Xoloitzcuintle

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Xoloitzcuintle
Xoloitzcuintle
Xoloitzquintle mit und ohne Fell
FCI-Standard Nr. 234
  • Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
  • Sektion 6: Urtyp
Ursprung:

Mexiko

Alternative Namen:

Xoloitzquintle, Xolo, Mexikanischer Nackthund, Tepeizeuintli

Widerristhöhe:

25–60 cm

Varietäten:
  • Standard
  • Zwischenvarietät
  • Miniatur
Zuchtstandards:
Liste der Haushunde

Der Xoloitzcuintle [ʃoloit͡sˈkʷint͡ɬe] (gesprochen: Scholoitz-kuint-li, kurz: Xolo, auch: Mexikanischer Nackthund) ist eine von der FCI anerkannte Hunderasse aus Mexiko (FCI-Gruppe 5, Sektion 6, Standard Nr. 234).

Herkunft und Geschichtliches[Bearbeiten]

Die Rasse ist keine moderne Züchtung, sondern begleitet den Menschen seit etwa 3500 Jahren. Entstanden sind die Nackthunde vermutlich in Mexiko. Von dort breiteten sie sich auf dem amerikanischen Kontinent aus. Die vielleicht früheste Darstellung eines solchen Hundes, eine Tonfigur, datiert auf etwa 1700 v. Chr. und wurde in Tlatilco, Mexiko gefunden. Diese Figur ist sogar die älteste Darstellung eines Hundes auf dem amerikanischen Kontinent überhaupt. Der Xoloitzcuintle könnte bereits in dieser Zeit ein sehr wertvoller, angesehener Hund gewesen sein. Der Name stammt aus aztekischer Zeit und bedeutet etwa „Hund des Gottes Xolotl“. Auch in der mexikanischen Colima-Keramik, die 450 v. Chr. - 250 n. Chr. datiert, wurde der Xoloitzcuintle häufig dargestellt. Im 8. Jahrhundert n. Chr. lassen sich Nackthunde auch in Peru nachweisen. Eine spätere Kreuzung aus Xoloitzcuintles und europäischen Gesellschaftshunden brachte den Chinesischen Nackthund hervor.

Eine 2013 veröffentlichte Studie belegt, dass einige amerikanische Hunderassen aus präkolumbischer Zeit stammen und kaum europäischen Einflüssen unterlagen. 30 % der weiblichen Vorfahren des Xoloitzcuintle sind laut dieser Studie europäischen Ursprungs.[1] Der Evolutionsgenetiker Peter Savolainen bemerkt 2013 zu dieser Studie: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass amerikanische Hunde ein Rest der ursprünglichen amerikanischen Kultur sind. Das zeigt, wie wichtig es ist, ihre Populationen zu erhalten.“[2]

Beschreibung[Bearbeiten]

Varietäten[Bearbeiten]

Die FCI unterscheidet für den Xoloitzcuintle drei Größenvarietäten:

  • Standard 46 bis 60 cm (+2 cm Toleranz bei vorzüglichen Exemplaren)
  • Mittel 36 bis 45 cm
  • Miniatur 25 bis 35 cm.

Für diese Varietäten wird jeweils getrennt das CACIB vergeben.[3] Außerdem gibt es zwei Fellvarietäten, die jedoch für das CACIB nicht getrennt werden:[3][4] Die Varietät ohne Haar und die Varietät mit Haar.

Xoloitzcuintle ohne Haar[Bearbeiten]

Die Hunde sind haarlos, lediglich auf der Stirn und an der Rutenspitze können kleine Haarbüschel auftreten. Die Farbe der Haut kann schwarz, schiefergrau, leberfarben oder bronze sein, wobei rosa- oder kaffeefarbene Flecken zulässig sind. Die Haut ist weich, elastisch und glatt. Dieser Hund besitzt etwa 10 cm lange „Fledermausohren“ und mandelförmige Augen, deren Farbe von schwarz bis gelb variieren kann. Meist fehlen Zähne, das das Fehlen von Zähnen mit dem Fehlen von Haaren genetisch zusammenhängt.

Xoloitzcuintle mit Haar[Bearbeiten]

Die Hunde sind völlig mit Haar bedeckt. Während der Standard bis 2012[5] für dessen Farbe, Länge und Textur keine Einschränkungen vorsah, sind jetzt die gleichen Farben vorgeschrieben wie bei den haarlosen Hunden und das Fell muss kurz sein. Anders als bei den haarlosen Vertretern der Rasse wird hier ein vollständiges Gebiss gefordert. Auch die vorgeschriebene Haltung der Ohren hat sich mit dem Standard von 2012 geändert: Während die haarlose Varietät bei Aufmerksamkeit die Ohren immer aufrecht halten muss, waren hier verschiedene Haltungen der Ohren zulässig, solange sie beim aufmerksamen Hund für beide Ohren gleich sind. Jetzt gelten für beide Varietäten auch hier die gleichen Vorgaben.

