Wolfurt

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Wappen Karte
Wappen von Wolfurt
Wolfurt (Österreich)
DMS
Basisdaten
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bregenz (B)
Fläche: 10 km²
Koordinaten: 47° 28′ N, 9° 45′ OKoordinaten: 47° 28′ 23″ N, 9° 45′ 14″ O
Höhe: 434 m ü. A.
Einwohner: 8369 (30. Juni 2008)
Bevölkerungsdichte: 837 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 6922, 6960 (Wolfurt-Bahnhof)
Vorwahl: 05574
Gemeindekennziffer: 8 02 40
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 1
6922 Wolfurt
Offizielle Website:
Politik
Bürgermeister: Erwin Mohr (ÖVP)
Gemeinderat: (2005)
(27 Mitglieder)
23 ÖVP, 3 SPÖ, 1 FPÖ,
Bild
Blick von der Langener Strasse

Wolfurt ist eine Marktgemeinde im Bundesland Vorarlberg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Wolfurt liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bregenz östlich des Bodensees auf 434 Metern Höhe. 23,5 % der Fläche sind bewaldet. Es existieren keine Katastralgemeinden in Wolfurt.

[Bearbeiten] Geschichte

Im Jahre 15 v. Chr. eroberten die Römer die Bodenseeregion und unterwarfen die ansässigen Kelten und Räter. Bald erbauten sie eine wichtige Militär- und Handelsstraße, die bei Wolfurt am Fuß des Steußberges die reißende Bregenzerach überquerte.

Um 500 errichteten die Alemannen im heutigen Gemeindegebiet zwei Höfe, den „Kellnhof“ und den „Hof zur Steig“, die sich beide später als Markgenossenschaften weit ausdehnten und selbständige Gerichte wurden. Der Name Wolfurt taucht erstmals um 1226 als der eines reichen und kriegerischen Rittergeschlechtes auf, das großen Einfluss in Süddeutschland und in der Schweiz hatte und neben frommen Äbten und Ordensfrauen auch gewaltige Krieger hervorbrachte. Die Brüder Konrad und Ulrich von Wolfurt führten ungarische Söldnerheere nach Italien. Sie schwangen sich 1349 zu Statthaltern von Neapel und Apulien auf und ließen sich später in Ungarn nieder, wo ihre Familien noch 100 Jahre lang über fünf Grafschaften regierten und ungeheure Reichtümer anhäuften. Von Ritter Konrad stammt der bekannte „Wolfurter Kelch“, den er dem Kloster Pfäfers stiftete.

Im 15. Jahrhundert starb das Geschlecht aus, die Burg Wolfurt kam als österreichisches Lehen 200 Jahre lang an die Familie Leber aus Bregenz.

Die alten Wolfurter Burgen Kuien und Veldegg sind verbrannt und verschwunden, Burg Kuien wird überwiegend dem Reich der Sagen zugeschrieben. Das Schloss Wolfurt aber wurde nach jedem Brand neu aufgebaut und gilt heute mit seinen wuchtigen Mauern als Wahrzeichen von Wolfurt, befindet sich aber in Privatbesitz.

Bei der Gründung der selbständigen Gemeinde Wolfurt im Jahre 1808 zählte Wolfurt erst 1.143 Einwohner, 1910 schon 2.265. Nun rissen aber die beiden Weltkriege und die Auswanderungswelle nach Amerika große Lücken.

Als echte Pioniere hatten das aus der Schweiz stammende Geschlecht der Zuppinger bereits vor 1900 frische Ideen, Arbeit, Geld und diversifizierte Industrialisierung nach Wolfurt/Rickenbach gebracht.

Belegschaft der Firma Zuppinger im Jahr 1897
Belegschaft der Firma Zuppinger im Jahr 1897

Die Zuppingers betrieben Textilindustrie, eine Getreidemühle und das zu dieser Zeit erste und einzige Kühlhaus Vorarlbergs, das heute noch an gleicher Stelle in Betrieb ist. Das notwendige Eis für das Kühlhaus hatten die Zuppingers aus dem 100 Ar umfassenden Mühlteich gewonnen, der später jahrzehntelang Raststation und Heimat für seltene Vogelarten war. Die Zuppingers bauten einen wichtigen Kanal und die heutige Bahnhofstraße durch ihr zwei Mio. m² großes Anwesen. Im Jahr 1900 ließen sie die "Villa Zuppinger" im Jugendstil erbauen. Dieses in Wolfurt und der gesamten Region einzigartige Gebäude mit seiner Gartenanlage und seinem bemerkenswerten Baumbestand befindet sich noch heute in Familienbesitz.

Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Nach 1950 verwandelte sich das Bauerndorf schnell in einen Wohnort mit Hunderten von neuen Einfamilienhäusern, bald auch in eine Industriegemeinde mit leistungsfähigen Betrieben. In den Jahren 1970 bis 1982 errichteten die ÖBB in Wolfurt den modernsten Güterbahnhof Österreichs. Wegen seiner überregionalen Bedeutung wurde Wolfurt ab 1. Mai 1982 zur Marktgemeinde erhoben.

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner
2006  
2001 7.849
1991 7.289
1981 6.589
1971 5.740

Quelle: Bevölkerungsentwicklung 1869 - 2007 der Statistik Austria Am 31. Dezember 2002 hatte die Gemeinde 8.064 Einwohnern (inkl. Zweitwohnsitze). Der Ausländeranteil lag 2002 bei 12,9 %.

[Bearbeiten] Politik

Der Gemeinderat besteht aus 27 Mitgliedern. Die Zusammensetzung nach der Wahl 2005 ist ÖVP: 23 Sitze, SPÖ 3 Sitze, FPÖ 1 Sitze, Grüne 0 Sitze und andere 0 Sitze. Bürgermeister ist Erwin Mohr. Die Gemeindeeinnahmen aus Steuern und sonstigen Abgaben lagen 2006 bei 9.943.932 €, die gemeindlichen Ausgaben bei 13.769.317 €. Der Schuldenstand betrug 2006 2.506.533 €.

[Bearbeiten] Sport

In Wolfurt gibt es mehrere Sportvereine, von denen in den letzten Jahren der VC Wolfurt im Volleyball der bekannteste wurde. Die Damenmannschaft spielte über mehrere Jahre in der 1. Bundesliga. Ein jährliches Highlight ist die Wolfurttrophy, ein internationales Beachvolleyballturnier mit den Österreichischen Spitzenteams und Teams der World-Tour. Nach dem Beachvolleyball Grand Slam in Klagenfurt am Wörthersee ist die Wolfurttrophy das zweitgrößte Turnier Österreichs.

Der 1947 gegründete Fußballclub FC Wolfurt spielt in der vierthöchsten österreichischen Liga, der Vorarlbergliga. Im Jahr 1990 gelang dem Verein mit dem Gewinn des Vorarlberger Cups der größte Vereinserfolg.

Die Turnerschaft Wolfurt, die im Jahr 1886 gegründet worden ist, feiert 2006 ihr 120-jähriges Bestehen. Sie gehört zu den aktivsten und erfolgreichsten Vorarlberger Turnvereinen mit ca. 430 Mitgliedern (davon ca. 140 Kinder und Jugendliche).

Weitere Vereine mit nennenswerter Beteiligung sind der Rollhockeyclub, der Inlinehockeyclub Wolfurt Walkers, der Ringerverein, der Badminton Verein, der Tennisclub der Skiverein, die Pfadfinder, sowie der Kultur- und Freizeitverein "a rovermenproduction"

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Am Ort gab es im Jahr 2003 159 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 2.733 Beschäftigten und 191 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 3.673. Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle. Der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche liegt bei 47,8 %.

In Wolfurt befindet sich ein großer Güterverschiebebahnhof der Österreichischen Bundesbahnen. Weiters beherbergt Wolfurt große Unternehmen wie zum Beispiel den Weltmarktführer im Seilbahnbau Doppelmayr.

Am Ort gibt es (Stand Januar 2003) 912 Schüler. In Wolfurt gibt es zudem 7 Kindergärten.

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Weblinks

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