Wortproblem

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Wortproblem einer formalen Sprache bezeichnet man in der Theoretischen Informatik das Entscheidungsproblem, zu einem gegebenen Wort festzustellen, ob dieses zur Sprache gehört oder nicht. Das Wortproblem einer Sprache L ist entscheidbar, wenn ihre charakteristische Funktion \chi_L berechenbar ist. Sie ist definiert durch

\chi_L\colon \Sigma^\ast \to \{0,1\};\ w \mapsto
\begin{cases}
   1, & \text{falls } w \in L \\
   0, & \text{sonst}
\end{cases}

Die Sprache L hat also ein entscheidbares Wortproblem, wenn es einen Algorithmus gibt, der in endlicher Zeit herausfindet, ob w \in L oder nicht. Jedes Entscheidungsproblem lässt sich als Wortproblem einer formalen Sprache codieren.

Die Schwierigkeit des Wortproblems hängt von der zugrunde gelegten Klasse der Sprachen ab. Für die Chomsky-Hierarchie ist bekannt:

  • Das Wortproblem für Typ-1-Sprachen ist entscheidbar.[1] Der Zeitbedarf ist höchstens exponentiell, die Platzkomplexität ist exakt linear. Damit ist insbesondere das Wortproblem für weiter eingeschränkte Sprachklassen auch entscheidbar.
  • Das Wortproblem für Typ-3-Sprachen ist durch deterministische endliche Automaten lösbar. Die Zeitkomplexität des Problems ist linear, die Platzkomplexität ist konstant.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1.  Uwe Schöning: Theoretische Informatik- kurz gefasst. 5. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-1824-1, S. 13, DNB 986529222.

[Bearbeiten] Siehe auch

Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen