Wolfgang Helbich (Kirchenmusiker)

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Wolfgang Helbich (* 8. April 1943 in Berlin; † 8. April 2013 in Kassel)[1] war ein deutscher Dirigent, Professor und Kirchenmusiker.

Biografie[Bearbeiten]

Wolfgang Helbich studierte Schul- und Kirchenmusik an den Musikhochschulen in Berlin und Detmold. 1969 wurde er Kantor in Alsfeld. Zwei Jahre später gründete er das Alsfelder Vokalensemble, dessen künstlerischer Leiter er bis zu seinem Tode war. 1972 wechselte er an die Grunewaldkirche in Berlin. Mit dieser Stelle war die Leitung der Berliner Kantorei verbunden.

1976 wurde er als Nachfolger von Hans Heintze zum leitenden Kirchenmusiker und Domkantor am Bremer St. Petri Dom sowie zum Leiter des Bremer Domchores ernannt. Diese Tätigkeit hatte er bis zu seiner Pensionierung im Sommer 2008 inne, sein Amt wurde dann von Tobias Gravenhorst übernommen. Schwerpunkte von Helbichs künstlerischen Arbeit am Bremer Dom lagen in der Aufführung von Oratorien des 18. und 19. Jahrhunderts. Die von ihm konzipierte Idee einer Musiknacht zu Ehren eines ausgewählten Komponisten wurde zu einer jährlich wiederkehrenden festen Einrichtung. Nach seiner Pensionierung war Wolfgang Helbich Leiter des Bremer RathsChores, der 2008 gegründet worden war und an dem sich mehrere ehemalige Mitglieder des Bremer Domchors beteiligten. Er erarbeitete mit dem Bremer RathsChor anspruchsvolle Chorliteratur auf hohem Niveau. Die Aufführungen wurden regelmäßig von Radio Bremen und Deutschlandradio Kultur übertragen. Vorsitzender des Freundeskreises Bremer RathsChor e. V. ist der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf. Von 1999 bis 2013 war Wolfgang Helbich außerdem künstlerischer Leiter des Musikvereins der Stadt Bielefeld, zahlreiche Konzerte vor allem in der Bielefelder Rudolf-Oetker-Halle wurden unter seiner Leitung aufgeführt.

Seit 1974 spielte Helbich mit dem Alsfelder Vokalensemble und dem Bremer Domchor zahlreiche preisgekrönte Schallplatten und CDs ein. Gastdirigate und Konzerteinladungen führten ihn durch ganz Europa, die USA sowie nach Japan und Israel. Er war Herausgeber von teils noch unveröffentlichter Chor- und Orgelliteratur. Als Professor für Chorleitung lehrte er an der Hochschule für Künste Bremen sowie im Rahmen einer Gastprofessur an der Hochschule für Musik Saar in Saarbrücken.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Helbich wurde für seine Aufführung Ein deutsches Requiem von Johannes Brahms mit dem Bremer Domchor und der Kammer Sinfonie Bremen, die 2002 bei MDG als CD veröffentlicht wurde, mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.[1]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Johann Stamitz: Missa solemnis in D major for soli, choir and orchestra. cpo-Musikproduktion, Georgsmarienhütte 1998.
  • Jubilate Deo. Polygram, Hamburg 1998.
  • Felix Mendelssohn Bartholdy: Elias. Hilger Kespohl, Bünde 1999.
  • Georg Alfred Schumann: Geistliche Musik der Spätromantik. Horst Brauner, Berlin 1999.
  • Joseph von Eybler: Christmas oratorio (Die Hirten bei der Krippe zu Bethlehem). cpo-Musikproduktion, Georgsmarienhütte 1999.
  • Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem. Musikproduktion Dabringhaus & Grimm (MDG), Detmold 2002 (Preis der deutschen Schallplattenkritik).[1]
  • Karl Martin Reinthaler: Jephta und seine Tochter. cpo-Musikproduktion, Georgsmarienhütte 2004.
  • Weihnachten im Bremer Dom. cpo-Musikproduktion, Georgsmarienhütte 2006.
  • The Sacred Apocryphal Bach. Kantaten, Messen, Motetten. cpo-Musikproduktion, Georgsmarienhütte 1992-2012.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Sabine Doll: Trauer um Wolfgang Helbich. Der frühere Domkantor und Leiter des Raths-Chores ist unerwartet im Alter von 70 Jahren gestorben. Weser-Kurier, 9. April 2013, S. 9.