Wolf D. Prix

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wolf Dieter Prix (* 13. Dezember 1942 in Wien) ist ein österreichischer Architekt. Er war 1968 Mitbegründer der Architektenkooperative Coop Himmelb(l)au, die einen international Ruf als wichtiger Vertreter des Dekonstruktivismus genießt.

Werdegang[Bearbeiten]

Prix studierte an der Technischen Universität Wien, der Architectural Association in London und dem Southern California Institute of Architecture in Los Angeles.

1968 gründete er zusammen mit Helmut Swiczinsky und Michael Holzer die Wiener Architektengruppe Coop Himmelb(l)au. Seit dem Ausscheiden von Holzer (1971) und Swiczinsky (2001) ist Prix der einzig verbliebene Gründungspartner des Büros, dem er derzeit als Design Principal und CEO vorsteht.[1]

2006 war er Kommissär für den österreichischen Pavillon der 10. Architekturbiennale von Venedig.

Lehrtätigkeit[Bearbeiten]

Als Gastprofessor lehrte er 1984 bei der Architectural Association in London und 1990 an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts. Von 1985 bis 1995 war Wolf D. Prix als Adjunct Professor am SCI-Arc in Los Angeles tätig. 1993 wurde er als ordentlicher Professor für Architekturentwurf an die Universität für angewandte Kunst in Wien berufen; dort war er von 2003 bis 2012 Vorstand am Institut für Architektur, Leiter des Studio Prix und Vizerektor der Hochschule. Seit 1998 ist er Fakultätsmitglied der Columbia University in New York. An der University of California in Los Angeles (UCLA) übernahm er 1999 den Harvey S. Perloff-Lehrstuhl und 2001 eine Gastprofessur.

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Von 1995 bis 1997 war Prix Mitglied des Architekturbeirates im österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung. Er ist Mitglied des Österreichischen Kunstsenats, der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie des Beirats für Baukultur. Des Weiteren gehört er der Architektenkammer Österreichs an sowie der Architektenkammer Santa Clara in Kuba, dem Royal Institute of British Architects (RIBA), dem American Institute of Architects (AIA) und der Architektenkammer Italiens. Er ist Ehrenmitglied des Bundes Deutscher Architekten BDA.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Wolf Prix erhielt zahlreiche Auszeichnungen, etwa 1988 den Preis der Stadt Wien für Architektur, 1989-91 dreimal den New Yorker Progressive Architecture Award und 1999 den Großen Österreichischen Staatspreis für Architektur. 2001 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universidad de Palermo in Buenos Aires, 2002 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. 2002 wurde er Offizier des französischen Ordre des Arts et des Lettres. 2004 erhielt er den Annie Spink Award for Excellence in Architectural Education für sein Engagement in Bildung und Lehre, 2008 den Jencks Award für seinen besonderen Beitrag zur Architektur in Theorie und Praxis. Im Mai 2009 verlieh ihm der Bundespräsident Heinz Fischer das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst als Anerkennung für seine hochstehenden schöpferischen Leistungen. 2013 erhielt Prix den Hessischen Kulturpreis.[2]

Ausstellungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Website Coop Himmelb(l)au
  2. Frankfurter Rundschau Frankfurt/Rhein-Main vom 30. September 2013: Hessischer Kulturpreis für EZB: Architekt Wolf Prix erhält Hessischen Kulturpreis (dpa), abgerufen am 1. Oktober 2013

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Gert Winkler: Coop Himmelblau (Sie leben in Wien). Eine Ausstellung und ein Buch. Peter Welermair, Galerie im Taxispalais, Innsbruck 1975 Katalogzettel Österreichische Nationalbibliothek
  • Technische Universität Graz; Gallery H: COOP HIMMELB(L)AU. Architektur muss brennen. Graz 1980
  • COOP HIMMELB(L)AU. Architecture is now. Hatje Cantz, Stuttgart; Rizzoli, New York; Thames & Hudson, London 1993
  • Gallery Aedes: COOP HIMMELB(L)AU. Skyline. Projekt für das Hamburger Bauforum 1985. Berlin 1984
  • Gallery Aedes: Offene Architektur. Berlin 1984
  • Architekturgalerie: COOP HIMMELB(L)AU. Offene Architektur. Wohnanlage Wien 2. München 1986
  • Philip Johnson, Mark Wigley: Deconstructivist Architecture. The Museum of Modern Art, New York 1988
  • Architectural Association London: COOP HIMMELB(L)AU. Blaubox. Folio XXIII, London 1988
  • COOP HIMMELB(L)AU. 6 Projects for 4 Cities. Catalog Recent Work. Jürgen Häusser Verlag, Darmstadt 1990
  • Aedes Galerie und Architekturforum: Hans Hollein - COOP HIMMELB(L)AU. Leitbild Expo '95 Wien. Berlin 1990
  • Oliver Gruenberg, Robert Hahn, Doris Knecht: COOP HIMMELBLAU. Die Faszination der Stadt. 2. Auflage, Jürgen Häusser Verlag, Darmstadt 1992
  • Centre Georges Pompidou: COOP HIMMELB(L)AU. Construire le ciel. Paris 1992
  • Museum of Contemporary Art: Paradise Cage. Los Angeles 1996.
  • Gudrun Hausegger, Martina Kandeler-Fritsch: Wolf D. Prix Helmut Swiczinsky. COOP HIMMELB(L)AU Austria. Biennale di Venezia 1996, Sixth International Exhibition of Architecture. Ritter Verlag, Klagenfurt 1996
  • Kristin Feireiss; Jürgen Commerell: COOP HIMMELB(L)AU. The Vienna Trilogy + One Cinema. Three Residential Buildings in Vienna and a Cinema in Dresden. Berlin 1999
  • Peter Noever: Gerald Zugmann - Blue Universe. Transforming Models into Pictures. Architectural Projects by COOP HIMMELB(L)AU. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit 2002
  • Martina Kandeler-Fritsch, Thomas Kramer: Get Off of My Cloud. Wolf D. Prix. Coop Himmelb(l)au. Texte 1968-2005. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit 2005
  • Kristin Feireiss: Dynamic Forces. COOP HIMMELB(L)AU. BMW Welt München. Prestel Verlag, München, Berlin, London, New York 2007
  • Peter Noever: COOP HIMMELB(L)AU. Beyond the Blue. Prestel Verlag, München, Berlin, London, New York 2007

Weblinks[Bearbeiten]