XIV. Armee-Korps (Deutsches Kaiserreich)

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Helm
Fahnenmuster badischer Infanteriefahnen

Das XIV. Armee-Korps war ein Großverband der Preußischen Armee des Deutschen Kaiserreiches, der die badischen Truppenteile zusammenfaßte. Sitz des Generalkommandos war die badische Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe. Zu Kriegsbeginn 1914 wurde in den Vogesen aus dem Stellvertretenden General-Kommando XIV. zusätzlich ein eigenständiger Großverband, die Armee-Abteilung Gaede aufgestellt und 1916 in Armee-Abteilung B umbenannt.

XIV. Armee-Korps[Bearbeiten]

Vor Beginn des Ersten Weltkrieges war das Korps der V. Armee-Inspektion in Karlsruhe unterstellt. Ihm unterstanden unterstanden folgende militärischen Verbände:

Geschichte[Bearbeiten]

Im Deutsch-Französischen Krieg 1870 /71 war zur Belagerung von Straßburg ein Belagerungskorps mit der badischen Division unter General August von Werder gebildet worden. Als diese Truppen am 27. September 1870 nach der Einnahme Straßburgs frei wurden, wurde durch A. K. O. vom 30. September das XIV. Armee-Korps gebildet, das im März 1871 wieder aufgelöst wurde. Das XIV. Korps wurde damit beauftragt, die elsässischen Festungen einzunehmen. Schlettstadt wurde am 24. Oktober und Verdun am 9. November 1870 eingenommen. Neu-Breisach und das Fort Mortier kapitulierten nach neuntägigem Beschuss am 10. November. Die Belagerung von Belfort begann am 26. November durch die 1. Reservedivision (bis 18. Februar 1871). Die Deutschen Verbände waren bis nach Dijon vorgestoßen, das nach kurzen Kämpfen am 31. Oktober 1870 erobert worden war. Der größte Einsatz des Korps erfolgte im Januar 1871 in der dreitägigen Schlacht an der Lisaine, dabei wurden alle Angriffe der dreifach überlegenen französischen Ostarmee unter General Bourbaki erfolgreich abgewehrt. Die anschließende Verfolgung des geschlagenen Gegners führte zum Übergang von ca. 87.000 Soldaten in die Schweiz. Zu Ehren des Korps wurde daher 1876 in Freiburg im Breisgau das Siegesdenkmal eingeweiht.

Nach dem Friedensschluss wurde am 1. Juli 1871 das XIV. Armee-Korps aus badischen und preußischen Truppen erneut aufgestellt. Im September 1885 war während der großen Herbstübungen Prinz Wilhelm von Preußen (späterer Kaiser Wilhelm II.), damals Major, zur Dienstleistung beim Generalkommando des XIV. Armee-Korps kommandiert.[1]

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges Anfang August 1914 stand das XIV. AK unter Führung des General der Infanterie Ernst Freiherr von Hoiningen im Verband der 7. Armee in den Vogesen. Die unterstellte 28. und 29. Division kämpfte in der ersten Schlacht bei Mühlhausen, verlegte dann nach Lothringen zur 6. Armee und griff am 24. August auch in der Schlacht bei Saarburg ein. Am 31. August 1914 übernahm General Theodor von Watter die Führung des Korps, das während des Wettlaufes zum Meer Ende September der Verlegung der 6. Armee in den Raum Arras nachfolgte. Ab 6. Oktober kämpfte das Korps in der ersten Schlacht bei Arras. Noch bevor dort eine Entscheidung herbeigeführt wurde, begann bereits die Ausladung der 28. Division bei Douai und das dortige Eingreifen in der Schlacht um Lille. Das XIV. Armee-Korps versuchte dabei nördlich Lens die Franzosen zu umfassen und deckte die Ausladung des sächsischen XIX. Armee-Korps östlich Valenciennes. Nach Erstarrung der Front im Oktober 1914 folgten für das Korps jahrelange Stellungskämpfe in Französisch - Flandern und im Artois. Das XIV. Korps kämpfte bis Mai 1915 im Raum Arras mit Schwerpunkt bei La Bassee und um die Loretto-Höhe bei Ablain. Mitte Juni 1915 folgte die Verlegung zur 3. Armee und Teilnahme an der Ende September beginnenden dortigen Herbstschlacht in der Champagne. Ab 12. August 1916 wurde der Kommandierende General Karl von Haenisch durch Generalleutnant Chales de Beaulieu ersetzt. Im Oktober 1916 wurde das XIV. Korps auch in der Schlacht an der Somme eingesetzt, danach stand der Großverband erneut in der Champagne. Ab Januar 1917 stemmte sich das Korps französischen Gegenangriffe bei Verdun entgegen. Im Sommer 1917 nach Flandern verlegt wurde das XIV. Korps Anfang Juli 1917 als Gruppe Dixmuiden in der Dritten Flandernschlacht zur Abwehr französischer und englischer Angriffe zwischen Dixmuiden und Langemark verwendet. Im März und April 1918 nahm das Korps unter General Friedrich von Gontard im Abschnitt der 2. Armee an der Durchbruchsschlacht bei St. Quentin - La Fère teil. Ende Juni 1918 wurde das Korps der 1. Armee zugeführt und rang in der Schlacht zwischen Soissons und Reims. Nach Scheitern des zweiten Durchbruchversuches zur Marne folgten Abwehrkämpfe an der Aisne. Nach dem deutschen Rückzug folgten für das Korps im August 1918 weitere Abwehrkämpfe in der Champagne, das Kriegsende erreichte das Korps in der Maas–Stellung.

Kommandierende Generale[Bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum
General der Infanterie August von Werder 30. September 1870 bis 14. April 1879
General der Infanterie Hugo von Obernitz 15. April 1879 bis 19. August 1888
General der Infanterie Sigismund von Schlichting 20. August 1888 bis 1. Januar 1896
General der Infanterie Adolf von Bülow 2. Januar 1896 bis 26. Januar 1902
General der Infanterie Max von Bock und Polach 27. Januar 1902 bis 10. September 1907
Generalleutnant Ernst von Hoiningen, gen. Huene 11. September 1907 bis 31. August 1914
Generalleutnant Theodor von Watter 1. September 1914 bis 9. März 1915
Generalleutnant Karl Heinrich von Haenisch 10. März 1915 bis 12. August 1916
Generalleutnant Martin Chales de Beaulieu 12. August 1916 bis 4. September 1917
Generalleutnant Alfred von Böckmann 5. September bis 1. November 1917
Generalleutnant Friedrich von Gontard 2. November 1917 bis 28. Juni 1919

Armeeabteilung B[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Bei der Mobilmachung 1914 wurde auch das stellvertretende Generalkommando XIV mobil gemacht und am 19. September 1914 in Armeegruppe Gaede umbenannt. Zwei Monate später, ab dem 25. November, wurde sie erneut umbenannt in Armeeabteilung Gaede [A 1]. Am 6. September 1916 erhielt sie ihren endgültigen Namen Armeeabteilung B. Sie wurde nach Ende des Krieges am 23. Dezember 1918 aufgelöst.[2]

Einsätze[Bearbeiten]

Armeeabteilung Gaede 1915

Die Armeegruppe/Armeeabteilung war nur an der Westfront von den südlichen Vogesen bis zum Sundgau bei der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz, ab 25. Februar 1917 Heeresgruppe Herzog Albrecht von Württemberg eingesetzt.

Vom 2. August bis 19. September 1914 stand sie als Deckungstruppen hinter der 7. Armee am Oberrhein. Nach Verlegung der 7. Armee nach Norden übernahm sie deren Frontabschnitt.

Kriegsgliederung bei der Mobilmachung 1914[Bearbeiten]

  • Brigadetruppen
IV. Bataillon/Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 99
2. Landwehr-Eskadron XIV
Feldartillerie-Ersatz-Abteilung 14
3. Batterie/Landwehr-Fußartillerie-Regiment Nr. 13
  • 2. Bayerische gemischte Landwehr-Brigade
1. und 2. Batterie/Landwehr-Fußartillerie-Bataillon 20
Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 121 mit Kompanien
Württembergisches Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 123 mit drei Kompanien
Landwehr-Batterie XIII
4. Batterie/Landwehr-Fußartillerie-Bataillon 20
2. Landwehr-Pionier-Kompanie XIII
(Januar bis März 1915 mit Württembergischer Schneeschuh-Kompanie Nr. 1)
  • 55. gemischte Landwehr-Brigade
Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 40 mit zwei Bataillonen
Württ. Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 119 mit vier Kompanien
1. Landwehr-Eskadron XIII
Landwehr-Feldartillerie-Batterie 76/XIV
2. und 4 Batterie/Fußartillerie-Regiment Nr. 16
5. mobile Batterie/Ersatz-Bataillon des Fußartillerie-Regiments Nr. 20
1. Kompanie/Bad. II. (Reserve) Pionier-Bataillon Nr. 14

Ab 11. Dezember 1914 kam die Division Fuchs (mit 29. Infanterie-Brigade, 31. Infanterie-Brigade und drei Batterien der Bayerischen Ersatz-Division, bisher Armee-Abteilung Strantz), am 24. Dezember 1914 die 42. Kavallerie-Brigade (bisher 7. Kavallerie-Division) hinzu. Am 23. Dezember 1914 wurde die 31. Infanterie-Brigade an die 3. Armee abgegeben. Am 27. Dezember 1914 kam die 7. Kavallerie-Division (ohne 30. und 42. Kavallerie-Brigade, ohne Jäger-Bataillon 9) hinzu.

1915 wurden die bisher selbständigen Brigaden der Armee-Abteilung in neu gebildete Divisionen eingegliedert.

Im Mai 1917 wurden die 7. (Württembergische) Landwehr-Division und die 12. Landwehr-Division abgegeben, dafür kam die 26. (Württembergische) Landwehr-Division zur Armeeabteilung B.

Kommandierende Generale[Bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum
General der Infanterie Hans Gaede 13. August 1914 bis 3. September 1916
General der Infanterie Erich von Gündell 3. September 1916 bis 7. November 1918

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto von Moser: Die Württemberger im Weltkrieg, Verlagsbuchhandlung Chr. Belser A.G. Stuttgart, 1927
  • Aus Sundgau und Wasgenwald: Feldzeitung der Armee-Abteilung B [1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: XIV. Armeekorps – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kapitel Der Chef der Armee: Kaiser Wilhelm II. (Seiten 5–9), in: Klaus v. Bredow und Ernst v. Wedel: Historische Rang- und Stammliste des deutschen Heeres, Berlin (Scherl) 1905
  2. Geschichte der Armeeabteilung B

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Armee-Abteilungen unterschieden sich von Armeen nur durch die geringere Zahl von Truppeneinheiten, vor allem Einheiten der schweren Artillerie.