Wolkenpanther

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Wolkenpanther ist ein Steampunk-Roman des kanadischen Schriftstellers Kenneth Oppel. Erschienen ist es unter dem Originaltitel Airborn 2004. In Deutschland kam es 2005 bei Beltz und Gelberg heraus, übersetzt von Anja Hansen-Schmidt. Es ist der erste Teil eines dreiteiligen Werkzyklus, dessen andere Bände Wolkenpiraten und Sternenjäger heißen.

Inhalt[Bearbeiten]

Matt Cruse ist 15 Jahre alt und Kabinensteward auf dem Luxus-Passagierluftschiff Aurora. Mit 14 Jahren rettet er aus einem sinkenden Ballon den alten Abenteurer Benjamin Molloy, der allerdings bald darauf an seinen Fiebern stirbt. Ein Jahr später taucht seine Enkelin an Bord der Aurora auf und berichtet Matt von Tieren, die ihr Großvater angeblich über einer Insel beobachtet hat: Sie sind strahlend weiß, sind etwa zwei Meter lang und haben große Flügel, so dass sie nie landen müssen. Diese Tiere sind, wenn sie tatsächlich existieren, eine unentdeckte Säugetierart, dessen ist sich Kate de Vries, Molloys' Enkelin, sicher und sie will diese Tiere fotografieren, um so der Zoologischen Gesellschaft zu beweisen, dass ihr Großvater kein Phantast war.

Doch dann kommt alles anders: Das Schiff wird von Luftpiraten geentert und diese zerstören versehentlich die Hülle der Aurora, weshalb diese in Sinkflug geht und im Meer zu versinken droht. Aber eine Insel wird am Horizont entdeckt, und dem Kapitän gelingt es, dort notzulanden. Bald sind sich Kate und Matt einig: Dies ist die Insel mit den weißen Wolkenpanthern. Also machen sich die beiden auf die Suche nach eventuellen Skeletten von Tieren, die über der Insel gestorben sein könnten. Sie finden auch eines, aber auf einer ihrer Touren bekommen sie mit, dass die Insel die Geheimbasis von Vikram Szpirglas, dem Luftpiraten, der das Schiff geentert hat, ist. Sie werden von ihm aufgegriffen, als sie gerade vor einem flugunfähigen Wolkenpanther, der auf dem Eiland lebt, fliehen. Nun müssen sie so tun, als wären sie mit einem ganz anderen Schiff während eines Taifuns abgestürzt und die einzigen Überlebenden. Denn fände Szpirglas die Aurora, so würde er alle Insassen sofort töten. Am Ende durchschaut der Pirat das Schauspiel und besetzt das Luftschiff. Nun müssen Matt, Kate und ein junger Segelmacher namens Bruce Lunardi versuchen, es zurückzugewinnen.

Die Hauptpersonen[Bearbeiten]

Matt Cruse[Bearbeiten]

Matt Cruse ist die Person, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird. Er ist zur Zeit der Haupthandlung 15 Jahre alt und sehr arm, weshalb er auf dem Luftschiff Aurora arbeiten muss, seit sein Vater bei einem Sturz vom Luftschiffrücken starb. Er arbeitet seit drei Jahren unter dem Kommando von Kapitän Walken und schickt all sein Geld zu Mutter und Schwestern nach Hause. Ist er nicht in der Luft, fühlt er sich nicht gut, er kann nicht schlafen und ist aggressiv und leicht reizbar. Über sein Aussehen wird nur gesagt, dass er „dünn wie ein Schössling“ ist.

Kate de Vries[Bearbeiten]

Kate de Vries ist sehr abenteuerlustig und reich. Obwohl sie Verständnis für ärmere Leute, wie z.b. Matt hat, weiß sie doch nicht was Armut oder Hunger bedeutet. Bedenkenlos bringt sie Matt in Situationen, die ihn den Job kosten könnten, ohne zu realisieren was für eine exsistentielle Bedeutung seine Arbeit für ihn hat. Sie ist sehr interessiert an der Biologie und um ihre Ziele zu erreichen, schüttet sie notfalls ihrer Gouvernante auch schon mal Schlafmittel in den Tee. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist Lesen, doch wenn sie forschen kann, so legt sie jedes Buch beiseite. Kate ist darauf fixiert, zu beweisen, dass ihr Großvater die Wahrheit sagte, und Matt meint oft, dass er dabei nur ihr Werkzeug ist. Ihre Eltern kann Kate nicht besonders gut leiden. Ihre Haut ist sehr blass und ihr langes Haar kastanienbraun.

