Wolfgang Thonke

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Wolfgang Thonke (1990)

Wolfgang Thonke (* 28. Dezember 1938 in Schneidemühl) ist ein deutscher Journalist und Militärwissenschaftler und ehemaliger Generalmajor der Nationalen Volksarmee der Deutschen Demokratischen Republik. Er war der letzte Stellvertreter des Chefs der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (LSK/LV) für Ausbildung der Luftstreitkräfte (G3)[1]

Leben[Bearbeiten]

Wolfgang Thonke wurde als Sohn einer Arbeiterfamilie in Schneidemühl, Westpommern geboren. Im Januar 1945 flüchtete die Familie aus Pommern und fand in Rüstungen im Eichsfeld (Thüringen) ein neues Zuhause. 1950 erfolgte die Übersiedlung nach Heilbad Heiligenstadt. Dort besuchte er die Oberschule, das heutige Gymnasium „Johann Georg Lingemann“ und legte 1957 das Abitur mit der Note „Sehr gut“ ab.

Militärische Laufbahn[Bearbeiten]

Nach dem Abitur bewarb sich Thonke als Berufssoldat der bewaffneten Organe der DDR. Am 5. August 1957 erfolgte die Einberufung zur Nationalen Volksarmee und zeitnah die Kommandierung zur Offiziersausbildung an die damalige Fliegerschule der NVA Luftstreitkräfte, Standort Kamenz, später Offiziershochschule der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung für Militärflieger Otto Lilienthal. 1957 wurde Offiziersschüler Thonke Kandidat und 1959 Mitglied der SED.

Ausbildung und erste Verwendungen[Bearbeiten]

Nach Abschluss der Offiziersausbildung im Dezember 1959 und der Ernennung zum Offizier der NVA erhielt Unterleutnant Thonke seine erste Truppenverwendung als Fluglehrer im damaligen Jagdfliegerausbildungsgeschwader 15 (JAG-15). Von 1961 bis 1964 folgte eine Anschlussverwendung als Leiter Lufttaktik/Luftschießen ebenfalls im JAG-15 am Flugplatz Rothenburg/Görlitz.

Dienst als Lehr- und Stabsoffizier[Bearbeiten]

Seine Befähigung in den bisherigen Tätigkeiten als erfahrener Pilot und Taktiker, angehende Militärflieger (Flugschüler) am Boden und in der Luft auszubilden, waren die Einsatzempfehlung für Oberleutnant Thonke als Leiter für Luftschießen und Lufttaktik und ab 1965 als Leiter Gefechtsausbildung an der inzwischen etablierten Offiziershochschule der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung Franz Mehring in Kamenz bis 1968. Daran schloss sich bis 1970 eine Verwendung als Stellvertreter des Kommandeurs der Offiziersschule der LSK/LV für fliegerische Ausbildung an.

Da er auch hier ausgezeichnete Leistungen zeigte wurde er von 1970 bis 1973 zum Hochschulstudium an die Militärakademie Friedrich Engels nach Dresden delegiert. Hier schloss er das Studium an der Sektion Luftstreitkräfte/Luftverteidigung als Dipl.rer.mil. mit Auszeichnung und dem Sonderdiplom des Ministers für Nationale Verteidigung ab.

Nach dem Studium wurde Oberstleutnant Thonke von 1973 bis 1975 als Kommandeur des JG-1 in Cottbus eingesetzt.

Beförderungen

Abfolge Dienstposten-Besetzung Kommandeur JG-1
Vorgänger:
Major Siegfried Mittelbach
(1968–1973)
aktuelle Besetzung
OSL Wolfgang Thonke
(1973–1974)
Nachfolger:
OSL Eberhard Köllner
(1974–1976)

Im Anschluss wurde er von 1975 bis 1977 zur Generalstabsausbildung an die Generalstabsakademie der UdSSR „Kliment Woroschilow“ in Moskau delegiert. Nach erfolgreichem Studium wurde W. Thonke als Abteilungsleiter Fluginspektion im Kommando LSK/LV eingesetzt. Daran schloss sich bis 1981 eine Verwendung als Leiter Ausbildung JFK/LV ebenfalls im Kommando LSK/LV an. Danach avancierte er zum Chef der Jagdfliegerkräfte im Kommando LSK/LV. Er war Flugzeugführer/Jagdflieger der Leistungsklasse I mit mehr als 1.500 Flugstunden.

Dienst als General[Bearbeiten]

Im Jahre 1986 wurde Oberst Thonke die Aufgabe übertragen, die Offiziershochschule der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung für Militärflieger (ab 1989 Offiziershochschule der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (LSK/LV) für Militärflieger „Otto Lilienthal“) in Bautzen zu bilden und wurde ihr erster Kommandeur.

Anlässlich des 38. Jahrestages der DDR wurde er am 24. September 1987 zum Generalmajor ernannt. 1989 promovierte er an der Militärakademie „Friedrich Engels“ zum Dr.rer.mil.

Seine letzte Generalsverwendung 1990 hatte W. Thonke als Stellvertreter des Chefs LSK/LV für Ausbildung der Luftstreitkräfte im Kommando LSK/LV in Strausberg.

Abfolge Dienstposten-Besetzung Stv. Chef LSK/LV für Ausbildung der LSK (G3)
Vorgänger:
Oberst Dieter Kleemann
(1. Nov. 1988 – 31. Jan. 1990)
aktuelle Besetzung
GenMaj Wolfgang Thonke
(1. Febr. 1990 – 2. Okt. 1990)
Nachfolger:
keiner

Entlassung[Bearbeiten]

Mit Auflösung der NVA wurde Generalmajor Thonke mit Wirkung von 2. Oktober 1990 entlassen.

Orden, Ehrenzeichen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Privat[Bearbeiten]

Thonke ist mit Frau Karin verheiratet und hat drei Kinder. Er arbeitet seit 1990 als freier Journalist und ist Mitglied des Fliegerstammtischs Strausberg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Generale und Admirale der NVA. Militärgeschichte der DDR Ein biographisches Handbuch, S.190. Hrsg. v. Militärgeschichtlichen Forschungsamt von Rüdiger Wenzke Klaus Froh