Wolfram P. Kastner

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Wolfram P. Kastner (* 1947 in München) ist ein deutscher Künstler, dessen Arbeiten und Aktionen meist politische und historische Themen aufgreifen, insbesondere die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland und Österreich. Gleichrangig stehen Malerei und Zeichnung, Fotoserien, Installationen und Objekte im Mittelpunkt seiner Arbeit.

Leben[Bearbeiten]

Kastner studierte von 1966 bis 1972 an der Akademie der Bildenden Künste bei Franz Nagel und Robert Jacobsen sowie an der Universität München.

"Die Spur der Bücher", eine seiner bekanntesten Aktionen, erinnert an die Bücherverbrennung 1933 in Deutschland. Seine Aktionen rufen regelmäßig sowohl Bewunderung und Anerkennung, als auch Konflikte mit der Verwaltung, der Polizei und Justiz hervor.[1]

Kastner gehört dem wissenschaftlichen Beirat der religionskritischen Giordano Bruno Stiftung an.[2]

Kastner lebt und arbeitet in München.

Ausstellungen[Bearbeiten]

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1980: Galerie Klaus Lea, München
  • 1981: Sisyphos streikt, Galerie van de Loo, München
  • 1982: Politische Grafik, Kunstverein Erlangen
  • 1985: Galerie Wolfgang Gmyrek, Düsseldorf[3]
  • 1991: Flags und A Shadow of Beauty, Verein für Original-Radierung, München
  • 1994: realitäten, Galerie 5020, Salzburg
  • 1994: Container Ordnung, Kunstverein, München
  • 1995: Vergessen - eine Straße, mit F. Kochseder, München und Dachau
  • 1996: wie Gras über die Geschichte wächst, gezeigt im Haus der Kunst, München, sowie in Wuppertal
  • 1998: Brandspur Heidelberg, Kunstverein Heidelberg
  • 1998: Brandspur Mannheim, Mannheimer Kunstverein
  • 1999–2000: SSehStörung, gezeigt in der Galerie 5020, Salzburg sowie im Europäischen Parlament, Strassburg
  • 2000: Positionen zeitgenössischer Kunst zur Erinnerung, Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz
  • 2000 SäulenOrdnung, Artothek München
  • 2000 Schicksal (un)bekannt (mit Christian Lehsten), Christuskirche München und KZ-Gedenkstätte Dachau
  • 2001 Rückgabe, Galerie 5020, öffentlicher Raum in Salzburg mit Martin Krenn
  • 2003 BunkerOrdnung Kunstbunker Tumulka, München
  • 2003 (Un)freiwillig komisch, Karl-Valentin-Museum, München

Teilnahme an Gruppenausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1982: Neuerwerbungen, Lenbachgalerie
  • 1988: Die Freiheit erhebt ihr Haupt, Kunstverein München
  • 1991: Fahne, Kunstverein Landau, Kaiserslautern, Frankfurt/Oder, Wroclaw u.a.
  • 1996–98: An der Grenze des Erlaubten (Kunst und Zensur), Universitätskulturzentrum Klagenfurt, Graz, Innsbruck, Linz, Salzburg u.a.
  • 1998: Zeitgenössische Kunst, Erwin von Kreibig-Museum, München
  • 2000: vor mehr als einem halben Jahrhundert – Positionen zeitgenössischer Kunst zur Erinnerung, Landesgalerie im Oberösterreichischen Landesmuseum, Linz[4]
  • 2001: unmögliche Kunst Maximilianeum München (kuratiert zusammen mit Günther Gerstenberg)

Aktionen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1982: Abrüstungs-Rüstungskonversion, Gestaltung einer Werbewand an der Bundeswehrhochschule, Neubiberg.
  • 1986: Denk-Loch, Kunstaktion Kurt Eisner, mit E. Zylla.
  • 1987: Künstler gegen Volkszählung, Gestaltung einer Plakatwand in München Schwabing.
  • 1988: Stein des Anstoßes, Kunstaktion mit Errichtung eines Denksteins, Polizeiaktion, Beschlagnahme und Ermittlung durch den Staatsanwalt.
  • 1993: Nur der Wachmann schaut zu, Kunstaktion im Justizgebäude in München (die Todesurteile gegen Mitglieder der "weißen Rose" wurden dort gefällt) mit Unterbrechung durch 6 Justizbeamte, seitdem eine bronzene Gedenktafel, am Hauptportal.
  • 1993: Wir erinnern, Performance zur Erinnerung an die Pogrome vom 9. November 1938 in der F, mit Beendigung durch die Polizei und Ermittlung durch den Staatsanwalt.
  • 1994: schwarzes blut, Erinnerungsperformance für Gustav Landauer
  • 1995: Weiße Fahne, Tag der Befreiung, Marienplatz, München.
  • 1995: Brandfleck, Erinnerung an die Bücherverbrennung auf dem Münchner Königsplatz. (Die Aktion wurde 2013 wiederholt, nachdem frühere Forderungen des Künstlers nach einer Erneuerung des Brandflecks abgelehnt worden waren.) [5][6][7]
  • 1999: ElserSpuren, Hinzufügung des Namens von Georg Elser auf einem 1969 von Leo Kornbrust geschaffenen und 1996 im Münchener Hofgarten aufgestellten Granitwürfel zum Gedenken der Widerstandsgegner des NS-Regimes[8]
  • 2006: Scherenschnitt, Aktion am 1. November am Salzburger Kommunalfriedhof mit Scherenschnitt der SS-Kranzschleife.
  • 2006: Weg mit dem Konkordat, eine Aktion von W. P. Kastner mit Georg Ledig, Abbruch durch Staatsschutz und Ermittlung durch den Staatsanwalt, Freispruch am Verwaltungsgericht München.
  • 2013: Würdigung und Rehabilitation der in Eichstätt unschuldig wegen „Hexerey“ Ermordeten, Schreiben vom 25. März 2013 an Bischof Gregor Maria Hanke Eichstätt
  • 2013: Projekt Weiße Koffer zur Erinnerung an jüdisches Leben in Neuhausen[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Florian Klenk: Wolfram P. Kastner – Ein bayerischer Künstler wird bestraft, weil er einen Kranz der SS beschädigte. In: Die Zeit, Ausgabe 11/2006. Online verfügbar (Abgerufen am 30. Juni 2008)
  2. http://www.giordano-bruno-stiftung.de/Stiftung/gremien.html
  3. Liste der Ausstellungen (Abgerufen am 30. Juni 2008)
  4. ...vor mehr als einem halben Jahrhundert. Landesgalerie Oberösterreich im Oberösterreichischen Landesmuseum. 20. Januar – 5. März 2000. Katalog erschienen bei Verlag Publication P No 1, Weitra 2000. ISBN 3-85474-046-8.
  5. Helga Pfoertner: Mit der Geschichte leben. Bd. 1, Literareron, München 2001, ISBN 3-89675-859-4, S. 27-30 (PDF; 1,1 MB)
  6. Beschluss der Vollversammlung des Stadtrats vom 19.03.2003 (PDF; 73 kB)
  7. Erinnerung an die Bücherverbrennung. In: abendzeitung-muenchen.de. 10. Mai 2013, abgerufen am 10. Oktober 2013.
  8. Kunstaktion "ElserSpuren" von Wolfram P. Kastner auf georg-elser-arbeitskreis.de. Abgerufen am 12. Juni 2014.
  9. weissekoffer.de