Worms-Rheindürkheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

49.6983333333338.357777777777890Koordinaten: 49° 41′ 54″ N, 8° 21′ 28″ O

Rheindürkheim
Stadt Worms
Ehemaliges Gemeindewappen von Rheindürkheim
Höhe: 90 m ü. NN
Einwohner: 2798 (31. Dez. 2012)[1]
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 67550
Vorwahl: 06242
Karte

Lage von Rheindürkheim in Worms

Rheindürkheim ist seit dem 7. Juni 1969 ein Ortsteil von Worms im südlichen Wonnegau.[2]

Das Dorf liegt etwa acht Kilometer nördlich der Stadt direkt am Rhein in Höhe des Rheinkilometers 451. Zum Ort gehören die sechs Wohnplätze Dammstraße, Elektrizitätswerk Rheinhessen, Fahrt, Hühnerfarm, Mückenhäuser Hof und Sportplatz. Die Gemarkung grenzt im Westen an die Stadt Osthofen, im Norden an den Stadtteil Worms-Ibersheim und liegt linksrheinisch zwischen den Rheinstromkilometern 449 und 453,5.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Nachkriegszeit von Worms-Rheindürkheim zeigt heute einen gevierteten Schild. Im ersten Feld in schwarz einen gekrönten Löwen darstellt, der den historischen Bezug zur Kurpfalz herstellen soll (Pfälzer Löwe). Das Feld darunter mit drei silbernen Adlern auf blauem Grund verweist auf die zeitweiligen Grundherren, die Grafen von Leiningen. Im heraldisch linken oberen Viertel in gold mit einem blauen Schlüssel gekreuzt von einem blauen Bischofsstab soll an den Bischof von Worms erinnern. Im linken unteren Viertel in silber mit blauem Bootshaken und einer blauen Sense verweist auf die eigene dörfliche Tradition.

Geschichte[Bearbeiten]

Siedlungsspuren von Rheindürkheim und Umgebung reichen von der Jungsteinzeit über keltische und römische Siedlungsspuren.

Am 21. Oktober 812 schenkte Werner I. (Präfekt des Ostlandes) eine Hofreite, mit Haus und zwei Joch Ackerland, dem Kloster Lorsch.[3] Er war der Schwiegersohn von Adeltrud, verheiratet mit Graf Eberhard (Sieghardinger), die viermal Ibersheimer Güter dem Kloster schenkte.

Neben der Kurpfalz sind das Bistum Worms, das dortige Sankt-Paulus-Stift und die Grafen von Leiningen als Herren des Dorfes nachweisbar. 1689 im Verlauf des kurpfälzischen Erbfolgekrieges total zerstört, kam das wiederaufgebaute Rheindürkheim 1798 so wie das gesamte Linke Rheinufer zu Frankreich, war bis 1814 Teil des Departements Donnersberg und dem Kanton Bechtheim zugeordnet. 1816 wurde sie Teil von Rheinhessen und gehörte damit zum Großherzogtum Hessen. 1848/49 bekämpften sich Freischärler, Anhänger der badischen Revolte und hessisch-preußische Truppen an der Gemeindegrenze von Rheindürkheim zu Bechtheim/Mettenheim. Am 26. März 1945 marschierte die 45. US-Division ein und beendete damit die NSDAP-Gewalt-Herrschaft. Sie setzte hier über den Rhein an das rechtsrheinische Ufer. Rheindürkheim wurde 1945 Teil des neuen Landes Rheinland-Pfalz.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Datum Einwohner
1925 1568[4]
1933 1767[4]
1939 1773[4]
1968 2248[2]
2012 2798[1]

Die Einwohnerzahl betrug am 31. Dezember 2006 insgesamt 2.964 Personen. Davon waren 1469 Personen männlichen, und 1495 Personen weiblichen Geschlechts. Mit Hauptwohnsitz waren es 2944 Personen und 20 Personen nur mit Nebenwohnsitz. Der Ausländeranteil zur Gesamteinwohnerzahl betrug 5,16 %.[5]

Dorfkern

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Der historische Ortskern wird gebildet vom 1737 erbauten Rathaus und von der 1776, ebenfalls in barocker Form errichteten Simultankirche St.Peter, in der jeweils die evangelische und die katholischen Kirchengemeinde ihre Gottesdienste abhalten.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Rheinperlenfest mit Krönung der Rheinperlenkönigin am letzten Wochenende im Juni
  • Rheinuferfest Rheindürkheim
  • Kerwe-Eröffnung mit Kerwebaum-Aufstellung und Kerwe-Umzug in Rheindürkheim[6]

Sport und Vereine[Bearbeiten]

Ca. 40 Vereine[7], soziale Einrichtungen, Parteien und sonstige Gruppen belegen ein reges und abwechslungsreiches Leben in diesem lebendigen Stadtteil.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Von historisch wirtschaftlicher Bedeutung war 1886 die Gründung der Vereinigten Strohstoff-Fabriken mit Sitz in Dresden und ihren Werken in Coswig, Rheindürkheimer Fahrt und Dohna. 1948 wurde der Geschäftssitz nach Rheindürkheim verlegt. Man firmierte nun als Rheinische Strohzellstoff AG und war damit eine der ältesten und größten Strohzellstofffabriken Deutschlands. Dieser Rohstoff war älter als der Holzzellstoff und deckte fast den gesamten westdeutschen Bedarf ab. Zahlreiche Arbeitsplätze entstanden. 1963 hatte sich die Papier- und Kartonherstellung von diesem Rohstoff zurückgezogen. Der Betrieb wurde stillgelegt, die AG liquidiert, die Arbeitsplätze und Steuereinnahmen verschwanden. Heute wachsen im ausgewiesenen Industriegebiet Logistikzentren.

Verkehr[Bearbeiten]

Rheindürkheim liegt an der Bundesstraße 9 und hat gleich nach der südlichen Gemarkungsgrenze durch einen Autobahnzubringer Verbindung zur linksrheinischen Autobahn 61.

ÖPNV Der nächste DB-Bahnhof ist in Osthofen. Die Stadtbuslinie 411 führt vom Hauptbahnhof Worms über die Mainzer Straße und das Industriegebiet Nord nach Rheindürkheim und von da weiter nach Osthofen. Eine weitere Busverbindung, die Linie 432 versorgt die Strecke Hauptbahnhof Worms – Rheindürkheim – IbersheimHammEichGimbsheimGuntersblum. Spätabends fahren Ruftaxis, welche vor der gewünschten Abfahrt telefonisch bestellt werden müssen. Für diese gilt ein besonderer Tarif, bei dem jedoch Jahres- und Halbjahreskarten des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) akzeptiert werden.

Altrheinbahn

Die damalige wirtschaftliche Entwicklung schob den Bau der Altrheinbahn an, deren erster Streckenabschnitt von Osthofen bis Rheindürkheim bereits 1897 in Betrieb genommen wurde. 1993 erfolgte die Stilllegung der gesamten Strecke. Das Auto und der Straßenbau machten die Eisenbahn überflüssig. [8]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Einwohner der Stadt Worms nach Wohnart (PDF; 14 kB), Einwohner mit Hauptwohnsitz, Bestandsstatistik zum 31.12.2012 mit den Bestandsdaten vom 03.01.2013 des Einwohnermelderegisters
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 201 (PDF; 2,6 MB)
  3. Lorscher Codex: Urkunde 1003, Reg. 3016. Bei den vielen Urkunden zu Dürkheim, ist hier der Zusatz, gelegen am Rheinstrom, deshalb für Rhein-Dürkheim eindeutig.
  4. a b c Der Landkreis Worms auf www.verwaltungsgeschichte.de
  5. Einwohner von Rheindürkheim nach verschiedenen Kriterien
  6. Veranstaltungen in Worms-Rheindürkheim
  7. Vereine in Rheindürkheim
  8. Eisenbahnverkehr Osthofen-Guntersblum - Altrheinbahn