World-Café

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Das World-Café – entwickelt von den US-amerikanischen Unternehmensberatern Juanita Brown und David Isaacs – ist eine Workshop-Methode. Sie ist geeignet für Gruppengrößen ab 12 und für bis zu 2000 Teilnehmern.

Ablauf und Setting[Bearbeiten]

„Papiertischdecke“ nach Abschluss des World-Café

Mit einem World-Café eröffnen die Einladenden den Gästen mit relativ wenig Aufwand und professioneller Anleitung einen sicheren Raum, um die verschiedenen Sichtweisen auf – und verschiedene Herangehensweisen an ein Thema voneinander kennenzulernen, Muster zu entdecken und Ziele und Zusammenhänge zu erkennen, neue Umgangsformen kennenzulernen, kooperativ zu werden, genau hinzuhören, zu hinterfragen, nicht zu diskutieren und so gemeinsam Probleme aufzulösen. Auch sind die Einladenden bemüht, den Gästen zu ermöglichen, über das Treffen hinaus kooperativ zu bleiben.

Mit den passenden Fragen wird versucht, Menschen in konstruktives Gespräch miteinander zu bringen – zu Themen, die für die Teilnehmer relevant sind.

Es geht darum, möglichst alle Betroffenen zu Wort kommen zu lassen, gemeinsame Ziele und Strategien zu finden und dadurch ihre Engagement-Bereitschaft zur Mitwirkung an den Veränderungsprozessen in ihrem Sinne zu wecken.

World-Café unterstützt ebenfalls bei gemeinsamer Planung und fördert so Selbstentwicklung, Selbststeuerung und Selbstorganisation der Gäste und macht den Leistungsvorteil der Gruppe sichtbar und die Stärke der Gruppe erlebbar.

Ein World-Café dauert etwa 45 Minuten bis drei Stunden. Die Teilnehmer sitzen im Raum verteilt an Tischen mit vier bis acht Personen. Die Tische sind mit weißen, beschreibbaren Papiertischdecken und Stiften bzw. Markern belegt. Ein Moderator pro Tisch führt als Gastgeber zu Beginn in die Arbeitsweise ein, erläutert den Ablauf und weist auf die Verhaltensregeln, die Café-Etikette, hin.[1]

Im Verlauf werden zwei oder drei unterschiedliche Fragen in aufeinander folgenden Gesprächsrunden von 15 bis 30 Minuten an allen Tischen bearbeitet. Zwischen den Gesprächsrunden mischen sich die Gruppen neu. Nur die Gastgeber bleiben die ganze Zeit über an einem Tisch: Sie begrüßen neue Gäste, resümieren kurz das vorhergehende Gespräch und bringen den Diskurs erneut in Gang. Das World-Café schließt mit einer Reflexionsphase ab.

Entwicklung der Fragestellungen[Bearbeiten]

Die richtigen Fragen sind wesentlicher Erfolgsfaktor für ein World-Café. Deshalb wird der Entwicklung dieser Fragen in der Planungsgruppe – gebildet aus einem repräsentativen Querschnitt der zu erwartenden Teilnehmer – besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die Fragen dienen als Attraktor. Sie sind einfach formuliert und sollen auf den Dialog neugierig machen.

Rolle der Gastgeber an den Tischen[Bearbeiten]

Die Gastgeber, die sich freiwillig melden sollen, haben im World-Café eine besondere Bedeutung. Sie achten darauf, dass eine offene, klare und freundliche Atmosphäre entsteht. Die Gastgeber bleiben in der Standardvariante für alle Dialog-Runden an ihrem Tisch und verabschieden in den Übergängen die Gäste, begrüßen die Neuankömmlinge und fassen die Kerngedanken und wichtigsten Erkenntnisse der vorherigen Runde zusammen. Im Verlauf des Gesprächs sorgen sie dafür, dass sich alle beteiligen können und dass wichtige Gedanken, Ideen und Verbindungen von allen auf die Tischdecken geschrieben und gezeichnet werden.

Einsatzmöglichkeiten[Bearbeiten]

World-Cafés finden in internationalen Konzernen, politischen Organisationen, Gemeinden, Städten, Verbänden etc. statt. Die Methode ist besonders wirkungsvoll bei heterogenen, durchmischten Teilnehmergruppen, die von einem gemeinsamen Thema betroffen sind. Sie eignet sich gut, um unterschiedliche Sichtweisen zu einem Thema zusammenzuführen, innerhalb kurzer Zeit einen Handlungsplan zu entwerfen oder innerhalb einer Gruppe Resonanz zu einer Fragestellung zu erzeugen.

Abgrenzung zum Knowledge-Café[Bearbeiten]

Das hier beschriebene World-Café unterscheidet sich vom „benachbarten“ Knowledge-Café: Das Knowledge-Café ist ein Tool im Wissensmanagement. Es ist stark strukturiert durch feste Themenplätze und eine gesetzte Moderation. Die Teilnehmer arbeiten in der Regel alle Themen ab, so dass hier das Lernen und Lehren im Vordergrund stehen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Juanita Brown und David Isaacs: The World Café. Shaping Our Futures Through Conversations That Matter, McGraw-Hill Professional, ISBN 978-1-57675-258-6.
    Deutsch: Juanita Brown und David Isaacs: Das World Café. Kreative Zukunftsgestaltung in Organisationen und Gesellschaft, Carl-Auer Verlag, ISBN 978-3-89670-588-4.
  • Holger Scholz, Roswitha Vesper, Martin Haussmann: Lernlandkarte Nr. 2 – World Café. Neuland, ISBN 978-3940315021.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. World-Cafè Community