Wolhusen

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Wolhusen
Wappen von Wolhusen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Entlebuch
BFS-Nr.: 1107i1f3f4
Postleitzahl: 6110
UN/LOCODE: CH WHN
Koordinaten: 648302 / 21251947.061948.074454582Koordinaten: 47° 3′ 43″ N, 8° 4′ 28″ O; CH1903: 648302 / 212519
Höhe: 582 m ü. M.
Fläche: 14.30 km²
Einwohner: 4143 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 290 Einw. pro km²
Website: www.wolhusen.ch
Wolhusen

Wolhusen

Karte
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Wolhusen ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Entlebuch des Kantons Luzern in der Schweiz. Auf den 1. Januar 2013 wechselte die Gemeinde von Amt Amt Sursee zum Wahlkreis Entlebuch.

Geographie[Bearbeiten]

Wolhusen ist ein regionales Zentrum. Die Besonderheit des Orts liegt darin, dass er zu zwei verschiedenen Gemeinden in zwei verschiedenen Ämtern (Bezirken) des Kantons Luzern gehört.

Das heutige Wolhusen als Gemeinde bezeichnet daher den Teil von Wolhusen, der am linken, nördlichen Ufer der Kleinen Emme liegt und bis 1857 Wolhusen-Wiggern hiess. Das Gebiet am rechten Ufer der Kleinen Emme heisst Wolhusen-Markt und ist ein Ortsteil der Gemeinde Werthenstein.

Das Dorf Wolhusen ist als regionales Zentrum in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen und umfasst auch einige Gebiete, die früher eigene Häusergruppen oder Gehöfte waren. Im Ort fliesst die Wolhuser Wigger (auch Wiggern genannt) von links in die Kleine Emme.

Der Nordteil der Gemeinde ist ein welliges Gebiet mit einigen Hügeln, darunter der Krähenbühl (716 m.ü.M.), der Mühlebühl (666 m.ü.M.) ganz im Norden der Gemeinde und der Merzhubel (697 m.ü.M.) gleich nördlich des Dorfs. In diesem Teil der Gemeinde gibt es zahlreiche Häusergruppen und Gehöfte. Das Gebiet ist von wenigen Ausnahmen abgesehen (der Fluhwald ist hier das grösste Waldstück) wenig bewaldet.

Ganz anders sieht es dagegen im Hügel- und Bergland westlich und südwestlich des Dorfs aus. Dieses Gebiet zwischen Wolhuser Wigger im Norden und dem Flühbach, der in die Kleine Fontanne fliesst, und ebendieser im Süden liegt eine Region, die aus zahllosen Weilern, Häusergruppen und Einzelgehöften besteht und unter dem Namen Steinhuserberg zusammengefasst wird. Zwar sind auch dort viele Gebiete in den letzten Jahrhunderten gerodet worden, aber es gibt auch zahlreiche grosse Wälder. Der Wiggerenwald am Südufer der Wolhuser Wigger ist der Grösste und liegt westlich des Dorfs Wolhusen. Der von einem Bach durchflossene Stampfigraben und das ebenfalls von einem Bach durchflossene Badtobel - beide südwestlich des Dorfs - und der Geierbühlwald an der Westgrenze der Gemeinde sind die nächstgrösseren Waldpartien. In diesem Teil der Gemeinde sind auch die höchsten Bodenerhebungen zu finden. Der höchste Punkt der Gemeinde ist die Hochwart (1'016 m.ü.M.) nördlich des Flühbachs ganz im Südwesten der Gemeinde, die Fluh (945 m.ü.M.) östlich davon und der Steinhuserberg (820 m.ü.M.) westlich der Kleinen Emme.

Die Gemeindegrenze folgt vielfach Gewässern. Darunter sind die Kleine Emme, die Fontanne, die Kleine Fontanne, der Flühbach, die Wolhuser Wigger und der Schwarzenbach.

Vom Gemeindeareal von 1429 ha werden 58,0 % landwirtschaftlich genutzt. Weitere 32,6 % sind von Wald und Gehölz bedeckt und 8,7 % Siedlungsfläche.

Wolhusen grenzt an Doppleschwand, Entlebuch, Menznau, Romoos, Ruswil und Werthenstein

Geschichte[Bearbeiten]

Erste indirekte Erwähnung findet der Ort als Vuolhusen im Jahr 1070, als ein Mitglied der Freiherren von Wolhusen Abt im Kloster Einsiedeln wird. Die Freiherren von Wolhusen waren eines der mächtigsten Herrschergeschlechter der Region. Ihnen unterstanden das Rottal und das ganze Entlebuch, sowie die heute bernischen Gemeinden Schangnau und Trub. Um 1300 veräusserten sie ihren Besitz an die Habsburger. Diese setzten Vögte ein, welche mit den Luzernern und den Entlebuchern in Konflikt gerieten. Am 3. Januar 1386 griffen sie den Vogt Peter von Thorberg und zerstörten beide seiner Burgen. Nach der Schlacht bei Sempach im gleichen Jahr verloren die Habsburger die Kontrolle über das Gebiet. Ab 1389 verpfändeten sie die Gemeinde an die Stadt Luzern, welche 1405 die volle Herrschaft über Wolhusen erlangte. Die Gemeinde gehörte bis 1798 zur Landvogtei Ruswil, danach bis 1803 zum Distrikt Ruswil und dann bis 1814 zum neu geschaffenen Amt Entlebuch. Seither gehört sie als Grenzgemeinde zum Amt Sursee.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 1'600
1860 1'524
1888 1'658
1920 2'443
1960 3'446
1970 3'556
1980 3'670
1990 3'818
2000 4'086
2004 4'060

Die Bevölkerung blieb in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts trotz eines grossen Geburtenüberschusses stabil. Nur zwischen 1850 und 1860 ist ein kleiner Bevölkerungsrückgang zu vermerken (1850-1860: -4,75 %). Bis 1888 gab es ein langsames Wachstum (1860-1888: +8,8 %). Anschliessend wuchs die Bevölkerung bis 1960 rasch an und verdoppelte sich (1888-1960: +107,8 %). Bis zum Jahr 2000 wuchs sie weiter (1960-2000: +18,6 %) - seither stagniert sie bei knapp über 4'000 Einwohnern.

Blick auf das Gemeindehaus Wolhusen
Dorfplatz mit Dorfbrunnen
Wolhusen im Zentrum: der Kreisel
Blick auf die kath. Kirche
Blick auf die ref. Kirche

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 92,44 % Deutsch, 2,55 % Albanisch und 1,10 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung wie folgt aus: Es gibt 76,36 % römisch-katholische, 8,39 % evangelisch-reformierte und 1,30 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 5,19 % Muslime und 3,82 % Konfessionslose. Bei den Orthodoxen handelt es sich um Mazedonier, Montenegriner und Serben. Die Muslime sind mehrheitlich Albaner; es gibt aber auch viele Personen türkischer und kurdischer Herkunft unter ihnen.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten]

Von den 4'127 Einwohnern Ende 2006 waren 3'541 Schweizer und 586 (=14,2 %) Ausländer. Anlässlich der letzten Volkszählung waren 84,78 % (einschliesslich Doppelbürger 86,78 %) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro (Albaner und Slawen), Italien, der Türkei (Türken und Kurden), Mazedonien (meist Albaner), Portugal und Deutschland.

Verkehr[Bearbeiten]

Wolhusen ist ein Verkehrsknotenpunkt. Hier verzweigen sich die Bahnlinien Luzern-Bern und Luzern-Langenthal. Und von hier verkehren die Buslinien Wolhusen-Doppleschwand-Romoos-Holzwegen und Wolhusen Spital sowie die Linie Wolhusen-Ruswil (mit Anschluss nach Buttisholz, Sursee).

Wolhusen ist auch für den privaten Verkehr ein wichtiger Ort. Strassen gehen von hier nach Luzern, Ruswil (ins Rottal), ins Entlebuch (und von dort nach Thun und Bern) und Richtung Willisau. Die nächsten Autobahnanschlüsse sind in Dagmersellen in 21 km und in Emmen (Nord und Süd) in 20 km Entfernung. Beide liegen an der A2.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In dem Beinhaus oberhalb der Pfarrkirche St. Andreas ist ein hervorragend restaurierter Totentanzzyklus zu sehen, der von Fachleuten als der qualitätvollste der Innerschweiz (außer Luzern) bezeichnet wird. An den Längswänden der Kapelle stehen sich je vier Vertreter der geistlichen und weltlichen Obrigkeit gegenüber (Papst, Kardinal, Bischof, Priester sowie Kaiser, König, Kurfürst, Edelmann), während an der Giebelseite vier Vertreter der niederen Stände abgebildet sind (Wirt, Wucherer, Bäcker, Mönch). Außergewöhnlich ist, dass den 17 gemalten Todesgestalten hier echte Totenschädel mit der jeweils zur Szene passenden Drehung des Kopfes aufgesetzt sind. Die vierzeiligen Verse enthalten die Klagen der Sterbenden und vereinzelt auch Monologe des Todes.[2]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wolhusen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Hans Georg Wehrens: Der Totentanz im alemannischen Sprachraum. "Muos ich doch dran - und weis nit wan". Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2563-0. S. 215ff.