Yéyé

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Yéyé ist ein Genre der französischen und portugiesischsprachigen Popmusik der 1960er Jahre.

Inhaltsverzeichnis

Frankreich [Bearbeiten]

Der Name leitet sich vom englischen Ausruf Yeah ab, der in der englischen Beatmusik, etwa in dem Beatles-Song She Loves You, ein beliebtes Füllselwort darstellte. Dem yéyé werden im weiteren Sinne Popsänger verschiedener Stile zugeordnet, darunter Rocker wie Johnny Hallyday, daneben auch Richard Anthony, Frank Alamo und Jacques Dutronc.

Im engeren Sinne werden als les yéyés Interpretinnen bezeichnet, die sich am Sound amerikanischer Girlgroups orientierten. Zu den Stars des Yéyé zählen insbesondere Françoise Hardy, France Gall, Sheila, Les Surfs und Sylvie Vartan. Als bekanntester Yéyé-Komponist der Zeit galt Serge Gainsbourg, der unter anderem France Galls Poupée de cire, poupée de son schrieb; mit diesem Lied gewann Gall den Eurovision Song Contest 1965. In den späten 1960er Jahren erreichten auch die Schauspielerinnen Brigitte Bardot und Jane Birkin mit Kompositionen Gainsbourgs die Hitparaden.

Portugal und Brasilien [Bearbeiten]

Auch in Portugal und Brasilien entwickelte sich der Begriff als Bezeichnung für angelsächsisch geprägte Unterhaltungsmusik der Teenager der 1960er Jahre, insbesondere nach dem weltweiten Erfolg des Beatles-Liedes She Loves You und seinem stilbildenden Yeah, yeah, yeah-Refrainteil. So veröffentlichte etwa die populäre Fadosängerin und Schauspielerin Hermínia Silva in Portugal eine EP, in der sie die Musikrichtung ironisierte,[1]. Bands wie Quinteto Académico, Os Sheiks oder Conjunto Académico João Paulo etablierten die Stilrichtung in Portugal, nachdem anfangs überwiegend einzelne Yé-Yé-Stücke bereits bekannter Sänger erschienen waren, etwa António Calvário.

In Brasilien hingegen entwickelte sich aus dem Yé-Yé (auch Iê-Iê) die Bewegung der Jovem Guarda, aus der Roberto Carlos als bekanntester Sänger hervorging. Junge Musiker des Landes entwickelten dabei die angelsächsische Teenager-Musik unter brasilianischen Gesichtspunkten weiter, und etablierten dabei den Gebrauch etwa der elektrisch verstärkten Gitarre auch in der breiten Öffentlichkeit.[2] Die folgende Tropicalismo-Bewegung baute darauf weiter auf.

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. www.mischalke04.com, abgerufen am 30. November 2012
  2. www.revistaquem.globo.com, abgerufen am 30. November 2012