Bruce Lunardi[Bearbeiten]

Bruce Lunardi ist der Sohn des großen Luftschiffunternehmers Otto Lunardi, mit dem er eine Vereinbarung hat: Bruce arbeitet zwei Jahre lang auf der Aurora, und danach darf er etwas selbst Ausgesuchtes machen. Doch Bruce weiß nicht, was. Und mit seiner Stelle als Segelmachergehilfe verdirbt er Matt seine Beförderung, weshalb dieser ihn nicht ausstehen kann, doch später werden sie Freunde. Bruce ist sehr gutaussehend, aber tollpatschig, und am Ende stirbt er durch die Pistolenkugel eines Piraten.

Ausgaben[Bearbeiten]

  1. Airborn. Hodder and Stoughton, 2004, Taschenbuch (544 Seiten), ISBN 0340878568
  2. Wolkenpanther. Beltz und Gelberg, 2005, Gebundene Ausgabe (550 Seiten), ISBN 3407809417
  3. Wolkenpanther. Beltz und Gelberg Gulliver, 2007, Taschenbuch (550 Seiten), ISBN 3407740247

Wolkenpanther wurde fortgesetzt durch das Buch Wolkenpiraten (2006, 550 Seiten) und Sternenjäger (2010, 509 Seiten).

Beziehung zur Wirklichkeit[Bearbeiten]

Wolkenpanther spielt in unserer Welt, zur Zeit der Luftschiffe, etwa am Ende des 19. Jahrhunderts und ist ein typischer Steampunk-Roman. Bis auf einige ausgedachte Fakten stimmt es mit unserer Geschichte überein. So kann etwa ein Luftschiff tatsächlich nicht sein Eigengewicht tragen oder der Südpazifik war wirklich früher ziemlich unerforscht, es könnte sein, dass sich dort noch unentdeckte Tierarten befinden könnten. Außerdem stimmt es, dass ein Material namens Goldschlägerhaut existiert.

Das Gas Hydrium[Bearbeiten]

Dieses Gas ist eine Erfindung des Autors. Es ist sicherer und tragender als Wasserstoff oder Helium. In der Realität gibt es allerdings kein Gas, das einen stärkeren Auftrieb als Wasserstoff erzeugen kann, außer wenn es erheblich heißer wäre.

Hydrium verdrängt sämtliche Atemluft, was Matt und Kate zum Verhängnis wird, als sie von Piraten in eine Grube gestoßen werden, aus deren Grund Hydrium entweicht. Dies wäre bei starken Gaseruptionen nicht unmöglich, aber normalerweise würde ein derartiges Gas einfach schnell aufsteigen und sich der Boden einer Grube mit der schwereren Umgebungsluft füllen.

Auf der gesamten Insel entweicht aus Felsspalten Hydrium, mit dem man sofort ein Luftschiff befüllen kann, was sehr selten ist. Hydrium muss normalerweise erst raffiniert werden.

Das Metall Alumiron[Bearbeiten]

Ebenso wie Hydrium von Oppel erfunden, ein leichtes Metall, ähnlich wie Aluminium, das unter anderem für das Gerüst eines Luftschiffs benutzt wird.

Löwentorstadt[Bearbeiten]

Löwentorstadt ist eine Stadt mit Luftschiffhafen in Kanada; das Zuhause von Matt Cruse, nicht existierend.

Ornithopter[Bearbeiten]

Ornithopter sind Fluggeräte, die ähnlich wie Kleinflugzeuge aussehen, deren Flügel allerdings stetig auf- und abschlagen. Matt verabscheut sie wegen ihrer Lautstärke und ihrem insektenartigen Aussehen, doch zum Beispiel Fotografen mieten diese Geräte, um Bilder von den großen Luxusluftschiffen schießen zu können. Der Begriff Ornithopter wurde bereits von Leonardo da Vinci verwendet.

Der Eiffelturm[Bearbeiten]

Der Eiffelturm besitzt in Wolkenpanther ein eigenes Restaurant und einen Anlegeplatz für Ornithopter und Luftschiffe.

Weblinks[Bearbeiten]