Wolfurt
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| Wappen | Karte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| (Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria) | ||
| Bundesland | Vorarlberg | |
| Politischer Bezirk | Bregenz (B) | |
| Fläche | 10 km² | |
| Koordinaten | 47° 28′ N, 9° 45′ O47.4730777777789.7539194444444434Koordinaten: 47° 28′ 23″ N, 9° 45′ 14″ O | |
| Höhe | 434 m ü. A. | |
| Einwohner | 8154 (31. Dez. 2008) | |
| Bevölkerungsdichte | 815 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen | 6922, 6960 (Wolfurt-Bahnhof) | |
| Vorwahl | 05574 | |
| Gemeindekennziffer | 8 02 40 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung |
Schulstraße 1 6922 Wolfurt |
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| Offizielle Website | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister | Christian Natter (ÖVP) | |
| Gemeindevertretung (2005) (27 Mitglieder) |
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| Lage der Marktgemeinde Wolfurt | ||
Blick von der Langener Straße |
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Wolfurt ist eine Marktgemeinde im Bundesland Vorarlberg.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Wolfurt liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bregenz östlich des Bodensees auf 434 Metern Höhe. 23,5 % der Fläche sind bewaldet. Es existieren keine Katastralgemeinden in Wolfurt.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Wolfurt teilt seine Gemeindegrenze mit sieben anderen vorarlberger Gemeinden. Sechs dieser sieben liegen ebenso wie die Marktgemeinde im Bezirk Bregenz, eine im Bezirk Dornbirn. Es sind dies im Uhrzeigersinn (im Norden beginnend) die Bezirks- und Landeshauptstadt Bregenz, die Gemeinden Kennelbach, Buch, Bildstein und Schwarzach, die Bezirkshauptstadt Dornbirn und die Marktgemeinde Lauterach.
[Bearbeiten] Geschichte
Im Jahre 15 v. Chr. eroberten die Römer die Bodenseeregion und unterwarfen die ansässigen Kelten und Räter. Bald erbauten sie eine wichtige Militär- und Handelsstraße, die bei Wolfurt am Fuß des Steußberges die reißende Bregenzer Ach überquerte.
Um 500 errichteten die Alemannen im heutigen Gemeindegebiet zwei Höfe, den „Kellnhof“ und den „Hof zur Steig“ (später Hofsteig), die sich beide später als Markgenossenschaften weit ausdehnten und selbständige Gerichte wurden. Der Name Wolfurt taucht erstmals um 1226 als der eines reichen und kriegerischen Rittergeschlechtes auf, das großen Einfluss in Süddeutschland und in der Schweiz hatte. Neben frommen Äbten und Ordensfrauen brachten die Herren von Wolfurt auch gewaltige Krieger hervor. Die Brüder Konrad und Ulrich von Wolfurt führten ungarische Söldnerheere nach Italien. Sie schwangen sich 1349 zu Statthaltern von Neapel und Apulien auf und ließen sich später in Ungarn nieder, wo ihre Familien noch 100 Jahre lang über fünf Grafschaften regierten und ungeheure Reichtümer anhäuften. Von Ritter Konrad stammt der bekannte „Wolfurter Kelch“, den er dem Kloster Pfäfers stiftete.
Im 15. Jahrhundert starb das Geschlecht aus, die Burg Wolfurt kam als österreichisches Lehen 200 Jahre lang an die Familie Leber aus Bregenz.
Die alten Wolfurter Burgen Kuien und Veldegg sind verbrannt und verschwunden, Burg Kuien wird überwiegend dem Reich der Sagen zugeschrieben. Das Schloss Wolfurt aber wurde nach jedem Brand neu aufgebaut und gilt heute mit seinen wuchtigen Mauern als Wahrzeichen von Wolfurt, befindet sich aber in Privatbesitz.
Bei der Gründung der selbständigen Gemeinde Wolfurt im Jahre 1808 zählte Wolfurt erst 1.143 Einwohner, 1910 schon 2.265. Nun rissen aber die beiden Weltkriege und die Auswanderungswelle nach Amerika große Lücken.
Als echte Pioniere hatten das aus der Schweiz stammende Geschlecht der Zuppinger bereits vor 1900 frische Ideen, Arbeit, Geld und diversifizierte Industrialisierung nach Wolfurt/Rickenbach gebracht. Die Zuppingers betrieben Textilindustrie, eine Getreidemühle und das zu dieser Zeit erste und einzige Kühlhaus Vorarlbergs, das heute noch an gleicher Stelle in Betrieb ist. Das notwendige Eis für das Kühlhaus hatten die Zuppingers aus dem 100 Ar umfassenden Mühlteich gewonnen, der später jahrzehntelang Raststation und Heimat für seltene Vogelarten war. Die Zuppingers bauten einen wichtigen Kanal und die heutige Bahnhofstraße durch ihr zwei Quadratkilometer großes Anwesen. Im Jahr 1900 ließen sie die "Villa Zuppinger" im Jugendstil erbauen. Dieses in Wolfurt und der gesamten Region einzigartige Gebäude mit seiner Gartenanlage und seinem bemerkenswerten Baumbestand befindet sich noch heute in Familienbesitz.
Nach dem zweiten Weltkrieg war Wolfurt von 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich. Nach 1950 verwandelte sich das Bauerndorf schnell in einen Wohnort mit Hunderten von neuen Einfamilienhäusern, bald auch in eine Industriegemeinde mit leistungsfähigen Betrieben. In den Jahren 1970 bis 1982 errichteten die ÖBB in Wolfurt den modernsten Güterbahnhof Österreichs. Wegen seiner überregionalen Bedeutung wurde Wolfurt am 1. Mai 1982 zur Marktgemeinde erhoben.
