Wolfhagen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wolfhagen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wolfhagen
Wolfhagen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wolfhagen hervorgehoben
51.32759.1719444444444280Koordinaten: 51° 20′ N, 9° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 111,95 km²
Einwohner: 12.677 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34466
Vorwahlen: 05692, 05606 (Niederelsungen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 028
Stadtgliederung: 13 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Burgstraße 33-35
34466 Wolfhagen
Webpräsenz: www.wolfhagen.de
Bürgermeister: Reinhard Schaake (parteilos)
Lage der Stadt Wolfhagen im Landkreis Kassel
Bad Karlshafen Gutsbezirk Reinhardswald Trendelburg Trendelburg Hofgeismar Hofgeismar Oberweser Oberweser Wahlsburg Reinhardshagen Liebenau Grebenstein Immenhausen Fuldatal Espenau Vellmar Calden Breuna Zierenberg Zierenberg Ahnatal Habichtswald Wolfhagen Naumburg Bad Emstal Schauenburg Baunatal Fuldabrück Lohfelden Söhrewald Helsa Kaufungen Nieste Niestetal KasselKarte
Über dieses Bild

Wolfhagen ist eine nordhessische Kleinstadt mit historischem Fachwerkkern im Landkreis Kassel (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Wolfhagen liegt in Nordhessen im äußersten Westen des Naturparks Habichtswald östlich des Langen Waldes. Östlich der Stadt befindet sich der Ofenberg (372,5 m ü. NN; mit Ofenberg-Turm), jenseits davon ragt der Isthaberg (523,1 m) empor. In Richtung Westsüdwesten steigt das Gelände sanft zum Stöckeberg (344,8 m; mit Sendeturm und Wasserwerk) und nach Süden zum Graner Berg (315 m; mit Flugplatz Wolfhagen-Graner Berg) an. Die Stadt befindet sich am Mühlenwasser, ein Zufluss der Erpe, welche die Kernstadt etwas nordöstlich passiert; in das Mühlenwasser münden bei bzw. in Wolfhagen Duse- und Limeckebach.

Die Altstadt von Wolfhagen liegt auf einem Hügel im sogenannten Wolfhager Graben, einem nördlich gelegenen Teil der Westhessischen Senke.[2] Neuere Teile der Stadt wurden auf dem benachbarten Teichberg sowie am Fuß des Ofenbergs und Gotzenbergs angelegt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Wolfhagen grenzt im Nordwesten an die Stadt Volkmarsen (Landkreis Waldeck-Frankenberg), im Norden an die Gemeinde Breuna, im Osten an die Stadt Zierenberg und die Gemeinde Habichtswald, im Südosten an die Gemeinde Schauenburg, im Süden an die Gemeinde Bad Emstal und die Stadt Naumburg (alle im Landkreis Kassel) sowie im Südwesten an die Stadt Waldeck und im Westen an die Stadt Bad Arolsen (beide im Landkreis Waldeck-Frankenberg).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Neben der Kernstadt besteht Wolfhagen aus zwölf weiteren Stadtteilen, die sich jeweils als Dorf rund um die Kernstadt erstrecken:

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Erste Spuren menschlichen Wirkens in der Wolfhager Gemarkung verweisen auf die mittlere Steinzeit.[3] Zahlreiche Hügelgräber im Wolfhager Stadtwald belegen eine bronzezeitliche Besiedlung.[4]

Mittelalter[Bearbeiten]

Die Gegend um Wolfhagen gehörte zu Beginn des Mittelalters zum chattischen Siedlungsraum, der bald im fränkischen Herrschaftsbereich aufgehen sollte. Auch wenn Architektur und die niederdeutsche Sprache weit stärker sächsisch als fränkisch geprägt sind, ist eine Zugehörigkeit zum fränkischen Hessen anzunehmen.[5] Die Gründungen von Gran und Langele, zwei Siedlungen chattisch-sächsischer Bauern auf heute Wolfhager Gebiet, werden auf das Ende des vierten Jahrhunderts datiert.[6] Seit dem 7. Jahrhundert wurde die Gegend von iro-schottischen Mönchen christianisiert.[7] Wahrscheinlich war es der heilige Bonifatius, der um 752 auf späterem Wolfhager Gebiet die Erzpriesterkirche auf dem Schützeberg als einflussreiches kirchliches Zentrum in der Region weihte. Eine Urkunde des 13. Jahrhunderts benennt einen Alkmar als ihren Gründer.[8] Um 1200 wurde Nordhessen Schauplatz blutiger Adelsfehden. Die damals in diesem Teil Hessens regierenden Landgrafen von Thüringen waren deshalb bestrebt, die Bevölkerung in befestigten Städten anzusiedeln, um sie so aus den Kämpfen heraushalten und gleichzeitig zur organisierten Landesverteidigung dienstbar machen zu können. Wolfhagen wurde dazu auf einem strategisch günstigen Hügel nahe der Grenze zu Waldeck, Westfalen und zu Besitzungen der Erzbischöfe von Mainz gegründet. Die Bewohnerschaft stammte aus den umliegenden unbefestigten Orten, die dann zum größten Teil wüst fielen.[9] Mit dem Bau der befestigten Stadt und Burg Wolfhagen muss frühestens 1200 und spätestens 1226 begonnen worden sein.[10] 1231 erwähnt Landgraf Konrad eine Hofstätte „in nostro oppido Wolfhain“, das erste schriftliche Dokument der Existenz der Stadt.[11] Diese Ersterwähnung markiert das offizielle Gründungsdatum des Orts. Im Jahr 1235 wurde der Altar der Stadtkirche geweiht.[12] Bei Ausbessungsarbeiten im Jahr 2010 wurden unter der Kirche Reste eines romanischen Vorgängerbaus gefunden, der es denkbar scheinen lässt, dass Stadt und Kirche auf eine ältere Vorgängersiedlung zurückgehen.[13] Die Kirche auf dem Schützeberg wurde danach aufgegeben.

Im Jahre 1264 erhielt der Ort das Stadtrecht, und ab 1302 hatte die Stadt eine vollständige Befestigungsanlage. Organisatorisch war Wolfhagen in vier Bauernschaften, also Bezirke unterteilt. Der Vogt, Schultheiß oder Amtmann residierte auf der Burg und war der Vertreter des Landgrafen. Er war vor allem für Polizei, Rechtsprechungs- und Verteidigungsaufgaben zuständig. Die Verwaltung der Stadt oblag dem Bürgermeister, der von einem Rat angesehener Bürger gewählt wurde. Der Rat betreute auch das Stadtgericht, dessen Vorsitz der Vogt hatte. Ab 1313 bekamen auch Abgeordnete der Zünfte und der Bauernschaften Stimmrecht im Rat. Da die Ratswürde vererbt werden konnte, sahen sich aber weiter große Teile der Bevölkerung von einer Mitbestimmung ausgeschlossen. Sie gründeten ihren eigenen Rat, der einen eigenen Bürgermeister wählte. Ab dem 15. Jahrhundert hatte Wolfhagen dann auch ganz offiziell zwei Bürgermeister und zwei Räte: einen Gemeinderat und einen ordentlichen Rat. Beide wählten zwei Kämmerer, die die Verwaltung der Finanzen regelten.[14] Das Amt Wolfhagen umfasste einen Gerichtsbezirk des Landgrafen. Seit 1240 wurden eigene Münzen geprägt.[15] 1286 wurde die Knabenschule erstmals erwähnt.[16] 1268 wurde Wolfhagen von den westfälischen Truppen des Bischofs von Paderborn bedrängt. Landgraf Heinrich trat diesen hier erfolgreich entgegen, wobei 150 der Angreifer getötet wurden. Zwei Jahre später gelang es den Westfalen jedoch, die Stadt in Brand zu setzen.[17] Im Sommer 1372 wurde der Bischof Heinrich von Paderborn durch Wolfhager Bürgern unter der Führung von Werner und Heinrich von Gudenburg mit einem Teil seines Gefolges gefangen genommen, in Wolfhagen festgesetzt und schließlich gezwungen, die Seiten im Sternerkrieg zu wechseln.[18] 1464 und 1465 kam es erneut zu mehreren Angriffen aus Paderborn.[19] 1368 wurde das Spital begründet. Im Januar 1376 wurden große Teile der Stadt von einem Feuer zerstört. 1420 brannte es in Wolfhagen erneut.[20] Ab 1385 war der Ort für längere Zeit an das Erzbistum Mainz verpfändet.[21]

Neuzeit[Bearbeiten]

1527 hielt die Reformation Einzug in Wolfhagen.[22] 1576 raffte eine Pestepidemie einen großen Teil der Bevölkerung dahin. Noch mehr Todesopfer gab es im Jahr 1597 durch mit Mutterkornpilz verunreinigtes Getreide.[23]

Wolfhagen – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt nahezu vollkommen zerstört. Von vormals 394 Wohnhäusern standen am Ende des Kriegs nur noch 81. Die Behebung der Schäden dauerte Jahrzehnte. Von 370 Wolfhager Bürgern (also allen Haushaltsvorständen ohne den jüdischen Bewohnern und den Bewohnern der Garthaus Vorstadt, die alle nicht als rechtlich vollwertige Bürger eingestuft wurden) waren 1646 nur noch 81 zu finden.[24]

Ab 1699 kam es zum Zuzug von Hugenotten.[25] Im Siebenjährigen Krieg kam es in und um Wolfhagen zu mehreren Gefechten, von denen das größte allein mehreren Tausend Menschen das Leben kostete. Zeitweise war die Stadt französisch besetzt.[26] Während der Zeit des napoleonischen Königreichs Westphalen (1807-1813) war es Verwaltungssitz des Kantons Wolfhagen. Der Dörnbergsche Aufstand gegen Napoleon im Jahr 1809 endete nicht zuletzt deshalb so unglücklich, weil die beteiligten Wolfhager Aufständischen so dilettantisch vorgegangen waren, dass die Truppen König Jeromes rechtzeitig gewarnt wurden.[27] 1821 wurde Hessen-Kassel Kurfürstentum. Dabei wurden die Ämter Wolfhagen, Naumburg, Volkmarsen und Zierenberg zum neuen Kreis Wolfhagen zusammengefasst.[28] 1866 wurde Kurhessen preußisch. 1867 wurde das Wolfhager Gericht zum Amtsgericht ernannt.[29] 1896 wurde Wolfhagen an das Eisenbahnnetz angebunden.[30]

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Zwischen November 1918 und Februar 1919 wurde die Stadt von einem Arbeiter-Soldaten und Bauern-Rat verwaltet.[31] Ab ca. 1925 vergrößerte sich die bebaute Fläche, die über Jahrhunderte fast konstant geblieben war, rapide. Neubaugebiete wurden erschlossen. Dieser Prozess beschleunigte sich noch einmal nach dem Zweiten Weltkrieg. Parallel dazu stieg die Bervölkerungszahl. Hatte die Stadt 1931 noch 3200 Einwohner[32], so betrug die Zahl der Bewohner 1951 schon 5500.[33] 30 Jahre später waren es 7000. Hinzu kamen noch einmal etwa 5500 Bewohner der 1971 eingemeindeten umliegenden Dörfer, so dass die Großgemeinde Wolfhagen nun auf etwa 12500 Einwohner kam.[34] Der Zweite Weltkrieg kostete 229 Wolfhager Soldaten das Leben.[35] Zahlreiche Zwangsarbeiter aus besetzten Gebieten mussten zu dieser Zeit in Betrieben in der Stadt arbeiten.[36] Bereits vor dem Krieg war in der Gemarkung die Luftwaffen-Hauptmunitionsanstalt Muna eingerichtet worden. Diese wurde beim Herannahen der Alliierten in mehreren Schüben gesprengt. Durch die gewaltige Wucht der Explosionen kam es zu Sachschäden in Wolfhagen.[37] Am 31. März 1945 wurde die Stadt kampflos von amerikanischen und belgischen Truppen besetzt.[38] Sie gehörte fortan zur Amerikanischen Zone, später zum Bundesland Hessen. Zahlreiche Flüchtlinge fanden hier nun ein neues Zuhause. Durch die vielen katholischen Flüchtlinge entstand eine katholische Gemeinde, die 1966 die neu erbaute katholische Kirche St. Maria beziehen konnte. Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde 1972 der Landkreis Wolfhagen aufgelöst und dem Landkreis Kassel zugeordnet. Damit wurden auch die Autokennzeichen mit dem Kürzel WOH immer weniger. 2013 wurden sie wieder zugelassen. Wolfhagen wurde mit umliegenden Dörfern zur Großgemeinde Wolfhagen vereinigt. 1992 fand der Hessentag in Wolfhagen statt. Im Jahr 2005 wurde das Amtsgericht in Wolfhagen geschlossen. Wolfhagen war von April 1960 bis zum 30. Juni 2008 Garnisonsstadt (Panzerbataillon 54 und Panzerjägerkompanie 50) und zuletzt Heimatstandort des Panzerbataillons 64 „Die Wölfe“. Das Gelände der 1958/59 erbauten ehemaligen Pommern-Kaserne wurde 2008/2009 demilitarisiert und soll zukünftig eine Bildungseinrichtung und mittelständische Unternehmen beherbergen.

Die jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

18 jüdische Flüchtlinge aus Frankreich sind im Jahr 1235 in Wolfhagen belegt. Im Herbst dieses Jahres wurden sie bei einem Pogrom getötet.[39] Anfänge einer Gemeinde fallen wohl in die Zeit des Beginns des 16. Jahrhunderts.[40] Juden wurden jedoch keine vollen Bürgerrechte zugestanden, obwohl sie allen Pflichten unterworfen waren.[41] Bürgermeister und Rat der Stadt beantragten stattdessen mehrmals erfolglos beim Landgrafen, die Juden ausweisen zu dürfen.[42] 1720 bestand die Gemeinde bereits aus 40, 1788 aus 59, 1827 aus 127 und 1850 aus etwa 236 Personen. 1874 waren es etwa 300 Personen, das waren mehr als 10 % der Bevölkerung.[43] 1929 bestand sie nur noch aus 65 Personen.[44] Schon 1720 wirkte ein Lehrer der Gemeinde in Wolfhagen.[45] Während der napoleonischen Episode genossen Juden kurzzeitig volle Rechte, die danach aber zunächst wieder abgesprochen wurden und erst mit der kurhessischen Verfassung 1831 erneut gewährt wurden.[46] 1859 wurde eine Synagoge eröffnet.[47] Die Gemeindemitglieder waren oft anti-jüdischen Ressentiments ausgesetzt. So bewirkte die Revolutionsstimmung 1848 bei den Wolfhager Bürgern nicht viel mehr als ein Pogrom, bei dem Fensterscheiben jüdischer Wohnhäuser eingeworfen wurden.[48] Diese Vorbehalte traten sofort nach der Machtübernahme Hitlers wieder zum Vorschein. Schon im April 1933 beantragte der Magistrat die Aufhebung der jüdischen Schule.[49] Während der Novemberpogrome 1938 wurde die Synagoge niedergebrannt. Die Kultgegenstände der Gemeinde wurden zerstört, der jüdische Friedhof sowie das Schulhaus verwüstet. Ebenso wurde ein jüdisches Wohnhaus abgebrannt.[50] Zahlreiche Juden konnten Wolfhagen noch verlassen. Andere wurden ermordet. 1942 wurden zehn Juden aus dem Kreis Wolfhagen mit dem Sonderzug D-57 in die Vernichtungslager Majdanek und Sobibor verschleppt.[51] Eine Auflistung aus den 1980er Jahren benennt 51 überwiegend ältere Wolfhager und ehemals Wolfhager Juden sowie sieben Juden aus Niederelsungen, die deportiert wurden, meist nach Theresienstadt, Auschwitz, Riga oder Lodz.[52] Anfang 2013 wurde beschlossen, den beiden letzten noch lebenden, in Wolfhagen geborenen Mitgliedern der Gemeinde, Lutz Kann und Ralph Möllerick, die Ehrenbürgerschaft zu verleihen.[53] Kurz zuvor war Adolf Hitler die am 3. April 1933 verliehene Ehrenbürgerschaft aberkannt worden.

Historische Quellen[Bearbeiten]

Das Stadtarchiv Wolfhagen wird im Hessischen Staatsarchiv Marburg aufbewahrt (Bestand 330 Wolfhagen). Der Bestand ist größtenteils erschlossen und ist online recherchierbar. [54]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Februar 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Altenhasungen, Bründersen, Leckringhausen, Niederelsungen, Nothfelden, Viesebeck und Wenigenhasungen eingegliedert. Am 31. Dezember 1971 kamen Ippinghausen und Istha hinzu.[55]

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis: [56]

Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
41,0 %
30,2 %
14,2 %
12,2 %
2,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-8,3 %p
-11,6 %p
+10,8 %p
+12,2 %p
-3,2 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 41,0 13 49,3 15 48,2 18
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 30,2 9 41,8 13 41,8 15
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,2 4 3,4 1 7,2 3
BWB Bündnis Wolfhager Bürger 12,2 4 0 0 0 0
WOH-Liste/F.D.P. Wolfhager Liste/ F.D.P. 2,4 1 5,6 2
FDP Freie Demokratische Partei 2,9 1
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 58,0 52,0 59,7

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister Reinhard Schaake (Parteilos) wurde am 31. Januar 1999 mit einem Stimmenanteil von 50,9 % gewählt. Schaake wurde am 6. Februar 2005 mit einem Stimmenanteil von 66,8 % wiedergewählt. Am 28. März 2011 wurde Schaake für eine dritte Amtszeit mit einem Stimmenanteil von 73,3 % wiedergewählt.

Magistrat[Bearbeiten]

Der von der Stadtverordnetenversammlung gewählte Magistrat setzt sich (Stand Mai 2011) wie folgt zusammen: Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos), Erster Stadtrat Horst Förste (CDU), Stadtrat Norbert Ithner (CDU), Robert Kessler (SPD), Stadtrat Peter Kraushaar (SPD), Stadtrat Roman Krettek (B'90/Grüne), Stadträtin Gisela Nolte (SPD), Stadtrat Rainer Ruth (SPD) und Stadtrat Hermann Sälzer (BWB).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen enthält auf gelbem Hintergrund drei grüne Bäume auf grünem Grund. Dazwischen läuft ein schwarzer, rot bezungter Wolf.

Hinter diesem Bild steckt eine Sage, die sich um die Stadtgründung rankt. Bauern wollten den Wald „Hagen“ roden. Aus dem Wald kam ein Wolf, der sich friedlich verhielt und die Bauern nicht angriff. Er lief einfach weiter. Die Bauern waren daher so dankbar, dass sie den Ort auf der nun gerodeten Fläche Wolfhagen nannten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Wolfhagen der Kurhessenbahn

Der Bahnhof Wolfhagen wurde am 1. September 1897 als Personen- und Güterbahnhof eröffnet.

Wolfhagen liegt an der Bahnstrecke Kassel−Korbach mit etwa 1/2-stündigen NVV-Taktzeiten. Die Bahnstrecke ist Teil des Netzes der nordhessischen RegioTram RT 4, die seit dem 10. Dezember 2006 zwischen Wolfhagen und Kassel verkehrt. Im Wechsel fahren hier Züge der RT 4 und der RE 4 der Kurhessenbahn. Mit der RT 4 kommt man ohne Umsteigen in die Kasseler Innenstadt und mit dem RE 4 schnell und bequem zum ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe. Des Weiteren verläuft die Autobahn 44 (Dortmund−Kassel) durch das Wolfhager Land; die Auffahrt Zierenberg ist über die neu ausgebaute Bundesstraße 450 in rund sieben Minuten zu erreichen. Über die Auffahrt Breuna fährt man in fast der gleichen zeit Richtung Westen.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Kreiskrankenhaus / Hessenklinik; Technisches Hilfswerk; Deutsches Rotes Kreuz (DRK) – Kreisverband Kassel-Wolfhagen e. V.
  • Stiftung Altersheim Wolfhagen, Karlstraße 18: Die Stiftung Altersheim Wolfhagen ist Mitglied im Diakonischen Werk in Kurhessen – Waldeck e. V. Sie wurde 1963 durch den Zusammenschluss der Vereine „Evangelisches Altersheim Wolfhagen“ und der „Hospitalstiftung“ gegründet. Am 27. Oktober 1966 fand der Einzug in das neue Gebäude statt, dass in der Zwischenzeit mehrfach erweitert und erneuert worden ist. Ein Sozialpflegedienst ist ebenfalls integriert.
  • ENERGIE 2000 e. V., Energieagentur im Landkreis Kassel

Schulen, Ausbildungs- und Betreuungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Wilhelm-Filchner-Schule: kooperative Gesamtschule mit Förderstufe und Gymnasialzweig ab Klasse 5 sowie einer angegliederten Oberstufe; größte allgemeinbildende Schule im Landkreis Kassel
  • Herwig-Blankertz-Schule: Berufliche Schule des Landkreises Kassel
  • Kreisvolkshochschule
  • Schule für Lernhilfe
  • Grundschulen: Wolfhagen, Ippinghausen und Grundschule Wenigenhasungen

Ämter[Bearbeiten]

  • Evangelisches Dekanat des Evangelischen Kirchenkreises Wolfhagen und vier Pfarrämter.
  • Katholisches Pfarramt: Die katholische Kirchengemeinde (Friedensstraße 13) gehört mit den Kirchengemeinden in Naumburg, Volkmarsen und Zierenberg zum Pastoralverbund Wolfhager Land.
  • Kreisverwaltung Kassel, Außenstelle Wolfhagen
  • Forstamt Wolfhagen

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

  • Reit- und Fahrverein Wolfhagen e. V.
  • Flugplatz Wolfhagen-Graner Berg
  • Freizeitanlage „Auf dem Kamp“
  • Erlebnisbad Wolfhagen
  • Liemeckestadion
  • Schießstand an der Winterlichte
  • Stadtbücherei/Schulbücherei
  • Tennishalle

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Tergnier (Picardie), Frankreich seit 1981
  • Ohrdruf (Thüringen), seit 1990
  • Meldola (Emilia-Romagna), Italien, seit 2008

Kirchenpartnerschaft[Bearbeiten]

  • Heldrungen (Thüringen, Partnerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Wolfhagen mit der Evangelischen Kirchengemeinde Heldrungen)

Die Partnerschaft, die Anfang der 1960er Jahre zunächst auf den Kontakt zwischen den Pfarrämtern beschränkt war, hat sich bis 1989 stark ausgeweitet. Auch nach der Wiedervereinigung wird die Partnerschaft mit zahlreichen Besuchen fortgeführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

  • „Spielgemeinschaft Waldbühne Erich Oberlist Niederelsungen e. V.“ – Niederelsungen

Museen[Bearbeiten]

  • Regionalmuseum Wolfhager Land: Entstanden aus dem Kreismuseum des Altkreises Wolfhagen, ist das Museum seit 1980 im Renthof der Burg Wolfhagen untergebracht. Das vereinsgetragene Museum zeigt die Geschichte der Region von der Steinzeit über das Mittelalter bis zum Handwerk des 20. Jahrhunderts. Im zweiten Haus werden die Originalabdrücke der Wolfhager Saurier, eine umfangreiche Fachwerkabteilung, eine Galerie und vor allem die europaweit größte Präsentation zu Hans Staden – dem Autor des ersten Brasilienbuches von 1557 – präsentiert. Staden war neun Monate Gefangener der Tupinambà, die Menschenfresser-Riten praktizierten.

Leiter des Regionalmuseums ist seit 2009 der Historiker Dr. Jürgen Römer.

Bauwerke[Bearbeiten]

Historisches Rathaus[Bearbeiten]

Historisches Rathaus am Marktplatz

Das historische Rathaus, ein dreigeschossiger mächtiger Fachwerkbau, wurde 1657–1659 von den Bürgern der Stadt nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg, als dritter Fachwerkbau auf historischem Fundament. Die Einwohner mussten Naturalien liefern und Hand- und Spanndienste leisten. Die mächtigen Eichenbalken stammen aus dem naheliegenden eigenen Stadtwald. Landgraf Wilhelm VI. von Hessen-Kassel steuerte 100 Gulden zum Bau hinzu. Ein besonderer Schmuck sind die 222 Margaritenornamente in den Balkenköpfen. Als Baumeister wird der Zimmermeister Georg Müller aus Helsa erwähnt.[57]

Evangelische Stadtkirche[Bearbeiten]

Evangelische Stadtkirche Wolfhagen von Südosten (Burgstraße)

Ist eine dreischiffige gotische Hallenkirche aus dem 13. Jahrhundert mit sehenswerten Schlusssteinen, die zusammen einen Weltgerichtszyklus ergeben; Orgel aus dem Jahr 1725; Chorfenster aus dem Jahr 1961 von Hans-Gottfried von Stockhausen: „Fischzug“, „Abendmahl“ und „Pfingsten“. Sie wird im Volksmund auch St. Anna-Kirche genannt, was aber historisch nicht nachgewiesen ist. Sicher ist lediglich, dass in der Gründungszeit einer der vielen Altäre der heiligen Anna geweiht wurde. Daraus zu schließen, dass die gesamte Kirche ihren Namen trägt, ist nicht korrekt. Nach der letzten größeren Renovierung in den Jahren 1957 und 1958 hat die Kirche von 2009 bis 2011 eine dringend notwendige Innenrenovierung erfahren. Am 20. Dezember 2011 hat die Gemeinde im Beisein von Bischof Dr. Martin Hein die Kirche wieder in Gebrauch genommen. Der „Förderkreis Stadtkirche Wolfhagen“ arbeitet seit 2005 an der Beschaffung von Finanzmitteln. Weitere geplante Maßnahmen sind die Erneuerung der Glocken, die Einrichtung der Marienkapelle und der Anbau eines Stuhllagers.

Hospitalkapelle[Bearbeiten]

Heute dient die ursprüngliche Hospitalkapelle, auch Kapelle zum Heiligen Leichnam genannt als Friedhofskapelle. Bereits im 14. Jahrhundert wurde außerhalb der Stadt mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen, die als Wallfahrtskirche geplant war. Nach Fertigstellung des Chorraumes wurde der Bau eingestellt und diente als Kapelle für das schon im 14. Jahrhundert in unmittelbarer Nähe errichtete Hospital. Mit dem Beginn der Reformation wurden keine Gottesdienste mehr in dieser Kapelle gehalten. Seit 1931 – der 700-Jahrfeier der Stadt – dient der Bau als Friedhofskapelle der Stadt. Die Kapelle ist ein einschiffiges, hochgotisches Gebäude aus Sandsteinquadern, ein zweijochiges Schiff mit anschließendem Fünfachtelchorschluss und Kreuzrippengewölben auf Wanddiensten. Die Gleichförmigkeit der Fenstermaßwerke lässt Zisterziensereinfluss vermuten. An der nördlichen Seite des östlichen Jochs ist eine quadratische, kreuzrippengewölbte Sakristei angefügt. Die Schlusssteine sind von beachtlichem handwerklichen Niveau und tragen zur geistlichen und künstlerischen Qualität des hochgotischen Raumes bei.

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Kath. Kirche St. Maria in Wolfhagen

Die Katholische Kirche St. Maria wurde 1966 erbaut und ersetzte die Notkirche am Koppenberg, die in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg für die Katholiken der Stadt Wolfhagen Mittelpunkt des Gemeindelebens war. Mit Hilfe des Bonifatiusvereins, des Bistums Fulda und des Militärbischofsamtes Bonn konnte die Kirche mit über 300 Sitzplätzen erstellt werden. Bei der Grundsteinlegung wurde auch ein Stein eingemauert, der mit größter Wahrscheinlichkeit von der dem Apostel Petrus geweihten Kirche am Schützeberg stammt.

Die in Waschbeton erbaute Kirche hat vier Glocken, die in der Glockengießerei Schilling Heidelberg gegossen wurden. Die Glocken sind mit denen der Evangelischen Stadtkirche abgestimmt. Der Hauptaltar und der Altar in der Seitenkapelle sind aus Muschelkalk-Blaubank gearbeitet. In einer Konche hinter dem Hauptaltar steht der Tabernakel, eine Marmorstele aus Muschelkalk-Blaubank für das Allerheiligste. Die Stele hat die Form einer Monstranz. Die Bronzetür stellt das Lamm Gottes und das Buch mit sieben Siegeln aus der Offenbarung des Johannes im Neuen Testament dar. Die hellen Vertiefungen im Tabernakel symbolisieren die zwölf Tore des himmlischen Jerusalem. Tabernakel, Priestersitz, Leuchter, Ambo und die Madonna im Südteil der Kirche sind aus Bronze gearbeitet nach Entwürfen von Bildhauer Reinhold Schröder (Altlünen).

Die farbigen Fenster der Kirche sollen das Heilsgeschehen im Strom der Zeit sichtbar machen. Die Bildinhalte sind stark abstrahiert und treten weitgehend hinter den Fluss der Linien und Farben zurück. Aus dem Licht, Gott verkörpernd, entwickeln sich die Farben und Formen, die sich auch am Ende wieder in ihm auflösen.

Von 1988 bis 1992 musste die Kirche vollkommen renoviert werden.

Weitere Bauwerke[Bearbeiten]

Im Stadtgebiet[Bearbeiten]

Die ehemalige Zehntscheune, Rest der Burg Wolfhagen, Südansicht
  • Burg Wolfhagen
  • Marktplatz und Alte Wache
  • Teile der historischen Stadtmauer mit Wachturm
  • Kattenturm (auch: Chattenturm) in der Stadt

In den Stadtteilen[Bearbeiten]

  • Platte auf dem Isthaberg: Fundamentrest des Leuchtfeuerturms, der 1934 auf der Kuppe des Isthabergs für die Reichsflugsicherung errichtet und 1954/1955 abgerissen wurde
  • Evangelische Kirche Altenhasungen: romanische Kirche, die erstmals 1074 genannt wurde, im Jahre 1740 verändert, romanisches Türsturzrelief aus dem 12. Jahrhundert, Umbau 1925
  • Evangelische Kirche Bründersen: erbaut 1543, umfassend erneuert 1742, Altar aus dem Jahr 1754, renoviert 1967; im Jahr 2007 erhält die Kirche drei neue Bronzeglocken
  • Evangelische Kirche Ippinghausen: barocke Saalkirche über regelmäßigem Rechteck, erbaut 1772
  • Evangelische Kirche Istha: barocke Saalkirche über regelmäßigem Rechteck, Turm romanisch, Schiff 1744–1747
  • Hugenottenkirche Leckringhausen: erbaut 1768, der Turm wurde 1888 erneuert; bis 1840 fand in der Kirche französischer Gottesdienst statt
  • Evangelische Kirche Niederelsungen: romanischer Westturm mit Satteldach, Schiff gotisch, flachgedeckt, Steinkanzel aus dem 17. Jahrhundert, Taufstein, renoviert 1986/87
  • Evangelische Kirche Nothfelden: romanischer Chorturm, Schiff von 1751, Turmhaube von 1803
  • Evangelische Kirche Viesebeck
  • Evangelische Kirche Wenigenhasungen: erbaut 1787, umgebaut 1907
  • Alte Schule in Istha: erbaut 1880

Burgen, Schlösser, Türme, Wüstungen[Bearbeiten]

Burgruine Weidelsburg auf dem Weidelsberg im Langen Wald
Wasserschloss Elmarshausen nahe der Wolfhager Kernstadt

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • März, jeweils am ersten Freitag: Weltgebetstag der Frauen
  • Gründonnerstag und Karfreitag, von 21 Uhr bis 10 Uhr Liturgische Nacht in der Evangelischen Stadtkirche mit Singen, Beten, Meditation und Film
  • Ostern: Feier der Osternacht in der Evangelischen Stadtkirche bei Tagesanbruch um 5 Uhr. Seit 1983 begeht die Evangelische Kirchengemeinde diesen stimmungsvollen Gottesdienst, in dem regelmäßig Erwachsene und Konfirmanden getauft werden.
  • April: Osterfeuer Istha: Größtes Osterfeuer mit 14 Meter Höhe im Altkreis Wolfhagen sowie mit traditioneller Mädchenversteigerung
  • Pfingsten: Alle zwei Jahre (gerade Jahreszahl) feiert die Schützengesellschaft 1701 Viesebeck ihr Schützen- und Britzefest.
  • Mai: Traditionelles Schützenfest in Wenigenhasungen der seit 1724 bestehenden Schützenbruderschaft. Die Schützenbrüder marschieren im schwarzen Anzug mit Zylinder. Am „Vatertag“ beginnen die Festivitäten und am Samstag und Sonntag darauf wird das traditionelle Schützenfest gefeiert.
  • Mai: Johannifest in der Innenstadt von Wolfhagen am dritten Wochenende
  • April: Kirmes in Istha: Bekanntes Volksfest vom 25. bis 28. April
  • Juni: Kulturzelt Wolfhagen
  • 17. Juni: Hugenottenfest in Leckringhausen mit Andacht in der Kirche und Beisammensein am Hugenottenstübchen
  • Juli: Wolfhager Viehmarkt (immer am dritten Wochenende; „Heiliger Abend“ am Donnerstag; Viehprämierung am Freitag; Festzug am Sonnabend, Höhenfeuerwerk zum Abschluss am Sonntag)
  • September: traditionelles Kartoffelfest im Ortsteil Bründersen am ersten Wochenende und Michaelisfest in der Innenstadt von Wolfhagen am zweiten Wochenende
  • Dezember: Eröffnung der Aktion Brot für die Welt durch ein Gemeindefest im evangelischen Gemeindezentrum am ersten Sonntag im Advent
  • Dezember: Adventsmarkt

Ausflugsziele der näheren Umgebung[Bearbeiten]

Popkultur[Bearbeiten]

In den 1990er Jahren gab es in Wolfhagen zahlreiche Punkrock-Bands wie Swoons oder Lost Lyrics. Der englische Radio-DJ John Peel spielte 1992 die Swoons auf dem Soldatensender BFBS und verlas einen Brief der Plattenfirma, in dem Wolfhagen als "europäisches Seattle" bezeichnet wurde. Seattle ist die Heimatstadt von Nirvana und anderer Grunge-Bands, die in den frühen 1990er Jahren sehr populär waren.[58] Auch gibt es mehrere Regionalsampler, die sich mit der Musikszene der Stadt beschäftigen.[59] Andere Musiker aus der Wolfhager Bandszene wirkten bzw. wirken unter anderem bei Stereo Total, Bates, Dog Food Five, Hara-Kee-Rees und King Khan & his Shrines mit.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

  • Schmandenstipp: In Speck gebratene Zwiebeln, die mit kaltem Schmand gegessen werden.
  • Arbeten un Lompen (Erbsen und Lumpen): Eine Fleischsuppe mit unverkochten Erbsen und Griesklößchen.
  • Wulfhäjer Zwieback, früher in der Region bekannt als die „Echten ut Wulfhagen“: Ein Gebäck aus Mehl, Milch, Zucker und Hefe.
  • Ansonsten spielen typische Gerichte der Region wie Spannschlauch, Speckkuchen, Storzenieren, Weckewerk, Schmandkuchen, Kasseler Grüne Sauce und Ahle Wurst eine große Rolle in der traditionellen Küche.

Dialekt[Bearbeiten]

Durch das Wolfhager Land hindurch zieht sich die Benrather Linie. Das Wulfhäjer Platt gehört dabei zu den ostwestfälischen Dialekten des Niederdeutschen, gekennzeichnet durch häufige Diphthongierungen. „Muott datt sin? Geyt dat good upp Duere? Wo sall datt engen? Dösse Froogen möchten doch erlauwet sinn.“[60] („Muss das sein? Geht das auf Dauer gut? Wo soll das enden? Diese Fragen möchten doch erlaubt sein.“) Im Lauf des 20. Jahrhunderts hat sich das Wolfhager Platt durch die vielen in Kassel arbeitenden Pendler jedoch im Alltag immer mehr mitteldeutschen Dialekten angenähert und wird heute kaum noch verwendet zu Gunsten eines oft eher mitteldeutsch-fränkisch gefärbten Hochdeutschs. Nach wie vor gilt aber: Der Name Wolfhagen wird auf der ersten Silbe betont und es heißt Wolfhager (platt: Wulfhäjer), nicht Wolfhagener.

Sonstiges[Bearbeiten]

In der ehemaligen Sandgrube im Wolfhager Stadtwald wurden Fußabdrücke von frühen Dinosauriern gefunden. Zwei der Saurier, Protochirotherium Wolfhagense und Palaeochirotherium Macrodactylum wurden hier erstmals entdeckt.[61] Einige der Spuren sind im Wolfhager Museum zu besichtigen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Wolfhagen gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Reinhard von Dalwigk Raubritter. Amtmann in Wolfhagen von 1459 bis 1461
  • Peter Wertheim alias Peter Wirtheim oder Peter Noyen. Evangelischer Theologe. Pfarrer in Wolfhagen ab 1538
  • Hans Staden Reiseschriftsteller. Lebte um 1557 in Wolfhagen
  • Ludwig Grimm Maler. Als Leutnant 1814 in Wolfhagen stationiert
  • Karl Lyncker Historiker und Sagensammler. Zwischen 1838 uns 1844 Schreiber beim Wolfhager Justizamt
  • Christian Möller Theologieprofessor. Pfarrer in Wolfhagen von 1968–1972
  • Jochen Behle Skisportler und Trainer. Als Soldat in Wolfhagen stationiert
  • Walter Lübcke Landtagsabgeordneter und seit 2009 Regierungspräsident in Kassel

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wolfhagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Wolfhagen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. siehe: August Straub: Nordhessen. Das Bergland von Niederhessen. Nürnberg 1969. S.91
  3. siehe: Paul Görlich: Wolfhagen Geschichte einer nordhessischen Stadt. Kassel 1980. S.18.
  4. siehe Görlich 1980.S.20.
  5. Gustav Siegel: Geschichte der Stadt Wolfhagen in Hessen. Wolfhagen 1929. S.1.
  6. siehe: Siegel. S.2.
  7. siehe: Görlich. S. 315.
  8. http://regiowiki.hna.de/Hermann_Neumeyer
  9. siehe: Görlich.S.31.
  10. siehe: Görlich. S.19.
  11. siehe: Görlich. S.29.
  12. siehe: Siegel. S.15.
  13. siehe: http://www.hna.de/nachrichten/kreis-kassel/wolfhagen/kirche-schon-anna-1467148.html
  14. siehe: Karl Hühnermund: Wolfhagen im Wandel der Geschichte. In: Magistrat der Stadt Wolfhagen (Hrsg.): 750 Jahre Wolfhagen. Wolfhagen 1981. S.27.
  15. siehe: Hühnermund: S.26.
  16. Siehe: Hühnermund. S.32.
  17. siehe: Görlich, S. 34.
  18. siehe: Görlich, S. 44.
  19. siehe: Görlich, S. 52.
  20. siehe: Siegel. S.15.
  21. siehe: Görlich, S. 46.
  22. siehe: Görlich. S.55.
  23. siehe: Görlich. S.57.
  24. siehe: Görlich. S.73.
  25. siehe: Görlich. S.76.
  26. siehe: Görlich. S.84f.
  27. siehe: Görlich. S.98ff.
  28. Siehe: Hühnermund. S.29.
  29. siehe: Hühnermund. S.29.
  30. siehe: Görlich. S.125.
  31. siehe: Görlich, S. 138f.
  32. siehe: Wilhelm G. Winter: Die Gebietsreform von 1971/72 und die Neugliederung des Wolfhager Raums In: Magistrat der Stadt Wolfhagen (Hrsg.): 750 Jahre Wolfhagen. Wolfhagen 1981. S.34.
  33. Siehe: Hühnermund. S.30.
  34. Siehe: Winter, Gebietsreform. S.34.
  35. siehe: Görlich. S.165.
  36. siehe: Görlich. S.161f.
  37. siehe: Görlich. S.164.
  38. siehe: Görlich. S.169.
  39. [www.alemannia-judaica.de/wolfhagen_synagoge.htm Wolfhagen in www.alemannia-judaica.de]
  40. Siegel, S. 23.
  41. siehe: Siegel. S. 24.
  42. Siegel, S. 23.
  43. Görlich, S. 345.
  44. Siegel, S. 24.
  45. Görlich, S. 345.
  46. Görlich, S. 345.
  47. Siegel, S.24.
  48. Görlich, S. 109.
  49. Görlich, S. 347.
  50. Görlich, S. 160.
  51. Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die Judendeportationen, Wiesbaden 2005, S. 211 ff.
  52. Michael Dohrs: Jüdische Opfer der Nazi-Zeit aus den Gemeinden der Altkreise Hofgeismar, Kassel, Wolfhagen. In: Kreisausschuss des Landkreises Kassel (Hrsg.): Jahrbuch '88 Landkreis Kassel, Kassel 1988, S. 115.
  53. http://www.hna.de/lokales/wolfhagen/kann-moellerick-werden-ehrenbuerger-2734731.html
  54. Übersicht über den Bestand "Stadtarchiv Wolfhagen" Hessisches Archiv-Dokumentations- und Informations-System. Abgerufen am 18. Juli 2011
  55.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 411.
  56. Wahlergebnis auf hsl.de
  57. Das historische Rathaus
  58. Tracklist BFBS, 31. Januar 1993 (abgerufen am 16. Oktober 2012)
  59. WOH Diskographie: Sampler abgerufen am 16. Oktober 2012
  60. Wilhelm G. Winter: Muott datt sinn? Wolfhager Plattdeutsch. In: Magistrat der Stadt Wolfhagen (Hrsg.): 750 Jahre Wolfhagen. Wolfhagen 1981. S.73.
  61. http://www.hna.de/nachrichten/kreis-kassel/wolfhagen/geologen-finden-einem-steinbruch-wolfhager-stadtwald-bisher-unbekannte-saurierfaehrten-2293274.html