Wuhan

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Wuhan

武汉

Wuhan montage.png
Von oben links: Stadtsilhouette, Kranichpagode, altes Zollhaus und Wuhan Jangtsekiang-Brücke
Wǔhàn Shì • 武汉市
Staat: Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China
Großregion: Zentralchina
Provinz: Hubei
Koordinaten: 30° 34′ N, 114° 17′ O30.5725114.27916666667Koordinaten: 30° 34′ N, 114° 17′ O
Politik
Verwaltungstyp: Unterprovinzstadt
Untergliederung: 13 Stadtbezirke
Parteichef der KPCh: Yang Song (杨松)
Bürgermeister: Ruan Chengfa (阮成发)
Einwohnerzahlen (2008)[1]
- Gesamtbevölkerung: 8.332.425
- Urbane Bevölkerung: 5.372.364
Fläche[2]
- Administratives Stadtgebiet: 8.494 km2
- Urbanes Stadtgebiet: 1.557 km2
Bevölkerungsdichte (2008)
- Administratives Stadtgebiet: 981 Einwohner/km2
- Urbanes Stadtgebiet: 3.450 Einwohner/km2
Wirtschaftsdaten (2008)[3]
- BIP Total: ¥ 396,0 Milliarden
- BIP pro Kopf: ¥ 44.296
Sonstiges
Zeitzone: China Standard Time (CST)
UTC+8
Postleitzahl: 430000 - 430400
Vorwahl: (+86)27
Kfz-Kennzeichen: 鄂A
Offizielle Website: http://english.wh.gov.cn/
Lage von Wuhan in China, gelb: Provinz Hubei
Lage von Wuhan in der Volksrepublik China

Wǔhàn?/i (chinesisch 武漢市 / 武汉市) ist eine Unterprovinzstadt und die Hauptstadt der Provinz Hubei in der Volksrepublik China. In der Innenstadt – dem geografischen Stadtgebiet – leben 4.262.236 Menschen (Ende 2008) mit Hauptwohnsitz. Das gesamte Verwaltungsgebiet Wuhans hat 8.332.425 Einwohner (Stand 2005). Das knapp 8.500 km² große Verwaltungsgebiet stellt kein zusammenhängendes urbanes Siedlungsgebiet dar, sondern wäre – mit seiner außerhalb der Innenstadt dominierenden ländlichen Siedlungsstruktur – eher mit einer kleinen Provinz vergleichbar. Das innere Wuhan ist eine Zusammenlegung der drei ehemaligen Städte Wuchang, Hankou (früher oft auch als Hankow oder Hankau transliteriert) und Hanyang.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Wuhan liegt in günstiger Mittelchinalage am Zusammenfluss des Jangtsekiang und des Han-Flusses (漢江 / 汉江). Das ebene Stadtgebiet, welches von zahlreichen Seen geprägt ist, geht in südlicher Richtung in Hügelland über.

Administrative Gliederung[Bearbeiten]

Die Stadt ist durch die zwei Flüsse in die drei ehemaligen Städte Wǔchāng (武昌), Hànkǒu (漢口 / 汉口) und Hànyáng (漢陽 / 汉阳) aufgeteilt. Hanyang und Wuchang sind als eigenständige Stadtbezirke (auf Kreisebene) erhalten geblieben. Hankou wurde hingegen in mehrere neue Stadtbezirke untergliedert. Heute setzt sich Wuhan aus insgesamt 13 Stadtbezirken zusammen. Diese sind:

  • Stadtbezirk Jiang'an (江岸區 / 江岸区), 64 km², 640.000 Einwohner, Sitz der Stadtregierung, Stadtzentrum;
  • Stadtbezirk Jianghan (江漢區 / 江汉区), 33 km², 460.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Qiaokou (礄口區 / 硚口区), 46 km², 540.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Hanyang (漢陽區 / 汉阳区), 108 km², 480.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Wuchang (武昌區 / 武昌区), 81 km², 980.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Qingshan (青山區 / 青山区), 45 km², 460.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Hongshan (洪山區 / 洪山区), 509 km², 780.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Dongxihu (東西湖區 / 东西湖区), 439 km², 250.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Hannan (漢南區 / 汉南区), 288 km², 110.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Caidian (蔡甸區 / 蔡甸区), 1.094 km², 460.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Jiangxia (江夏區 / 江夏区), 2.015 km², 660.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Huangpi (黃陂區 / 黄陂区), 2.261 km², 1,1 Mio. Einwohner;
  • Stadtbezirk Xinzhou (新洲區 / 新洲区), 1.500 km², 960.000 Einwohner.

Klima[Bearbeiten]

Wuhan liegt auf 30°33' nördlicher Breite und 114°17' östlicher Länge. In Wuhan herrscht ein feuchtes Subtropenklima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 16,3 °C und einer Jahresniederschlagssumme von 1194 mm. Die Durchschnittstemperatur im Januar fällt auf 0,1 °C, während sie im Juli auf 28,9 °C steigt. Damit ist Wuhan im Sommer eine der heißesten und feuchtesten Städte Chinas. Alle zwölf Monate sind humid.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Wuhan
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 7,8 9,7 14,6 20,8 25,8 30,1 33,0 32,9 28,2 22,9 16,4 10,5 Ø 21,1
Min. Temperatur (°C) -0,9 1,3 6,2 12,1 17,5 22,0 25,4 24,7 19,5 13,3 7,1 1,4 Ø 12,5
Niederschlag (mm) 35 59 103 140 162 210 156 119 76 63 51 31 Σ 1.205
Sonnenstunden (h/d) 4,1 4,0 3,9 4,8 5,7 7,1 8,4 8,8 6,7 5,6 4,8 4,3 Ø 5,7
Regentage (d) 7 8 11 12 12 11 9 7 7 8 6 6 Σ 104
Luftfeuchtigkeit (%) 76 78 81 81 80 78 79 78 77 77 79 77 Ø 78,4
T
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m
p
e
r
a
t
u
r
7,8
-0,9
9,7
1,3
14,6
6,2
20,8
12,1
25,8
17,5
30,1
22,0
33,0
25,4
32,9
24,7
28,2
19,5
22,9
13,3
16,4
7,1
10,5
1,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
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59
103
140
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210
156
119
76
63
51
31
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Bevölkerung[Bearbeiten]

Ethnische Gliederung der Bevölkerung Wuhans (2000)[Bearbeiten]

Beim Zensus im Jahre 2000 wurden in Wuhan 8.312.700 Einwohner gezählt, die sich wie folgt auf die einzelnen Ethnien aufgliedern:

Name des Volkes Einwohner Anteil
Han 8.258.221 99,34 %
Hui 20.595 0,25 %
Tujia 13.613 0,16 %
Manju 4.745 0,06 %
Zhuang 4.147 0,05 %
Mongolen 2.709 0,03 %
Miao 2.581 0,03 %
Dong 929 0,01 %
Yao 744 0,01 %
Koreaner 694 0,01 %
Yi 617 0,01 %
Sonstige 3.105 0,04 %

Geschichte[Bearbeiten]

Eine der Brücken über den Jangtsekiang in Wuhan
Satellitenbild von Wuhan, 2010
Brücke über den Jangtsekiang in Wuhan

Die Region Wuhan wurde vor etwa 3000 Jahren erstmals besiedelt. Während der Han-Dynastie stieg die Bedeutung Hanyangs als Hafen. Im 3. Jahrhundert wurden Mauern zum Schutz von Hanyang (206 n. Chr.) und Wuchang (223 n. Chr.) gebaut. Letzteres bezeichnet auch die Gründung von Wuhan.

Im Jahre 223 wurde der „gelbe Kranich“-Turm (黃鶴樓 / 黄鹤楼Huánghèlóu) am Jangtsekiang auf der Seite Wuchangs errichtet.

Unter der mongolischen Herrschaft (Yuan-Dynastie) wurde Wuchang in den Rang einer Provinzhauptstadt erhoben. Vor ungefähr 300 Jahren war Hankou schließlich eine der vier wichtigsten Handelsstädte des Landes.

Ähnlich wie in Shanghai gab es im Stadtteil Hankau bis Mitte der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts europäische Handelsstützpunkte (Konzessionsgebiete), weshalb noch viel Kolonialarchitektur erhalten ist wie z. B. das kaiserlich deutsche Konsulat.

Wuchang und Hankou spielten in der jüngeren Geschichte des Landes, der Zeit der Republik China, mehrmals eine zentrale Rolle. In Wuchang begann 1911 mit dem republikanischen Aufstand gegen die kaiserliche Zentralregierung in Peking die Chinesische Revolution. Der Kuomintang-Gründer Dr. Sun Yatsen wurde zum ersten (provisorischen) Präsidenten ausgerufen, überließ aber die Führung Pekings Armeechef Yuan Shikai, nach dessen Tod Wuchang und Hankou an die Chili-Fraktion der Nördlichen Militaristen fiel. Ihr General Wu Peifu beherrschte von Hankou die Bahnlinie nach Peking und ließ 1923 einen kommunistischen Bahnarbeiteraufstand zusammenschießen.

Doch schon 1926 eroberte eine Einheitsfront aus Kuomintang, Kommunisten und Guangxi-Warlords die Stadt und verlegte ihre südliche Gegenregierung nach Wuhan. Nach der Eroberung Nanjings brach die Einheitsfront 1927 auseinander, Chiang Kai-shek bildete aus rechten Kuomintang eine Nationalregierung in Nanjing, linke Kuomintang unter Wang Jingwei dagegen zusammen mit den Kommunisten eine Revolutionsregierung in Wuhan. Chiang unterwarf zwar sowohl Peking als auch Wuhan, wurde aber von der japanischen Armee 1937 aus Nanjing vertrieben. Stattdessen wurde Hankou Chiangs Regierungssitz und faktische Hauptstadt Chinas, 1938 aber ebenfalls von Japanern erobert. Von 1938 bis 1945 war dann Chongqing (Nachbarprovinz Szechuan) Chiangs Hauptstadt.

Das heutige Wuhan entstand 1953 durch den Zusammenschluss von Wuchang, Hankou und Hanyang. Heute ist Wuhan nach Chongqing die größte Stadt im Binnenland der VR China.

Wirtschaft, Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt ist der industrielle Schwerpunkt Mittelchinas und hat die für chinesische Millionenstädte typische Mischung aus Produktionsbetrieben vieler Branchen, u. a. Motoren-, Schiffs-, Fahrzeug- und Maschinenbau, Zementfabriken, Textilwerke, chemische Werke, Papierherstellung, ein Aluminiumwerk sowie eine Brauerei nach deutschem Vorbild. Ein deutlicher Schwerpunkt ist die Eisenherstellung (aus heimischen Erzen und Kohle) sowie die Stahlindustrie mit mehreren Walzwerken. So wurde u. a. mit Hilfe deutscher Fachleute aus der Partnerstadt Duisburg ein Kaltwalzwerk errichtet.

Wuhan liegt fast genau in der Mitte zwischen den großen Räumen Peking im Norden und Guangzhou (Kanton), Shenzhen und Hongkong im Süden, sowie Shanghai im Osten und Chongqing im Westen des Riesenreichs. In alle diese Richtungen bestehen durchgehende Autobahnen, die sich hier treffen.

Traditionell ist der hier rund 1250 Meter breite Jangtsekiang die Lebensader für Schwer- und Massentransporte. Der Wuhaner Hafen ist der größte Binnenwasserhafen Chinas, da der Fluss bis hierher auch für Seeschiffe schiffbar ist.

Wuhan hat sieben Brücken und einen Tunnel, welche den Jangtsekiang queren. Die erste Brücke über den Jangtsekiang wurde in Wuhan im Jahre 1957 mit Unterstützung der Sowjetunion gebaut und erlaubte erstmals eine Eisenbahnverbindung zwischen der Nord- und der Südhälfte der Volksrepublik. Sie ist bis heute eine eindrucksvolle Konstruktion mit unterer Bahnlinie und obenliegender Straße. 1995 wurde die zweite Straßenbrücke (eine Schrägseilbrücke) eröffnet. 2009 wurde für die neue Eisenbahnstrecke eine weitere kombinierte Eisenbahn- und Straßenbrücke eröffnet.

Seit Dezember 2009 ist Wuhan Endpunkt der Schnellfahrstrecke Peking–Hongkong, der zu diesem Zeitpunkt schnellsten Eisenbahnverbindung der Welt,[4] nach Guangzhou. Die Strecke wurde im Herbst 2012 bis Shijiazhuang verlängert und soll noch Ende 2012 Peking erreichen.

Der Flughafen „Wuhan Tianhe International Airport“ gehört zu den mittelgroßen Airports Chinas und liegt rund 28 Kilometer nordwestlich der Stadt. Sein Flugplan weist ganz überwiegend binnenländische Flüge aus, dazu kommen einige Direktverbindungen zu ostasiatischen und indischen Zielen. Fernflüge nach Europa werden meist über Zubringer zu/von den Hubs Bejing, Shanghai und Hongkong abgewickelt. Ein zweites Terminal wurde 2008 eröffnet, da jedoch z. Z. nur eine Startbahn vorhanden ist, ist die Kapazität der Anlage nahezu ausgeschöpft.

Der innerstädtische Verkehr leidet enorm unter der Last einer zu schnellen Motorisierung: immer neue Straßenprojekte, sowohl als breite Durchbrüche in den alten Siedlungskernen als auch als neue Ring- und Zubringerstraßen in die neuen Stadtteile am Rande sollen Abhilfe schaffen.

Seit 2012 wird ein schienengebundenes Nahverkehrsnetz aufgebaut. Die insgesamt sieben geplanten Bahnlinien mit 540 Kilometern Streckenlänge werden im Zentrum als U-Bahn und draußen in der Fläche als S-Bahn verkehren. Aktuell (Stand Mai 2013) besteht die U-Bahn aus zwei Linien mit einer Gesamtlänge von 56,85 km. Bis 2017 sollen vier weitere Linien dazukommen, deren Länge 115,88 km betragen soll. Die Gesamtlänge des U-Bahnnetzes soll bis 2017 auf 172,73 km anwachsen.

Bildungswesen[Bearbeiten]

Neben der im Jahr 1903 zunächst als Lehrerakademie gegründeten Wuhan-Universität beherbergt die Stadt noch zwanzig weitere Universitäten und Hochschulen, die sich z. T. auf neu angelegten Campus in landschaftlich schöner Lage eingerichtet haben. Fachrichtungen wie z. B. Vermessungswesen und Geographie, Medizin, Wasserwirtschaft, Metallurgie, Geologie und Baustoffwesen sind abgedeckt und werden meist durch eine dazugehörige Forschungslandschaft und neue Technologieparks ergänzt.

Die Wuhan-Universität, deren landschaftlich parkartigen, an großen Wasserflächen liegenden Campus die dort Studierenden als den „schönsten der Welt“ bezeichnen, ist eine der renommierten Universitäten Chinas.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

„Chu Town“ am Dong-hu
Chu Tiantai
  • Eine der wohl wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Wuhan ist die Kranichpagode.
  • Der Wuhan Changchun Tempel ist ein daoistischer Tempel im Stadtbezirk Wuchang.
  • Des Weiteren befindet sich am westlichen Ufer des Dong Hu (东湖=Ostsee) viele touristische Attraktionen. Eine davon ist das Hubei Provinzmuseum, in dem man sehr viele Ausgrabungstücke aus alten Gräbern und auch ein einzigartiges Glockenspiel für Konzerte bewundern kann. Außerdem befinden sich am Westufer Parks, ein Vogelzoo sowie ein Ozeaneum.
  • Jiqing-Straße(吉慶街 / 吉庆街), auf dieser kann man viele Restaurants und Straßenkünstler finden. Diese Straßenkünstler sind unter den Chinesen sehr bekannt, da sie eine neue Liveshow (生活秀) aufführen, die Begebenheiten auf der gleichnamigen Straße beinhaltet. Hier kann man wunderbar miterleben, wie die Einheimischen leben, essen und sich amüsieren.
  • In Wuhan befindet sich der 311 Meter hohe Fernsehturm Guishan mit Aussichtsplattform auf dem Schildkrötenberg.
  • Höchstes Gebäude der Stadt mit 331 Metern ist das 2007 fertiggestellte wuchtige Minsheng Bank Building.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Städtefreundschaft:

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wuhan Lokalregierung
  2. Wuhan Lokalregierung
  3. HKTDZ
  4. handelsblatt.com
  5. Christchurch - Wuhan Strategic Partnership. Abgerufen am 16. Mai 2010 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wuhan – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien