Wyriza

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Siedlung städtischen Typs
Wyriza
Вырица
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Leningrad
Rajon Gattschinski
Erste Erwähnung 1676
Siedlung städtischen Typs seit 1938
Bevölkerung 11.884 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Höhe des Zentrums 60 m
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahl (+7) 81371
Postleitzahl 188380
Kfz-Kennzeichen 47
OKATO 41 218 554
Website vyritsa-adm.ru
Geographische Lage
Koordinaten 59° 25′ N, 30° 21′ O59.412530.34583333333360Koordinaten: 59° 24′ 45″ N, 30° 20′ 45″ O
Wyriza (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Wyriza (Oblast Leningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Leningrad
Liste großer Siedlungen in Russland

Wyriza (russisch Вы́рица) ist eine Siedlung städtischen Typs in der Oblast Leningrad (Russland) mit 11.884 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Geographie[Bearbeiten]

Die Siedlung liegt etwa 60 km südlich des Oblastverwaltungszentrums Sankt Petersburg vorwiegend am rechten Ufer des Oredesch, eines rechten Nebenflusses der Luga.

Wyriza gehört zum Rajons Gattschinski und befindet sich gut 20 km südöstlich von dessen Verwaltungszentrum Gattschina. Es ist Sitz der Stadtgemeinde Wyrizkoje gorodskoje posselenije zu der weitere 21 Dörfer, vier Siedlungen und ein Weiler gehören. Die größten sind die Dörfer Gorki (6 km östlich), Miny (3 km östlich) und Nikolskoje (2 km östlich) sowie die Siedlungen Nowinka (25 km südlich), bei der Bahnstation Sludizy (12 km südlich) und Tschaschtscha (35 km südlich).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals in schwedischen Dokumenten von 1676 in der Schreibweise Werektca erwähnt. Die Bezeichnung geht auf das finno-ugrische võru für Ring zurück, wie der Name der estnischen Stadt Võru.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehörten die Ländereien um Wyriza dem Fürsten Fjodor Wittgenstein aus dem russischen Zweig des Adelsgeschlechts Sayn-Wittgenstein. Nach der Eröffnung der Eisenbahnstrecke (Sankt Petersburg –) Pawlowsk – Dno – Witebsk der damaligen privaten Moskau-Windau-Rybinsker Eisenbahn 1904 sollte beim Dorf Wyriza ab 1906 eine „Muster-Gartenstadt“ für wohlhabende Petersburger entstehen. Die Pläne wurden nur ansatzweise umgesetzt und durch den Ersten Weltkrieg und die Oktoberrevolution 1917 unterbrochen.

1938 erhielt Wyriza als „Datschensiedlung“ den Status einer Siedlung städtischen Typs. Im Zweiten Weltkrieg war der Ort während der Leningrader Blockade von August 1941 bis zum 29. Januar 1944 von der deutschen Wehrmacht besetzt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1926 2.920
1939 11.497
1959 13.669
1970 14.554
1979 13.637
1989 12.656
2002 11.163
2010 11.884

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Wyriza befinden sich die Peter-Pauls-Kirche (церковь Петра и Павла, zerkow Petra i Pawla) von 1908[2] und die Kirche der Ikone der Gottesmutter von Kasan (церковь Казанской иконы Божией Матери, zerkow Kasanskoi ikony Boschjei Materi) von 1912.[3]

Verkehr[Bearbeiten]

Wyriza liegt an der Bahnstrecke Sankt Petersburg Witebsker Bahnhof – Dno – Wizebsk (Streckenkilometer 59; bis dort seit 1962 elektrifiziert, weiter bis Oredesch seit 1988/1989), von der dort eine 1962 erbaute 7 km lange Nebenstrecke abzweigt, die im Bereich des Ortes mehrere Haltepunkte hat und am Bahnhof Wyriza-Possjolok endet. Es besteht Vorortverkehr nach Sankt Petersburg.

Durch Wyriza verläuft die Regionalstraße 41A-003 (früher R40) auf ihrem Abschnitt zwischen der M10 Rossija (Moskau – Sankt Petersburg) bei Tosno und der R23 (Sankt Petersburg – Pskow – Newel, früher M20). Nach Norden besteht über die 41K-108 Anschluss an die gut 10 km entfernte föderale Fernstraße A120, den Südlichen Halbring um Sankt Petersburg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Zu den Persönlichkeiten die im Wyriza Sommerhäuser hatten, dort längere Zeit wohnten oder dort häufig weilten, gehören der finnische Künstler Aleksanteri Ahola-Valo (in seiner Jugend, 1907–1919), der Philosoph und Publizist Wassili Rosanow, der Philologe Dmitri Lichatschow, der Schriftsteller Witali Bianki und der Schauspieler Kirill Lawrow.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Peter-Pauls-Kirche bei sobory.ru (russisch)
  3. Kirche der Ikone der Gottesmutter von Kasan bei sobory.ru (russisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wyriza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien