Wolf Vostell

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Wolf Vostell 1985 West Berlin. Foto: Maren Detering. Wolf Vostell sitzt hier auf dem Fahrersitz eines Mercedes 600 mit eingebauten TV-Geräten. Ein Environment von 1981 mit dem Titel Die Winde.
Gedenktafel am Haus Giesebrechtstraße 12, in Berlin-Charlottenburg

Wolf Vostell (* 14. Oktober 1932 in Leverkusen; † 3. April 1998 in Berlin) war ein deutscher Maler, Bildhauer und Happeningkünstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Wolf Vostell gilt als einer der Pioniere des Environment, der Videokunst, des Happening und der Fluxus-Bewegung. Techniken wie die Verwischung oder die Dé-coll/age[1] sind ebenso ein Kennzeichen der Werke von Wolf Vostell wie das Einbetonieren.

Leben[Bearbeiten]

Wolf Vostells Vater war Hubert Schäfer (* 1896 in Leverkusen; † 1980 in Berlin), er arbeitete als Eisenbahnschaffner, seine Mutter war Regina Schäfer (* 1901 in Leverkusen; † 1976 ebenda), geborene Vostell. 1939 fuhren seine Eltern von Leverkusen aus mit ihm und seiner jüngeren Schwester Isolde ins Sudetenland. In dem Ort Chomutov verbrachten sie die Kriegsjahre.

Nach der Kapitulation 1945, Wolf Vostell war 12 Jahre alt, kehrte die Familie zu Fuß nach Leverkusen zurück.[2] Als Schüler in den Jahren 1945–1950 zeichnete er schon mit Tusche und Aquarell.

Wolf Vostell setzte von 1950 an erste künstlerische Ideen um. 1952 nahm er den Geburtsnamen seiner Mutter an. 1953 begann er eine Lithografenlehre und besuchte in Wuppertal die Werkkunstschule. Unter dem Eindruck einer Reise nach Paris 1954 stellte Wolf Vostell erste Dé-coll/agen her. 1955/1956 besuchte er die Pariser École National Supérieure des Beaux Arts und 1957 die Kunstakademie Düsseldorf. Wolf Vostells Happening Das Theater ist auf der Straße[3] von 1958 in Paris ist das erste Happening in Europa. Sein Happening Cityrama von 1961 in Köln war das erste Happening in Deutschland. Wolf Vostell produzierte erste Objekte mit Fernsehern und Autoteilen. Beeindruckt von der Arbeit von Karlheinz Stockhausen im elektronischen Studio des WDR im Jahre 1954 entstanden 1959 elektronische TV-Dé-coll/agen. Damit begann sein Engagement in der Fluxus-Bewegung, die er Anfang der 1960er Jahre mitbegründete.

Fast gleichzeitig im Jahr 1959 gründete Vostell das Wolf-Vostell-Archiv. Mit Leidenschaft und Kontinuität sammelte Wolf Vostell Fotografien, künstlerische Texte, persönliche Korrespondenz mit Weggefährten wie Nam June Paik, Joseph Beuys, Dick Higgins und anderen sowie Presseartikel, Einladungen zu Ausstellungen und Events oder Bücher und Kataloge, die sein eigenes Schaffen und das der Künstler seiner Generation dokumentieren. Seit den 1960er Jahren ist das Wolf-Vostell-Archiv eine Informationsquelle für Autoren, Verlage und Ausstellungsmacher. Die über 6000 Bücher fassende Privatbibliothek des Künstlers ist seit den 1990er Jahren Teil des Archivs. Das umfangreiche Werk Vostells ist fotografisch dokumentiert und ein Bestandteil des Archivs. Die ca. 25.000 Dokumente aus vier Jahrzehnten des Wolf-Vostell-Archivs, das sich seit 2006 im Museo Vostell Malpartida befindet, sind für Kunsthistoriker, Journalisten und Autoren zugänglich.

Wolf Vostell initiierte weitere Happenings, unter anderem 1963 9-Nein-dé-coll/agen in Wuppertal, 1964 in New York das Happening You und weitere in Berlin, Köln, Wuppertal und Ulm. 1962 wirkte er bei der Planung des Festum Fluxorum in Wiesbaden mit; er beriet hier gemeinsam mit Nam June Paik und George Maciunas. 1963 wurde Wolf Vostell mit seinem Environment 6 TV Dé-coll/age Sammlung Museo Reina Sofía Madrid und mit seinem Video Sun in your head[4][5] zum Pionier der Videokunst. 1965 nahm er am 24-Stunden-Happening in der Galerie Parnass in Wuppertal teil. 1967 setzte er sich im Happening Miss Vietnam mit dem Vietnamkrieg auseinander. 1968 kam es in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Mauricio Kagel und anderen zur Gründung des Labor e. V., das akustische und optische Ereignisse erforschen soll.

Wolf Vostell war der erste Künstler, der einen Fernseher in ein Kunstwerk integrierte. Dieses dreiteilige Werk aus dem Jahre 1958 mit dem Titel Zyklus Schwarzes Zimmer (Deutscher Ausblick, Auschwitz-Scheinwerfer, Treblinka) ist Teil der Sammlung der Berlinischen Galerie. Frühe Werke mit Fernsehern sind Transmigracion, 1-3, [6] aus dem Jahre 1958 und Elektronischer dé-coll/age Happening Raum, ein Environment von 1968.

1989 eröffnete das Art'otel Berlin Kudamm, das Wolf Vostell als Thema hat und somit zu einer Dauerausstellung wurde.[7]

1990 wurden Wolf Vostells Triptychon 9. November 1989 und Entwurfszeichnungen dazu erstmals im Ostteil Berlins in der Galerie am Weidendamm in der Friedrichstraße 103 ausgestellt.

Ruhender Verkehr, Köln, 1969

1992 ehrte die Stadt Köln Wolf Vostell mit einer Retrospektive seines Schaffens. Seine Werke wurden auf sechs Ausstellungsorte verteilt: das Kölnische Stadtmuseum, die Kunsthalle Köln, das Rheinische Landesmuseum Bonn, die Kunsthalle Mannheim, das Schloss Morsbroich Leverkusen und das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr. Unter der künstlerischen Leitung seines Sohnes David Vostell entstand über diese Retrospektive der Dokumentarfilm VOSTELL 60 - RÜCKBLICK 92.

Seit 1989 steht auf dem Mittelstreifen des Hohenzollernrings in Köln die Auto-Beton-Skulptur Ruhender Verkehr, die Wolf Vostell 1969 geschaffen hatte. Er goss hierfür einen Opel Kapitän in Beton. Weitere Auto-Beton-Skulpturen stehen in Berlin (2 Beton Cadillacs in Form der nackten Maja von 1987[8]), in Spanien im Museo Vostell Malpartida VOAEX von 1976 und in Chicago der Concrete Traffic[9] von 1971.

Wolf Vostell starb 1998 an Herzversagen. Sein Grab befindet sich auf dem Cementerio de la Almudena in Madrid.

Künstlerische Arbeit[Bearbeiten]

Erste Arbeiten[Bearbeiten]

1953 entstanden zunächst traditionell gefertigte Arbeiten wie Korea und Korea Massaker: Werke, die mit Öl auf Papier gemalt wurden. Es entstanden Werke, die mit Öl auf Leinwand gemalt sind, wie Flugzeug-Jesus. 1953 entstanden Aquarelle wie Das Paar, Familie, Flugzeug oder Kriegskreuzigung. 1954 zeichnete er die Serie von Tusche-Zeichnungen zu Peter Schlemihls wundersamer Geschichte[10].

1960er Jahre[Bearbeiten]

1962 nahm Wolf Vostell an der Fluxus-Manifestation FLUXUS: Internationale Festspiele Neuester Musik in Wiesbaden und 1963 am Fluxus-Festival FESTUM FLUXORUM FLUXUS in Düsseldorf teil. 1962 gründete er die Zeitschrift Dé-coll/age - Bulletin aktueller Ideen.[11] 1963 zeigte er das Environment Zyklus Schwarzes Zimmer, den er in einem dunklen Raum mit schwarz bemalten Wänden installierte, in der Galerie Parnass. 1964 initiierte Wolf Vostell das Happening In Ulm, um Ulm und um Ulm herum, 1965 Berlin 100 Ereignisse und 1967 Miss Vietnam[12]. Er hat politische und sozial relevante Themen aufgegriffen.

In den Jahren 1965 bis 1969 entstanden in Zusammenarbeit mit René Block Ausstellungen, Happenings, Multiples und Publikationen. 1968 entstand der Siebdruck B-52 – statt Bomben. [13] 1969 entsteht in Zusammenarbeit mit der Galerie art intermedia von Helmut Rywelski in Köln Wolf Vostells erste Auto-Beton-Skulptur, der Ruhende Verkehr.

Berlin und Malpartida de Caceres[Bearbeiten]

1970 zog Wolf Vostell nach Berlin. 1970 entstand Heuschrecken, eine Verwischung mit 20 Monitoren und Videokamera. Die Environments TV-Schuhe und TEK[14] entstanden im selben Jahr. 1973 entstand der Zyklus Mania: [15] 40 Arbeiten, bei denen Wolf Vostell auf Fotografien aus Zeitschriften zeichnete und Objekte auf die Fotografien klebte. 1973 entstanden die Environments Auto Fieber und Energie. 1976 gründete Wolf Vostell in Malpartida de Cáceres das Museo Vostell Malpartida. In Berlin organisierte er 1974 das Happening Erdbeeren.[16]

Ab 1975 beschäftigte er sich mit spanischen Themen wie mit den Gemälden der Serie Extremadura, der Serie El muerto que tiene sed[17] (Der Tote der Durst hat) von 1976 oder 1985 El entierro de la Sardina (Das Begräbnis der Sardine). In den 1980er Jahren entstanden das Environment Die Winde[18], das Gemälde Die Schlacht von Anghiari von 1982, eine Reminiszenz an Leonardo da Vincis gleichnamiges Gemälde Schlacht von Anghiari, die Serie Milonga von 1985,[19] und die Tauromaqie mit BMW-Teil von 1988.

1990er Jahre[Bearbeiten]

In Berlin entstanden großformatige Gemälde wie zum Beispiel Triptychon Berlin von 1990 oder die Serie Weinende von 1992 und Weinende Hommage an Anne Frank. Bronze-Skulpturen wie zum Beispiel Berlinerin[20] von 1994 in einer kleinen Auflage. Multiples wie das Berliner Brot von 1995 entsteht sowie grafische Arbeiten, Skulpturen und Assemblagen wie Arc de Triomphe N°1 von 1993 und Ritz von 1998.

Einfluss auf die Kunst[Bearbeiten]

Dé-coll/age und Verwischung[Bearbeiten]

Anfang der 1950er Jahre stellte Wolf Vostell Werke mit der Technik des Plakatabrisses her. Während eines Aufenthalts in Paris las Vostell im September 1954 in einer Schlagzeile des Le Figaro[21] das Wort Dé-coll/age (deutsche Übersetzung losmachen, losgehen des Geleimten, trennen). Er benannte von da an seine Plakatabrisse Dé-coll/age. Später übertrug er den Begriff Dé-coll/age auf seine Happenings. Für Wolf Vostell wurde die Dé-coll/age zum Gestaltungsprinzip. Ceres von 1960, Coca-Cola, Wochenspiegel Beatles, Ihr Kandidat, Grosse Sitzung mit Da (alles Bilder aus dem Jahr 1961) und Livio von 1966 sind Beispiele für Wolf Vostells Dé-coll/agen.

In den 1960er Jahren arbeitete Wolf Vostell mit der Technik der Verwischung. Mit einer Mischung aus Terpentin und Tetrachlorkohlenstoff lassen sich Fotos in Zeitschriften verwischen. Die Serie Kleenex von 1962, Kennedy vor Corham[22] von 1964, Goethe Heute von 1967 und Hommage an Henry Ford und Jaqueline Kennedy von 1967 sind Beispiele für Wolf Vostells Verwischungen. Er kombinierte die Dé-coll/age–Technik mit der Verwischung wie zum Beispiel bei Jayne Mansfield von 1962 und Marylin Idolo[23] von 1963 oder Hours of fun von 1968.

Politik[Bearbeiten]

Wolf Vostell setzte sich in seinem künstlerischen Schaffen seit den 1950er Jahren mit weltpolitischen Ereignissen auseinander. Er thematisierte schon 1958 den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust in seinem Zyklus Schwarzes Zimmer. Der Koreakrieg und der Vietnamkrieg[24] wurden Themen seiner Werke. So wie bei seiner Verwischung Miss Amerika von 1968. Die Ermordung von John F. Kennedy und weitere internationale politische Ereignisse thematisierte er in seinen Bildern und Assemblagen.

