Wolframs-Eschenbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wolframs-Eschenbach
Wolframs-Eschenbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wolframs-Eschenbach hervorgehoben
49.22638888888910.723055555556442Koordinaten: 49° 14′ N, 10° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Wolframs-Eschenbach
Höhe: 442 m ü. NHN
Fläche: 25,47 km²
Einwohner: 2817 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91639
Vorwahl: 09875
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 229
Stadtgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Wolfram-v.-Eschenbach-Platz 1
91639 Wolframs-Eschenbach
Webpräsenz: www.wolframs-eschenbach.de
Erster Bürgermeister: Michael Dörr (CSU)
Lage der Stadt Wolframs-Eschenbach im Landkreis Ansbach
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Über dieses Bild

Wolframs-Eschenbach, bis 1917 Obereschenbach, ist eine Stadt im Landkreis Ansbach, Mittelfranken und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Wolframs-Eschenbach.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt unweit des Fränkischen Seenlandes an der Burgenstraße.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Seit der Gebietsreform in Bayern 1972 gehören offiziell zehn Ortsteile zur Stadt Wolframs-Eschenbach[2], daneben gibt es noch eine Mühle:

Geschichte[Bearbeiten]

Wolfram von Eschenbach, Autorbild als Ritter im Codex Manesse

Um 1212/1220 wurde Obereschenbach (seit 1917 Wolframs-Eschenbach) von den Wertheimer Grafen als Geschenk an den Deutschen Orden übergeben. Ab diesem Zeitpunkt nimmt der Deutsche Orden eine beträchtliche Rolle in der Geschichte von Eschenbach ein. Er herrschte über 600 Jahre über die Stadt. Eschenbach lag an einer wichtigen Handelsstraße und wurde nach einiger Zeit zum regionalen Handelsplatz sowie zu einem weltlichen und geistlichen Zentrum. Kaiser Ludwig der Bayer verlieh dem Ort am 18. Dezember 1332 das Stadtrecht.

Von 1500 bis 1806 gehörte die Stadt zum Fränkischen Reichskreis, denn die Deutschordensballei Franken wurde in diesen Reichskreis eingegliedert.

Obwohl die Aufhebung des Deutschen Ordens durch ein Dekret Napoleons I. erst 1809 erfolgte, hatte Bayern bereits 1806 im Zuge der Aufhebung ritterschaftlicher Güter die Kommende Ellingen mit dem Amt (Wolframs-)Eschenbach eingezogen.

Am 19. Juli 1917 wurde die Stadt auf Betreiben von Prälat Dr. Johann Baptist Kurz (18. Mai 1881 – 18. Februar 1968)[3] durch ein Dekret von König Ludwig III. von Bayern von „Obereschenbach“ in „Wolframs-Eschenbach“ umbenannt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Reutern eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam ein Teil der Gemeinde Gerbersdorf (Waizendorf) hinzu.[4] Biederbach und Selgenstadt folgten am 1. Mai 1978.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Stadt Wolframs-Eschenbach mit eingemeindeten Ortsteilen:

  • 1939: 1427 Einwohner
  • 1950: 2114 Einwohner
  • 1961: 1997 Einwohner[5]
  • 1970: 2018 Einwohner[5]
  • 1979: 2019 Einwohner
  • 2002: 2927 Einwohner
  • 2008: 2870 Einwohner
  • 2011: 2848 Einwohner

Stadt Wolframs-Eschenbach ohne eingemeindete Ortsteile:

  • 1910: 0966 Einwohner[6]
  • 1933: 1039 Einwohner
  • 1939: 0981 Einwohner[7]
  • 1961: 1520 Einwohner[5]
  • 1970: 1531 Einwohner[5]

Religionen[Bearbeiten]

Die katholische Münsterpfarrei Wolframs-Eschenbach gehört zum Dekanat Herrieden innerhalb des Bistums Eichstätt. Derzeitiger Pfarrer ist Jochen Scherzer.[8]

In der Stadt Wolframs-Eschenbach leben 1786 Katholiken mit Hauptwohnsitz (Stand: 1. Dezember 2010). Zur Pfarrei gehören auch 467 katholische Christen in der Nachbarstadt Merkendorf. Für sie finden monatliche Sonntagsgottesdienste in der dortigen evangelischen Friedhofskapelle St. Johannes statt.

Die Wolframs-Eschenbacher Stadtpfarrkirche (auch Liebfrauenmünster genannt) ist der Himmelfahrt Mariens geweiht. Daneben gibt es im Friedhof die St. Sebastianskirche aus dem frühen 16. Jahrhundert (später im Stil des Rokoko umgestaltet). Im Ortsteil Biederbach befindet sich eine Filialkirche mit dem Patronat der Heiligen Familie.

Die ca. 500 evangelischen Christen in Wolframs-Eschenbach gehören zur evangelischen Pfarrei im 3 km entfernten Merkendorf. Für Gottesdienste in Wolframs-Eschenbach steht ihnen u.a. die katholische Friedhofskirche St. Sebastian zur Verfügung.

Eine jüdische oder muslimische Glaubenseinrichtung gibt es nicht. Die nächsten Einrichtungen finden sich in Gunzenhausen, Ansbach oder Weißenburg.

In Wolframs-Eschenbach gab es seit 1802 einen jüdischen Gebetssaal, der 1933 aufgegeben worden ist. Einige jüdische Gläubige sind über Erlangen nach Hamburg gebracht worden und emigrierten 1933/1934 in die USA, einige davon in die Neuengland-Staaten, andere nach Texas und Kalifornien.[9]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl vom 2. März 2008 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:

  • CSU/FW: 8 Stadträte
  • CWV/SPD: 6 Stadträte

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Mittelalterliche Befestigungsanlage (70er Jahre)

Museen[Bearbeiten]

  • Museum Wolfram von Eschenbach
    • Das Museum zeigt Gegenstände aus der Stadtgeschichte wie Feuerwehrutensilien, Zunfttruhen und Zinsbücher.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die mittelalterliche Stadt wird von einer vollständig erhaltenen Befestigungsanlage (Stadtmauer) umgeben mit zwei großen Tortürmen als Zugang zur Stadt. Außerdem gibt es noch den Pulverturm und den Hungerturm an der Südseite, allerdings ohne Tor.
  • Liebfrauenmünster, katholische Pfarrkirche und Grablege Wolframs von Eschenbach wurde zwischen 1220 und 1300 vom Deutschen Orden als Hallenkirche erbaut.
  • Deutschordenschloss
  • Alte Vogtei
  • Altes Rathaus
  • Hohes Haus
  • Pfründehaus
  • Haus Arche Noah
  • Unteres Stadttor
  • Oberes Stadttor
  • St. Sebastian

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Wolframs-Eschenbach

Wolframs-Eschenbach als Filmkulisse[Bearbeiten]

1974 diente Wolframs-Eschenbach als Kulisse für den Kinderfilm-Klassiker Der Räuber Hotzenplotz mit Gert Fröbe, Josef Meinrad, Rainer Basedow und Lina Carstens. Im Abspann des Films nannte Regisseur Gustav Ehmck ausdrücklich auch die Bevölkerung des Ortes als Darsteller, und der Name „Eschenbach“ wird im Film auch namentlich erwähnt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Jährlich die Verleihung des Kulturpreises des Bezirkes Mittelfranken
  • Kirchweih am 3. Sonntag im August
  • Altstadtfest (im Juli, alle 2 Jahre)
  • Sternlesmarkt (im Dezember)
  • Räuber Hotzenplotz -Fest (am ersten Sonntag im August)
  • Faschingsumzug (Januar/Februar)
  • Seit 2009 findet auf einer naheliegenden Wiese das Open-Air-Festival Echolot statt, auf welchem am ersten Samstag im September zu elektronischer Musik gefeiert werden kann.[10]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Gastronomie/Unterkünfte[Bearbeiten]

Die Gasthäuser in Wolframs-Eschenbach laden zu zahlreichen Möglichkeiten ein, die typische fränkische Küche zu erkunden (z. B. eine fränkische Brotzeit oder fränkische Bratwürste mit Sauerkraut). Mit ca. 150 bis 200 Betten in Hotels, Pensionen, Ferienhäusern und bei Privatpersonen stellt die Stadt nur eine geringe Anzahl von Übernachtungsmöglichkeiten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Dr. August Koch, Allgemeinarzt, wirkte von 1938 bis 1974 in der Stadt
  • Dr. Johann Baptist Kurz, Stiftsdekan und päpstlicher Prälat, Wolfram-Forscher
  • Josef Maget (2002)[11]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. www.bayerische-landesbibliothek-online.de
  3. Ehrenbürger Dr. Dr. Johann Baptist Kurz auf den Seiten der Stadt.
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 477.
  5. a b c d e  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 707.
  6. Gemeindeverzeichnis.de
  7. Verwaltungsgeschichte.de
  8. Pressemeldung des Bistums Eichstaett: Jochen Scherzer wird Pfarrer in Wolframs-Eschenbach
  9. Geschichte der mittelfränkischen Juden. Band I. Fürth, 2000. Sp. 778
  10. Homepage des Echolot-Festivals (History)
  11. Verleihung Ehrenbürgerwürde auf der Internet-Seite der Stadt (PDF; 151 kB)