Worcester Porcelain Museum

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Das Worcester Porcelain Museum an der Severn Street (2006)
Das alte Royal Worcester Fabriksmuseum (vor 1900)

Das Worcester Porcelain Museum (offiziell The Museum of Worcester Porcelain) beherbergt die weltweit größte Sammlung von Royal-Worcester-Porzellan. Die Keramik-Sammlungen, Archive und Aufzeichnungen der werkseigenen Produktion bilden die primäre Quelle für die Untersuchung von Worcester-Porzellan und seiner Geschichte. Das 1879 eröffnete Museum befindet sich neben der ehemaligen Porzellanfabrik an der Severn Street in Worcester.

Geschichte[Bearbeiten]

Während der 1860er und -70er Jahre begann Richard William Binns FSA (1819–1900) Direktor und der erste Unternehmenshistoriker Exemplare von frühen Worcester und andere Kunstwerken zu kaufen, um damit die Belegschaft zu inspirieren. Fasziniert von der Kunst des Fernen Ostens und dem Beispiel des Musée national de Céramique-Sèvres in Frankreich folgend, häufte er eine große Sammlung von japanischer, chinesischer und koreanischer Keramik und japanischer Bronzen an. Er erwarb eine große Menge von Literatur über Skulptur, Architektur, Kleidung, Kalligraphie, Botanik, und dekorative Kunstwerke.

Das erste Royal-Worcester-Werksmuseum wurde im November 1879 eröffnet. Die Sammlung wurde in einem großen Raum im Herzen der Fabrik ausgestellt und enthielt viele Stücke aus dem frühen 19. Jahrhundert und der viktorianischen Epoche. Der Ausstellungskatalog wurde von R. W. Binns 1884 publiziert. Die Sammlung, die aus verschiedenen Ländern stammte und mehr als 10.000 Objekte umfasste, wurde nach dem Tod von Binns 1900 verkauft.

Sein Sohn Charles William Dyson Perrins (1864–1958) war ein angesehener lokaler Wohltäter. Er folgte seinem Vater als Direktor von Royal Worcester im Jahre 1891. Der Wohlstand der Familie Perrins stammte aus der damaligen Partnerschaft mit John Wheeley Tea und der Entdeckung des Geheimrezepts von Lea & Perrins Worcestershiresauce. In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts gründete er eine der bedeutendsten Privatsammlungen des 18. Jahrhunderts von Worcester-Porzellan. Im Jahr 1926 kaufte Dyson Perrins die Museumssammlung und Bibliothek, um die Finanzen des Porzellanunternehmens zu sanieren, unter der Bedingung, dass die Exponate zeit seines Lebens ausgestellt blieben. Im Jahre 1934 kaufte er die Royal-Worcester-Fabrik, gründete eine neue Firma und wurde deren Vorsitzender. Während des Ersten Weltkriegs wurden die Sammlungen des Museums verpackt und in Kellern in Worcester und Malvern (Worcestershire) gelagert.

Im Jahre 1946 schuf Dyson Perrins das Perrins Museum Trust, um seine eigenen Privatsammlung mit der des ehemaligen Unternehmensmuseums zu verwalten und zusammenzulegen.

Die neue vereinigte Sammlungen von Worcester-Porzellan wurden im Juni 1951 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das neue Museum wurde von Prinzessin Elisabeth bei ihrem Besuch zu Royal Worcesters 200-jährigem Bestehen eröffnet.

Um dem Museum ein permanentes Zuhause sicherzustellen, gab C. W. Dyson Perrins Witwe Frieda die finanziellen Mittel, so dass die Sammlung 1967 in den Gebäuden der St. Peters School ihren Platz fand.

Im Jahr 1995 erhielt das Museum eine Porzellansammlung aus dem Nachlass von James Giles. Dieser Neuerwerb war Anlass, die Ausstellung in den folgenden vier Jahren komplett neu zu gestalten und die Ausstellungsfläche zu verdoppeln. Dies erfolgte mit Hilfe eines Zuschusses der National Lottery und Spenden wohltätiger Stiftungen, Unternehmen und Personen.

Das Museum änderte seinen Namen von Dyson Perrins Museum zu The Worcester Porcelain Museum, um den Namen „Worcester“ besser bekannt zu machen. Der Konkurs des Unternehmens Royal Worcester 2008 ließ das Museum unberührt, da es sich unabhängig finanzierte.

Das Museum ist ein eingetragener Wohltätigkeitsverein, der von einem Aufsichtsrat verwaltet wird. Die Mitglieder des Aufsichtsrates arbeiten auf freiwilliger Basis. Das Museum finanziert sich aus Eintrittsgeldern, Schenkungen und Spenden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Henry Sandon. The Illustrated Guide to Worcester Porcelain 1751 - 1793. Praeger, New York. 1969.
  • Lawrence Branyan, Neal French, John Sandon. Worcester Blue & White Porcelain 1751 - 1790. Vintage/Ebury (A Division of Random House Group). 1981. ISBN 978-0091440602
  • Gerald Coke. In Search of James Giles. Micawber. Saint Paul. 1983.
  • Simon Spero. Worcester Porcelain: The Klepser Collection. Alan Wofsy Fine Arts. ISBN 978-0839003427.
  • Franklin Allen Barrett. Worcester Porcelain & Lund's Bristol. Faber & Faber. 1966.
  • Geoffrey A. Godden. Caughley & Worcester Porcelains 1775 - 1800. Barrie & Jenkins, 1969. ISBN 978-0257650227.
  • F. Severne Mackenna. Worcester Porcelain, The Wall Period and its Antecedents. F. Lewis, 1950.
  • H. Rissik Marshall. Coloured Worcester Porcelain of the First Period 1751 - 1783. Ceramic Book Company, 1954.
  • Dinah Reynolds. Worcester Porcelain: Marshall Collection (Ashmolean Handbooks). Ashmolean Museum, 2006. ISBN 978-1854441270
  • Simon Spero, John Sandon. Worcester Porcelain 1751 - 1790, The Zorensky Collection. Antique Collectors Club Dist A/C, 2007. ISBN 978-1851492282
  • Geoffrey A. Godden. Chamberlain-Worcester Porcelain: 1788 - 1852. First Glance Books, 1996. ISBN 978-1854223036
  • Henry Sandon. Flight and Barr Worcester Porcelain 1783 - 1840. ACC Distribution, 1993. ISBN 978-0902028753
  • Peter Woodger. James Hadley & Sons Artist Potters Worcester. Woodger-Great Britain, 2003. ISBN 978-0954605803
  • Henry Sandon, John Sandon. Grainger's Worcester Porcelain. David & Charles, 1990. ISBN 978-0712620529
  • Harris & Willis. An Exhibition of Porcelain Manufactured by E. Locke & Co. Worcester. 1989.
  • Henry Sandon. Royal Worcester Porcelain 1862 to the Present Day. Clarkson N. Potter, 1973.
  • H. J., David Sandon. The Sandon guide to Royal Worcester figures: 1900 - 1970. Alderman Press, 1987. ISBN 978-0946619184
  • Richard William Binns. Worcester China: A Record of the Work of Forty-five Years, 1852 - 1897. Adamant Media Corporation, 1897. ISBN 978-1402160059
  • Derek Shirley. A Guide to the Dating of Royal Worcester - Porcelain Marks from 1862. Mid Wales Litho Ltd., Griffithstown, 1987.
  • John Edwards. The Charlton Standard Catalogue of Royal Worcester Figurines. The Charlton Press, 2005. ISBN 978-0889682719
  • Harry Frost. Royal Worcester Porcelain and the Dyson Perrins Collection. Pitkin, 1993. ISBN 978-0853725534
  • Aileen Dawson. The Art of Worcester Porcelain, 1751 - 1788: Masterpieces from the British Museum Collection. UPNE, 2009. ISBN 978-1584657521
  • Ray Jones. Porcelain in Worcester 1751 - 1951, An Illustrated Social History. Parkbarn, 1993. ISBN 978-1898097006
  • S. Fisher. Worcester Porcelain. 1968.
  • Richard William Binns. A Century of Potting in the City of Worcester 1751 - 1851. Bernard Quaritch, 1877.
  • Tony Horsley. Distinguished Extinguishers. 1999.
  • Bernard Watney. English Blue & White Porcelain of the 18th Century. Thomas Yoseloff, 1964.
  • Geoffrey A. Godden. The Encyclopaedia of British Pottery and Porcelain Marks. Hervert Jenkins, 1964.
  • John Twitchett, Henry Sandon. Landscapes on Derby and Worcester Porcelain. Apollo Books, 1988. ISBN 978-0950654959
  • 18th Century English Transfer Printed Porcelain & Enamels. Mulberry Press, 1991.
  • Michael Berthoud. A Compendium of British Cups. Micawber Publications, 1991. ISBN 978-0950710358
  • Philip Miller, Michael Berthoud. A Anthology of British Teapots. Micawber Publications, 1985. ISBN 978-0950710341
  • Robin Emmerson. British Teapots and Tea Drinking. Stationery Office Books, 1992. ISBN 978-0117012240
  • Paul Atterbury. The Parian Phenomenon, A Survey of Victorian Parian Porcelain Statuary and Busts. Richard Dennis Publications Dist, 2006. ISBN 978-0903685221

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Worcester Porcelain Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

52.186905-2.219421Koordinaten: 52° 11′ 13″ N, 2° 13′ 10″ W