Bevölkerungsentwicklung
| Volkszählung | Einwohner |
|---|---|
| 2006 | 8.072 |
| 2001 | 7.849 |
| 1991 | 7.289 |
| 1981 | 6.589 |
| 1971 | 5.740 |
Quelle: Bevölkerungsentwicklung 1869 - 2007 der Statistik Austria
Am 31. Dezember 2002 hatte die Gemeinde 8.064 Einwohner (inkl. Zweitwohnsitze). Der Ausländeranteil lag 2002 bei 12,9 %.
[Bearbeiten] Politik
Die Gemeindevertretung besteht aus 27 Mitgliedern. Nach der Gemeindevertretungswahl 2005 stehen der ÖVP 23 Mandate, der SPÖ 3 Mandate und der FPÖ 1 Mandat zu. Noch während der laufenden Legislaturperiode übernahm Christian Natter (ÖVP und Parteifreie) am 20. Mai 2009 das Amt des Bürgermeisters von seinem Parteikollegen Erwin Mohr. Die Gemeindeeinnahmen aus Steuern und sonstigen Abgaben lagen 2006 bei 9.943.932 €, die gemeindlichen Ausgaben bei 13.769.317 €. Der Schuldenstand betrug 2006 2.506.533 €.
[Bearbeiten] Sport
In Wolfurt gibt es mehrere Sportvereine, von denen in den letzten Jahren der VC Wolfurt im Volleyball der bekannteste wurde. Die Damenmannschaft spielte über mehrere Jahre in der 1. Bundesliga. Ein jährliches Highlight ist die Wolfurttrophy, ein internationales Beachvolleyballturnier mit den österreichischen Spitzenteams und Teams der World-Tour. Nach dem Beachvolleyball Grand Slam in Klagenfurt am Wörthersee ist die Wolfurttrophy das zweitgrößte Turnier Österreichs.
Der 1947 gegründete Fußballclub FC Wolfurt spielt in der vierthöchsten österreichischen Liga, der Vorarlbergliga. Im Jahr 1990 gelang dem Verein mit dem Gewinn des Vorarlberger Cups der größte Vereinserfolg.
Die Turnerschaft Wolfurt, die im Jahr 1946 gegründet worden ist, feierte 2006 das Jubiläum "120 Jahre Turnsport in Wolfurt", denn einer der heute nicht mehr existierenden Vorgängervereine (der Turnverein Wolfurt) war bereits im Jahr 1886 gegründet worden. Die Turnerschaft Wolfurt gehört heute zu den aktivsten und erfolgreichsten Vorarlberger Turnvereinen mit ca. 430 Mitgliedern (davon ca. 200 Kinder und Jugendliche).
Weitere Vereine mit nennenswerter Beteiligung sind der Rollhockeyclub, der Inlinehockeyclub Wolfurt Walkers, der Ringerverein, der Badminton-Verein, der Tennisclub der Skiverein, die Pfadfinder, sowie der Kultur- und Freizeitverein "a rovermenproduction".
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
Wolfurter Herbstmarkt
Der Wolfurter Herbstmarkt ist eine jährliche Veranstaltung in Wolfurt. Der Wolfurter Markt findet jeden Freitag von 14:00 - 18:00 statt und einmal im Jahr wird dieser Wolfurter Markt auf den Wolfurter Herbstmarkt erweitert. Das gesamte Marktareal wird vom Wolfurter Marktplatz auf die Sperrung der Kellhofstraße erweitert. Der Herbstmarkt wird mit dem Bürgermeister und dem Pfarrer von Wolfurt um 11:00 mit dem längsten Apfelstrudel der Welt, welcher jährlich von der Schwanenbäckerei Fitz gebacken wird, eröffnet. Der Markt schließt um 17:00 wieder.
Wolfurter Hallenmasters
Jährlich finden zwischen Mitte Dezember bis Mitter Januar die Wolfurter Hallenmasters statt. In der Sporthalle der Sporthauptschule Wolfurt treten die unterschiedlichsten Fußballmannschaften gegeneinander an und spielen jedes Jahr um den Hallenmasters-Titel. Der gesamte Wettbewerb wird von der Sparkassa gesponsert und die Bewirtung erfolgt durch den FC Wolfurt.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Am Ort gab es im Jahr 2003 159 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 2.733 Beschäftigten und 191 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 3.673. Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle. Der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche liegt bei 47,8 %.
In Wolfurt befindet sich ein großer Güterverschiebebahnhof der Österreichischen Bundesbahnen. Weiters beherbergt Wolfurt große Unternehmen wie zum Beispiel den Weltmarktführer im Seilbahnbau, Doppelmayr.
Am Ort gibt es (Stand Januar 2003) 912 Schüler. In Wolfurt gibt es zudem 7 Kindergärten.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Gebhard Flatz (* 1800 in Wolfurt; † 1881 in Bregenz), Kunstmaler
- Lorenz Böhler (* 1885 in Wolfurt; † 1973 in Wien), Arzt, Chirurg
- Artur Doppelmayr (* 1922 in Dornbirn), Unternehmer
- Arno Geiger (* 1968), Autor
- Herbert Albrecht, Bildhauer (* 1927 in Au im Bregenzerwald)
[Bearbeiten] Weblinks
-
Commons: Wolfurt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien -
Commons: Wolfurter Faschingsumzug 2008 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien - Gemeindedaten von Wolfurt bei der Statistik Austria
- Zeitschrift des des Wolfurter Heimatkundekreises in 30 Ausgaben zum Download
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