Wolf Vostell thematisierte innenpolitische Themen der BRD. Die Studentenrevolten, das Wirtschaftswunder und die Kapitalismuskritik [25] sind in seinen Werken dokumentiert. Der kalte Krieg und der Sarajevokrieg sind in seinen Werken präsent. Den Fall der Berliner Mauer dokumentierte und verarbeitete Wolf Vostell in über 50 Werken. Vom 6 Meter breiten Triptychon 9. November 1989 bis zu kleineren Arbeiten ist durch den Fall der Berliner Mauer [26] bei Wolf Vostell ein Werkzyklus zu erkennen. Über die Jahrzehnte ist so in Wolf Vostells Werk ein politisches Werk entstanden.

Fernsehen[Bearbeiten]

Seit 1958 integrierte Wolf Vostell TV-Geräte in seine Werke. Bilder, Assemblagen, Environments, und Skulpturen Wolf Vostells sind oftmals mit TV-Geräten gestaltet. Meistens sind die TV-Geräte auf normales Programm eingestellt. Wolf Vostell bezieht so die Aktualität und das Zeitgeschehen in seine Werke mit ein. Wo immer auf der Welt sich ein Werk von Wolf Vostell mit TV befindet, wird in dem Werk durch das TV-Programm die Gegenwart reflektiert.

Tauromaquia[Bearbeiten]

Ab 1976 reiste Wolf Vostell regelmäßig zwischen Berlin und Malpartida de Cáceres. In seinem spanischen Atelier entstanden über die Jahre eine Reihe von Bildern und Zeichnungen, die das Thema Tauromaquia[27] zeigen. Großformatige Leinwände zeigen Stiere, meist blutend und zerfetzt. Er fertigte Assemblagen, bei denen er gemalte Stierköpfe mit Glühlampen, Autoteilen oder anderen Objekten verband. Wolf Vostell hat sich nur in Spanien mit dem Thema Tauromaquia beschäftigt.

Beton, Blei und Gold[Bearbeiten]

Seit den frühen 1960er Jahren arbeitete Wolf Vostell mit Beton. Über die Jahre ist es fast ein Erkennungszeichen seiner Werke geworden. Er schuf Skulpturen aus Beton wie zum Beispiel seine vier Auto-Beton-Skulpturen. Er verarbeitete den Beton auch flüssig als Farbe für seine Bilder und Zeichnungen. Er malte mit flüssigem Beton, Acrylfarbe und Kohle. So entstand eine individuelle Mischtechnik. In seinen Bildern und Zeichnungen sind vielmals gezeichnete Betonblöcke zu sehen. Menschliche Körper sind oft als eckige Betonformen zu erkennen. In den 1980er und 1990er Jahren arbeitete er mit flüssigem Blei. Er goss flüssiges Blei über seine Leinwände und erzielte so einen ganz eigenständigen Stil. Er kombinierte Acrylfarbe, flüssiges Blei und flüssigen Beton. Wolf Vostell arbeitete auch mit Blattgold. Er trug das Blattgold direkt auf die Leinwand auf, als wäre es Farbe, und erreichte so einen einzigartigen Glanz.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Bildende Kunst[Bearbeiten]

Skulptur VOAEX, 1976, Museo Vostell Malpartida
2 Betoncadillacs in Form der nackten Maja, Berlin, 1987
Skulptur Warum dauerte der Prozess zwischen Pilatus und Jesus nur 2 Minuten? von Wolf Vostell aus 1996 im Garten des Museo Vostell Malpartida

Happenings[Bearbeiten]

  • Das Theater ist auf der Straße. Paris, 1958
  • Cityrama. Köln, 1961
  • 9-Nein-dé-coll/agen. Galerie Parnass, Wuppertal, 1963
  • You. New York, 1964
  • In Ulm, um Ulm und um Ulm herum. Ulm, 1964
  • Phaenomene. Berlin, 1964
  • Dogs and Chinese Not Allowed. New York, 1966
  • Miss Vietnam. Köln, 1967

