Wolfgang Welt

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Wolfgang Welt (* 31. Dezember 1952 in Bochum) ist ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

In den achtziger Jahren war Welt als freier Musikjournalist für verschiedene Zeitschriften (u. a. Sounds, Musikexpress, Marabo) und die bei Rowohlt erschienene Anthologie Rock Session tätig. Bekannt wurde Welt u. a. durch seine mitunter polemische Kritik. Den Liedermacher Heinz-Rudolf Kunze bezeichnete er beispielsweise als „singenden Erhard Eppler“.

Nach einer psychischen Erkrankung, über die er im autobiografischen Roman Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe erzählt, beendete er seine Journalistenlaufbahn. Seit 1983 arbeitet er als Nachtportier, davon seit 1991 im Schauspielhaus Bochum.[1]

Werk[Bearbeiten]

Das Hauptwerk des Buddy-Holly-Verehrers, Literaten und Fußball-Fans Welt stellt bis dato eine autobiographische Romantrilogie dar, die aus den Romanen Peggy Sue, Der Tick und Der Tunnel am Ende des Lichts besteht. In ihnen beschreibt Welt seinen Weg durch die Musikszene der 1980er-Jahre, der ihn schließlich in die Psychiatrie führte. Wolfgang Welt arbeitet heute als (Nacht-)Pförtner am Schauspielhaus Bochum.

Seine gesammelten Werke sind 2006 in dem Buch Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe (Suhrkamp) erschienen. Jahrelang als Geheimtipp ein Außenseiter des Literaturbetriebs (von der im Konkret-Literatur-Verlag erschienenen Erstausgabe von Peggy Sue wurden nur wenige hundert Exemplare verkauft), erreicht Wolfgang Welt seit der Resonanz auf die Suhrkamp-Ausgabe seines Schaffens (u. a. Artikel in Spex, "Buch des Monats" in konkret und Porträts in der taz) ein breiteres Publikum. Schon die Wiederveröffentlichung 1997 im inzwischen wieder eingestellten Kleinverlag Edition XPlora fand ein beachtliches Echo u.a. im Spiegel. Kritiker schätzen Welts dichte Beschreibung des Ruhrgebiets und dessen amüsant-süffige Berichte aus dem Nachtleben und den Popzeitschriften-Redaktionen der 1980er-Jahre. „Ich will einigen Leuten ein Denkmal setzen, die sonst nicht mal einen Grabstein kriegen würden.“ (Welt 2006, S. 125)

Dieses Zitat aus Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe (die Originalfassung der Erzählung wurde zuerst veröffentlicht in der 1982 von Diedrich Diederichsen im Kübler-Verlag herausgegebenen Anthologie „Staccato. Musik und Leben“) ist ein verborgenes Leitmotiv für dessen gesamtes literarisches Œuvre, in dem der Autor wie in „Herbert Grönemeyer lebt hier nicht mehr“ (zuerst erschienen 1993 in der taz) immer wieder auf den Alltag in seiner Heimat zurückkommt.

Während kurz nach der Wiederveröffentlichung von „Peggy Sue“ die sogenannte Pop-Literatur (Christian Kracht, Benjamin von Stuckrad-Barre) boomte, blieb Welt eine Randfigur, dessen Erzählungen aus den 1980er Jahren (u.a. veröffentlicht in den Sonderheften Literatur Konkret bzw. Sexualität Konkret) jedoch von einer kleinen Fan-Gemeinde als stilbildend für das Genre anerkannt werden.

Zu seinen literarischen Förderern zählen u. a. der Regisseur Leander Haußmann, der Literaturkritiker Willi Winkler, der langjährige Suhrkamp-Lektor Hans-Ulrich Müller-Schwefe sowie Peter Handke, der sich im Frankfurter Traditionshaus für das Werk von Welt einsetzte. Die Veranstalter des Kölner Literaturfestivals lit.cologne luden Welt 2007 unter dem Titel „Wolfgang Welt berichtet aus Wolfgangs Welt“ zu einer Werkschau ein, der WDR widmete Welt unter dem Titel „Ein Abend mit Peggy Sue“ ein ausführliches Rundfunk-Feature.

2002 erhielt Welt ein Hermann-Lenz-Stipendium.

Im Juni 2014 wurde auf Initiative des Schriftstellers Marc Degens die Unterschriftenliste „Dreißig für Wolfgang Welt“ veröffentlicht. Darin fordern 30 namhafte Schriftsteller, Journalisten und Literaturwissenschaftler, unter ihnen Peter Handke, Dietmar Dath und Willi Winkler, Wolfgang Welt mit dem Literaturpreis Ruhr auszuzeichnen.[2]

Werke[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. sueddeutsche.de: Der Typ von der Tür
  2. Dreißig für Wolfgang Welt