Wutach (Gemeinde)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wutach
Wutach (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wutach hervorgehoben
47.8380555555568.4444444444444730Koordinaten: 47° 50′ N, 8° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 730 m ü. NHN
Fläche: 30,48 km²
Einwohner: 1201 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79879
Vorwahl: 07709
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 127
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Amtshausstraße 2
79879 Wutach
Webpräsenz: www.wutach.de
Bürgermeister: Christian Mauch (parteilos)
Lage der Gemeinde Wutach im Landkreis Waldshut
Aare Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Lörrach Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Schwarzwald-Baar-Kreis Albbruck Bad Säckingen Bernau im Schwarzwald Bonndorf im Schwarzwald Dachsberg (Südschwarzwald) Dettighofen Dogern Eggingen Görwihl Grafenhausen Häusern Herrischried Höchenschwand Hohentengen am Hochrhein Ibach (Schwarzwald) Jestetten Klettgau (Gemeinde) Küssaberg Lauchringen Laufenburg (Baden) Lottstetten Murg (Hochrhein) Rickenbach (Hotzenwald) St. Blasien Stühlingen Todtmoos Ühlingen-Birkendorf Waldshut-Tiengen Wehr (Baden) Weilheim (Baden) Wutach (Gemeinde) Wutöschingen Schweiz RheinKarte
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Wutach ist eine Gemeinde an der nordöstlichen Grenze des Landkreises Waldshut. Es besteht eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Bonndorf im Schwarzwald.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Ewattingen, dahinter die Wutachschlucht und die Baar

Wutach liegt an der nordöstlichen Grenze des Landkreises Waldshut. Im Westen befindet sich der Schwarzwald und im Osten der Randen. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von 592 bis 850 Meter Höhe.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Norden und Nordosten stellt die Gemarkungsgrenze gleichzeitig auch die Kreisgrenze zu den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Breisgau-Hochschwarzwald dar.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wutach besteht aus den früher selbstständigen Gemeinden Ewattingen (808 Einwohner am 31. Dezember 2005[2]), Lembach (185 Einwohner) und Münchingen (270 Einwohner). Zur ehemaligen Gemeinde Ewattingen gehören das Dorf Ewattingen, die Höfe Bachtalmühle, Bruderhof und Wutachmühle und das Haus Gipsmühle. Zu den ehemaligen Gemeinden Lembach und Münchingen gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer.
Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Ewattingen liegen die abgegangene Burg Göggelsberg sowie die Wüstungen Weschdorf und Mühlefingen. Letztere ist wahrscheinlich mit der 1293 erstmals urkundlich erwähnten und später abgegangenen Ortschaft Wilolvingen identisch.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet weist Spuren sehr früher Besiedlung auf. So finden sich in Ewattingen und Lembach zum Beispiel Überreste aus der Urnenfelder-Kultur (etwa 1200 v. Chr.), aber auch aus der Hallstattzeit (800 v. Chr.). Es handelt sich dabei um Grabhügelfelder. Sie sind teilweise noch sehr gut erhalten. Münzfunde beweisen, dass schon in der Römerzeit Menschen in der heutigen Gemeinde Wutach gesiedelt haben. Durch die Völkerwanderung und die Germanische Landnahme siedelten sich Alemannen an. Mit der Nennung Ekipetingum in einer Schenkung Gotzbergs an das Kloster St. Gallen im Mai 816 unter der Herrschaft des Graf Erchanger erscheint der Name des Ortes Ewattingen erstmals schriftlich. Der Schreibweise änderte sich dann öfters, so sind unter anderem auch die Bezeichnungen Ebgetingen oder Egbotingen überliefert.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war Wutach rein bäuerlich strukturiert. Da jedoch bereits im 19. Jahrhundert die Landwirtschaft nicht mehr alle Bewohner ausreichend versorgen konnte, setzte eine regelrechte Flucht der Bewohner ein. Viele wanderten nach Amerika aus. Eine größere Fluchtwelle setze nach der Brandkatastrophe von 1875 ein. Zahlreiche Stadtflüchtlinge fanden danach ihr Auskommen in der aufkommenden Industrie.

Diese Entwicklung fand mit Beginn des Ersten Weltkrieges kurzzeitig ein Ende. Dies war auch auf die Neugründung von sogenannten Zuerwerbsbetrieben in der heutigen Gemeinde Wutach und von kleineren Fabriken in der unmittelbaren Nachbarschaft zurückzuführen. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Gemeinde nur wenig vom aufkommenden Tourismus profitieren. Im Laufe der Jahrzehnte änderte sich dieses jedoch grundlegend.

Am 1. Januar 1975 entstand die Gemeinde Wutach durch den freiwilligen Zusammenschluss der ehemals selbständigen politischen Gemeinden Ewattingen, Lembach und Münchingen.


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 76,1 % (+ 6,2) zu folgendem Ergebnis:[4]

Die „Unabhängige Wählergemeinschaft Wutach“ erreichte einen Stimmenanteil von 54,7 % und ist im Gemeinderat mit 6 Sitzen vertreten. Die CDU erreichte 45,3 % und damit 4 Sitze.

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1975–1991: Robert Müller
  • 1991–2007: Theobald Fritz

Seit 2007 ist Christian Mauch Bürgermeister der Gemeinde.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 11. November 1980 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In gespaltenem Schild; vorn in Silber ein rot bezungter blauer Löwe, hinten in Blau ein silberner Wellenpfahl.“

Am 1. Januar 1975 haben sich Ewattingen, Lembach und Münchingen zu einer Gemeinde zusammengeschlossen, die wegen ihrer Lage an der das Gemeindegebiet im Norden und Osten begrenzenden Wutach den Namen dieses Flusses erhielt. Das Wappen der neuen Gemeinde basiert auf dem Wappen der früheren Gemeinde Ewattingen, das im Jahre 1903 auf Vorschlag des Generallandesarchivs angenommen worden war und dem Wappen des vom 13. bis 15. Jahrhundert bezeugten Ewattinger Ortsadels entspricht: In von Silber und Blau gespaltenem Schild vorn ein blauer Löwe. Durch den in das hintere Feld des Ewattinger Wappens eingefügten Wellenpfahl, der den Namen und die Topographie der Gemeinde symbolisiert, ist dieses Wappen den neuen Gegebenheiten angepasst.[5]

Die Flagge ist blau – weiß gestreift.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Die Wutachschlucht ist ein Anziehungspunkt für Geologen, Zoologen und Biologen, aber auch für Wanderer.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Gemeinde ist der Tourismus.

Verkehr[Bearbeiten]

Ewattingen liegt an der Landesstraße L 171.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Im Ortsteil Ewattingen befinden sich die Grundschule und der Kindergarten für alle drei Ortsteile sowie ein Hallenbad.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Friedrich Hugel (1885–19xx), deutscher Bildhauer, wurde in Münchingen geboren
  • Alois Burger (1908–1959), alemannischer Mundartdichter, wuchs in Ewattingen auf
  • Clemens Binninger (* 1962), deutscher Politiker und MdB (CDU), wurde im benachbarten Bonndorf geboren und wuchs in Ewattingen auf.
  • Otl Aicher (1922-1991), deutscher Grafikdesigner (Olympia 1972), fand nach seiner Desertion von der Wehrmacht 1945 in Ewattingen Unterschlupf.

Literatur[Bearbeiten]

Hans-Joachim Behnke: Untersuchungen zu Bestattungssitten der Urnenfelderzeit und der älteren Eisenzeit am Hochrhein. Die hallstattzeitlichen Grabhügel von Ewattingen und Lembach und die urnenfelderzeitliche Siedlung von Ewattingen im Landkreis Waldshut, Leipziger Universitätsverlag, 2000 ISBN 3-934565-65-4

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Strukturdaten der Gemeinde Wutach
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 974–976
  4. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 2009
  5. Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg Band 3 Regierungsbezirk Freiburg Seite 127 Herausgeber: Landesarchivdirektion Baden-Württemberg 1989,
    ISBN 3-8062-0803-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wutach (Gemeinde) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien