Yang Gui-ja

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Yang Gui-ja.jpg
Yang Gui-ja
Hangeul 양귀자
Hanja 梁貴子
Revidierte Romanisierung Yang Gwi-ja
McCune-Reischauer Yang Kwija
siehe auch: Koreanischer Name

Yang Gui-ja (* 17. Juli 1955 in Jeonju in der Provinz Jeollabuk) ist eine südkoreanische Schriftstellerin.[1]

Leben[Bearbeiten]

Yang Gui-ja wurde 1955 als die Schwester von fünf älteren Brüdern, und einer jüngeren Schwester geboren. „Im Dorf wurden wir die ‚sohnreiche’ Familie genannt. Fünf kräftige Jungs hintereinander und danach wie gerufen zwei Töchter.“ (aus Der Gipfel Hankairyung).[2]

1960 starb der Vater, weshalb der älteste Bruder die Aufgabe übernehmen musste, für den Lebensunterhalt der großen Familie zu sorgen. Ihr Schuldgefühl gegenüber dem ältesten Bruder drückt sich in der Kurzgeschichte Der Gipfel Hankairyung aus. Der Kritiker Hong Jeong-seon wies darauf hin, dass tief in den Erzählungen von Yang Gui-ja die nachdenkliche Scham über ihr Leben wirkte, so wie der Wunsch nach Wiedergutmachung gegenüber dem ältesten Bruder.

1967 besuchte Yang Gui-ja die Mittelschule, verbrachte die meiste Zeit in der Bibliothek und las Romane. 1970 ging sie zur Oberschule, nahm an verschiedenen Literaturwettbewerben teil und begann ambitioniert zu schreiben. 1974 wurde sie als Stipendiatin für ein Literaturstudium an der Universität Wonkwang in Iksan ausgewählt. Nach dem Abschluss des Studiums 1978 wurde sie Koreanischlehrerin und trat in die Honam-Oberschule der Stadt Jeongju ein. Aber nach einem Monat trat sie zurück, bewarb sich für die Keumsang-Oberschule, die sich auf einer kleinen Insel befand. Im Mai 1980 debütierte sie mit ihren zwei Erzählungen Neu beginnender Morgen und Die geschlossene Tür in der Literaturzeitschrift Munhak Sasang. 1980 gab sie ihre Tätigkeit als Lehrerin auf, heiratete und zog in den Seouler Vorstadtort Wonmidong um. Ab 1981 schrieb sie Erzählungen und publizierte schließlich 1985 ihren ersten Sammelband und 1987 Die Leute von Wonmidong. Die Serienerzählungen erhielten große Resonanz, und Yang Gui-ja wurde eine der repräsentativsten Autoren der 80er Jahre. Nach diesem Erfolg veröffentlichte sie Der Weg zum Cheonmachong. In dieser produktiven Zeit verließ sie den Ortsteil Wonmidong, in dem sie zehn Jahre gelebt hatte und zog nach Gugidong, Seoul um. Ihr Roman Ich wünsche mir das, was verboten ist führte zum Feminismusstreit und wurde verfilmt. Für die Erzählung Die verborgene Blume, die sie im selben Jahr veröffentlichte, erhielt sie den 16. Yi-Sang-Literaturpreis. 1993 publizierte sie den dritten Sammelband Trauer wird auch Kraft. Danach konzentrierte sie sich auf Romane. Sie betonte die notwendige Veränderung des Schriftstellerbewusstseins, um auf den Wandel der Zeit zu reagieren und forderte die direkte Kommunikation mit den Lesern. Außerdem vertrat sie den Standpunkt, Literatur solle die elitäre Attitüde fallen lassen und ihre eigentliche Substanz, das Erzählerische und die Ergriffenheit zurückgewinnen. Der 1995 publizierte Roman Tausendjährige Liebe wurde ein Bestseller, ebenso war der Roman Der Widerspruch (1998) einen großen Publikumserfolg.[3]

Arbeiten[Bearbeiten]

Erzählbände[Bearbeiten]

  • 귀머거리새 (Der taube Vogel) Minum 1985
  • 원미동 사람들 (Die Leute von Wonmidong) Munhak Kwa Jisung Sa 1987
  • 슬픔도 힘이 된다 (Trauer wird auch Kraft) Munhak Kwa Jisung Sa 1993

Romane[Bearbeiten]

  • 희망 (Hoffnung) Salim 1990
  • 나는 소망한다 내게 금지된 것을 (Ich wünsche mir das, was verboten ist) Salim 1992
  • 천년의 사랑 (Tausendjährige Liebe) Salim 1995
  • 모순 (Der Widerspruch) Salim 1998

Übersetzungen[Bearbeiten]

Deutsch[Bearbeiten]

Englisch[Bearbeiten]

  • A distant and Beautiful place Honolulu: University of Hawaii Press, 2003
  • Contraditions Cornell Univ. East Asia Program, 2005
  • Rust Seoul: Jimoondang Publishing Company

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1999 - 04. 21. Jahrhundert Literaturpreis
  • 1996 - 41. Hyŏndae Literaturpreis
  • 1992 - 16. Yi-Sang-Literaturpreis
  • 1988 - Yu Chu-hyŏn Literaturpreis
  • 1978 - Munhak Sasang Preis für neue Autoren

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 네이버인물검색: 양귀자 Abgerufen am 21. Januar 2014 (koreanisch)
  2. LTI Korea: Author Database: Yang Gui-ja, abgerufen am 10. Juli 2013 (koreanisch).
  3. Korean Author Database: Author Database: Yang Gui-ja, abgerufen am 10. Juli 2013 (englisch).
Koreanischer Name Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Koreanischen. Yang ist hier somit der Familienname, Gui-ja ist der Vorname.