Wolfgang Petry

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wolfgang Petry (* 22. September 1951 in Köln-Raderthal; bürgerlich Franz Hubert Wolfgang Remling, Spitzname „Wolle“) ist ein deutscher Schlagersänger und Liedermacher. Sein erfolgreichstes Album war Alles im Jahr 1996. Bekannt ist Petry auch für seine von Fans erhaltenen Freundschaftsbänder, die er um seinen linken Arm trug.

Werdegang[Bearbeiten]

Privatleben und Anfänge[Bearbeiten]

Petry wurde 1951 in Köln-Raderthal geboren und wuchs dort auf. Als 16-Jähriger musste er nach dem Tod des Vaters die Verantwortung für seinen fünf Jahre jüngeren Bruder übernehmen. Während der Schulzeit gründete er die Band Screamers, dann absolvierte er eine Ausbildung als Feinmechaniker. Zur Zeit der Lehre tourte er mit seiner Band in Köln und Umgebung. Später traten sie gemeinsam mit den Top Singers auf.[1] Petry ist seit 1972 verheiratet und hat einen Sohn, der mit den Liedern seines Vaters unter dem Namen Achim Petry auftritt.

Entdeckung[Bearbeiten]

Bei einem Auftritt in der Forsbacher Disco „Whisky Bill“ wurde er vom Produzententeam Tony Hendrik und Karin Hartmann entdeckt. Die Karriere von Wolfgang Petry wäre ohne das Team Hendrik/Hartmann nicht denkbar gewesen. Anfang 1975 unterschrieben beide einen Vertrag mit dem Schlagersänger und Musikproduzenten Andreas Martin Krause, der sie dem noch unbekannten Wolfgang Petry vorstellte. Beide schrieben und produzierten für Petry dessen Debüt-Album Ein Freund – ein Mann (Dezember 1976), aus dem die Titel seiner ersten Single Jeder Freund ist auch ein Mann / Wer kennt Julie? (Dezember 1976) ausgekoppelt wurde; auch die zweite Single Sommer in der Stadt stammte aus dieser LP und war mit Rang 16 (September 1976) der erste Hit für Petry. Hiermit trat er am 31. Juli 1976 in der ZDF-Hitparade auf. Die Zuschauer wählten Petry hinter Jürgen Drews mit Ein Bett im Kornfeld auf Platz zwei. Es folgte die LP Zweisaitig (Mai 1979) mit der Single Ruby (Dezember 1977). Petry ging mit den ersten Songs auf Tour.[1] Die Singles Wenn ich geh’ (Mai 1979) oder Jessica (März 1981, Rang 8) folgten. Das Team Hendrik/Hartmann zeichnete auch verantwortlich für die LPs Einfach Leben (September 1981) und Wahnsinn (Juli 1983) mit der gleichnamigen Single (Februar 1983) als Erkennungs-Hit für Petry. Insgesamt produzierten sie für ihn 20 Singles und 7 LPs bis 1984, als die Partnerschaft nach 10 Jahren und insgesamt 43 Titeln endete.

Band[Bearbeiten]

Am Anfang seiner Karriere trat Petry in Fernsehsendungen mit Playbackmusikern auf. 1996 suchte er eine geeignete Band, um seine Musik live präsentieren zu können. Sein damaliger Manager Armin Rahn, der auch die Band The Public vertrat, stellte den Kontakt zwischen Petry und den Bandmitgliedern von The Public her. Die „Petry-Band“ wurde anschließend durch Axel Kowollik (Bass), Rolf Pröpper (Gitarre), Richard Schuster (Schlagzeug), Rainer Jäger (Keyboard) und Wolfgang Petry (Gesang), besetzt. Da die Band aber nur einen Gitarristen hatte, jedoch einen zweiten Gitarristen benötigte, stellte Axel Kowollik den Kontakt zum Gitarristen Bernd Kühl her. Somit war die Band komplett und ging erfolgreich auf verschiedene Stadiontourneen. Die wohl bekannteste Stadiontour fand im Jahre 1999 statt. Das Konzert im damaligen Essener Georg-Melches-Stadion wurde unter dem Namen Wolfgang Petry - Einfach Geil! auf DVD veröffentlicht. Durch die Band, die zum größten Teil aus Rock’n’Roll-Musikern bestand, erhielt Petrys Musik einen neuen Stil. So wurde Schlager mit Rock kombiniert, was einen großen Einfluss auf die Livekonzerte von „Wolle Petry“ hatte.[2]

Karriere[Bearbeiten]

Nachdem es Anfang der 1990er Jahre stiller um Petry geworden war, hatte er 1992 sein Comeback mit dem von Jürgen Dönges geschriebenen Hit Verlieben, verloren, vergessen, verzeih’n.[3] Den Song hatte man zuvor Jürgen Drews angeboten, der jedoch ablehnte. Von da an war Petry wieder im Radio zu hören und in den Charts vertreten.[1]

Bei den Deutschen Schlager-Festspielen 1994 belegte er mit dem Lied Denn eines Tags vielleicht den ersten Platz vor Michelle und Andreas Martin. Dafür wurde ihm von Dieter Thomas Heck die Goldene Muse überreicht. Im Jahr 1996 erschien Petrys Best-of-Album Alles, das sich eine Million Mal verkaufte. 1997 brachte er die Single Weiber heraus. Auch diese landete weit oben in den Charts. Im August gleichen Jahres erschien das Album Nie genug. 1998 kam die CD Einfach geil heraus, mit der er auf Tour ging.

1996 und 1998 wurde Petry Jahressieger der Deutschen Schlagerparade und 1997, 1998 und 1999 Jahressieger der ZDF-Hitparade. Die Goldene Stimmgabel erhielt Petry insgesamt zehnmal, darunter 1996 bis 2003 ohne Unterbrechung sowie 1998 die Stimmgabel in Platin. 1997 bis 2001 bekam er den deutschen Musikpreis Echo.[4] 2002 trennte er sich von seinen Freundschaftsbändern, die zu Gunsten der Opfer des Hochwassers im Sommer 2002 versteigert wurden. 2004 belegte Wolfgang Petry in der RTL-Sendung Die ultimative Chartshow – Die erfolgreichsten Dauerbrenner den 1. Platz mit Die längste Single der Welt. Außerdem platzierte er sich in der Sendung Die ultimative Chartshow – Made in Germany auf Platz 11. Bis 2005 erschienen noch sechs weitere Alben.[1]

Im September 2006 feierte Petry sein 30-jähriges Bühnenjubiläum; zu diesem Anlass wurde ihm eine weitere Platin-Stimmgabel verliehen.[4] Am 16. September 2006 gab Petry im Rahmen der Aufzeichnung der Sendung zur Verleihung der Goldenen Stimmgabel das Ende seiner Karriere bekannt. Die Ausstrahlung erfolgte am 8. Oktober im ZDF. Es war zugleich sein vorerst letzter Auftritt.[5]

Für den 21. Februar 2014[6] kündigte Petry ein neues Album mit dem Titel Einmal noch! an, das Neuinterpretationen seiner Lieder enthält.[7]

Rekorde[Bearbeiten]

  • Petry hielt mit seiner Single Die längste Single der Welt zwei Rekorde:
    • den Rekord für die längste Single (30m18s),
    • den Rekord für die längste Top 100-Chartplatzierung in Deutschland (83 Wochen).
  • Die längste Single der Welt – Teil 2 (23m00s) schaffte es abermals ins Guinness-Buch der Rekorde.
  • Mit 10 Millionen verkauften Tonträgern innerhalb von 30 Jahren gehört er zu den erfolgreichsten deutschen Schlagerinterpreten.

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen Anmerkung
DeutschlandDeutschland OsterreichÖsterreich SchweizSchweiz
1976 Ein Freund - Ein Mann Erstveröffentlichung: 1976
1979 Zweisaitig Erstveröffentlichung: 1979
1981 Einfach leben Erstveröffentlichung: September 1981
1983 Wahnsinn Erstveröffentlichung: Juli 1983
1984 Rauhe Wege Erstveröffentlichung: 1984
1986 Mit offenen Armen Erstveröffentlichung: 1986
1988 Manche mögen’s heiß Erstveröffentlichung: 1988
1991 Wo ist das Problem? Erstveröffentlichung: 1991
1992 Verlieben, verloren, vergessen, verzeih’n 45
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. Juni 1992
Verkäufe: + 250.000
1993 Sehnsucht nach dir 70
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. November 1993
1994 Frei für dich 21
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. Oktober 1994
1995 Egal 25
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. September 1995
1997 Nie genug 2
(64 Wo.)
13
(16 Wo.)
16
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. August 1997
Verkäufe: + 1.035.000
1998 Einfach geil! 1
(33 Wo.)
14
(8 Wo.)
21
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. Oktober 1998
Verkäufe: + 775.000
2000 Konkret 1
(27 Wo.)
32
(9 Wo.)
33
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. Juni 2000
Verkäufe: + 450.000
2001 Achterbahn 2
(15 Wo.)
52
(3 Wo.)
63
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Oktober 2001
Verkäufe: + 150.000
2003 Kein Grund zur Panik 5
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. September 2003
Verkäufe: + 100.000
2004 Typisch 11
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. Oktober 2004
Verkäufe: + 100.000
2005 Ich bin ene kölsche Jung 40
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. September 2005
2006 Meine Lieblingslieder 81
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. Juli 2006

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • ECHO Pop
    • 1997: für „Schlager/Volksmusik Künstler/in National/International“
    • 1998: für „Schlager/Volksmusik Künstler/in National/International“
    • 1999: für „Schlager/Volksmusik Künstler National/International“
    • 2000: für „Schlager/Volksmusik Künstler National/International“
    • 2001: für „Schlager/Volksmusik Künstler/in National/International“
  • Goldene Stimmgabel
    • 1996, 1997, 1999, 2000, 2001, 2002, 2003 und 2005 – „Erfolgreichster Solist deutsch Pop/Schlager“
    • 1998 und 2006 – „Platinum Life Award“

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Wolfgang Petry. In: Pop-Archiv International 01/2003 / Munzinger-Archiv. 15. Januar 2003. Abgerufen am 22. März 2011.
  2. Historie auf wolfgangpetry.de
  3. Wolfgang Petry Abgerufen am 24. März 2011.
  4. Wolfgang Petry: Rücktritt mit Stimmgabel Abgerufen am 24. März 2011.
  5. http://musik.bz/wolfgang-petry/einmal-noch-/
  6. http://www.focus.de/kultur/musik/wolfgang-petry-comeback-album-erscheint-im-februar_id_3513618.html