Woppenroth

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Woppenroth
Woppenroth
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Woppenroth hervorgehoben
49.8755555555567.415406Koordinaten: 49° 53′ N, 7° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Hunsrück-Kreis
Verbandsgemeinde: Kirchberg (Hunsrück)
Höhe: 406 m ü. NHN
Fläche: 8,67 km²
Einwohner: 263 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55490
Vorwahl: 06544
Kfz-Kennzeichen: SIM, GOA
Gemeindeschlüssel: 07 1 40 164
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 5
55481 Kirchberg (Hunsrück)
Webpräsenz: Woppenroth
Ortsbürgermeister: Ralf Franz
Lage der Ortsgemeinde Woppenroth im Rhein-Hunsrück-Kreis
Boppard Badenhard Beulich Bickenbach (Hunsrück) Birkheim Dörth Emmelshausen Gondershausen Halsenbach Hausbay Hungenroth Karbach (Hunsrück) Kratzenburg Leiningen (Hunsrück) Lingerhahn Maisborn Mermuth Morshausen Mühlpfad Ney (Hunsrück) Niedert Norath Pfalzfeld Schwall (Rhein-Hunsrück-Kreis) Thörlingen Utzenhain Alterkülz Bell (Hunsrück) Beltheim Braunshorn Buch (Hunsrück) Dommershausen Gödenroth Hasselbach (Hunsrück) Hollnich Kastellaun Korweiler Lahr Mastershausen Michelbach (Hunsrück) Mörsdorf Roth (Rhein-Hunsrück-Kreis) Spesenroth Uhler Zilshausen Bärenbach (Hunsrück) Belg Büchenbeuren Dickenschied Dill (Gemeinde) Dillendorf Gehlweiler Gemünden (Hunsrück) Hahn (Hunsrück) Hecken (Hunsrück) Heinzenbach Henau (Hunsrück) Hirschfeld (Hunsrück) Kappel (Hunsrück) Kirchberg (Hunsrück) Kludenbach Laufersweiler Lautzenhausen Lindenschied Maitzborn Metzenhausen Nieder Kostenz Niedersohren Niederweiler (Hunsrück) Ober Kostenz Raversbeuren Reckershausen Rödelhausen Rödern (Hunsrück) Rohrbach (Hunsrück) Schlierschied Schwarzen Sohren Sohrschied Todenroth Unzenberg Wahlenau Womrath Woppenroth Würrich Argenthal Benzweiler Dichtelbach Ellern (Hunsrück) Erbach (Hunsrück) Kisselbach Liebshausen Mörschbach Riesweiler Rheinböllen Schnorbach Steinbach (Hunsrück) Damscheid Laudert Niederburg Oberwesel Perscheid Sankt Goar Urbar (Rhein-Hunsrück-Kreis) Wiebelsheim Bubach Riegenroth Laubach (Hunsrück) Horn (Hunsrück) Klosterkumbd Budenbach Bergenhausen Rayerschied Wahlbach (Hunsrück) Altweidelbach Pleizenhausen Mutterschied Niederkumbd Simmern/Hunsrück Neuerkirch Wüschheim (Hunsrück) Reich (Hunsrück) Biebern Külz (Hunsrück) Kümbdchen Keidelheim Fronhofen Holzbach Nannhausen Tiefenbach (Hunsrück) Ohlweiler Sargenroth Schönborn (Hunsrück) Oppertshausen Belgweiler Ravengiersburg Mengerschied Hessen Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Birkenfeld Landkreis Bernkastel-Wittlich Rhein-Lahn-Kreis Landkreis Mayen-Koblenz Landkreis Cochem-ZellKarte
Über dieses Bild

Woppenroth ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirchberg (Hunsrück) an.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Woppenroth liegt über 400 m hoch auf einer Hochfläche zentral im Hunsrück. Südlich des Dorfes erhebt sich der Lützelsoon, westlich liegt das Hahnenbachtal, östlich das Kellenbachtal. Die Hochfläche zieht sich nördlich bis nach Dickenschied und Kirchberg hin.

Durch den Ort verläuft in Ost-West-Richtung die Landesstraße 162 von Rhaunen nach Gemünden und wird unweit östlich des Ortes von der Landesstraße 184 von Kirchberg nach Kirn gekreuzt.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Oberkirn und Lindenschied Kirchberg, Dickenschied und Rohrbach Gehlweiler und Gemünden
Rhaunen und Hausen Nachbargemeinden Schlierschied
Bundenbach Schneppenbach, Bruschied und Hennweiler Kellenbach

Geologie[Bearbeiten]

Im Hahnenbachtal und seinen Nebentälern wurde bis Anfang des 20. Jahrhunderts devonischer Schiefer abgebaut. Heute sind noch Stolleneingänge und Abraumhalden als Zeugnisse dieser Wirtschaftsepoche sichtbar.

Geschichte[Bearbeiten]

Ruine Hellkirch
Altes Raiffeisenlager (ehemalige Dorfkirche)
Erinnerungsstein an den Film „Heimat“ im Dorfzentrum
Kirchenfenster „Der gute Hirte“ (Joh 10,1–30 LUT) / „Das wiedergefundene Schaf“ (Lk 15,1–7 LUT)
Kirche: Apsis mit Altar und drei Fenstern

In der Woppenrother Gemarkung wurden Werkzeuge aus der Jungsteinzeit entdeckt. In Hügelgräbern (1600–1200 v. Chr.) wurden nach 1945 Bronzeschmuck (Armreife und Ringe) sowie Tongefäße gefunden.

Woppenroth ist ein Ort mit einem Rodungsnamen. Die Ortsgründungen mit der eigentlichen Rode-Endung, wie auf -rath oder -roth, fallen zumeist in die Zeit der Fränkischen Landnahme. Dies wird durch die Lage des Ortes in den leichter zu bearbeitenden trockenen Hochflächen des Hunsrücks unterstrichen. Die feuchten Tallagen wurden später kolonisiert. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Woppenroth im Jahr 1269. In der Urkunde versetzt Wildgraf Emich von Kyrburg (bei Kirn gelegen) das Dorf für 100 trierische Pfund an Wilhelm von Schmidtburg (zwischen Kirn und Rhaunen; zur weiteren Geschichte des Gebietes siehe bei Simmern).

Mit der Besetzung des linken Rheinufers 1794 durch französische Revolutionstruppen wurde Woppenroth Teil von Frankreich. 1815 wurde es auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen und von Preußen 1822 seiner Rheinprovinz zugeordnet. Nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg war der Ort zeitweise wieder französisch besetzt. Seit 1946 ist der Ort Teil des damals neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz.

Wüstungen[Bearbeiten]

Die ehemaligen Wohnplätze Kaffeld und Blickersau im Bereich von Woppenroth sind schon seit langer Zeit Wüstungen.

Kaffeld wurde 1399 in der nassauischen Fehde zerstört. Es lag in der Nähe der heutigen Wacholder-Heide. Bauern erzählen, dass sie bei der Feldarbeit bis in die 1960er Jahre hinein noch auf Fundamente der Siedlung gestoßen seien.

Das am Hahnenbach gelegene Blickersau, dessen Gemarkung sich heute auf Woppenrother und Hauser Gemeindegebiet verteilt, war 1469 bereits verfallen, erstand im 19. Jahrhundert aber für ein paar Jahre wieder neu.

Über die Ruine der Hellkirch, 60 m über dem Hahnenbachtal gelegen, ist nicht viel bekannt. Die Architektur – 1,5 m dicke Mauern, innere Seitenlänge 4,5 m, quadratischer Raum – lässt auf ein hohes Alter schließen. Wahrscheinlich war sie ein religiöser Bau, vermutlich eine Kapelle. Der Name leitet sich wohl vom mittelhochdeutschen „helde“ her, was eine Anhöhe mit steilem Gefälle bezeichnete; mundartlich ist „Hell“ noch bis ins 20. Jahrhundert als Bezeichnung für steil abfallende Berghänge belegt.

Kirche[Bearbeiten]

Im Jahre 1913 wurde als Ersatz für den zu klein gewordenen Vorgängerbau, der später lange als Raiffeisenlager diente, mit der Errichtung der heutigen Kirche begonnen. Seit 1920 wird diese Kirche genutzt, 1926 fand die Kirchweih statt. Stahlglocken haben die beiden im Ersten Weltkrieg eingeschmolzenen Bronzeglocken, die bereits seit 1889 in der alten Kirche Dienst taten und von denen eine aus der Hellkirche gestammt haben soll, ersetzt.

203 Woppenrother sind evangelisch. Die Evangelische Kirchengemeinde Woppenroth wechselte 1976 vom Kirchenkreis Trier zum Kirchenkreis Simmern-Trarbach und war von da an mit Dickenschied, Rohrbach und Womrath pfarramtlich verbunden. 2012 wurden Woppenroth, Rohrbach und Womrath der Kirchengemeinde Dickenschied angegliedert.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In gespaltenem Schild vorne in Gold ein blaubewehrter und -gezungter roter Löwe. Hinten ein silberner Wellenbalken begleitet oben in Grün von einer silbernen Ruine mit einem Fenster, unten in Schwarz von einer silbernen Schnalle.“

Kultur[Bearbeiten]

„Heimat“[Bearbeiten]

Kulturell ist Woppenroth vor allem durch die Heimat-Trilogie bekannt geworden: 1981/1982 wurde in Woppenroth und weiteren Hunsrück-Orten die erste Staffel der Filmserie Heimat – Eine deutsche Chronik (1984) gedreht. Woppenroth war dabei der zentrale Ort und wurde als fiktive Ortschaft Schabbach zu einem Freiluftstudio. Viele Dorfbewohner waren bei den Dreharbeiten als Komparsen beteiligt. Auch beim dritten Teil der Trilogie, Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende (2004), war Woppenroth wieder Kulisse. Weitere Drehorte für Schabbach waren Gehlweiler, Rohrbach und die zu Schlierschied gehörende Anzenfeldermühle. Den Namen des Filmortes wählte der gebürtige Hunsrücker Edgar Reitz nach einem Familiennamen, den er auf einem Grabstein in Bischofsdhron, einem Ortsbezirk von Morbach, fand.

Musik[Bearbeiten]

In Woppenroth existieren insgesamt vier Chöre, drei davon als Teil des evangelischen Kirchenchores.

Freizeit[Bearbeiten]

Durch Woppenroth verläuft der Lützelsoon-Radweg zwischen Kirn und Kirchberg. Zu Wanderungen und Radtouren bieten sich auch der parallel als Feldweg verlaufende Keltenweg Nahe–Mosel nach Kirchberg oder zum nahen Lützelsoon und das Hahnenbachtal nach Kirn an.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Diether: Die Gotteshäuser im Evangelischen Kirchenkreis Simmern-Trarbach; Kirchberg 1998; S. 36 f.
  • Hans Kobialka: Woppenroth – ein Grenzort mitten in der Welt; Wooppenroth, o.J.
  • Albert Rosenkranz: Das Evangelische Rheinland, Band 1; Düsseldorf: Kirche in der Zeit, 1956; DNB 454196482; S. 613

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Woppenroth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Infos bei www.hunsrueck-nahereise.de

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen