Woskowice Małe

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Woskowice Małe
Wappen fehlt
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Woskowice Małe (Polen)
Woskowice Małe
Woskowice Małe
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Oppeln
Landkreis: Namysłowski
Geographische Lage: 51° 6′ N, 17° 52′ O51.10305555555617.860555555556Koordinaten: 51° 6′ 11″ N, 17° 51′ 38″ O
Höhe: 167 m n.p.m
Einwohner: 450 ([1])
Postleitzahl: 46-100
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: ONA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 39
Nächster int. Flughafen: Breslau

Woskowice Małe (deutsch Lorzendorf oder Klein Lorzendorf) ist ein Ort am nordwestlichen Rand der Woiwodschaft Oppeln, Powiat Namysłowski, Gmina Namysłów, in Polen. Früher gehörte er zum deutschen Kreis Namslau in Schlesien.

Der Name „Lorzendorf“ leitet sich von dem Namen des Heiligen Laurentius von Rom ab, dem die Pfarrkirche gewidmet ist.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Woskowice Małe befindet sich etwa drei Kilometer östlich der Droga krajowa (Landesstraße) 39. Der nächste Bahnhof befindet sich zehn Kilometer südwestlich in Namysłów (deutsch Namslau), von wo der Ort mit Kleinbussen erreichbar ist. Wrocław (deutsch Breslau) befindet sich etwa 60 Kilometer westlich; die deutsch-polnische Grenze ist ungefähr 200 km entfernt, die polnisch-tschechische Grenze etwa 90 km südlich des Ortes.

Woskowice Małe liegt in einer ländlich geprägten Umgebung. Um den Ort herum befinden sich zahlreiche Felder und kleine Wälder. Im Dorf selbst gibt es einen kleinen Weiher.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals 1201 in einem Dokument von Papst Innozenz III. erwähnt. Zu dieser Zeit befand er sich im Besitz der Familie von Spiegel.

Ende des 16. Jahrhunderts gehörte er dem Adligen Joachim von Neefe und Obischau, der 1611 starb und somit das Gut in den Besitz von Adam von Frankenberg-Proschlitz und nach dessen Tod 1650 der Familie von Frankenberg überging. Bis 1768 blieb das Gut im Besitz der Familie, als es die Familie von Goltzów erhielt. 1790 wechselte es dann zur Familie Kalckreuth, wo es bis 1829 blieb und schließlich vom Adligen Johann Heinrich von Loesch erworben wurde. Dessen Familie behielt das Land bis zum Zweiten Weltkrieg, nach dem es verstaatlicht wurde. 1926 wurden bei Lorzendorf Funde aus Bronze entdeckt. Dazu gehörten ein Eimer, zwei Halsringe und vier Armspiralen.[2] 1939 hatte Lorzendorf 503 Einwohner.

In den 1960er Jahren wurde in Woskowice Małe ein Drogentherapiezentrum errichtet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche von Lorzendorf wurde erstmals 1417 in einer Urkunde erwähnt. Aus einem Dokument von 1666 geht hervor, dass sich in dem Ort eine hölzerne Kirche mit einem Turm und einer bemalten Decke befindet.

Die heutige, ebenfalls hölzerne Kirche wurde 1711 errichtet und dem heiligen Laurentius von Rom geweiht. Das Kirchenschiff ist fast quadratisch und ist im Gegensatz zum Turm, der in Pfahlkonstruktionsweise gebaut wurde, eine Kammkonstruktion. In der Kirche befinden sich zahlreiche neobarocke Kunstgegenstände und alte Wandmalereien. So stammt etwa die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert, der Hauptaltar und das Taufbecken aus dem frühen 18. Jahrhundert und die Einrichtung und eine Mariendarstellung aus dem frühen 19. Jahrhundert. Weiterhin befinden sich in der Kirche eine Christusdarstellung aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts und eine 1840 gebaute Orgel, die 1897 das letzte Mal erneuert wurde. Bemerkenswert ist auch die Glocke aus dem Jahre 1593.

Nach 1945 wurde die ehemals protestantische Kirche in eine katholische Kirche umgewandelt.

Herrenhaus[Bearbeiten]

Das Gelände, auf dem heute das ehemalige Herrenhaus steht, wurde bereits im 17. Jahrhundert bebaut. Der heutige Bau wurde 1800 auf der Grundlage des vorherigen Hauses errichtet und 1872-74 von der Familie von Loesch erweitert. Der letzte Umbau geht auf das Jahr 1912 zurück, bei dem das Haus seinen heutigen neogotischen Stil erhielt.

Das Haus hat einen rechteckigen Grundriss mit einem Turm im Osten. Bemerkenswert ist auch der Kornspeicher im Hof, der auf das Jahr 1894 zurückgeht.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Szukacz.pl, Woskowice Małe - Informacje dodatkowe, abgerufen am 21. Oktober 2010
  2. "Zeitschrift des Vereins für das Museum Schlesischer Altertümer", 1928 - Digitalisat