Xcode

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Xcode
Entwickler Apple
Aktuelle Version 6.1 (6A1052d)
(20. Oktober 2014)
Aktuelle Vorabversion 6.1.1 (6A2006)
(14. November 2014)
Betriebssystem Mac OS X
Kategorie Entwicklungsumgebung
Lizenz proprietär
Deutschsprachig nein
developer.apple.com

Xcode ist eine integrierte Entwicklungsumgebung von Apple, mit der man Programme für Mac OS X und iOS schreiben kann. Sie ist nur für Mac OS X verfügbar. Xcode ist für die Programmiersprachen Swift und Objective-C unter Verwendung der Cocoa-Frameworks gedacht. Die Programmiersprachen C, C++ können aber auch verwendet werden. Durch seine Modularität kann man damit aber auch Programme in anderen Sprachen schreiben (etwa in Java, Ruby, Perl oder Pascal).

Die Anwendung Xcode ist Bestandteil des gleichnamigen Software-Entwicklungspakets. Zur besseren Unterscheidung wird die Anwendung von Apple „Xcode IDE“ und das gesamte Entwicklungspaket meist „Xcode Tools“ (seltener „Xcode Package“) genannt.

Bestandteile der Xcode Tools[Bearbeiten]

Das Entwicklungspaket Xcode Tools besteht aus vielen verschiedenen Programmen und Tools (in Version 4.2 sind es ungefähr 40, Kommandozeilentools nicht eingeschlossen); die wichtigsten davon sind:

  • Xcode ist die Entwicklungsumgebung, in der man seine Projekte und Dateien verwalten, Code schreiben, Programme kompilieren und debuggen kann. Weiterhin ist von hier aus die API-Dokumentation zu erreichen.
  • Interface Builder (ab Version 4.0 in Xcode integriert) dient zur Erstellung der grafischen Oberflächen der Mac- oder iOS-Programme. Hiermit werden außerdem Verbindungen zwischen UI-Elementen und dem Code (Aktionen, Variablen) hergestellt.
  • Instruments (vormals Xray) ist ein Tool zum Analysieren von Programmen. Man kann seinen Code damit z. B. auf Speicherverbrauch, Dateizugriffe oder Performance-Engpässe hin untersuchen. Die Technik basiert auf Suns DTrace-Technologie aus OpenSolaris.
  • Xcode Core ist eine Ansammlung von notwendigen Bibliotheken und Tools und stellt die Basis von Xcode dar. Darunter fallen etwa die Compiler (GCC, LLVM, Clang), Debugger (GDB, LLDB, DTrace), Kommandozeilentools (otool, lipo, strip, make, yacc) sowie Versionsverwaltungen (CVS, Subversion, Perforce, git).
  • Dashcode ist eine IDE für Widgets für das Dashboard von Mac OS X bzw. Web-Anwendungen für iOS. Die damit erstellten Anwendungen basieren auf Web-Techniken wie HTML, CSS und JavaScript. (In den ersten Monaten konnte man iPhone-Anwendungen nur mit Dashcode erstellen, bis Apple 2008 das iPhone SDK veröffentlichte.)
  • Quartz Composer dient zum Erstellen sogenannter „Patches“ für Apples Grafiktechnik Quartz. Diese Patches werden direkt vom Grafikkernel ausgeführt und kommen an vielen Stellen in Mac OS X zum Einsatz (Bildschirmschoner, iChat-Effekte).
  • iPhone Simulator (ab Xcode 3.1) stellt einen beschränkten iPhone-Simulator zur Verfügung, mit dem iOS-Programme größtenteils ohne ein echtes Gerät getestet werden können.

Daneben gibt es noch eine Vielzahl weiterer Anwendungen, z. B. zum Hochladen von Apps oder zum Erstellen von Installationspaketen oder Icons.

Versionen[Bearbeiten]

Vorgänger[Bearbeiten]

Hauptartikel: Project Builder

Der direkte Vorgänger von Xcode hieß „Project Builder“, das gesamte Entwicklungspaket „Developer Tools“. Diese Namen stammen noch von NeXTStep, dem Vorgänger von Mac OS X. In manchen Teilen macht sich dieser Umstand auch heute noch bemerkbar; so beinhalten Xcode-Projektdateien immer eine Datei namens project.pbxproj (Project Builder X Project), und viele Klassen fangen mit dem Präfix NS (NeXTStep) an.

Developer Preview[Bearbeiten]

Apple veröffentlichte auf der WWDC 2003 die Xcode 1.0 Developer Preview.[1] Das hatte zwei Gründe: Zum einen konnte so die Beta-Software ausgiebig von den Entwicklern getestet werden, und zweitens lief Project Builder nicht mehr auf Mac OS X 10.3, das auch auf der WWDC verteilt worden war.

Xcode 1.0 bis 1.5[Bearbeiten]

Xcode 1.0 wurde im Herbst 2003 zusammen mit Mac OS X 10.3 veröffentlicht. Neuerungen[2] gegenüber Project Builder sind unter anderem eine neue Benutzeroberfläche, verteiltes Kompilieren via distcc, und Code-Vervollständigung (Code Sense genannt). Außerdem wurden Cocoa Bindings (bidirektionale Verknüpfungen zwischen Objekt-Attributen und UI-Elementen) eingeführt.

Xcode 1.1 und 1.2 behoben größtenteils Fehler der vorhergehenden Versionen; mit Xcode 1.5 wurden hauptsächlich Code Sense und das Debugging verbessert.

Xcode 1.0 und 1.5 können bis heute auf den Seiten des Entwickler-Portals von Apple heruntergeladen werden.

Xcode 2.0 bis 2.5[Bearbeiten]

Mit Mac OS X 10.4 gab Apple auch Xcode 2.0 frei. Bedeutsame Änderungen[3] sind hier Quartz Composer (siehe Abschnitt „Bestandteile der Xcode Tools“), Unterstützung für Core Data (zum persistenten Speichern von Daten), und Unterstützung für Ant. Außerdem neu war das Apple Reference Library-Tool zum Lesen sowohl der Online-Dokumentation auf Apples Webseiten als auch lokal gespeicherter Dokumentation.

Xcode 2.1 war das erste Release, das auf PowerPC- und Intel-Prozessoren lief und selber sogenannte Universal Binaries erstellen konnte, bei denen PPC- und Intel-Code in einer Binärdatei enthalten waren. Auch neu waren Unit-Testing-Targets, bedingte Haltepunkte, und bessere Überprüfung von Abhängigkeiten.

Xcode 2.2 bis 2.4 boten nur verschiedene Verbesserungen und Bugfixes,[4][5][6] insbesondere in den Bereichen Kompilieren, Debuggen, und verteiltes Kompilieren. Xcode 2.5 war auch für Mac OS X 10.5 verfügbar, und behob nur einige Fehler von Xcode 2.4.[7]

Xcode 3.0 bis 3.2[Bearbeiten]

Im Herbst 2007 gab Apple Xcode 3.0 gemeinsam mit Mac OS X 10.5 frei. Die wichtigsten Änderungen in diesem Release sind Unterstützung für Objective-C 2.0 mit Garbage Collection, DTrace (in Form von Instruments), Refactoring, Snapshots, und die Möglichkeit bis zu 4 Binärdateien zu erstellen (Intel und PowerPC mit je 32 und 64-bit). Dashcode wurde in diesem Release zu den Xcode Tools hinzugefügt.

Zusammen mit dem iPhone SDK 2.0 wurde Xcode 3.1 freigegeben. Damit konnte man iPhone-Anwendungen erstellen, kompilieren, ausführen und debuggen. Als Compiler wurden gcc 4.2 und LLVM-gcc 2.4 ausgeliefert, und Subversion 1.5 wurde auch unterstützt. Xcode 3.1 ist die letzte Version für Mac OS X 10.5.

Mit Mac OS X 10.6 zusammen wurde Xcode 3.2 freigegeben. Es bietet statische Code-Analyse via clang-Compiler, Support für Grand Central Dispatch (dynamische Thread-Verwaltung) und OpenCL.

Xcode 4.0 bis 4.6[Bearbeiten]

Xcode 4.0 wurde erstmals auf der WWDC 2010 vorgestellt[8] und befand sich bis März 2011 in der Beta-Phase.

Xcode 4 wurde grundlegend überarbeitet. Zu den größten Neuerungen zählen etwa eine neue Benutzeroberfläche, die Integration vom Interface Builder, neue Compiler und Debugger (LLVM und LLDB), und Unterstützung für git. Xcode 4.0 wurde für 3,99 Euro im Mac App Store für Snow Leopard zum Download angeboten.

Xcode 4.1 war die erste Version für Mac OS X 10.7 und war als kostenloser Download für Lion-Nutzer im Mac App Store verfügbar. Die gleiche Version konnte auch über die Entwickler-Seiten heruntergeladen werden.

Mit Xcode 4.2 wurde LLDB 3.0 eingeführt, außerdem wurde Unterstützung für Automatic Reference Counting hinzugefügt. Dabei fügt der Compiler (mittels Code-Analyse) an den nötigen Stellen Codezeilen zur Speicherverwaltung (retain und release) ein; auf diese Art werden die Vorteile von manueller Speicherverwaltung und Garbage Collection miteinander verbunden. Xcode 4.2 ist auch die letzte Version für Snow Leopard.

Xcode 4.3 vereinigt die Xcode Tools in einem Programm, das in /Applications/ installiert wird. Damit ist eine einfachere Aktualisierung über den Mac App Store möglich. Das alte Verzeichnis für die Xcode Tools (/Developer/) wird auf Nachfrage entfernt.

Xcode 4.4 erschien am 25. Juli 2012 zusammen mit OS X 10.8. Es beinhaltet LLVM 3.2 und unterstützte neue Versionen von Objective-C und C++.

Xcode 4.5 erschien am 19. September 2012 und brachte Unterstützung für iOS 6.0.

Xcode 4.6 erschien am 28. Januar 2013 und brachte Unterstützung für iOS 6.1.

Xcode 5.0[Bearbeiten]

Xcode 5.0 wurde erstmals auf der WWDC 2013 in Zusammenhang mit der Präsentation von OS X 10.9 vorgestellt[9] und erschien am 18. September 2013. Neu sind die Unterstützung von iOS 7 und OS X 10.9[10]. Es beinhaltet LLVM 3.3 und LLDB. Die Unterstützung für den LLVM-GCC compiler und GDB debugger wurde entfernt[11].

Xcode 6.0[Bearbeiten]

Xcode 6.0 wurde erstmals auf der WWDC 2014 am 2. Juni 2014 in Zusammenhang mit der Vorstellung von iOS 8.0 vorgestellt und nach der Präsentation als Beta-Version für Entwickler zur Verfügung gestellt.[12] Es unterstützt die von Apple entwickelte Programmiersprache Swift, die laut Apple speziell für die Verwendung mit den Cocoa und Cocoa Touch Frameworks konzipiert wurde. Xcode 6.0 verfügt außerdem über eine Live-Rendering-Technologie, die es dem Benutzer erlaubt, direkt in Xcode zu betrachten, wie sich die Benutzeroberfläche des fertigen Programms verhält.[13]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mac OS X Developer Tools Update (Version vom 10. August 2003 im Internet Archive)
  2. Apple - Mac OS X - Features - Xcode (Version vom 2. Dezember 2003 im Internet Archive)
  3. Apple - Mac OS X - Xcode (Version vom 14. Januar 2006 im Internet Archive)
  4. Xcode 2.2 is now available (Version vom 10. Juni 2006 im Internet Archive)
  5. Xcode 2.3 Summary Release Notes (Version vom 10. Juni 2006 im Internet Archive)
  6. Xcode 2.4 Release Notes
  7. Xcode 2.5 Release Notes
  8. Apple kündigt Xcode 4.0 an
  9. Apple Keynote vom 10. Juni 2013. Online auf www.apple.com.
  10. Apple Developer Tools: What's New in Xcode 5
  11. Deprecation and Removal Notice
  12. Apple Keynote vom 2. Juni 2014. Online auf www.apple.com.
  13. Xcode - What's New - Apple Developer