XIV. Armee-Korps (Deutsches Kaiserreich)

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Helm
Fahnenmuster badischer Infanteriefahnen

Das XIV. Armee-Korps (kurz XIV. AK) war ein Großverband der preußischen Armee des Deutschen Kaiserreiches, der die badischen Truppenteile zusammenfaßte. Sitz des Generalkommandos war die badische Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe.

Vor Beginn des Ersten Weltkrieges war das XIV. AK der V. Armee-Inspektion, Karlsruhe, unterstellt.

Inhaltsverzeichnis

Verbände [Bearbeiten]

Dem XIV. Armeekorps unterstanden folgende militärischen Verbände:

Im September 1885 war während der großen Herbstübungen Prinz Wilhelm von Preußen (späterer Kaiser Wilhelm II.), damals Major, zur Dienstleistung beim Generalkommando des XIV. Armeekorps kommandiert.[1]

Geschichte [Bearbeiten]

Im Deutsch-Französischen Krieg war zur Belagerung von Straßburg ein Belagerungskorps gebildet worden. Als diese Truppen nach der Einnahme Straßburgs frei wurden, wurde durch A. K. O. vom 30. September 1870 daraus ein XIV. Armee-Korps gebildet, das im März 1871 wieder aufgelöst wurde. Der größte Einsatz dieses Korps war in der Schlacht an der Lisaine, als drei Tage lang alle Angriffe der dreifach überlegenen französischen Ostarmee unter General Bourbaki abgewehrt werden konnten. Die Verfolgung des geschlagenen Gegners führte zum Übergang von ca. 87.000 Soldaten in die Schweiz. Zu Ehren des Korps wurde daher 1876 in Freiburg im Breisgau das Siegesdenkmal eingeweiht.

Nach dem Friedensschluss wurde am 1. Juli 1871 das XIV. Armee-Korps aus badischen und preußischen Truppen erneut aufgestellt.

Kommandierende Generale [Bearbeiten]

Der erste Kommandierende General war der General der Infanterie (Graf) August v. Werder.[2][3]

Name Beginn der Berufung Dienstgrad
Friedrich von Gontard 1917 Generalleutnant
Alfred von Böckmann 1917 Generalleutnant
Martin Chales de Beaulieu 1916 Generalleutnant
Karl Heinrich von Haenisch 1915 Generalleutnant
Theodor von Watter 1914 Generalleutnant
Ernst Freiherr von Hoyningen gen. Huene 1907 General der Infanterie
Max von Bock und Polach 1901 General der Infanterie
Adolf von Bülow 1896 General der Infanterie und Generaladjutant
Sigismund v. Schlichting 1888 General der Infanterie
Hugo von Obernitz 1879 General der Infanterie und Generaladjutant des Kaisers und Königs
August von Werder 1870 General der Infanterie

Armeeabteilung B [Bearbeiten]

Geschichte [Bearbeiten]

Bei der Mobilmachung 1914 wurde auch das stellvertretende Generalkommando XIV mobil gemacht und am 19. September 1914 in Armeegruppe Gaede umbenannt. Zwei Monate später, ab dem 25. November, wurde sie erneut umbenannt in Armeeabteilung Gaede [A 1]. Am 6. September 1916 erhielt sie ihren endgültigen Namen Armeeabteilung B. Sie wurde nach Ende des Krieges am 23. Dezember 1918 aufgelöst.[4]

Einsätze [Bearbeiten]

Armeeabteilung Gaede 1915

Die Armeegruppe/Armeeabteilung war nur an der Westfront von den südlichen Vogesen bis zum Sundgau bei der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz, ab 25. Februar 1917 Heeresgruppe Herzog Albrecht von Württemberg eingesetzt.

Vom 2. August bis 19. September 1914 stand sie als Deckungstruppen hinter der 7. Armee am Oberrhein. Nach Verlegung der 7. Armee nach Norden übernahm sie deren Frontabschnitt.

Gliederung [Bearbeiten]

1914 bei Mobilmachung

  • Brigadetruppen
IV. Bataillon Landwehr-Infanterie-Regiment 99
2. Landwehr-Eskadron XIV
Feldartillerie-Ersatz-Abteilung 14
3. Batterie Landwehr-Fußartillerie-Regiment 13
  • 2. Bayerische gemischte Landwehr-Brigade
1. und 2. Batterie Landwehr-Fußartillerie-Bataillon 20
Landwehr-Infanterie-Regiment 121 mit Kompanien
Württembergisches Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 123 mit 3 Kompanien
Landwehr-Batterie XIII
4. Batterie Landwehr-Fußartillerie-Bataillon 20
2 Landwehr-Pionier-Kompanie XIII
(Januar bis März 1915 mit Württembergischer Schneeschuh-Kompanie Nr. 1)
  • 55. gemischte Landwehr-Brigade
Landwehr-Infanterie-Regiment 40 mit 2 Bataillonen
Württ. Landwehr-Infanterie-Regiment 119 mit 4 Kompanien
1. Landwehr-Eskadron XIII
Landwehr-Feldartillerie-Batterie 76/XIV
2. und 4 Batterie Fußartillerie-Regiment 16
5. mobile Batterie Ersatz-Bataillon des Fußartillerie-Regiments Nr. 20
1. Kompanie Bad. II. (Reserve) Pionier-Bataillon 14

Ab 11. Dezember 1914 kam die Division Fuchs (mit 29. Infanterie-Brigade, 31. Infanterie-Brigade und drei Batterien der Bayerischen Ersatz-Division, bisher Armee-Abteilung Strantz), am 24. Dezember 1914 die 42. Kavallerie-Brigade (bisher 7. Kavallerie-Division) hinzu. Am 23. Dezember 1914 wurde die 31. Infanterie-Brigade an die 3. Armee abgegeben. Am 27. Dezember 1914 kam die 7. Kavallerie-Division (ohne 30. und 42. Kavallerie-Brigade, ohne Jäger-Bataillon 9) hinzu.

1915 wurden die bisher selbständigen Brigaden der Armee-Abteilung in neu gebildete Divisionen eingegliedert.

Im Mai 1917 wurden die 7. (Württembergische) Landwehr-Division und die 12. Landwehr-Division abgegeben, dafür kam die 26. (Württembergische) Landwehr-Division zur Armeeabteilung B.

Oberkommandierende [Bearbeiten]

  • General der Infanterie Hans Gaede 13. August 1914 bis 3. September 1916
  • General der Infanterie Erich von Gündell 3. September 1916 bis zu Auflösung

Verweise [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: XIV. Armeekorps – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur [Bearbeiten]

  • Otto von Moser: Die Württemberger im Weltkrieg, Verlagsbuchhandlung Chr. Belser A.G. Stuttgart, 1927
  • Aus Sundgau und Wasgenwald: Feldzeitung der Armee-Abteilung B [2]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Kapitel Der Chef der Armee: Kaiser Wilhelm II. (Seiten 5–9), in: Klaus v. Bredow und Ernst v. Wedel: Historische Rang- und Stammliste des deutschen Heeres, Berlin (Scherl) 1905
  2. Die Armeekorps-Bezirke des Deutschen Reichs 1885/86 - XIV. Armeekorps: Generalkommando in Karlsruhe, Deutsche Verwaltungsgeschichte.
  3. XIV.Armeekorps, Deutsche Kriegsgeschichte.
  4. Geschichte der Armeeabteilung B

Anmerkungen [Bearbeiten]

  1. Armee-Abteilungen unterschieden sich von Armeen nur durch die geringere Zahl von Truppeneinheiten, vor allem Einheiten der schweren Artillerie.