Wolfgang Fritz Haug

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem marxistisch orientierten Philosophen Wolfgang Fritz Haug, nicht zu verwechseln mit dem anarchistisch orientierten Historiker und Verleger Wolfgang Haug.

Wolfgang Fritz Haug (* 23. März 1936 in Esslingen am Neckar) ist ein deutscher marxistischer Philosoph und Verleger. Er ist mit der Soziologin Frigga Haug verheiratet.

Leben[Bearbeiten]

Haug studierte von 1955 bis 1963 Philosophie, Romanistik und Religionswissenschaft in Tübingen, Montpellier, Berlin und Perugia. 1966 promovierte er an der Freien Universität Berlin; der Titel der Dissertation lautete Jean-Paul Sartre und die Konstruktion des Absurden. 1972 folgte die Habilitation; von 1979 bis 2001 war er Professor für Philosophie an der Freien Universität Berlin. Sein Forschungsschwerpunkt ist der Marxismus. 1959 gründete Wolfgang Fritz Haug in Berlin den Argument Verlag, des Weiteren war er Mitbegründer der Zeitschrift Das Argument, deren Herausgeber er bis heute ist. Haug war zudem Mitherausgeber der kritischen Gesamtausgabe der Gefängnishefte von Antonio Gramsci, die in den Jahren von 1991 bis 2002 in zehn Bänden erschienen.

Haug war und ist auf vielfältige Weise auch gesellschaftlich engagiert. Im Jahre 1980 begründete er die Berliner Volksuniversität mit. 1984 bis 1989 war er Mitglied des internationalen Beirats von Socialism in the World (Belgrad) und von 1996 bis 2001 Gründungsvorsitzender des Berliner Instituts für kritische Theorie (InkriT) e.V., dessen wissenschaftliche Leitung er seit 2001 innehat. Darüber hinaus sitzt Wolfgang Fritz Haug im wissenschaftlichen Beirat von attac. Auf dem Gründungsparteitag der Partei Die Linke im Jahr 2007 erklärten Haug und seine Ehefrau ihren Beitritt in die neu gegründete Partei.

Wolfgang Fritz Haug ist Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.

Zu seinen wichtigsten Werken zählen die Kritik der Warenästhetik (1971), die Vorlesung zur Einführung ins Kapital (1974), Faschismus und Ideologie (1980) und das Historisch-kritische Wörterbuch des Marxismus, das er seit 1994 herausgibt.

Anfang der 1970er Jahre prägte Haug den Begriff der Warenästhetik.

Schriften und Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Der hilflose Antifaschismus, 1967 (Suhrkamp)
  • Kritik der Warenästhetik. Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1971 (PDF; 569 kB)
  • Vorlesungen zur Einführung ins »Kapital«, 1974, 5. Auflage 1990
  • Faschismus und Ideologie, 1980 (gemeinsam mit anderen)
  • »Werbung« und »Konsum«, 1980
  • Selbstverwaltung (mit Wieland Elfferding). Berlin 1981. ISBN 3-88619-014-5.
  • Vom hilflosen Antifaschismus zur Gnade der späten Geburt, 1983
  • Pluraler Marxismus, Bd. 1 und 2, 1985/87
  • Die Faschisierung des bürgerlichen Subjekts, 1986/87
  • Gorbatschow, 1989/1990
  • Das Perestrojka-Journal, 1990
  • Jean-Paul Sartre und die Konstruktion des Absurden, 1991
  • Elemente einer Theorie des Ideologischen, 1993 (PDF; 114 MB)
  • Determinanten der postkommunistischen Situation. Wahrnehmungsversuche (II), 1993
  • Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus [1], (in 15 Bänden). Bisher erschienen: Band 1 (1994) bis Band 7/II, 2010 (fortlaufend).
  • Philosophieren mit Brecht und Gramsci, 1996
  • Politisch richtig oder Richtig politisch, 1999
  • High-Tech-Kapitalismus. Analysen zu Produktionsweise, Arbeit, Sexualität, Krieg und Hegemonie, 2003
  • Dreizehn Versuche marxistisches Denken zu erneuern gefolgt von Sondierungen zu Marx/Lenin/Luxemburg, 2005
  • Philosophieren mit Brecht und Gramsci. Erweiterte Ausgabe, 2005
  • Einführung in marxistisches Philosophieren, 2006
  • Neue Vorlesungen zur Einführung ins »Kapital«, 2006
  • Kritik der Warenästhetik. Gefolgt von Warenästhetik im High-Tech-Kapitalismus, 2009
  • Die kulturelle Unterscheidung, 2011
  • Hightech-Kapitalismus in der großen Krise, 2012
  • Das »Kapital« lesen - aber wie? Materialien, 2013

Weblinks[Bearbeiten]