Yılmaz Güney

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Grab von Yılmaz Güney auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris.

Yılmaz Güney, eigentlich Yılmaz Pütün, (* 1. April 1937 in Adana; † 9. September 1984 in Paris) war ein kurdisch-türkischer Schauspieler und Regisseur.[1]

Biografie[Bearbeiten]

Yılmaz Güney war ein Alevit väterlicherseits zazaischer und mütterlicherseits kurdischer Abstammung. Er kam aus sehr ärmlichen Verhältnissen. Seine Mutter stammte aus der Provinz Şanlıurfa, sein Vater aus Varto, Provinz Muş. Als Student an der Universität Ankara lernte er den Regisseur Atıf Yılmaz kennen, mit dem er seine ersten Filme drehte. Er spielte oft den armen und unterdrückten Menschen, der trotz allem nicht aufgibt. Nach dem Militärputsch 1960 wurde er wegen Veröffentlichung kommunistischer Schriften inhaftiert.

1970 gelang ihm mit Umut – Die Hoffnung der entscheidende künstlerische Durchbruch als Regisseur. Als Filmemacher war er auch international erfolgreich.

Yılmaz Güney wurde mehrfach auf Grund seiner sozialistischen Gesinnung verhaftet. Er heiratete 1970 Fatoş, mit der er 1971 einen ebenfalls Yılmaz genannten Sohn hatte. Güney wurde verurteilt, am 13. Juli 1974 in Yumurtalık einen türkischen Richter umgebracht zu haben. Dieser sei privat und zufällig in demselben Restaurant wie Güney und dessen Ehefrau gewesen. Als der Richter seine Ehefrau bedrängt habe, sei es zum Streit gekommen, in dessen Verlauf Güney den Mann erschossen habe. Diese Anschuldigungen sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Für den angeblichen Totschlag wurde er zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt. Er saß unter anderem auch auf der Gefängnisinsel İmralı, von wo er 1981 fliehen konnte. Nach seiner Flucht ging Yılmaz Güney mit seiner Frau nach Frankreich, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Ihm wurde - wie u.a. auch dem Dichter Nazım Hikmet - die türkische Staatsbürgerschaft aberkannt. 1983 gründete er mit anderen kurdischen Persönlichkeiten das Kurdische Institut in Paris.

Sein bekanntester Film ist Yol – Der Weg, für den er das Drehbuch schrieb. Für ihn erhielt er die Goldene Palme beim Film-Festival Cannes 1982. 1983 wurde ihm die Einreise zu einer Vorführung des Films in Deutschland von der Bundesregierung verweigert, mit der Begründung, dass seine Anwesenheit "als Exponent der extremen Linken ... zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlichen türkischen Gruppierungen in der Bundesrepublik Deutschland führen würde".[2]

Güney starb 1984 an Magenkrebs und wurde auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise begraben.

Filme (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1959 - Alageyik, Bu vatanın çocukları
  • 1963 - İkisi de Cesurdu
  • 1964 - Her Gün Ölmektense, Kamalı Zeybek-Koçero
  • 1965 - Kasımpaşalı, Kasımpaşalı Recep, Konyakçı, Krallar Kralı
  • 1966 - Aslanların Dönüşü, Eşref Paşalı, Hudutların Kanunu, Yedi Dağın Aslanı, Tilki Selim
  • 1967 - At Hırsızı Banuş, Şeytanın Oğlu
  • 1968 - Azrail Benim, Kargacı Halil
  • 1969 - Belanın Yedi Türlüsü, Cesur
  • 1970 - Umut - Die Hoffnung
  • 1970 - İmzam Kanla Yazılı, Sevgili Muhafızım, Şeytan Kayaları
  • 1970 - Yiğit Yaralı Olur (Regie: Ertem Göreç, Hauptrollen: Yılmaz Güney, Hülya Koçyiğit) 35mm Schwarz-Weiß-Film
  • 1970 - Yedi Belalilar
  • 1974 - Zavallilar (Die Armen), Arkadaş (Freund)
  • 1979 - Sürü – Die Herde
  • 1982 - Yol – Der Weg
  • 1984 - Duvar, „Die Mauer“

Filmerzählung[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

Auch literarisch war Yilmaz Güney sehr begabt. Er schrieb mehrere Romane. Einer von seinen erfolgreichen Romanen ist „Boynu bükük öldüler“ („Sie starben gesenkten Hauptes“) aus dem Jahre 1971. Dafür erhielt er 1972 den Orhan-Kemal-Literaturpreis.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helga Fitzner: Hommage an Yilmaz Güney Kultura-Extra Februar 2003
  2. http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/10/10008.pdf Bundestagsprotokoll