X.Org-Server

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X.Org-Server
X.org-Logo
Basisdaten
Entwickler X.Org Foundation
Aktuelle Version 1.16
(17. Juli 2014[1])
Betriebssystem Linux/Unix
Kategorie Anzeige-Server
Lizenz verschiedene freie Lizenzen
Deutschsprachig nein
www.x.org
X.Org-Server ist ein Anzeige-Server welches über X11-Protokoll mit seinen Klienten kommuniziert. Ein Fenstermanager wird zusätzlich benötigt.

Der X.Org-Server ist ein Anzeige-Server (engl. display manager) und der Hauptbestandteil der offiziellen Referenzimplementierung X.Org des X-Window-Systems. Er wird als freie Software von der X.Org Foundation herausgegeben, die auch die Standards rund um das X-Window-System verwaltet und weiterentwickelt.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem um 2003 innerhalb des XFree86-Projekts Streitigkeiten wegen einer neuen Lizenz für das anstehende Release der Version XFree86-4.4 ausgebrochen waren, verließen viele Entwickler das Projekt, um den Server auf Basis der alten Lizenz weiterzuentwickeln. Da die neue Lizenz von vielen Linux-Distributionen ebenfalls als GPL-inkompatibel abgelehnt wurde, bildeten die Entwickler zusammen mit Mitarbeitern verschiedener Distributionen und der alten X.Org-Organisation die neue X.Org-Stiftung, um in diesem Rahmen den X-Server und auch die X-Standards weiterzuentwickeln und zu verwalten.

Dabei wurde die Arbeit eng mit der des freedesktop.org-Projektes verknüpft.

Versionen[Bearbeiten]

KDE auf dem X.org-Server

Als Basis für X.Org diente das Pre-Release (XFree86-4.4RC2) von XFree86, welches als letztes Release vollständig auf der alten Lizenz basierte. Auf dieser Basis veröffentlichte X.Org am 7. April 2004 eine Version mit dem ersten eigenen Server unter der Bezeichnung X11R6.7.0. Dieser enthielt weniger neue Eigenentwicklungen als vielmehr letzte Patches, da es sich bereits um einen Release Candidate handelte. Die zweite Version X11R6.8.0 wurde am 8. September 2004 veröffentlicht und enthielt deutlich mehr Neuerungen. So ermöglicht es die neu hinzugekommene Damage-Funktion, dass X-Clients erkennen können, welche Teile von Fenstern verändert wurden. Somit zeichnen die Clients nur veränderte Teile neu, was vor allen Dingen für die Netzwerkübertragung von grafischen Ausgaben wichtig ist. Ebenso wurden Composite Extensions experimentell implementiert, welche echte Transparenz und Schatteneffekte der Fenster ermöglichen.

Die Versionen 6.9 und 7.0 sind vom Funktionsumfang her identisch, der Aufbau ist aber bei der 7er Reihe modular. Ziel dieser Modularisierung ist ein leichter zu wartender und zu ändernder Code. Seit der Veröffentlichung von Version 7.1 wird die 6er Reihe nicht mehr weiterentwickelt sondern lediglich mit Sicherheitsaktualisierungen gepflegt.

Mit der Einführung der Modularisierung bekamen viele Komponenten auch eigene Versionssnummern.[2] Dies soll es ermöglichen, bestimmte Module wie z. B. den Server-Kernel selbst unabhängig von dem Gesamtpaket (das als katamari bezeichnet wird) in stabilen Versionen zu veröffentlichen.[3]

Die Version 7.3 ermöglichte erstmals Hotplugging von Ausgabegeräten, was vor allem bei Notebooks erhebliche Verbesserungen (etwa bei Präsentationen) mit sich bringt.[4]

Server-Architektur[Bearbeiten]

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Abschaffung der xorg.conf und das seit 1.8 neue xorg.conf.d

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Der X.Org-Server kommuniziert wie die meisten X-Window-Systeme mit dem Betriebssystem-Kernel (meistens ein Linux-, BSD- oder ein anderer UNIX-Kernel), um Ein- und Ausgabegeräte anzusteuern. Eine Ausnahme bilden die Grafikkarten, die von X.Org direkt unter Umgehung des Kernels angesprochen werden (siehe auch Direct Rendering Infrastructure). In der Praxis greift X.Org häufig auch direkt auf Tastaturen und Mäuse zu, ohne ausreichend Rücksicht auf die Arbeit des Kernel mit den entsprechenden Geräten zu nehmen.

Für die weitaus meisten Grafikkarten der letzten 15 Jahre bringt X.Org eigene Treiber mit. Für einige Karten (am bekanntesten sind die von Nvidia und ATI) gibt es zusätzlich Binärtreiber der Hersteller, welche die X.Org-Treiber ersetzen. Diese proprietären Treiber bringen meist eine verbesserte 3D-Unterstützung mit sich, sind aber keine freie Software. Es ist auch möglich, X.Org auf einem Framebuffer-Gerät arbeiten zu lassen, wozu dann ein Grafikkarten-Treiber des Kernels benutzt wird.

Auf einem typischen POSIX-System liegen die X.Org-Konfigurationsdateien im Verzeichnis /etc/X11. Die grundlegende Konfiguration erfolgt in der Datei xorg.conf, die unter anderem Einstellungen zum verwendeten Monitor, Tastatur, Maus und Grafikkarte enthält. Für den weniger erfahrenen Benutzer existieren eine Reihe von (auch grafischen) Frontends, die die Konfiguration des X-Servers erleichtern. Moderne Distributionen bieten auch eine halbautomatische Erkennung der richtigen Einstellungen. Zusätzlich bringen neuere proprietäre Treiber ebenfalls graphische Frontends mit sich.

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Andere Projekte der X.Org Foundation, zum Beispiel Xinerama
  • AIGLX – eine Erweiterung des X.Org-Servers für hardwarebeschleunigte graphische Desktop-Effekte, seit Version 7.1 Teil des X.Org-Servers
  • Xgl – eine weitere Erweiterung für hardwarebeschleunigte graphische Desktop-Effekte
  • Xegl – Völlig neuer, vollständig in OpenGL implementierter X-Server mit modernem Treiberkonzept
  • XCB – Bibliothek zur Ablösung von Xlib.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Keith Packard: [ANNOUNCE] xorg-server 1.16.0. In: xorg-announce. 17. Juli 2014, abgerufen am 17. Juli 2014 (englisch).
  2. Module Versions auf der freedesktop.org-Seite, abgerufen 31. Mai 2007
  3. Adam Jackson: Xorg releases and future planning auf der X developer conference 2007
  4. Liste der Neuerungen in Version 7.3