Wolfgang Krause (Sprachwissenschaftler)

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Wolfgang Krause (* 18. September 1895 in Steglitz; † 14. August 1970 in Göttingen) war ein deutscher Sprachwissenschaftler. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehörten anfangs Keltologie und Tocharistik, später nordische Philologie und insbesondere Runologie.

Leben[Bearbeiten]

Krause studierte von 1914 bis 1920 in Berlin und Göttingen Klassische Philologie und Indogermanistik. Er übernahm 1929 den Lehrstuhl für indogermanische Sprachwissenschaft an der Universität Königsberg, wo er sich auf altnordische Kulturgeschichte und besonders Runenkunde spezialisierte. Im Verlauf der 1930er Jahre ließ seine Sehkraft stark nach; nach Kriegsende[1] war er blind. 1937 wechselte Krause nach Göttingen und errichtete ein Institut für Runenforschung. 1943/44 leitete er die zur SS-Organisation Ahnenerbe gehörende Lehr- und Forschungsstätte für Runen- und Sinnbildkunde, die er von einem ähnlichen Institut seines Konkurrenten Helmut Arntz abgrenzte.[2]

Krause war kein Parteimitglied und blieb nach Kriegsende im Amt. 1950 wurde die von ihm geleitete Nordische Abteilung mit dem Institut für Runenkunde zum Skandinavischen Seminar zusammengelegt und Krause zum Direktor der neuen Einrichtung ernannt. Zugleich blieb Krause Leiter des Sprachwissenschaftlichen Seminars. 1963 wurde er emeritiert, wonach die Personalunion der Seminarleitungen erlosch. Zum 70. Geburtstag 1965 veranstalteten Göttinger Studenten zu seinen Ehren einen Fackelzug.[3]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Monographien
  • Die Wortstellung in den zweigliedrigen Wortverbindungen. Diss. Göttingen 1920.
  • Die Frau in der Sprache der altisländischen Familiengeschichte. Habilitationsschrift, 1923.
  • Die Kelten. Tübingen 1929.
  • Runeninschriften im älteren Futhark. Mit Herbert Jankuhn, Göttingen 1966.
  • Das irische Volk. Seine rassischen und kulturellen Grundlagen. Göttingen 1940.
  • Westtocharische Grammatik. Heidelberg 1952.
  • Handbuch des Gotischen. München 1953, 3. Auflage. 1968.
  • Tocharisches Elementarbuch Band 1, Grammatik. Heidelberg 1960.
  • Zum Namen des Lachses. In: Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, philologisch-historische Klasse, Göttingen 1961, S. 83–89.
  • Die Sprache der urnordischen Runeninschriften. Heidelberg 1971
  • Schriften zur Runologie und Sprachwissenschaft. Heinrich Beck, Klaus Düwel, Michael Job, Astrid van Nahl (Hrsg.), Berlin/Boston 2014.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Günter Neumann: Wolfgang Krause. In: Karl Arndt u.a. (Hrsg.): Göttinger Gelehrte. Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen in Bildnissen und Würdigungen 1751–2001. Göttingen 2001, S. 486.
  2. Biographie von Arntz, 274 KB, S. 3.
  3. Fritz Paul: Zur Geschichte der Skandinavistik an der Georg-August-Universität Göttingen. Eine vorläufige Skizze (1985)