Wolfgang Pehnt

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Wolfgang Pehnt (2011)

Wolfgang Pehnt (* 3. September 1931 in Kassel) ist ein deutscher Architekturhistoriker und Architekturkritiker.

Leben[Bearbeiten]

Wolfgang Pehnt studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie an der Philipps-Universität Marburg, Ludwig-Maximilians-Universität München und der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. 1956 wurde er in Frankfurt mit der Arbeit Zeiterlebnis und Zeitdeutung in Goethes Lyrik zum Dr. phil. promoviert.

Er arbeitete zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn u. a. als Lektor beim renommierten Verlag Gerd Hatje (heute: Hatje Cantz Verlag) in Stuttgart. Von 1963 bis 1995 war er Redakteur und Leiter der Abteilung Literatur und Kunst beim Deutschlandfunk. 1995 zeichnete ihn das Land Nordrhein-Westfalen mit einer Titularprofessur aus, in der Folge lehrte er bis 2009 [1] am Kunstgeschichtlichen Institut der Ruhr-Universität Bochum. Pehnt ist Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste, der Akademie der Künste Berlin, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste München, Ehrenmitglied des Deutschen Werkbunds NRW und der Gesellschaft der Freunde des Deutschen Architekturmuseums. Er lebt in Köln.

Wirken[Bearbeiten]

Pehnt arbeitet zur Architekturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Hauptwerke gelten die Bücher Die Architektur des Expressionismus (1973, dritte Auflage 1998) und Deutsche Architektur seit 1900 (2005, 2006). Neben zahlreichen anderen Publikationen hat er Monographien über die Architekten Gottfried Böhm, Hans Poelzig, Rudolf Schwarz und Karljosef Schattner geschrieben und war Kurator der Ausstellungen über Rudolf Schwarz (Museum für Angewandte Kunst (Köln), Akademie der Künste u. a., 1997/1998, gemeinsam mit Maria Schwarz und Hilde Strohl), über Hans Poelzig (Akademie der Künste in Berlin und Deutsches Architekturmuseum in Frankfurt am Main, 2007/2008, gemeinsam mit Matthias Schirren).

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Preise für Architekturkritik und Theorie u.a.: Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine (DAI), Bund Deutscher Architekten BDA, Erich-Schelling-Stiftung, Fritz-Schumacher-Preis, Verband Deutscher Kritiker, Deutscher Preis für Denkmalschutz: Journalistenpreis (1979), Karl-Friedrich-Schinkel-Ring (2009).

2014 erhielt Pehnt ein Ehrendoktorat der Universität Kassel.[2]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Der Anfang der Bescheidenheit. Kritische Aufsätze zur Architektur des 20. Jahrhunderts. Prestel-Verlag, München 1983, ISBN 3-7913-0627-8.
  • Die Erfindung der Geschichte. Aufsätze und Gespräche zur Architektur unseres Jahrhunderts. Prestel, München 1989, ISBN 3-7913-0839-4.
  • Die Architektur des Expressionismus. 3. Auflage, Hatje Cantz, Ostfildern 1998, ISBN 3-7757-0668-2.
  • Deutsche Architektur seit 1900. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2005, ISBN 3-421-03438-9.
  • (zusammen mit Engelbert Lütke Daldrup und Michael Mönninger): Architektur der Demokratie. Bauten des Bundes 1990–2010. Eine Bilanz des baukulturellen Engagements des Bundes im wiedervereinigten Deutschland. Hatje Cantz, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7757-2345-9.
  • Die Plangestalt des Ganzen. Der Architekt und Stadtplaner Rudolf Schwarz (1897–1961) und seine Zeitgenossen. Verlag der Buchhandlung König, Köln 2011, ISBN 978-3-86560-969-4.
  • Die Regel und die Ausnahme. Essays zum Bauen, Planen und Ahnlichem. Hatje Cantz, Ostfildern 2011, ISBN 978-3-7757-3140-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wolfgang Pehnt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Abschiedsvortrag in Bochum am 18. Juni 2009
  2. Ehrendoktorwürde für Architekturhistoriker Prof. Dr. Wolfgang Pehnt. Pressemeldung vom 22. Oktober 2014 beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de).