Wolfgang Stumph

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Wolfgang Stumph (2008)

Wolfgang Stumph (* 31. Januar 1946 in Wünschelburg, Schlesien) ist ein deutscher Schauspieler und Kabarettist.

Leben[Bearbeiten]

Wolfgang Stumph absolvierte eine Lehre als Kesselbauer und ein Studium der Ingenieurpädagogik. Doch legte er sich früh darauf fest, auf die Bühne des Dresdner Kabaretts Die Herkuleskeule zu gehen. Die in Dresden diesbezüglich ruhige Atmosphäre – nicht zu vergleichen mit den Bühnen Leipzigs oder Berlins – bildete den Grundstein seines Schaffens. So ist seine Paraderolle die des kleinen Mannes, eben eines prototypischen Sachsen, der es versteht, hinter einfachen Sätzen Systemkritik zu verbergen.

Gegen Ende der 1980er Jahre gelang Stumph der Sprung in die Fernsehunterhaltung mit komödiantischen Gastauftritten als sogenannter Beutelgermane in Gunther Emmerlichs Showkolade. Hier trat er als Mann aus dem Volk auf, der dem Showmaster Emmerlich mit seinen kritischen Hinweisen und seinen Erlebnissen „auf die Nerven“ ging – zugunsten des begeisterten Publikums. In der Sendung wurde er Stumpi genannt und hatte die in der DDR üblichen wiederverwendbaren Dederonbeutel dabei. Dieses persiflierte den ostdeutschen Beschaffungsdrang nach nicht vorhandenen Waren.

Wolfgang Stumph lebt in Dresden, ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter, die Schauspielerin Stephanie Stumph.

Stumph engagiert sich für einen Dresdner Förderkreis für krebskranke Kinder. Ferner ist er Kuratoriumsmitglied der Dresdner Kinderhilfe und seit 2000 ehrenamtlicher UNICEF-Mitarbeiter.

Stumph hat in seiner Jugend Esperanto gelernt, wie er 2002 im WDR mitteilte; er unterstrich den Wert von Esperanto in der internationalen Kommunikation[1].

Erfolge[Bearbeiten]

Der große Durchbruch gelang Stumph 1991 mit dem erfolgreichen Kinofilm Go Trabi Go. Als Deutschlehrer Udo Struutz und auf den Spuren Goethes reiste er mit seiner Familie per Trabant nach Italien und musste dabei manches Abenteuer überstehen. In der Komödie, sowie 1992 im zweiten Teil stand das Aufeinandertreffen zwischen West- und Ostdeutschen im Vordergrund, wobei alle gängigen Klischees komödiantisch bedient wurden.

Seinen zweiten großen Erfolg feierte Stumph im Fernsehen in der Rolle des Wolle Stankoweit, ein Postbeamter aus dem fiktiven Dorf Niederbörnicke in Brandenburg. Stumph schaffte den Erfolg mit einem Sitcom-Format, was in Deutschland bis dahin nicht gelang. Salto Postale wurde 1995 mit dem Telestar (Deutscher Fernsehpreis), sowie 1996 und 1999 mit der Goldenen Henne (Publikumspreis von MDR und Superillu) ausgezeichnet. Mit seinem Kollegen Rudi Reschke und Westchef Mäßig gab es in der Reihe etliche Probleme durchzustehen; manche Ost-West-Problematik stand wieder im Mittelpunkt. Aus den Postbeamten Stankoweit und Rudi Reschke wurden schließlich die Gemeindebeamten des Dorfes und in neuer Umgebung ging die Sitcom 1996 unter dem Namen Salto Kommunale weiter bis 2002. Ihr ehemaliger Chef wurde Bürgermeister von Niederbörnicke.

In der Zwischenzeit begann für Stumph auch eine Rolle als Kommissar Stubbe in der Krimi-Reihe Stubbe – Von Fall zu Fall. Stumphs leibliche Tochter Stephanie unterstützt dabei den Vater von Folge zu Folge in der Rolle der Tochter Stubbes. Die Krimireihe gehört bis jetzt zu den erfolgreichsten Krimis des ZDF.

Mit einer Doppelrolle in dem Film Der Job seines Lebens gelang ihm ein weiterer komödiantischer Fernseherfolg für die ARD im Jahre 2003. Doch Stumph bedient auch das tragische Fach, z. B. in dem vom Publikum begeistert angenommenen Kinofilm Bis zum Horizont und weiter sowie in den Fernsehproduktionen Ein Stück vom Glück und Eine Liebe in Königsberg. So entstanden zahlreiche Filme, in denen Stumph aus der rein komödiantischen Rolle herausfällt.

Kabarett[Bearbeiten]

Seit 1991 trat Stumph parallel in seinem Kabarett-Programm Antrak auf STUMPHsinn gemeinsam mit seinen Partnern Gunter Antrak und Detlef Rothe auf. Das stets ausverkaufte und aktualisierte Programm war gefüllt mit zahlreichen Figuren sowie Liedern rund um den vergehenden Kommunismus im Osten Deutschlands. Die letzte Vorstellung fand in der Dresdner Komödie am 5. Mai 2006 statt.

Operette[Bearbeiten]

Ab 2003 spielte Stumph die Rolle des Gefängnisdieners Frosch in der Johann-Strauß-Operette Die Fledermaus (Inszenierung: Günter Krämer) in der Semperoper Dresden und ab 2009 auch in Bremen.

Trivia[Bearbeiten]

Die Rollennamen der meisten Figuren, mit welchen er sich persönlich identifizieren kann, beginnen wie sein Name mit „W“ und „St“.

Im März 2012 erklärte Stumph gegenüber der Zeitschrift Bild der Frau, er habe „trotz sechsstelliger Angebote“ noch nie Werbung gemacht und äußerte sich: „Ich kann das zumindest nicht mit meinem Anspruch vereinbaren. Werbebotschaften sind wie Wahlversprechen: Sie werden kaum eingehalten.“[2]

Filmografie[Bearbeiten]

Spielfilme[Bearbeiten]

Fernsehserien[Bearbeiten]

Preise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wolfgang Stumph – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 23. Nov. 2002, WDR, B. trifft. Esperanto-Bayern und Videoliste des Centro Herzberg (hier "Stumpf"; PDF; 381 kB)
  2. Bild der Frau, wiedergegeben im ARD-Videotext, abgerufen am 4. April 2012 (VT-Seite 424)