Wolfpassing

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der niederösterreichischen Gemeinde Wolfpassing im Bezirk Scheibbs.

Für die niederösterreichische Katastralgemeinde Wolfpassing der Gemeinde Hochleithen siehe Wolfpassing an der Hochleithen.
Für die niederösterreichische Katastralgemeinde Wolfpassing im Bezirk Tulln siehe Zeiselmauer-Wolfpassing.
Für den ehemaligen Ort Wolfpassing in der Katastralgemeinde Seitzersdorf-Wolfpassing der Marktgemeinde Hausleiten siehe Seitzersdorf-Wolfpassing

Wolfpassing
Wappen von Wolfpassing
Wolfpassing (Österreich)
Wolfpassing
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Scheibbs
Kfz-Kennzeichen: SB
Fläche: 20,29 km²
Koordinaten: 48° 5′ N, 15° 4′ O48.07777777777815.063888888889296Koordinaten: 48° 4′ 40″ N, 15° 3′ 50″ O
Höhe: 296 m ü. A.
Einwohner: 1.505 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 74 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3261
Vorwahl: 07488
Gemeindekennziffer: 3 20 18
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schlossstraße 9
3261 Wolfpassing
Website: www.wolfpassing.gv.at
Politik
Bürgermeister: Josef Sonnleitner (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
13 ÖVP, 3 FPÖ, 3 SPÖ
Lage der Gemeinde Wolfpassing im Bezirk Scheibbs
Gaming Göstling an der Ybbs Gresten Gresten-Land Lunz am See Oberndorf an der Melk Puchenstuben Purgstall an der Erlauf Randegg Reinsberg (Niederösterreich) Scheibbs St. Anton an der Jeßnitz St. Georgen an der Leys Steinakirchen am Forst Wang Wieselburg Wieselburg-Land Wolfpassing NiederösterreichLage der Gemeinde Wolfpassing im Bezirk Scheibbs (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Schloss Wolfpassing
Schloss Wolfpassing
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Wolfpassing ist eine Gemeinde mit 1505 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Wolfpassing ist ein Gassengruppendorf in der Niederung der Kleinen Erlauf und gehört zum Mostviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 20,31 Quadratkilometer. 16,68 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 16 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Buch (63)
  • Dörfl (20)
  • Etzerstetten (114)
  • Figelsberg (24)
  • Fischerberg (34)
  • Hofa (26)
  • Keppelberg (16)
  • Klein-Erlauf (93)
  • Krottenthal (42)
  • Linden (15)
  • Loising (75)
  • Stetten (98)
  • Thorwarting (32)
  • Thurhofglasen (21)
  • Wolfpassing (418)
  • Zarnsdorf (385)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Buch, Etzerstetten, Wolfpassing und Zarnsdorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. Wolfpassing wurde im 10. oder 11. Jahrhundert gegründet und war im Besitz der gleichnamigen Herrschaft. Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs. 1848 kam es zur Auflösung der Grundherrschaft, die Gemeinde Wolfpassing entstand. 1970 wurden die Gemeinden Buch, Etzerstetten und Zarnsdorf eingemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1301 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 1321 Einwohner, 1981 1268 und im Jahr 1971 1208 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
67,00 %
(-3,03 %p)
18,05 %
(+12,23 %p)
14,96 %
(+3,98 %p)
keine
(-13,17 %p)
Sonst.
2005

2010


Der Gemeinderat hat 19 Sitze, Bürgermeister der Gemeinde ist Josef Sonnleitner.

Bei der Gemeinderatswahl 2005 erreichte die ÖVP 14, die SPÖ und die Überparteiliche Liste Wolfpassing (LW) je zwei und die FPÖ 1 Mandat. Bei der Gemeinderatswahl 2010 verlor die ÖVP einen Sitz, die SPÖ gewann einen und die FPÖ zwei Sitze. LW trat nicht mehr an.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wolfpassing

Schloss Wolfpassing[Bearbeiten]

Das Schloss befindet sich am östlichen Ortsrand des Dorfes und ist eine barocke Vierflügelanlage mit einem Arkadenhof und vorgestellten Ecktürmen. Durch Freiherr von Geymann erfolgte um 1690/1700 ein Ausbau, der den jetzigen Zustand weitgehendst widerspiegelt. Von 1834 bis 1910 war das Schloss im kaiserlichen Besitz und kam anschließend in Staatsbesitz.

Von 1928 bis 1930 erfolgte eine Adaptierung für die Unterbringung der neu gegründeten Molkereifachschule.[3] Im Zuge der Privatisierung der Bundesanstalt für Milchwirtschaft und Gründung des Lebensmitteltechnologischen Zentrums Wolfpassing (LMTZ) 2002 wurde 2004 LMTZ Wolfpassing geschlossen.[4] Von Mitte 2009 bis Mitte 2013 war im Schloss die Lernwelt Wolfpassing, eine katholische Bildungseinrichtung, untergebracht.[5][6]

"Führerglocke"[Bearbeiten]

Anlässlich des Verkaufs des Schlosses durch die Bundesimmobiliengesellschaft an einen Linzer Unternehmer wird 2013 im Glockenturm eine Glocke entdeckt. Der Widmungstext unter dem Hakenkreuz lautet:

Am 11.3.1938 befreite der Einiger und Führer aller Deutschen Adolf Hitler die Ostmark vom Joche volksfremder Bedrückung und führte sie heim ins Großdeutsche Reich.[7]

Diese Glocke wurde 1939 aus dem Metall einer 1935 für den ermordeten Dollfuß gestifteten Glocke gegossen. Laut Bundesdenkmalamt unterliegt diese Glocke als Zubehör dem Denkmalschutz und bietet an, eine mahnende Tafel anzubringen.[8] Gegen die BIG wurde Anzeige "wegen Verdachts der Verbreitung von nationalsozialistischen Gedankengut" eingebracht.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 30, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 111. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 634. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 49,73 Prozent.

2010 wurde, in enger Zusammenarbeit mit dem Gemeindeverband des IKB (Interkommunales Betriebsgebiet Kleines Erlauftal, eine Kooperation der 6 Gemeinden Wolfpassing, Steinakirchen, Gresten, Gresten-Land, Reinsberg, Wang) und der Raiffeisenbank Region Eisenwurzen der Ecoplus Wirtschaftpark Wolfpassing gegründet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wolfpassing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Endergebnis der Gemeinderatswahl 2010
  3. Bundesdenkmalamt (Hg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Topographisches Denkmälerinventar. Niederösterreich südlich der Donau, Teil 2, M bis Z. Verlag Berger, Horn/Wien 2003. ISBN 3-85028-365-8. Seiten 2722.
  4. LMTZ: Privatisierung und Gründung des Lebensmitteltechnologischen Zentrums Wolfpassing (LMTZ); abgerufen am 17. Sep. 2012
  5. Lernwelt Wolfpassing; abgerufen am 17. Sep. 2012
  6. Kein Happy End vor Schulstart: Private Reformschule findet kein Ersatzquartier; abgerufen am 13. März 2014
  7. a b derstandard.at 28. Juni 2013: Niederösterreichische "Führerglocke" wird ein Fall für Juristen mit Foto, abgerufen am 9. Juli 2013
  8. http://noe.orf.at/news/stories/2591463/ „Führerglocke“ im Schloss muss bleiben, ORF.at vom 3. Juli 2013