Wolfgang von Kempelen

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Selbstporträt Kempelens (Kohlezeichnung mit Signatur)

Wolfgang von Kempelen (ungarisch Kempelen Farkas, slowakisch Ján Vlk Kempelen; * 23. Januar 1734 in Pressburg; † 26. März 1804 in der Alservorstadt, heute Wien) war ein Erfinder, Architekt und Staatsbeamter im Königreich Ungarn bzw. in der Habsburgermonarchie.

Biografie[Bearbeiten]

Wolfgang von Kempelen stammte aus einer angesehenen deutschsprachigen Familie vermutlich irischer Herkunft und war der jüngste Sohn des Hofkammerrats Engelbrecht von Kemp(e)len und Bruder des Generalmajors Johann Nepomuk von Kempelen, mit dem er in biografischer Hinsicht häufig verwechselt bzw. mit ihm gleichgesetzt wird. So stehen beispielsweise der Namenszusatz de Pázmánd und der Rang eines Ritters des St. Stephan-Ordens Johann Nepomuk, nicht jedoch Wolfgang von Kempelen zu.[1]

Er besuchte das Gymnasium in Pressburg (heute: Bratislava), anschließend soll er in Wien Philosophie und Rechtswissenschaften studiert haben, doch ist eine Immatrikulation dort nicht nachweisbar. Wahrscheinlich ist jedoch ein Besuch der Akademie in Raab (Győr), in der die Studenten gezielt auf eine Beamtenlaufbahn vorbereitet wurden. Kempelen beherrschte die Sprachen Deutsch, Ungarisch, Französisch, Italienisch und Latein, später lernte er wohl zusätzlich für seine Reisen mit dem Schachtürken in den 1780er Jahren noch Englisch.

Nach ausgedehnten Reisen in Italien wurde er Mitglied einer Kommission, die den Codex Theresianus, den lateinischen Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuches unter Maria Theresia, ins Deutsche (nach anderen Angaben ins Ungarische) übertrug. Durch diese Arbeit empfahl er sich der Kaiserin, die ihn zum „Concipisten“ der ungarischen Hofkammer und einige Jahre später zum Hofkammerrat beförderte. 1765 wurde er Beauftragter für das Salzwesen und Siedlungswesen im Banat, 1766 Beauftragter für die Sicherheit der Salzminen in Ungarn und 1767 Beauftragter für die Wiederbesiedlung des Banat.

In letzterer Funktion hatte er wesentlichen Anteil daran, die Besiedlung und Infrastruktur des durch Kriegszerstörungen und Naturkatastrophen verwüsteten Banat zu organisieren. Er war verantwortlich für die Ansiedlung von rund 37.000 Familien, beteiligte sich am Entwurf geeigneter Wohngebäude für die Siedler, führte den Anbau von Flachs ein und errichtete eine Seidenfabrik. In der Umgebung von Temeschburg im Banat ließ er Sümpfe trockenlegen, Straßen wiederherstellen und Schulen bauen, außerdem führte er eine Schulpflicht ein. In Anerkennung dieser Tätigkeit stattete die Kaiserin ihn 1771 mit einer jährlichen Leibrente von 1000 Gulden aus, die später durch ihren Sohn Joseph II. im Rahmen der allgemeinen Aufhebung von Vergünstigungen der Beamten wieder eingezogen wurde.

1776 überzeugte er den Hof von der Notwendigkeit, die Universität Tyrnau aus ihrem nicht mehr ausreichenden Gebäude in geeignetere Räumlichkeiten der Universität von Buda im Schloss von Buda umzusiedeln. Er wurde persönlich mit der Leitung des Umzugs beauftragt und betreute dabei besonders die Überführung der Universitätsbibliothek.

1786 wurde er zum Hofrat bei der vereinigten siebenbürgisch-ungarischen Hofkanzlei ernannt. 1798 ging er unter Beibehaltung seiner vollen Bezüge von 5000 Gulden in den Ruhestand.

Kempelen war zweimal verheiratet, aus seiner zweiten, 1762 geschlossenen Ehe gingen fünf Kinder hervor, von denen nur zwei das Erwachsenenalter erreichten.

Schaffen[Bearbeiten]

Der Schachtürke[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schachtürke
Der Schachtürke

Europaweite Bekanntheit erlangte Kempelen durch die Konstruktion seines Schachtürken (siehe auch Schachcomputer), eines Schach- oder Trickautomaten, in dem ein in dem Gerät verborgener menschlicher Schachspieler mit Hilfe einer kunstreichen Mechanik die Schachzüge einer türkisch gekleideten Puppe steuerte.

1769 hatte Kempelen auf Einladung Maria Theresias einer Vorführung magnetischer Experimente beigewohnt, mit der der Franzose Jean Pelletier am Wiener Hof auftrat. Kempelen äußerte sich abfällig über diese Vorführung, kündigte aber an, binnen eines halben Jahres eine wesentlich bessere Maschine konstruieren zu können und führte diese dann zu einem nicht genau bezeugten Zeitpunkt der Kaiserin in Wien vor. Der Schachtürke erregte in kurzer Zeit europaweites Aufsehen und wurde von Kempelen auch in den 1780er Jahren noch einmal auf einer zweijährigen Reise in deutschen und europäischen Städten vorgeführt. Er geriet dann zeitweise in Vergessenheit, bis er rund zwanzig Jahre nach dem Tod seines Erfinders im Jahr 1804 von Johann Nepomuk Mälzel aus dem Nachlass Kempelens erworben und erneut weltweit vorgeführt wurde. Durch Mälzel kam der Automat in die USA, wo er 1854 bei einem Feuer im Peale’s Museum in Philadelphia verbrannte.

Nach einer der verschiedenen Etymologien für den Ausdruck „getürkt“ (gefälscht, vorgetäuscht) soll dieser sich von Kempelens Schachtürken herleiten.

Die Sprechmaschine[Bearbeiten]

Während der Schachtürke eine vorwiegend zu Unterhaltungszwecken gedachte Erfindung war, ist Kempelens Sprechmaschine zur Hervorbringung menschlicher Sprachlaute eine auch wissenschaftsgeschichtlich bedeutende Leistung. Nicht zuletzt handelt es sich bei ihr um die erste grundsätzlich funktionstüchtige Konstruktion zur Sprachsynthese überhaupt.

Spätestens ab 1769 stellte Kempelen erste Untersuchungen mit verschiedenen Musikinstrumenten an, um die menschliche Stimme bzw. ihre Produktion durch artifizielle Artikulationsprozesse möglichst naturgetreu nachzubilden. Als hierfür besonders prädestiniert erschienen ihm Doppelrohrblattinstrumente, aufgrund einer gewissen Analogie des Doppelrohrblatts zu den menschlichen Stimmlippen. In der Folgezeit ergänzte er seine mechanischen Beobachtungen durch eine gründliche autodidaktische Analyse menschlicher Sprache und Artikulationsvorgänge. Die Ergebnisse seiner Forschungen, bei denen er unter anderem auf Vorarbeiten von Albrecht von Haller, Denis Dordat und Christian Gottlieb Kratzenstein zurückgreifen konnte, publizierte er 1791 in seiner Schrift Wolfgangs von Kempelen k. k. wirklichen Hofraths Mechanismus der menschlichen Sprache nebst der Beschreibung seiner sprechenden Maschine.

Während Kratzenstein 1773 fünf mit speziellen Resonatoren versehene durchschlagende Zungenpfeifen vorstellte, mit denen jeweils nur ein bestimmter Monophthong (nämlich A, E, i, O, U) hervorgebracht werden konnte, erlangte Kempelen die Einsicht, dass natürlich klingende Sprache mit solchen Mitteln nicht hervorgebracht werden kann, weil die Artikulation eines jeden Sprachlauts fast immer von den ihn umgebenden Sprachlauten beeinflusst wird (Koartikulation). Findet dieses Phänomen bei einer Sprachsynthese keine Berücksichtigung, beeinträchtigt dies sowohl ihre Verständlichkeit wie auch die Authentizität der Synthese sehr stark. Daher konstruierte Kempelen seine Sprechmaschine weitgehend in Anlehnung an den menschlichen Sprechapparat. Die durch die manuelle Bedienung zwangsläufig hervorgerufene Trägheit und Variation in der Artikulation verstärkt diesen Effekt noch. Die wissenschaftliche Untersuchung der Koartikulation ist erst im 20. Jahrhundert wieder aufgegriffen worden.

Die Funktionsweise der Sprechmaschine (je nach Quelle auch: Sprachmaschine oder sprechende Maschine) basierte auf dem Konzept einer möglichst naturgetreuen Nachbildung der menschlichen Sprechorgane. Dabei wird die Lunge durch einen Blasebalg, die Funktion der Stimmbänder durch ein aufschlagendes Rohrblatt aus Elfenbein[2] Einfachrohrblatt einer Sackpfeife oder eines Dudelsacks wurde für erste Versuche verwendet[3], die Nase durch einen „Nasaltrakt“ mit zwei „Nasenöffnungen“ und der Mund durch einen Gummitrichter simuliert. Dieser Gummitrichter ist jedoch vollkommen leer, weist also keine Repräsentationen für Zunge, Zähne, Lippen oder weichen Gaumen auf. Durch Veränderung der Abdeckung des Gummitrichters mit der Hand lassen sich sowohl einige unterschiedliche Vokale als auch gewisse Konsonanten erzeugen. Die Nasenrohre werden stets mit den Fingern verschlossen, außer wenn Nasale oder Nasalvokale hervorgebracht werden sollen.

Rekonstruktion der Sprechmaschine an der Universität des Saarlandes Saarbrücken

Die objektiv eher mäßige Artikulationsqualität und -genauigkeit seiner Synthese, die nicht zuletzt aus dem Fehlen nahezu sämtlicher Artikulationsstellen und Artikulatoren (s. o.) und dem damit zusammenhängenden Mangel an Modulationsfähigkeit der Formanten resultierte, wusste Kempelen dadurch zu kaschieren, dass er ihr die Stimme eines kleinen Kindes gab, die ja ihrerseits auch noch Schwierigkeiten mit den exakten Artikulationsabläufen haben. Faktisch in überzeugender Qualität darstellbar sind lediglich die Vokale [a], [ɛ], [ɔ] und mit einigen Einschränkungen [ʊ] sowie die Konsonanten [p] bzw. [b], [m] und [l].

Das Original der Sprechmaschine, auf dem mutmaßlich die in seinem 1791 erschienenen Buch abgedruckte Beschreibung basiert, gilt als verschollen. Es ist allerdings ohnehin fraglich, ob es die Sprechmaschine in der im Mechanismus der menschlichen Sprache … beschriebenen Form jemals gegeben hat: Eine 1784 (also deutlich vor der Veröffentlichung des „Mechanismus“) in Leipzig unter Kempelens Mitarbeit angefertigte Beschreibung und Zeichnung der Sprechmaschine zeigt diese mit einem deutlich komplexeren Aufbau als im Buch beschrieben, der zugleich einige Funktionen ermöglicht, die mit der „Buch-Version“ nicht darstellbar sind (bspw. die Veränderung der Tonhöhe während der Bedienung).

Eine um 1906 vom k.k. Wiener Konservatorium unter nicht vollständig geklärten Umständen an das Deutsche Museum in München gelangte Version der Sprechmaschine (teilweise als Kopie des Nachbaues von Wheatstone bezeichnet) hat einen ebenfalls deutlich komplexeren technischen Aufbau, der in manchen Aspekten eher der Version von 1784 ähnelt als derjenigen aus dem Mechanismus. Woher und aus wessen Hand das Exemplar im Deutschen Museum ursprünglich stammt, ist bislang unklar. Etliche Experten, darunter auch Prof. Bernd Pompino-Marschall (HU Berlin), vermuten, dass die in München ausgestellten Teile nicht ursprünglich zusammengehörig sind, sondern aus einem relativ alten Torso mit neueren Ergänzungen bestehen. Diese These ließ sich durch den Befund von Fabian Brackhane, der das Exemplar im Februar 2008 detailliert untersuchen und vermessen konnte, bestätigen: Während die Windlade zusammen mit der Zungenpfeife sowie „Mund“ und „Nase“ recht alt zu sein scheint und (nicht zuletzt aufgrund der angewendeten Fertigungstechniken) durchaus zeitlich nahe an Kempelen heranreichen könnte, sind der äußere Resonanzkasten, die Fundamentplatte und der Blasebalg erkennbar neueren Datums. Auch an der Windlade und ihrer Technik wurden deutlich sichtbare und qualitativ vom älteren Bestand abweichende Änderungen und Ergänzungen vorgenommen.

Die häufig zu lesende Behauptung, diese Münchener Version könnte noch auf Kempelen selbst zurückgehen oder sei gar die Sprechmaschine Kempelens, ist nicht plausibel: Viele konstruktive Details auch an den erwiesenermaßen sehr alten Teilen des Apparates sind erheblich anders konzipiert als es durch Kempelen selbst beschrieben wurde (beispielsweise die Konstruktion der Zungenpfeife und der Frikativgeneratoren). Darüber hinaus ist bis heute nicht geklärt, ob Kempelen stets nur mit einem Exemplar seiner Synthesemaschine arbeitete, oder ob er, wie es seine Äußerungen im Mechanismus nahelegen, nicht mit mehreren Versionen parallel experimentierte. Der Münchener Apparat ist seit vielen Jahren nicht mehr funktionsfähig und derzeit magaziniert.

Bereits unmittelbar nach dem Erscheinen von Kempelens „Mechanismus“ wurden die ersten Nachbauten von dessen Sprechmaschine angefertigt; schon Goethe berichtet von einem solchen[4]. Ein weiterer entstand in den 1830er Jahren durch Sir Charles Wheatstone[5]. In den vergangenen dreißig Jahren entstanden mehrere Nachbauten der Sprechmaschine: So existieren neben einem künstlerisch freien Nachbau durch Brigitte Felderer und Ernst Strouhal an der Universität für angewandte Kunst in Wien von 2004[6] u. a. drei jeweils streng an das von Kempelen in seinem Buch beschriebene Exemplar angelehnte Rekonstruktionen in Paris (Jean-Sylvain Liénard, Laboratoire d’Informatique pour la Mécanique et les Sciences de l’Ingénieur, 1968)[7] sowie an den Universitäten von Budapest (Péter Nikléczy und Gábor Olaszy 2001)[8] und Saarbrücken (Lehrstuhl für Phonetik und Phonologie; Fabian Brackhane und Dominik Bauer 2007-09)[9]. Weitere Nachbauten existieren in York, Utrecht[10] und Montluçon sowie seit neuestem auch im Heinz Nixdorf MuseumsForum Paderborn und am Lehrstuhl für Kommunikationsakustik der TU Dresden (beide Fabian Brackhane 2009).

Hilfsmittel für den Blindenunterricht[Bearbeiten]

Im Jahr 1778 wurde Kempelen Maria Theresia Paradis vorgestellt, die eine begabte Sängerin, Komponistin und Pianistin war, aber wegen ihrer Blindheit Analphabetin geblieben war. Auf Bitten der Kaiserin erfand Kempelen als Hilfsmittel einen dreidimensional tastbaren Letternsatz und brachte der Blinden damit das Lesen und Schreiben bei. 1779 baute er für sie eine Druckmaschine mit beweglichem Letternsatz und einen Setzkasten, wofür sie ihm am 16. August 1779 in einem mit dieser Maschine geschriebenen Brief überschwänglich dankte.

Bauten und mechanische Arbeiten[Bearbeiten]

Teils im Rahmen seiner Amtsführung, teils aus privater Neigung oder auf persönliche Bitten von Mitgliedern des Hofes, vollbrachte Kempelen zahlreiche Leistungen auf dem Gebiet der Architektur und Mechanik:

  • 1770 Entwurf einer Pontonbrücke über die Donau bei Pressburg
  • 1772 Entwurf der selbstregulierenden Wasserpumpe für die Fontäne und die Kaskaden im Schlosspark Schönbrunn
  • 1774 Erfindung eines mobilen Bettes, in dem die Kaiserin während ihrer Genesung von einer Pockenerkrankung liegen, sitzen, schreiben und ihren Regierungsgeschäften nachgehen konnte
  • 1777 und 1780 Bau zweier Dampfmaschinen, deren erste nahe dem Wiener Stubentor aufgestellt wurde und später für den Bau des Franzkanals eingesetzt wurde
  • 1788 oder 1789 Erhalt eines kaiserlichen Patents für den Entwurf einer Dampfturbine zum Betrieb von Mühlwerken und anderen Maschinen
  • Beteiligung am Wiederaufbau des Schlosses von Buda und Planung des Schlosstheaters, das am 25. Oktober 1790 eingeweiht wurde

Künstlerische und literarische Arbeiten[Bearbeiten]

Kempelen war ein begabter Zeichner und Radierer. Er schrieb Epigramme, Gedichte, Dramen und Singspiele, zu denen er selbst die Musik komponierte. Seine Komödie Das Zauberbuch wurde 1767 in Pressburg aufgeführt, sein Singspiel Andromeda und Perseus erschien 1780 in Wien und wurde dort 1781 öffentlich aufgeführt. Seit 1789 war er Ehrenmitglied der Wiener Akademie der Künste.

Nachleben[Bearbeiten]

1935 wurde die Kempelengasse in Wien-Favoriten nach dem Erfinder benannt.

Anlässlich von Kempelens 200. Todestag gab es mehrere Versuche, seine berühmten Maschinen nachzubauen. Der Wiener Künstler Jakob Scheid schuf einen Nachbau der Sprechmaschine, der den Anweisungen Kempelens unter Einsatz von modernen Materialien folgt und tatsächlich sprachliche Laute von sich geben kann. Auch Teile des Schachtürken wurden von Scheid nachgebaut (beide in Felderer/Strouhal 2004). Ein vollständiger Nachbau des Schachtürken wurde vom Heinz-Nixdorf-Museumsforum in Paderborn vorgenommen. Von Kempelens „Sprechmaschine“ existieren mittlerweile auch mehrere Nachbauten, die sich im Gegensatz zu der Arbeit Scheids eng an die im „Mechanismus“ beschriebene Konstruktion anlehnen (siehe oben unter „Die Sprechmaschine“).

In jüngster Zeit wurde Kempelens Bedeutung als innovativer Erfinder gewürdigt. Im Jahr 2007 reflektierten Ausstellungen in Budapest und Karlsruhe das Thema Wolfgang von Kempelen - Mensch - (in der) Maschine. So erscheint Kempelen aus moderner Sicht als „Prototyp des pragmatischen Genies im Zeitalter der Erfindung“.[11]

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Zeitgenössische Quellen:

Neuere Forschungsliteratur:

  • W. Paul Aurich: Kempelen de Pázmánd, Wolfgang Ritter von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 53, Duncker & Humblot, Leipzig 1907, S. 766 f.
  • Fabian Brackhane: Die Sprechmaschine Wolfgang von Kempelens – Von den Originalen bis zu den Nachbauten“, in: Phonus 16 (= Forschungsberichte des Instituts für Phonetik der Universität des Saarlandes)
  • H. Dudley & T. H. Tarnoczy. The Speaking Machine of Wolfgang von Kempelen. In: The Journal of the Acoustical Society of America, 22(2). 1950. S. 151-166.
  • Marion Faber (Hrsg.): Der Schachautomat des Barons von Kempelen. Harenberg, Dortmund 1983, ISBN 3-88379-367-1
  • Brigitte Felderer, Ernst Strouhal: Kempelen – zwei Maschinen. Texte, Bilder und Modelle zur Sprechmaschine und zum schachspielenden Androiden Wolfgang von Kempelens. Sonderzahl, Wien 2004, ISBN 3-85449-209-X
  • Hans Grassegger: Von Kempelen and the Physiology of Speech Production. In: Grazer Linguistische Studien 62 (2004), S. 37-49 (PDF)
  • Angéla Imre: On the personality of Wolfgang von Kempelen. In: Grazer Linguistische Studien 62 (2004), S. 61-64 (PDF)
  • Hans Jaeger: Kempelen de Pázmánd, Wolfgang Ritter von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 484 (Digitalisat).
  • J.-S. Liénard: Reconstruction de la machine parlante de Kempelen. In: Proceedings of the 4th International Congress of Acoustics, Budapest 1967
  • Péter Nikléczy / Gábor Olaszy: Kempelen's speaking machine from 1791: possibilities and limitations. (Recovering a 200 year-old technology). In: Grazer Linguistische Studien 62 (2004), S. 111-120 (PDF)
  • Bernd Pompino-Marschall: Von Kempelen’s contribution to the theory of acoustic articulation. In: Grazer Linguistische Studien 64 (2004), S. 137–147 (PDF)
  • Bernd Pompino-Marschall: Wolfgang von Kempelen und seine Sprechmaschinen. In: Forschungsberichte des Instituts für Phonetik und Sprachliche Kommunikation der Universität München 29 (1991), S. 181-252
  • A. Reininger: Wolfgang von Kempelen. Eine Biographie. Dissertation, Universität für Angewandte Kunst, Wien 2003
  • T. Standage: Der Türke – Die Geschichte des ersten Schachautomaten und seiner abenteuerlichen Reise um die Welt. Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York 2004
  • Wheatstone, Sir Charles: Reed organ-pipes, speaking machines, etc., in: The scientific papers of Sir Charles Wheatstone; published by the Physical Society of London, London 1879

Biographischer Essay:

  • Theodor Heuss: Der künstliche Mensch. Das Leben des Wolfgang von Kempelen, in: Ders.: Schattenbeschwörung. Randfiguren der Geschichte. Wunderlich, Stuttgart/Tübingen 1947; Klöpfer und Meyer, Tübingen 1999, ISBN 3-931402-52-5

Belletristik:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wolfgang von Kempelen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Wolfgang von Kempelen – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alice Reiniger: Wolfgang von Kempelen – Eine Biografie, S. 25
  2. Wolfgangs von Kempelen k. k. wirklichen Hofraths Mechanismus der menschlichen Sprache nebst der Beschreibung seiner sprechenden Maschine. Wien, 1791. [Wusste von den Aufschlagzungen in Orgeln:] Seite 391, „Eben so wußt' ich, daß man schon seit langer Zeit, besonders in Frankreich, die sogenannte Menschstimme, die eben aus solchen großen und kleinen Clarinetmundstücken besteht, in Orgeln angebracht hat; allein da diese die Menschenstimme nur sehr unvollkommen nachahmen, und daher ein betäubendes Geton verursachen, so fand ich sie für mein Vorhaben nicht tauglich.“ [Haupterkennts, nicht die Tonhöhe sondern die Formation ist wichtig:] Seite 397 398, „Dieses alles zusammen genommen, ist die Sprache oder Artikulation nichts anderes als Stimme, die durch verschiedene Öffnungen durchgeht. Dieser Satz bestätigte sich durch Versuche und Entdeckungen täglich mehr und wuchs bey mir bis zur mathematischen Gewißheit.“ Seite 402, (*) [Beschaffenheit der Aufschlagzungen:] „Sowohl wie man die Pfeifen stimmen kann, als auch ihnen den rauhen Ton benehmen könne, wird unten gezeigt werden.“ Seite 412, „Um diesen Stimmrohre die Rauigkeit und das hölzerne Schnarren zu benehmen, dagegen aber einen weicheren, und angenehmeren Ton zu geben, überziehe ich die Ränder der Rinne, als auch das elfenbeinerne Blättchen, oder die Zunge an der unteren Seite mit einem dünnen weichen Handschuhleder. Es wird nämlich ohne viel Umstände ein Stück Leder mit feinem Leim angeleimet, doch so, daß die glatte Seite des Leders auswendig kömmt, dann wird das überstehnde genau an der Kante des Elfenbeins weggeschnitten.“ [1]
  3. Seite 392,394, Einfachrohrblatt einer Sackpfeife oder eines Dudelsacks wurde für erste Versuche verwendet.[2]
  4. Johann Wolfgang von Goethe: Goethes Werke, Herausgegeben im Auftrage der Großherzogin Sophie von Sachsen, IV. Abtheilung, 12. Band, Weimar 1893, S. 154
  5. Sir Charles Wheatstone: Reed organ-pipes, speaking machines, etc. In: The scientific papers of Sir Charles Wheatstone; published by the Physical Society of London, Lonson 1879
  6. Brigitte Felderer, Ernst Strouhal: Kempelen – Zwei Maschinen, Wien 2004
  7. Jean-Silvain Liènard: Reconstruction de la machine parlante de Kempelen. In: IV. Budapest Akusztikal Konferencia, Budapest 1969
  8. Péter Nicklécyz, Gábor Olaszy: A reconstruction of Farkas Kempelen’s speaking machine. In: Eurospeech 2003 – Geneva
  9. Fabian Brackhane: Die Sprechmaschine Wolfgang von Kempelens – Historischer Kontext, Konstruktion und Leistung. (Magisterarbeit), Saarbrücken 2009
  10. Marcel van den Broeke: Wolfgang von Kempelen’s Speaking Machine as a Performer. In: Studies for Antonie Cohen, Foris Publications Dordrecht
  11. Oliver Jungen: Ritter und Düsentrieb passen zusammen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. Juli 2007.