Wolfertschwenden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wolfertschwenden
Wolfertschwenden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wolfertschwenden hervorgehoben
47.89277777777810.266666666667678Koordinaten: 47° 54′ N, 10° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Bad Grönenbach
Höhe: 678 m ü. NHN
Fläche: 14,26 km²
Einwohner: 1889 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 132 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87787
Vorwahl: 08334
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 218
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
87730 Bad Grönenbach
Webpräsenz: www.wolfertschwenden.de
Bürgermeister: Karl Fleschhut (Parteilose Wählergr.)
Lage der Gemeinde Wolfertschwenden im Landkreis Unterallgäu
Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Wolfertschwenden ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Unterallgäu und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Bad Grönenbach.

Geographie[Bearbeiten]

Wolfertschwenden liegt 15 Kilometer südlich von Memmingen in der Region Donau-Iller in Mittelschwaben.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Wolfertschwenden, Dietratried und Niederdorf.

Zur Gemeinde Wolfertschwenden gehören unter anderem die Orte Wolfertschwenden, Bossarts, Dietratried und Niederdorf.

Ehwiesmühltal[Bearbeiten]

Bei Wolfertschwenden öffnet sich das Illertal zu einem schmalen Seitental mit steilen Hängen, dem sogenannten Ehwiesmühltal. Seit jeher ist das idyllische Tal ein beliebtes Ausflugsziel. Früher waren die vielen Mühlen am Bach ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Heute sind die Grundwasservorkommen wichtig für die Trinkwasserversorgung vieler Gemeinden.

Geologische Orgeln[Bearbeiten]

Nordöstlich von Niederdorf an der oberen Hangkante dicht beim Weiler Bossarts befinden sich die sogenannten Geologischen Orgeln. Es handelt sich um auf natürliche Weise entstandene Röhren (Verwitterungsschlote) im Erdreich. Bei starkem Wind schwingt die Luft in diesen Röhren und man vernimmt orgelähnliche Töne.

Geschichte[Bearbeiten]

Grabungsfunde nahe dem Ort Wolfertschwenden belegen eine Siedlungstätigkeit bereits während der Römerzeit. Urkundlich wurde Wolfertschwenden schon um die Mitte des 9. Jahrhunderts erwähnt und Niederdorf im 11. Jahrhundert von Wolfertschwenden aus gegründet. Die Brüder Hawin, Albrecht und Kuonrad, Söhne des Hathos von Wolfertschwenden, stifteten 1093 das Benediktinerkloster Ochsenhausen und übergaben es an das Kloster St. Blasien. Ihre Schwester Hemma von Wolfertschwenden, die Erbtochter des Hathos, war mit einem Freiherren von Sagogn (in Surselva in Rätien) verheiratet, der noch vor der Stiftung von Rot an der Rot (1126) gestorben ist, und wird 1137 mit ihrem Sohn Chůno von Sagogn genannt. Die Jahrzeitstiftungen dieser Familie gingen regelmäßig nach Rot an der Rot .[2] Das Kloster Ottobeuren war seit 1145 in Wolfertschwenden begütert. Die Burg Wolfertschwenden am heutigen Schloßberg war Sitz ottobeurischer Dienstmannen. Dietratried wurde erstmals urkundlich 1365 erwähnt. Wolfertschwenden gehörte ab 1699 beinahe geschlossen zum Besitz des Reichsstifts Ottobeuren und kam mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 zu Bayern.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 kam es im Rahmen der Gebietsreform in Bayern zum freiwilligen Anschluss der 1818 entstandenen Gemeinden Dietratried und Niederdorf.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 1.117, 1987 1.440 und im Jahr 2000 1.744 Einwohner gezählt.

Politik[Bearbeiten]

Bundestagswahl 2013[4]
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60
50
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30
20
10
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59 %
11,7 %
4,1 %
5,4 %
2,3 %
4 %
5,9 %
7,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
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+8,4 %p
+1,4 %p
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-1,4 %p
+4 %p
+5,9 %p
-3,1 %p
Gemeinderat Wolfertschwenden: Wähleranteil und Gemeinderäte seit 1978

CSU

Freie Wähler

Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  % Mandate  % Mandate  % Gesamtanzahl der Sitze im Gemeinderat  %
1978–1984 100,00 12 100 12 80,6
1984–1990 100,00 12 100 12 78,8
1990–1996 100,00 12 100 12 77,0
1996–2002 44,72 5 55,28 7 100 12 70,7
2002–2008 53,06 6 46,94 6 100 12 65,3
2008–2014 52,47 6 47,53 6 100 12 70,6
Prozentanteile gerundet. Quellen: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung[5]

Bürgermeister ist Karl Fleschhut (Parteilose Wählergruppe).

Im April 2007 wurde der Austritt aus der Verwaltungsgemeinschaft Bad Grönenbach im bayerischen Landtag beantragt, welche jedoch abgelehnt wurde.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 3.267.000 Euro, davon waren 2.426.000 Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 11. Januar 1960 durch Bescheid des Bayerischen Staatsministeriums des Innern genehmigt.

Blasonierung: „Geteilt; oben in Blau ein wachsender goldener Löwe, unten in Silber auf grünem Dreiberg ein grüner Laubbaum.“

Das Wappen war das persönliche Wappen des Abtes Honorat Göhl von Ottobeuren, der von 1767 bis 1802 dem Reichsstift Ottobeuren vorstand. Das Kloster besaß schon seit dem 12. Jahrhundert die Kirche in Wolfertschwenden und den größten Teil von Niederdorf (Nieder-Wolfertschwenden). Das Wappen des Abtes wurde kurz nach 1767 im Zusammenhang mit einer Restaurierung am Turm der Kirche in Wolfertschwenden unmittelbar unter dem Zifferblatt angebracht.

Der Entwurf und die Gestaltung des Wappens stammen vom Nördlinger Rudolf Mussgnug.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St. Vitus in Wolfertschwenden

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Wolfertschwenden

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 6, im produzierenden Gewerbe 844 und im Bereich Handel und Verkehr 46 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 31 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 622. Im verarbeitenden Gewerbe und im Bauhauptgewerbe gab es keine Betriebe. Im Jahr 1999 bestanden 34 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 788 Hektar, davon waren 196 Ackerfläche und 591 Dauergrünfläche.

Größte Arbeitgeber[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die nächste Autobahnanschlussstelle ist 2 km entfernt: Die Anschlussstelle Nr. 131 Bad Grönenbach der Bundesautobahn 7. Eisenbahnanschluss mit ÖPNV besteht über den Bahnhof Bad Grönenbach in ca. 2 km Entfernung.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen: 50 Kindergartenplätze und eine Grundschule mit vier Klassen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Hawin, Albrecht und Chuonradt, Brüder von Wolfertschwenden, Söhne des Hatos, Stifter des Benediktinerklosters Ochsenhausen im Jahre 1093.
  • Theodor Henkel (1855–1934), Pionier der Milchwissenschaft.
  • Hermann Zick, Bürgermeister von 1978 bis 1990
  • Johann Reisacher, Bürgermeister von 1948 bis 1952
  • Johann Fleschhut (* 1956), Bürgermeister von Grönenbach 1987 bis 2002, Landrat im Landkreis Ostallgäu seit 2002.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Schnieringer: Siedlungs- und Hofgeschichte Wolfertschwenden. Ottenbeuren: K. Schnieringer, 1937, 67 Bl.
  • Anna Maria Wrzesinski: Es darf nicht sein — Der Bericht einer Allgäuer Magd über eine lebensgefährliche Liebe — aufgezeichnet von Erdmuthe von Baudissin, Wißner Verlag, Augsburg 2007, 128 Seiten, 9,80 Euro

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wolfertschwenden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Quelle: Nuber, Studien
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 521
  4. Zweitstimmen, gemäß Quelle www.wahlen.bayern.de abgerufen am 14. September 2014
  5. Gemeinderatswahlen; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 09778218