Problematik der Rasse[Bearbeiten]

Die Haarlosigkeit wird dominant vererbt und wirkt in homozygoter Form als Letalfaktor, der zum Absterben der homozygot haarlosen Embryonen schon im Mutterleib führt. Entgegen der bei einem normalen dominant-rezessiven Erbgang zu erwartenden Verteilung kommt es also bei der Verpaarung von zwei unbehaarten Hunden zu einem durchschnittlichen Verhältnis von 2:1 zwischen unbehaarten und behaarten Nachkommen. Paart man dagegen einen behaarten Hund mit einem Nackthund, so entstehen je zur Hälfte nackte und behaarte Hunde. Diese Art der Zucht vermeidet die phänotypische Ausprägung des Letalfaktors. Dennoch ist die Verpaarung von Hunden mit Fell nach Vorgabe des Rassestandards nur dann zulässig, wenn der Hund mit Fell seit mindestens drei Generationen von haarlosen Vorfahren abstammt. Der Partner muss zwingend haarlos sein, untereinander dürfen Hunde mit Fell nicht verpaart werden. Aufgrund dieses Sachverhalts wird diese Rasse zuweilen als Qualzucht angesehen; es gibt die Forderung, die Zucht mit Trägern des Defektgens zu verbieten.[6]

Wesen[Bearbeiten]

Ein Xoloitzcuintle ist freundlich, anhänglich an seine Familie, intelligent, würdevoll und ruhig und hat ein großes Anpassungsvermögen. Fremden gegenüber zeigt er sich üblicherweise misstrauisch, was ihn zum guten Wachhund macht.

Pflege[Bearbeiten]

Die Haut des Xolo ist dicker und robuster als bei behaarten Hunden. Der Mexikanische Nackthund ist nicht übermäßig kälteempfindlich, vergleichbar mit kurzhaarigen Hunden ohne Unterwolle, z. B. Pinscher. Vor Sonnenbrand müssen vor allem die helleren Hautpartien und generell die hellen Nackthunde geschützt werden. Grau-schwarze Nackthunde sind kaum gefährdet, da sie schon die ersten Sonnenstrahlen nutzen um ihre Pigmente in der Haut anzureichern, so dass aus einem „grauen“ Hund im Winter ein „schwarzer“ Hund im Sommer wird. Ist dem Hund zu heiß, liegt er auch lieber im Schatten.

Bewegung[Bearbeiten]

Die Vertreter dieser Rasse sind muskulös und sportlich, man sollte sie regelmäßig rennen und spielen lassen.

Verwendung[Bearbeiten]

Wachhund und Familienhund

Literatur[Bearbeiten]

  • Amy Fernandez (2013): Hairless Dogs: Origins (Dog History Shorts). Kindle-Edition, ASIN B00DUWZA0A
  • Amy Fernandez (2009): Xoloitzcuintli. New York: Kennel Club Books, ISBN 978-1-59378-397-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBarbara van Asch, Ai-bing Zhang, Mattias C. R. Oskarsson, Cornelya F. C. Klütsch, António Amorin, Peter Savolainen: Pre-Columbian origins of Native American dog breeds, with only limited replacement by European dogs, confirmed by mtDNA analysis. 10. Juli 2013, abgerufen am 16. August 2013.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Formatdal/dpa: Gen-Analyse: Hunde kamen einst aus Asien nach Amerika. 10. Juli 2013, abgerufen am 16. August 2013.
  3. a b FCI: Rassen mit Varietäten und CACIB-Vergabe. Stand: 6. Dezember 2013
  4. Club für Exotische Rassehunde: Mitteilung des 1. Vorsitzenden. Änderungen bei den Rassen Perro sin Pelo del Peru und Xoloitzcuintle. Abgerufen am 2. April 2014
  5. Rassestandard der FCI für den Xoloitzcuintle vom Oktober 2010. (Die deutsche Übersetzung wurde von der FCI am 13. Juli 2011 veröffentlicht.)
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatA. Herzog, Th. Bartels, M. Dayen, K. Loeffler, L. Reetz, B. Rusche, J. Unshelm: Gutachten zur Auslegung von § 11 b des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzüchtungen). 2. Juni 1999, abgerufen am 15. August 2013 (PDF; 8,8 MB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Xoloitzquintle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien