Wurfholz

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Produkte von Aborigines; von links: Woomera, Wurfholz für die Jagd, rückkehrender Bumerang
Im alten Ägypten wurden Wurfhölzer zur Vogeljagd eingesetzt

Das Wurfholz ist eine alte Jagdwaffe der Wildbeuter. Schon Affen werfen gelegentlich Stöcke oder harte Früchte von Bäumen herab, um herannahende Raubtiere zu vertreiben. Daher wird angenommen, dass das Wurfholz eine noch ältere Wurfwaffe ist als der Speer.

Allgemein[Bearbeiten]

Das Wurfholz, ursprünglich als eine Abwehrwaffe oder zum Herunterschlagen von nicht erkletterbaren Früchten und Nüssen genutzt, wurde irgendwann auch als Jagdwaffe verwendet.

Das Wurfholz ist vor allem für die Jagd auf Vögel geeignet. Das sich im Flug drehende Holz kann bei einem Treffer am Kopf den Vogel betäuben oder bei Treffern an den Flügeln durch vorübergehende Lähmung oder das Brechen von Knochen das Wegfliegen verhindern und so die Beute sichern.

Die Trefferzone des sich drehenden Wurfholzes ist deutlich größer als die eines Speeres, ein großer Vorteil bei kleineren Zielen wie Vögeln. Der Wurfspeer hat jedoch eine höhere Trefferwirkung und ermöglicht die Erlegung größeren Wildes.

Australien[Bearbeiten]

Geübte Werfer können einen Jagdbumerang bis zu 100 Meter weit werfen. Diese Jagdbumerangs, genannt Kylies, wurden von den australischen Ureinwohnern auch als Grabstock oder Keule verwendet.

Das nur in einer der vielen Sprachen der Aborigines, den Ureinwohnern von Australien, verwendete Wort Bumerang bezeichnete dort das einfache Wurfholz für die Jagd (Jagdbumerang), nicht das zurückkehrende Wurfholz (Sportbumerang), für das nun in europäischen Sprachen das Wort „Bumerang“ verwendet wird. Er konnte bis 2 kg schwer und 1,30 Meter lang sein.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Felix von Luschan: Das Wurfholz in Heu-Holland und in Oceanien. In: Festschrift für Adolf Bastian zum 70. Geburtstage am 26. Juni 1896. Reimer, Berlin 1896, S. 131–155.
  • Thomas Stehrenberger: Ein Wurfholz aus der neolithischen Siedlung Arbon in: Archäologie in der Schweiz, Bd. 20 (1997), Heft 2, S. 54–56, ISSN 0255-9005.

Weblinks[Bearbeiten]