Yamada (Iwate)

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Yamada-machi
山田町
Yamada (Iwate) (Japan)
Red pog.svg
Geographische Lage in Japan
Region: Tōhoku
Präfektur: Iwate
Koordinaten: 39° 28′ N, 141° 57′ O39.467947222222141.94910555556Koordinaten: 39° 28′ 5″ N, 141° 56′ 57″ O
Basisdaten
Fläche: 263,45 km²
Einwohner: 15.880
(1. November 2014)
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 03482-7
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Yamada
Baum: Sicheltanne
Blume: Kartoffel-Rose
Vogel: Japanmöwe
Rathaus
Adresse: Yamada Town Hall
3-20, Hachimanchō
Yamada-machi, Shimohei-gun
Iwate 028-1392
Webadresse: www.town.yamada.iwate.jp
Lage Yamadas in der Präfektur Iwate
Lage Yamadas in der Präfektur

Yamada (jap. 山田町, -machi) ist eine Stadt im Landkreis Shimohei in der Präfektur Iwate auf Honshū, der Hauptinsel von Japan.

Geographie[Bearbeiten]

Yamada liegt an der Pazifikküste entlang der Sanriku-Riasküste entlang der Yamada-Bucht (山田湾, Yamada-wan) und dem Nordufer der Funakoshi-Bucht (船越湾, Funakoshi-wan), beide voneinander getrennt durch die Funakoshi-Halbinsel (船越半島, Funakoshi-hantō). In der Yamada-Bucht befinden sich mehrere kleinere Inseln, wobei die größte Ōshima (大島, „große Insel“) bzw. Oranda-jima (オランダ島, „Holland-Insel“) genannt wird. Die ist, wie die anderen Inseln, unbewohnt, jedoch ist sie im Sommer ein beliebter Badeort und es besteht auch eine Fährverbindung. In unmittelbare Nähe liegt Kojima (小島, „kleine Insel“).

Das Gemeindegebiet besteht zum größten Teil aus Bergland, wobei der Takadakimori (高滝森) mit 1160,3 m Höhe an der Westgrenze zur Nachbargemeinde Ōtsuchi den höchsten Gipfel darstellt. An der Nordgrenze zum benefalls benachbarten Miyako befindet sich der Jūnishin-zan (十二神山) mit 731,4 m. Der dominierende Berg auf der Funakoshi-Halbinsel ist der Karogadake (霞露ヶ岳) mit 504,2 m.

Die Besiedlung der Gemeinde konzentriert sich auf Grund der vielen Bergen an den Küsten und Flusstälern. Im Norden der Gemeinde befindet sich ein größeres Flusstal aus den Zusammenflüssen von verschiedenen Flüssen in den aus Miyako kommenden Tsugaruishi-Fluss (津軽石川). Im nördlichen Teil der Ebene befindet sich der Stadtteil Ishitōge (石峠), im westlichen Ausläufer mit dem Arakawa-Fluss (荒川川, Arakawa-kawa) der Stadtteil Arakawa (荒川) und im südlichen Teil Toyomane (豊間根). Am Nordufer der Yamada-Bucht im Mündungsbereich des Ōsawa-Flusses (大沢川, Ōsawa-kawa) befindet sich Ōsawa (大沢), dann am Westufer im Uhrzeigersinn Yamada an der Mündung des Sekiguchi-Flusses (関口川, Sekiguchi-kawa), worauf sich direkt südlich ein breiterer Küstenstreifen mit dem Gemeindezentrum anschließt bestehend aus den Stadtteilen Kitahama-chō (北浜町), Kōraku-chō (後楽町), Hachiman-chō (八幡町), Chūō-chō (中央町), Nagasaki (長崎), Kawamukai-chō (川向町) und Sakaida-chō (境田町), sowie Iioka (飯岡) ein wenig landeinwärts. Am Südwesten der Bucht fließt der Orikasa-Fluss (織笠川, Orikasa-kawa) in diese und in dessen Mündungstal befindet sich der gleichnamige Stadtteil Orikasa (織笠) und flussaufwärts wo sich der 馬指野川 mit diesem verbindet Todoroki. Auf der Landbrücke zwischen dem Südufer der Yamada-Bucht und dem Nordufer der Funakoshi-Bucht und der Halbinsel befindet sich Funakoshi (船越).

Geschichte[Bearbeiten]

1643 landete das holländische Schiff Breskens aus der Expeditionsflotte von Maarten Gerritszoon de Vries an der Insel Ōshima an. Aus diesem Grund wird diese auch als Oranda-jima „Holland-Insel“ bezeichnet.

Als Stadt (machi) entstand Yamada 1889 bei der Einrichtung moderner Gebietskörperschaften durch die Meiji-Regierung, indem die Dörfer (mura) Yamada und Iioka im damaligen Landkreis Higashihei zusammengelegt wurden. 1955 wurden Yamada und die Dörfer Funakoshi, Orikasa, Ōsawa und Toyomane aus dem Landkreis, inzwischen mit den Kreisen Nakahei und Kitahei zu Shimohei zusammengeschlossen, vereinigt und das neue Yamada gebildet.

Zerstörungen vom 11. März 2011 in Sukuiso (漉磯) auf der Funakoshi-Halbinsel

Die Stadt Yamada wurde am 11. März 2011 von einem Tsunami nach dem Tōhoku-Erdbeben 2011 heimgesucht, dessen Schäden durch die Ria-Küste, insbesondere da das Ortszentrum am Ende der langen bergumsäumten Yamada-Bucht liegt, und die nahe ansteigenden Berge verstärkt wurden. Das Küstengebiet der Stadt stand unter Wasser und Brände brachen aus.[1] Fünf der sieben zentralen Viertel der Innenstadt an der Yamada-Bucht wurden vernichtet. Ein sechs Meter hoher Wellenbrecher wurde vom Tsunami zerstört.[2] Etwa 3000 Häuser wurden komplett oder teilweise zerstört. Bis zum 20. Mai wurden 566 Tote und 299 Vermisste gezählt.[3]

Verkehr[Bearbeiten]

Wichtigste Fernstraßen der Gemeinde sind die Sanriku-Autobahn nach Sendai oder Miyako, sowie die Nationalstraße 45 nach Sendai oder Aomori.

Anbindung an das Schienennetz besteht über die JR East Yamada-Linie nach dem Bahnhof Morioka in Morioka oder Bahnhof Kamaishi in Kamaishi. Die Haltestellen der Linie innerhalb der Gemeinde sind Toyomane, Rikuchū-Yamada, Orikasa und Iwate-Funakoshi.

Bildung[Bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich die Grundschulen Yamada-Süd (山田町立山田南小学校, Yamada-chōritsu Yamada Minami shōgakkō), Yamada-Nord (山田町立山田北小学校, ~ Yamada Kita ~), Ōsawa (山田町立大沢小学校), Ōura (山田町立大浦小学校), Orikasa (山田町立織笠小学校), Funakoshi (山田町立小学校), Todoroki (山田町立轟木小学校), Arakawa (山田町立荒川小学校) und Toyomane (山田町立豊間根小学校), die Mittelschulen Yamada (山田町立山田中学校, Yamada-chōritsu Yamada chūgakkō) und Toyomane (山田町立豊間根中学校), sowie die präfekturale Oberschule Yamada (岩手県立山田高等学校, Iwate-kenritsu Yamada kōtō gakkō).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Am 20. Oktober 1985 wurde die Gemeinde Schwesterstadt mit ihrem Namensvetter in der Präfektur Chiba. Als jenes Chiba 2006 in Katori aufging wurde die Städtebeziehung übernommen. Am 2. August 1990 folgte eine Städtefreundschaft mit Hiraka, was ebenfalls nach dessen Eingemeindung 2006 in Hirakawa beibehalten wurde.

Die einzige ausländische Städtefreundschaft wurde am 13. Mai 2000 mit dem niederländischen Zeist geschlossen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Yamada – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Quake death toll feared to top 1,800; thousands more unaccounted for. In: Japan Today. 13. März 2011, abgerufen am 24. April 2011 (englisch).
  2. Earthquake-ravaged Iwate town lies in smoldering ruins. In: Mainichi Shimbun. 14. März 2011, archiviert vom Original am 14. März 2011, abgerufen am 24. April 2011 (englisch).
  3. 東日本大震災 図説集. In: mainichi.jp. Mainichi Shimbun-sha, 20. Mai 2011, archiviert vom Original am 19. Juni 2011, abgerufen am 19. Juni 2011 (japanisch, Übersicht über gemeldete Tote, Vermisste und Evakuierte).