Wunder-Baum

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Dieser Artikel behandelt den Riechstoffverbreiter Wunder-Baum, zu der gleichnamigen Pflanze siehe Wunderbaum.
WUNDER-BAUM

Der Wunder-Baum ist ein Einweg-Lufterfrischer in Form der Silhouette eines abstrakten Baumes für den Gebrauch in Kraftfahrzeugen. Grundsätzlich zielen die Lufterfrischer auf eine Erhöhung des Wohlbefindens durch die Abgabe angenehmer Gerüche ab. Die Lufterfrischer sind in verschiedenen Duftrichtungen erhältlich; die beliebtesten sind Vanille, Sportfrische, Neuwagen und Grüner Apfel.

Sie können je nach Land einen anderen Namen aufweisen, zum Beispiel Wunder-Baum (in Deutschland, Schweden, den Niederlanden, Norwegen, Finnland, Dänemark), Little Trees (in den USA), Magic Tree (in Großbritannien und Irland) oder Arbre Magique (in Frankreich, Italien, Spanien und Portugal).

Geschichtliches[Bearbeiten]

Little Tree, US-amerikanische Originalversion des Wunder-Baums

Julius Sämann, ein kanadischer Biochemiker und Geschäftsmann deutscher Abstammung (geboren in Uffenheim, der Vater und dessen Vorfahren stammen aus Ermetzhofen), schuf – nachdem sich ein Milchfahrer über den üblen Geruch verschütteter Milch beklagt hatte – im Jahre 1951 die Little Trees genannten Lufterfrischer aus porösem Karton. Ein Jahr später gründete er in Watertown im US-Bundesstaat New York die Firma Car-Freshner Corporation zur gewerblichen Produktion der Duftbäumchen. Heute hat sie Zweigwerke in Berlin (New Hampshire) und De Witt (Iowa).

Funktionsweise[Bearbeiten]

Der Lufterfrischer wird in einer Kunststoffhülle verschweißt geliefert. Er besteht aus einem saugfähigen, offenporigen filzähnlichen Karton, der beidseitig bedruckt und mit Duft- und Hilfsstoffen getränkt ist. Zum Aktivieren und Verteilen der Duftstoffe wird ein kleiner Teil der Hülle entfernt und der Aufhänger angebracht. Je nach Größe der Öffnung in der Plastikfolie und des umgebenden Luftstroms werden nun die Duftstoffe in der Umgebungsluft verteilt. Für die gleichmäßige Geruchsstoffabgabe in den Fahrzeuginnenraum, soll die Hülle jede Woche einen Zentimeter nach unten gezogen werden.[1] Viele Nutzer sehen die Folienhülle jedoch als Verpackungsmüll und entfernen diese, entgegen den Vorgaben des Herstellers, komplett. So wird innerhalb kurzer Zeit die größtmögliche Menge an Duftstoffen freigesetzt, der konzentrierte Geruchseindruck führt zu einer Reizüberflutung und häufig zu Kopfschmerzen.[1]

Kritik[Bearbeiten]

Sogenannte „Lufterfrischer“ überdecken im Vergleich zu Geruchsneutralisierern nur die Raumgerüche und können bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen.

Wunderbaum in der Populärkultur[Bearbeiten]

Der Wunderbaum und seine Kontur sind Teil der Populärkultur geworden. Sie spielen in zahlreichen Filmen (Repoman (1985), König der Fischer (1991), Sieben (1995)) eine wichtige Rolle oder sind (nebensächliches) Detail wie in 10 Items or Less (2006), Cleaner (2007), Der Tatortreiniger (2011) oder Ich – Einfach Unverbesserlich (2010). Wunderbäume sind in der Greaser-Subkultur, einer Jugendkultur von Kindern der Arbeiterklasse, die sich in den 1950er Jahren in den USA aus den Straßengangs bildete, von zentraler Bedeutung: Kein aufgemotzes Fahrzeug ist ohne den entsprechenden Duftbaum vollständig. Eine entsprechende Szene findet sich heutzutage in den ländlichen Gebieten Skandinaviens.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Katharina Blansjaar: Die Tanne aus der Tüte. In: NZZ am Sonntag. 9, Nr. 39, Zürich 26. September 2010, S. 103 (hier online, abgerufen am 27. September 2010).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wunder-Baum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien