Wolford

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Dieser Artikel beschreibt den Textilhersteller. Zu anderen Bedeutungen siehe Wolford (Begriffsklärung)
Wolford AG
Logo von Wolford
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000834007
Gründung 1950
Sitz Bregenz
Leitung Axel Dreher (COO/CTO, Mitglied des Vorstandes) und Thomas Melzer (CFO, Mitglied des Vorstandes)
Mitarbeiter 1.606 [1]
Umsatz 156,47 Mio. Euro (2012/13)
Branche Textil
Website www.wolford.com

Die Wolford AG mit Hauptsitz in Bregenz am Bodensee ist ein österreichischer Hersteller von Textilien im obersten Preissegment mit Schwerpunkt auf Strumpfhosen und Bodys, vertreibt aber auch Damenoberbekleidung, Unterwäsche und Accessories. Durch Umsatzzuwächse mit diesen relativ neuen Produktsparten konnte sie im Jahr 2006 den Turnaround schaffen.

Insgesamt verfügte die Wolford-Gruppe per Ende April 2013 über 267 Boutiquen, davon 181 eigene und 86 von Partnern geführte.[2]

Bekannt ist der Hersteller durch seine Nahtlosprodukte wie Strumpfhosen, aber auch durch seine Zusammenarbeit mit Fotografen wie Helmut Newton und Designern wie Karl Lagerfeld oder Vivienne Westwood.

Im Geschäftsjahr 2012/13 (1. Mai 2012 – 30. April 2013) erwirtschaftete das seit 1995 an der Wiener Börse notierte Unternehmen mit rund 1.600 Beschäftigten einen Umsatz von 156,47 Mio. Euro.

Geschichte[Bearbeiten]

Wolford wurde 1950 als Marke von dem Industriellen Reinhold Wolff aus Vorarlberg und dem Einzelhandelsunternehmer Walter Palmers (* 1903; † 1983) aus Wien registriert. Mit gebrauchten amerikanischen Cottonmaschinen wurde erstmals die Polyamid-Faser zu Strümpfen verarbeitet.

1964 startete das Unternehmen neben ihrem Kerngeschäft mit Pullovern die Produktion von Damenoberbekleidung und es wurde in Schoppernau ein Produktionszweigbetrieb eröffnet.[3] 1968 wurde mit der Produktion der damals modernen und neuartigen halterlosen Strümpfe mit verstellbarem Gummiband ohne im Nachhinein durchschlagenden kommerziellen Erfolg begonnen.

Die erste ausländische Niederlassung wurde 1971 in St. Margrethen in der Schweiz eröffnet, in Deutschland vier Jahre später in München. Heute gibt es 16 Tochtergesellschaften.[4]

Wolford-Filiale in Wien (Schwechat)
Wolford-Filiale in New York

Mit „Miss Wolford“ kam 1977 die erste transparente Stützstrumpfhose auf den Markt.

In den 1980er Jahren brachte Wolford in Zusammenarbeit mit Chantal Thomas die erste elastische Spitzenstrumpfhose mit dem typischen Schleifendesign der Künstlerin auf den Markt.

Anfang der 1990er Jahre wurden die ersten Bodys ohne Seitennähte angeboten und Ende der 1990er Jahre wurden unter der Bezeichnung „Waist socks“ auch Strumpfhosen für Männer in das Sortiment aufgenommen. Die Produktion und deren Vertrieb wurden aber wegen Erfolglosigkeit bereits wieder eingestellt. Die Produktgruppe Bodywear wurde um meist nahtlose Wäsche erweitert.

Am 14. Februar 1995 ging der Hersteller mit der „Lady Aktie“ in Wien und Paris an die Börse. Die Aktie erreichte Anfang 2007 mit fast 40 Euro an der Börse in Frankfurt am Main das Allzeithoch und verlor danach bis Ende 2008 über 75 % ihres Wertes und notierte nur noch mit knapp über 10 Euro pro Aktie.[5] Infolge der Entwicklungen erlitt Wolford einen Gewinneinbruch, weiters stieg der Verschuldungsgrad von 38,2 % (2007) auf 51,4 % (2008).[6]

Seit Anfang 2006 hat Wolford sein Kerngeschäft, die Herstellung von Strumpfhosen, nochmals erweitert. Neben Strumpfhosen und Body- sowie Swimwear sind seither auch Damenoberbekleidung wie Hosen, Röcke, Kostüme, Pullover und Mäntel in den Regalen.

Die Wolford AG in Bregenz hat per 10. Juli 2007 sämtliche Anteile der Gesellschaft Wolford Belgium N.V. in Kontich übernommen.[4]

Seit längerem legt die Firma Wolford besonderes Augenmerk auf den Bereich „Ready-to-wear“, um die Marktposition des Luxuslabels international zu stärken. Im Bereich körperformenden, sogenannten „Shaping“-Produkten konnte Wolford 2010/2011 ein Wachstum verzeichnen.[7]

Am 7. September 2013 verstarb die langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Theresa Jordis.

Hauptsitz der Firma Wolford in Bregenz (Panoramabild)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Index-Kurslisten
  2. aktienportal.at
  3. WIE ALLES BEGANN... Wolford – Geschichte
  4. a b Generalimporteur für Luxemburg und Belgien
  5. Kursverlauf von Wolford
  6. Wolford erlitt zum Halbjahr Gewinneinbruch (Wirtschaftsblatt vom 19. Dezember 2008)
  7. Wolford AG: Umsatz und Ergebnis 1. bis 3. Quartal 2011/12 auf DGAP.de vom 16. März 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wolford – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien