Woodsches Metall

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Wikipedia:Redaktion Chemie/ausgeblendete Strukturformel

Allgemeines
Name Woodsches Metall
Andere Namen

Wood’sche Legierung

Summenformel nicht angebbar, da Legierung
CAS-Nummer
  • 76093-98-6
  • 8049-22-7 (veraltet)
PubChem 16211678
Kurzbeschreibung

geruchloser silbergrauer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse nicht angebbar, da Legierung
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

~ 9,6 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

60 °C[2]

Löslichkeit

unlöslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
02 – Leicht-/Hochentzündlich 06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 228​‐​330​‐​341​‐​350​‐​361f​‐​361dVorlage:H-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​372​‐​410
P: 201​‐​210​‐​260​‐​273​‐​281​‐​284Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][3]
Giftig Umweltgefährlich
Giftig Umwelt-
gefährlich
(T) (N)
R- und S-Sätze R: 45​‐​61​‐​20/21/22​‐​33​‐​48/22​‐​50/53Vorlage:R-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​62
S: 53​‐​36/37​‐​45​‐​60​‐​61
Toxikologische Daten

> 10.000 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Das Woodsche Metall, Woodmetall oder auch Wood’sche Legierung (engl. Wood’s metal) ist eine Legierung in der Nähe des quaternären Eutektikums im System Bismut-Blei-Cadmium-Zinn, die bei etwa 60 °C schmilzt.[2] Damit genügt bereits heißes Wasser, um sie zu schmelzen.

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Woodsches Metall besteht aus[5]

Ohne Cadmium in der Zusammensetzung, dafür mit 25 % Sn, heißt die Legierung Roses Metall und schmilzt bei 94 °C.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Das Woodsche Metall dehnt sich beim Erstarren aus (Bismut besitzt diese Eigenschaft), es besitzt damit wie Wasser eine Dichteanomalie.[6]

Verwendung[Bearbeiten]

Woodsches Metall wird wegen seines niedrigen Schmelzpunktes als Schmelzsicherung für Sprinkleranlagen oder elektrische Sicherungen genutzt.[5] In Laboratorien wird es zudem für Heizbäder (sogenannte Metallbäder) verwendet.[7] Oft wurde es auch als Scherzartikel eingesetzt. Einer Person wurde dabei ein Löffel aus Woodschem Metall gereicht, wenn diese ein Heißgetränk zu sich nahm. Beim Umrühren schmolz dieser Löffel im Getränk. Dieser Streich darf heute wegen des Blei- und Cadmiumgehaltes nicht mehr durchgeführt werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Datenblatt Woodsches Metall (PDF) bei Merck, abgerufen am 2011-01-19.
  2. a b Woodsches Metall. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 2014-06-19.
  3. a b c Datenblatt Woods metal bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 2012-08-10 (PDF).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. a b Arnold F. Holleman, Nils Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage, de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 827.
  6. Woodsches Metall in Meyers Lexikon Online.
  7. Walter Wittenberger: Chemische Laboratoriumstechnik. 7. Auflage, Springer, Wien/New York 1973, ISBN 3-211-81116-8, S. 155.