Ausstellungen und Retrospektiven (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1966 Bilder, Verwischungen, Happening-Notationen 1961-1966, Kölnischer Kunstverein, Köln.
  • 1970 happening & fluxus, Kölnischer Kunstverein, Köln. (kuratiert zusammen mit Harald Szeemann)
  • 1974 Retrospektive. Neue Nationalgalerie, Berlin.
  • 1974 Retrospektive. Musée d’art moderne de la Ville de Paris.
  • 1977 documenta 6, Kassel.
  • 1978 Bilder 1959–1974. Museo de Arte Contemporaneo, Madrid.
  • 1980 Bilder 1959–1979. Kunstverein Braunschweig.
  • 1981 Fluxus-Zug. Bereist 15 Städte in Nordrhein-Westfalen.
  • 1982 Die gesamte Druckgrafik. Bibliothèque nationale de France, Paris.
  • 1990 9. November 1989. Galerie am Weidendamm, Zentrum für Kunstausstellungen der DDR, Berlin.
  • 1992 Retrospektive. Rheinisches Landesmuseum Bonn, Kölnisches Stadtmuseum, Schloss Morsbroich, Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr, Kunsthalle Köln.
  • 1992 Vostell. Dipinti 1954–1991. Palazzo delle Esposizioni, Roma.
  • 1992 Vostell - Extremadura, Asamblea de Extremadura, Merida.
  • 1997 Wolf Vostell in nordrheinwestfälischen Sammlungen, Kulturabteilung Bayer AG, Leverkusen.
  • 2006 Die gesamte Druckgrafik. Kunsthalle Bremen.
  • 2007 Meine Kunst ist der ewige Widerstand gegen den Tod.[35]LVR-LandesMuseum, Bonn.
  • 2008 Wolf Vostell. Mon art est la résistance éternelle á la mort, Carré d´Art-Musée d´Art Contemporain de Nimes.
  • 2010 Das Theater ist auf der Straße, Die Happenings von Wolf Vostell. Museum Morsbroich Leverkusen.
  • 2010 Wolf Vostell Artista Europeo, Fondazione Mudima, Mailand.
  • 2011 Wolf Vostell - Fluxus, Film und Fernsehen, Museum Fluxus Plus, Potsdam.

Sammlungen[Bearbeiten]

In seiner Geburtsstadt Leverkusen ist Wolf Vostell im Museum Morsbroich ständig vertreten. Die Sammlung umfasst insgesamt 23 Arbeiten aus den Jahren 1959 bis 1982. Sie zeigt einen geschlossenen repräsentativen Querschnitt durch sein Werk. Dé-coll/agen, Skizzenbücher in denen zahlreiche Installationen erstmals skizziert sind, Zeichnungen, Leinwandarbeiten und Multiples.

In der Sammlung der Berlinischen Galerie befinden sich Werke von Wolf Vostell: der dreiteilige Zyklus Schwarzes Zimmer von 1958, Wir waren so eine Art Museumsstück von 1964, Hours of fun von 1968, Die Schlacht von Anghiari von 1986 und einige andere Werke. Eine umfangreiche Sammlung von Werken ist im Museum Fluxus Plus in Potsdam zu sehen. Angefangen mit dem Bild Korea von 1953 bis zu Bildern, Zeichnungen und Skulpturen aus den 1980er und 1990er Jahren ist das Werk von Wolf Vostell in dieser Sammlung vertreten.

Das Museo Vostell Malpartida zeigt in seiner ständigen Sammlung Werke von Wolf Vostell aus den 1970er Jahren, wie Auto-Fieber und Energie aus dem Jahr 1973 und VOAEX von 1976. Aus den 1980er Jahren stammen El Entierro de la Sardina (Das Begräbnis der Sardine) von 1985, Las Chicas del Billar (Die Billard-Mädchen) von 1986, Mythos Berlin von 1986, und aus den 1990er Jahren zum Beispiel die Serie Trashumancia von 1993. Im Museo Vostell Malpartida befindet sich das Wolf-Vostell-Archiv, das eine Sammlung von grafischen Arbeiten des Künstlers beinhaltet.

Mehrere Werke von Wolf Vostell, wie zum Beispiel die Dé-coll/age Coca-Cola von 1961, die Installation Hommage an Henry Ford und Jaqueline Kennedy von 1967 und die Verwischung Miss America von 1968, befinden sich in der Sammlung des Museum Ludwig in Köln. Frühe Werke wie zum Beispiel der Elektronischer dé-coll/age Happening Raum von 1968 befinden sich in der Neue Nationalgalerie in Berlin. Heuschrecken[36] von 1970 ist im MUMOK in Wien zu sehen. Zudem befindet sich das Werk Marylin in der Neuen Galerie Kassel. Weitere Werke befinden sich im Zentrum für Kunst und Medientechnologie, im Haus der Geschichte, im Germanischen Nationalmuseum, im LVR-LandesMuseum, im Museo Reina Sofia, im Musée d’art moderne de la Ville de Paris, im Musée d’Art Moderne et Contemporain de Strasbourg, in der Fondazione Mudima in Mailand, auf öffentlichen Straßen und Plätzen und in weiteren Museen und privaten Sammlungen weltweit.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

Zitate von Wolf Vostell[Bearbeiten]

  • „Kunst ist Leben, Leben ist Kunst.“ (1961)
  • „Ereignisse sind Waffen zur Politisierung der Kunst.“ (1970)
  • „Ich erkläre den Frieden zum größten Kunstwerk.“ (1979)
  • „Jeder Mensch ist ein Kunstwerk.“ (1985)

Schriften von Wolf Vostell[Bearbeiten]

  • Wolf Vostell, Dokumentation, Edition R. Block, Berlin (Deutschland), 1968.
  • Wolf Vostell, Aktionen, Happening und Demonstrationen seit 1965, Reinbek (Deutschland), 1970.
  • Wolf Vostell, Happening und Leben, Berlin (Deutschland), 1970.
  • Wolf Vostell, Elektronisch, Neue Galerie, Aachen (Deutschland), 1970.
  • Wolf Vostell, Mania, Galerie van de Loo, München (Deutschland), 1973.
  • Wolf Vostell, 1958–1978. Environments, Pintura, Happenings, Dibuixos, Video, Fundació Joan Miró, Barcelona (Spanien), 1978.

Ausstellungskataloge und Darstellungen[Bearbeiten]

  • Wolf Vostell. Phaenomene, Galerie Block, Berlin, 1965.
  • Jürgen Becker Wolf Vostell Happenings, Fluxus, Pop Art, Nouveau Réalisme. Eine Dokumentation. Rowohlt Verlag, Reinbek 1965
  • Vostell. Bilder, Verwischungen, Happening, Notationen 1961-1966, Köln, 1966.
  • Rainer K. Wick, Vostell Soziologisch, Bonn (Deutschland), 1969.
  • Vostell. Dé-coll/agen 1954–1969. Happenings 1958–1969. Galerie Block, Berlin, 1969.
  • Vostell, Happening und Leben, Luchterhand Verlag, 1970.
  • Wolf Vostell. Elektronisch, Neue Galerie im Alten Kulturhaus, Aachen, 1970.
  • René Block, Grafik des Kapitalistischen Realismus, Berlin, 1971.
  • Wolf Vostell. Aktionen. Happenings und Demonstrationen seit 1965, Rowohlt Verlag, Reinbek 1970, ISBN 3-498-07053-3.
  • Vostell. Retrospektive 1958–1974. Neue Nationalgalerie Berlin, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1974.
  • Vostell. Environments / Happenings 1958-1974, Arc2, Musée d'art Moderne de la Ville de Paris, Paris (Frankreich), 1974/1975.
  • Wolf Vostell, V40, Verlag Multhipla Edizione, Mailand, 1976.
  • Wilhelm Salber, Das Ei als Mediengrammatik zum Documenta-Projekt von Vostell, Kassel, 1977.
  • Wolf Vostell, Museum am Ostwall, Dortmund, Kestner-Gesellschaft, Hannover, Centro Miró, Barcelona, 1977.
  • Wolf Vostell. Katalog, Musée d'art moderne et contemporain de Strasbourg, 1985.
  • Vostell. Fluxus-zug. Das mobile Museum. 7 Environments über Liebe Tod Arbeit, Berlin, 1981.
  • Vostell und Berlin, Leben und Werk 1971-1981, DAAD-Galerie Verlag, Berlin, 1982.
  • Vostell. Das Plastische Werk 1953–87, Mult(H)ipla, Mailand, (Italien), 1987.
  • Rolf Wedewer. Vostell. Retrospektive 92 Papierarbeiten, Intermedia – TV &, Video, Ausstellungskatalog mit Texten von Michael Euler-Schmidt. Edition Braus, Heidelberg, 1992, ISBN 3-925520-44-9.
  • Wolf Vostell, Dipinti 1954-1991, Edizioni Carte Segrete, Rom, 1992, ISBN 88-85203-53-1.
  • Wolf Vostell. Leben = Kunst = Leben, Kunstgalerie Gera, Gera, E. A. Seemann, 1993, ISBN 3-363-00605-5.
  • Wolf Vostell. Automobile Herausgegeben von Pablo J. Rico. Wasmuth Verlag, Tübingen 1999, ISBN 3-8030-3093-5.
  • Vostell – I disastri della pace/The Disasters of Peace, Varlerio Dehò, Edizioni Charta, Milano 1999, ISBN 88-8158-253-8
  • Wolf Vostell. La Caída del Muro de Berlín. Museo Vostell Malpartida, 2000. ISBN 84-7671-583-8
  • 10 Happenings von Wolf Vostell, José Antonio Agúndez García, Editora Regional de Extremadura, 2001, ISBN 84-7671-510-2
  • Wolf Vostell. Television , Galeria Miejska Arsenal w Poznania, Polonia, 2002, ISBN 83-88947-05-2
  • Wolf Vostell. Museo Vostell Malpartida. MVM, Catalogo, 2002, ISBN 84-7671-697-4.
  • Wolf Vostell. Giacomo Zaza, La Nuova Pesa, Roma, 2004, ISBN 2-9519858-4-3.
  • Wolf Vostell, Maria del Mar Lozano Bartolozzi, Editorial Nerea, Serie Arte Hoy, 2005, ISBN 978-84-89569-38-6 .
  • Wolf Vostell – Die Druckgrafik. von Wolfgang Vomm, Wulf Herzogenrath u. José Antonio Agúndez García, Hrsg.: Städtische Galerie Villa Zanders in Zusammenarbeit mit dem Galerie + Schloßverein e. V. Bergisch Gladbach 2005, ISBN 3-9810401-0-4.
  • sediment: Wolf Vostell. auf Straßen und Plätzen durch die Galerien Mitteilungen zur Geschichte des Kunsthandels, Heft 14/2007. Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels e. V., Verlag für moderne Kunst, Nürnberg, ISBN 978-3-939738-61-9.
  • Wolf Vostell, Meine Kunst ist der ewige Widerstand gegen den Tod, LVR-LandesMuseum Bonn, 2007, ISBN 978-3-9811834-0-5.
  • Wolf Vostell. Mon art est la résistance éternelle á la mort. Carré d´Art-Musée d´Art Contemporain de Nimes, 2008, ISBN 978-2-915639-88-9.
  • Wolf Vostell. Dé-coll/age, Editorial Pintan Espadas No.10, 2008, ISBN 978-84-7796-165-9.
  • Wolf Vostell. Artista Europeo, Mudima Edizioni, Mailand, 2010, ISBN 978-88-96817-04-9.
  • Das Theater ist auf der Straße, Die Happenings von Wolf Vostell. Museum Morsbroich Leverkusen. Kerber Verlag, 2010, ISBN 978-3-86678-431-4.
  • Dé-coll/age und Happening. Zum Werk des Aktions - und Videokünstlers Wolf Vostell, Ludwig, Kiel, 2012, ISBN 978-3-86935-145-2. [39]
  • Wolf Vostell, Der Künstler is anwesend, Staadtgalerie Mannheim, 2012, ISBN 978-3-944128-37-5. [40]

Filme über Wolf Vostell[Bearbeiten]

  • 1966, Kunst und Ketchup, Elmar Hügler, Südwestfunk.
  • 1967, Wolf Vostell und Hansjoachim Dietrich - Hommage an Henry Ford, Autohaus Maletz, Köln.
  • 1968, Wolf Vostell, WDR Dokumentation Happening Fluxus in Köln und Wuppertal von Paul Karalus.
  • 1969, Vostell und andere oder Lippenstifte für Vietnam. WDR Film von Paul Karalus.
  • 1973, Wolf Vostell - Berlin Fieber. Happening - Dokumentation von Ulrike Ottinger.
  • 1982, Elektronischer dé-coll/age Happening Raum, 1968, (In der Ausstellung Kunst wird Material, Neue Nationalgalerie Berlin, 1982). Video - Dokumentation von David Vostell.
  • 1982, Wolf Vostell - Mitten am Rande der Welt, NDR Film von Jürgen Böttcher.
  • 1983, Wolf Vostell - Miss America, NDR Film von Hannelore Schäfer.
  • 1989, Wolf Vostell, Film von Werner Krüger.
  • 1991, Der Ruhende Verkehr - Wolf Vostell und das Auto. WDR, Regie: Doris Netenjakob.
  • 1992, Wolf Vostell, Vostell 60 - Rückblick 92, WDR Bericht über die Wolf Vostell Retrospektive im Rheinland 1992.
  • 1992, Vostell 60 - Rückblick 92, Video - Dokumentation von David Vostell.
  • 1993, Wolf Vostell. Film von Rudij Bergmann.
  • 1994, Traumziele, Zwischen Berlin und Malpartida - auf den Spuren von Wolf Vostell, WDR Film von Werner Filmer.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wolf Vostell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Text zu Wolf Vostells Kunst- und Lebensprinzip
  2. Biografischer Anhang: Wolf Vostell. Leben = Kunst = Leben, Kunstgalerie Gera, E.A. Seemann, 1993, ISBN 3-363-00605-5
  3. Wolf Vostell, Das Theater ist auf der Straße, 1958
  4. Text zu Video Sun in your head von 1963
  5. Wolf Vostell, Sun in your head, 1963
  6. Transmigracion, Nr.1, 1958
  7. Webseite des Art'otels Berlin Kudamm über Wolf Vostell
  8. 21. Juli 1987: Mit einem Kranwagen setzen Unbekannte am Abend auf dem Mittelstreifen am Rathenauplatz ein einbetoniertes Auto der DDR-Marke Trabant ab
  9. Skulpturen mit Automobilen
  10. Wolf Vostell. Museum am Ostwall, 1977, Dortmund; Kestner-Gesellschaft, Hannover, 1977
  11. Archiv Sohm Staatsgalerie Stuttgart
  12. Wolf Vostell, Miss Vietnam, 1967, Skulptur
  13. Wolf Vostell, B-52 – statt Bomben Siebdruck, 1968
  14. Wolf Vostell, TEK (Thermoelektronischer Kaugummi), Environment, 1970
  15. Wolf Vostell. Mania, Galerie van de Loo, München, 1973
  16. Texte über Wolf Vostell - Im Kunstforum
  17. Vostell - Extremadura, Asamblea de Extremadura, 1992, ISBN 84-87622-07-0
  18. Die Winde, 1981
  19. Wolf Vostell, Rolf Wedewer, Retrospektive 1992
  20. Berlinerin, 1994, Bronze-Skulptur von Wolf Vostell
  21. Wolf Vostell, Die Entdeckung der Dé-coll/age, 1954 in Paris
  22. Kennedy vor Corham, 1964, Verwischung
  23. Marylin Idolo, 1963, Dé-coll/age
  24. Wolf Vostell, Nur die 1., 1968
  25. Wolf Vostell, Phantom, 1968 Grafik des kapitalistischen Realismus
  26. Wolf Vostell. Der Fall der Berliner Mauer. Museo Vostell Malpartida, 2000. ISBN 84-7671-583-8
  27. Vostell, Galerie Lavignes-Bastille, Paris, 1990, ISBN 2-908783-00-2
  28. Wolf Vostell im museum Fluxus+ Potsdam
  29. Artikel in Zeitschrift Arsprototo Nr. 3, 2013, Seite 26
  30. Marilyn Monroe, 1962, Museum Kassel
  31. Wolf Vostells, Elektronischer De-coll/age Happening Raum. Neue Nationalgalerie Berlin
  32. Wolf Vostell, Miss Amerika., Verwischung, 1968, Museum Ludwig, Köln
  33. Wolf Vostell, Meine Kämme sind aus Zucker, 1980
  34. Wolf Vostell, Auto-TV-Hochzeit, 1991 Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe
  35. Rheinisches Landesmuseum Bonn
  36. Wolf Vostell, Heuschrecken, 1970 Homepage des MUMOK
  37. Wolf Vostell In: Webpräsenz Galerie Poll
  38. Wolf-Vostell-Str. Leverkusen.com, abgerufen am 20. September 2012.
  39. Wolf Vostell - Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
  40. Wolf Vostell, zum 80. Geburtstag, Stadtgalerie Mannheim, Publikation "Der Künstler ist anwesend"