Wolga (Automarke)

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GAZ 21 Wolga (zweite Serie)
GAZ 22 Wolga
GAZ 24 Wolga

Wolga (russisch Волга) ist eine bis 2010 produzierte russische, vormals sowjetische Automarke. Der Wolga wurde vom Automobilwerk Gorki – GAZ (russisch Горьковский автомобильный завод (ГАЗ), deutsch Gorkier Automobilwerk) hergestellt.

Geschichte und Modelle[Bearbeiten]

GAZ 21 Wolga[Bearbeiten]

Hauptartikel: GAZ M-21 Wolga

Der GAZ M-21 (ab 1965 GAZ 21) löste 1956 den GAZ M-20 Pobeda ab und wurde bis 1968 von GAZ im heutigen Nischni Nowgorod an der Wolga produziert. Er war der erste Wagen mit dem Namen Wolga. Vom Vorgänger wurden einige Baugruppen übernommen. Es folgten einige Modifikationen und ein Kombi (GAZ M-22 bzw. GAZ 22).

GAZ 24 Wolga[Bearbeiten]

Hauptartikel: GAZ 24 Wolga

1968 erfolgte die Ablösung durch das Modell GAZ 24, welches vom GAZ 21 noch die Achsaufhängungen übernahm.

Der GAZ 24 war ein besonders lange gebautes Modell. Er ähnelte den US-amerikanischen Fahrzeugen jener Zeit. Wie seinen Vorgänger gab es auch ihn als Kombimodell 24-02, dessen Produktionszahlen gegenüber der Limousine jedoch klein waren. Am Einsatzgebiet des Wolga änderte sich nichts. Die 24er-Reihe wurde bis 1992 produziert und diente als Grundlage für die Nachfolgemodelle 3102 (1982), 31029 (1992), 3110 (1997) und 31105 (2004).

GAZ 31 Wolga[Bearbeiten]

GAZ 3105 Wolga (1992–1996)
GAZ 31105 Wolga (2004–2009)
Hauptartikel: GAZ 31 Wolga

Der Preis für einen Wolga lag 2008 in der einfachsten Ausstattung bei rund 8300 Euro. Obwohl das für einen Neuwagen günstig war, gingen die Absätze in Russland zurück. Das letzte gefertigte Modell 31105 wurde seit 2004 produziert und war die fünfte Überarbeitung des Grundmodells GAZ 24 von 1968.

Suche nach einem Nachfolger[Bearbeiten]

GAZ unternahm (mindestens) zwei Versuche, die altbewährte Modellreihe durch ein Nachfolgemodell abzulösen. Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse in den letzten Jahren der Sowjetunion und im Russland der 1990er Jahre scheiterten diese aber.

GAZ 3105 Wolga[Bearbeiten]

Die Arbeiten am GAZ 3105 begannen 1987. Er sollte die Lücke zwischen dem bisherigen Wolga und der Luxuslimousine Tschaika schließen.

Der Wagen war etwa 5 m lang und wurde von einem V8-Motor mit 3400 cm³ angetrieben. 1992 wurde er offiziell vorgestellt. Bis 1996 wurden aber nur 55 Stück hergestellt. Nach dem politischen Umbruch war die bisherige Funktionärsklasse als Abnehmer weggefallen. Die neue russische Oberschicht bevorzugte dagegen Importwagen.

Vorgesehen war auch, eine einfachere Version mit Vierzylindermotor zu bauen (GAZ 3103 und 3104), der dann den klassischen Wolga hätte ablösen können, doch wurde dieses Projekt nicht mehr realisiert.

GAZ 3111 Wolga[Bearbeiten]

GAZ 3111 Wolga (1998–2004)

Einen neuen Versuch unternahm Wolga ab 1998 mit dem GAZ 3111. Er hatte eine völlig neugestaltete Karosserie. Die Motorisierung sollte durch den vom Vorgänger übernommenen Vierzylindermotor erfolgen, für höhere Ansprüche sollte ein V6-Motor von Toyota hinzugekauft werden.

1999 wurde das Modell vorgestellt. Von 2000 bis 2002 wurden dann aber nur 415 Stück hergestellt, 2004 noch einmal 9 Wagen.

Wolga Siber[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wolga Siber

Nach den Fehlschlägen mit den Modellen 3105 und 3111 suchte GAZ nunmehr die Kooperation mit westlichen Autoherstellern. 2008 begann dann die Produktion des Wolga Siber, der aus dem Chrysler Sebring entwickelt worden war. Der Wagen war aber in Russland kein Erfolg, bereits nach zwei Jahren wurde 2010 die Produktion wieder eingestellt.

Einstellung[Bearbeiten]

Ursprünglich sollte der letzte Pkw der Marke Wolga das Werk in Nischni Nowgorod Ende 2007 verlassen, um das Unternehmen voll auf Nutzfahrzeugproduktion zu spezialisieren, da es dort im hart umkämpften russischen Markt vor allem mit dem Kleintransporter Gazelle sehr gut aufgestellt ist. Seit April 2006 verlautete jedoch seitens der Werksleitung, dass der Wolga „so lange weitergebaut werde, wie der Markt es braucht.“ Im Spätjahr 2010 wurde die Pkw-Herstellung der GAZ auf Grund gescheiterter Beziehungen zu Chrysler eingestellt.

Gegenwärtig bietet das Unternehmen keine Personenwagen mehr unter eigenen Marken an. Es produziert aber weiterhin Kleintransporter, Lastkraftwagen, Busse und Baumaschinen. Seit 2012 wird der Škoda Yeti, seit April 2013 auch der VW Jetta im Auftrag von Volkswagen hergestellt.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressemitteilung Volkswagen

Weblinks[Bearbeiten]