin 1893

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. a b Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2007
  2. Główny Urząd Statystyczny, abgerufen am 5. Januar 2008]


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