YORP-Effekt

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Der Yarkovsky-O’Keefe-Radzievskii-Paddack-Effekt, verkürzt auch YORP-Effekt genannt, ist eine allmähliche Veränderung des Rotationszustands kleiner Körper (z. B. von Asteroiden) unter dem Einfluss der Sonnenstrahlung.

Beschreibung[Bearbeiten]

Wie der Jarkowski-Effekt entsteht der YORP-Effekt dadurch, dass thermische Strahlung räumlich anisotrop abgegeben wird, wodurch ein kleines Drehmoment entsteht. Dadurch kann sich die räumliche Lage der Rotationsachse verändern, aber auch die bestehende Rotationsbewegung abgebremst oder beschleunigt werden.

Der YORP-Effekt wurde an den Asteroiden (54509) YORP und (1862) Apollo von den Teams um Stephen Lowry (Queens University in Belfast) und Mikko Kaasalainen (Universität Helsinki) nachgewiesen. Der Asteroid P/2013 R3 wurde durch den YORP-Effekt in eine solch schnelle Rotation versetzt, dass er durch die Fliehkräfte desintegrierte.[1]

Eingeführt wurde der Begriff YORP-Effekt im Jahr 2000 von David P. Rubincam nach Vorarbeiten von Iwan O. Jarkowski (im englischen Sprachraum als Yarkovsky transkribiert), John A. O’Keefe, Wladimir W. Radsiewski (Radzievskii) und Stephen J. Paddack.

Ähnliches[Bearbeiten]

Staubpartikel, die asymmetrisch geformt sind, können ebenfalls durch Lichteinfall in Luft in Rotation geraten. Manche Teilchen können dabei eine Form haben, dass die nach dem Licht orientierte Rotation eine gerichtete Bewegung in Luft bewirkt. Diese Photophorese trägt zwar nur einen sehr geringen Anteil von Staubteilchen nach oben, wirkt aber bedeutsam der Absetzbewegung durch die Schwerkraft entgegen und hilft das Vorhandensein von Staubteilchen und Mikroorganisman bis hinauf in die Stratosphäre zu erklären. Publikationen zu Photophorese gibt es zumindest seit 1932, der Linzer Experimentalphysiker Hans Rohatschek hat zwischen 1955 und 1984 dazu veröffentlicht.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  •  S. C. Lowry, A. Fitzsimmons, P. Pravec, D. Vokrouhlicky, H. Boehnhardt, P. A. Taylor, J. L. Margot, A. Galad, M. Irwin, J. Irwin: Direct Detection of the Asteroidal YORP Effect. In: 38th Lunar and Planetary Science Conference,(Lunar and Planetary Science XXXVIII), held March 12-16, 2007 in League City, Texas. LPI Contribution No. 1338. 2007, S. 2438 (Preprint-PDF).
  •  P. A. Taylor, J. L. Margot, D. Vokrouhlický, D. J. Scheeres, P. Pravec, S. C. Lowry, A. Fitzsimmons, M. C. Nolan, S. J. Ostro, L. A. M. Benner: The Increasing Spin Rate of Asteroid (54509) 2000 PH5: A Result of the YORP Effect. In: 38th Lunar and Planetary Science Conference,(Lunar and Planetary Science XXXVIII), held March 12-16, 2007 in League City, Texas. LPI Contribution No. 1338. 2007, S. 2229 (Preprint-PDF).
  •  Mikko Kaasalainen, Josef Durech, Brian D. Warner, Yurij N. Krugly, Ninel M. Gaftonyuk: Acceleration of the rotation of asteroid 1862 Apollo by radiation torques. In: Nature. 446, Nr. 7134, 2007, S. 420–422, doi:10.1038/nature05614.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/zerfall-im-all-sonnenlicht-zerfetzt-asteroiden-a-957406.html
  2. Hans Rohatschek, Johannes Kepler University Linz, The Role of Gravitophotophoresis for Stratospheric and Mesospheric Particulates, in: Journal of Atmospheric Chemistry 1, (1984) S.377-389, vom 7. Oktober 1983, Revision 16. Jänner 1984 Print, online abgerufen am 9. Februar 2014