Wolfram von Soden
Wolfram Freiherr von Soden (* 19. Juni 1908 in Berlin; † 6. Oktober 1996 in Münster) war einer der bedeutendsten deutschen Altorientalisten.
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[Bearbeiten] Leben und Werk
Von Soden studierte bei Benno Landsberger und promovierte 1931 mit einer Arbeit zum Thema „Der hymnisch-epische Dialekt des Akkadischen “. 1936 wurde er – gerade erst 28jährig – als Extraordinarius für Assyriologie und Arabistik an die Universität Göttingen berufen. Während sein alter Lehrer Landsberger aufgrund der nationalsozialistischen Rassenpolitik Deutschland verlassen musste, trat von Soden 1934 der SA bei. Der NSDAP trat er nicht bei, wurde aber 1944 automatisch mit den bis dahin noch nicht der Partei angehörenden SA-Mitgliedern in die Partei überführt.[1] Die nationalsozialistische Wissenschaftspolitik unterstützte er mit Werken wie „Der Aufstieg des Assyrerreichs als geschichtliches Problem“ (1937) und „Arabische wehrsprachliche Ausdrücke“ (1942). Von Soden befand sich von 1939 bis 1945 im Kriegsdienst, zumeist als Übersetzer. Einem Ruf an die Berliner Friedrich-Wilhelm-Universität (Universität Berlin) Anfang 1940 auf den vakanten Lehrstuhl für Altorientalische Philologie konnte er darum nicht folgen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde von Soden als Vorbelastetem der Wiedereintritt in den Lehrbetrieb verwehrt. Aufgrund seiner außerordentlichen Fähigkeiten und weil sein früherer Lehrer Benno Landsberger sich aus den USA für ihn einsetzte, wurde er 1954 nach Wien berufen. 1961 ging er nach Münster, wo er als Direktor des altorientalischen Seminars bis zu seiner Emeritierung 1976 lehrte. Seine wissenschaftliche Fachbibliothek hinterließ er 1996 dem sich damals im Aufbau befindlichen Institut für Altorientalistik an der Universität Leipzig, dem Ort, wo sein Lehrer Landsberger lange Zeit gewirkt hatte.
Von Sodens Einlassung auf die nationalsozialistische Wissenschaft zeigt sich vor allem in einer Höherbewertung indogermanischer Kultureinflüsse im Alten Orient gegenüber semitischen. Davon abgesehen bleibt sein wissenschaftliches Werk unbestritten. Werke wie „Grundriss der akkadischen Grammatik“ und „Akkadisches Handwörterbuch“ sind bis heute in der Forschung nicht zu ersetzen und zeugen von Wolfram von Sodens hoher Gelehrsamkeit. Neben Gelehrten wie Friedrich Delitzsch, Adam Falkenstein, Benno Landsberger und Dietz-Otto Edzard gehört er zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Altorientalistik.
[Bearbeiten] Schriften
- Das akkadische Syllabar, Pontificium Institutum Biblicum, Rom 1948 (4. Auflage, Rom 1991)
- Grundriss der akkadischen Grammatik, Pontificium Institutum Biblicum, Rom 1952
- Sumerische und akkadische Hymnen und Gebete (mit Adam Falkenstein), Artemis, Zürich-Stuttgart 1953
- Akkadisches Handwörterbuch, 3 Bände, Harrassowitz, Wiesbaden 1959-1982
- Einführung in die Altorientalistik, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1985 (Orientalistische Einführungen in Gegenstand, Ergebnisse und Perspektiven der Einzelgebiete) ISBN 3-534-07627-3
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
Paul Haupt (1883–1889) | Wolfram von Soden (1936–1940) | Adam Falkenstein (1940–1949) | Rykle Borger (1962–1994) | Brigitte Groneberg (1999–2010) | Annette Zgoll (seit 2008)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Soden, Wolfram von |
| ALTERNATIVNAMEN | Soden, Wolfram Freiherr von (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Altorientalist |
| GEBURTSDATUM | 19. Juni 1908 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 6. Oktober 1996 |
| STERBEORT | Münster (Westfalen) |