Yarrowit

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Yarrowit
Andere Namen
  • IMA 1978-022
Chemische Formel

Cu9S8

Mineralklasse Sulfide und Sulfosalze - Metallsulfide, M:S > 1:1
2.CA.05d (8. Auflage: II/B.01) nach Strunz
02.07.03.01 nach Dana
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin 3“m“, 32 oder 3“m“
Farbe blau
Strichfarbe
Mohshärte
Dichte (g/cm3) 4,89
Glanz metallisch
Transparenz undurchsichtig
Spaltbarkeit
Habitus
Kristalloptik
Pleochroismus blau bis blau-weiß

Yarrowit ist ein seltenes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit der chemischen Formel Cu9S8 und bildet massive oder sternförmige Mineral-Aggregate von blauer Farbe.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Yarrowit wurde 1980 von R.J. Goble am Yarrow Creek im Südwesten des kanadischen Bundesstaates Alberta gefunden. Er benannte es nach dem Fundort. In der Nähe des Fundortes liegt auch die Typlokalität des sehr ähnlichen Spionkopites.[1] Vor dem Fund in Kanada war blaubleibender Covellin bekannt, der erstmals 1959 von G. Frenzel synthetisiert wurde. Dabei handelte es sich aber nicht um ein einheitliches Material, sondern sowohl um Yarrowit, als auch um Spionkopit.[2]

Klassifikation[Bearbeiten]

Yarrowit wird in der Systematik nach Strunz zu den Sulfiden und Sulfosalzen gezählt. In der 8. Auflage zählt es zur zusammen mit Anilith, Chalkosin, Digenit, Djurleit, Geerit, Roxbyit und Spionkopit zur Untergruppe der Kupfersulfide der Sulfide und Sulfosalze mit einem Verhältnis von Metall zu Schwefel von größer 1:1.

In der 9. Auflage der Systematik ist es mit Covellin, Klockmannit und Spionkopit ein Teil der Covellingruppe, einer Untergruppe der Sulfide und Sulfosalze mit einem Verhältnis von Metall zu Schwefel von 1:1 und Kupfer.

Nach der Systematik nach Dana bildet Yarrowit eine eigene Untergruppe der Sulfide, Selenide und Telluride mit der Zusammensetzung AmBnXp und dem Verhältnis von (m+n) zu p von 9:8.[3]

Modifikationen und Varietäten[Bearbeiten]

Yarrowit zählt mit Chalkosin, Djurleit, Anilith und Spionkopit zu einer sich bei niedrigen Temperaturen (<100 °C) bildenden Mischkristallreihe mit unterschiedlichen stöchiometrischen Verhältnissen von Kupfer und Schwefel.[4]

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Da Yarrowit metastabil ist, bildet es sich nur unter speziellen Bedingungen bei niedrigen Temperaturen, wenn die Bildung der stabilen Phasen Anilith und Chalkosin kinetisch gehemmt sind, durch Verwitterung anderer Kupfersulfide.[4] Es ist mit Anilith, Djurleit, Spionkopit und Tennantit vergesellschaftet.

Neben der Typlokalität und weiteren Orten in Kanada wurde Yarrowit bislang unter anderem in Graz und Köflach in Österreich, dem Schwarzwald, Spessart, Hunsrück, Harz sowie dem Mansfelder Becken und Horscha in Deutschland, Saint-Luc im schweizer Kanton Wallis, Kolwezi in der Demokratischen Republik Kongo, Bogor auf der indonesischen Insel Java, Ardakan im Iran, Killarney in Irland, Sondrio in Italien, Iwaki und Shimohei in Japan, Lubin in Polen, Gümüşhane in der Türkei, Caldbeck Fells, Stanton under Bardon, Cannington, Nuneaton und Wethel im Vereinigten Königreich sowie den US-Bundesstaaten Arizona, New Mexico und Virginia gefunden.[5]

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Yarrowit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit der Raumgruppe P3m1, P3m1, P31m oder P321, den Gitterparametern a = 3,80 Å und c = 67,26 Å, sowie drei Formeleinheiten pro Elementarzelle.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b R.J. Goble: Copper sulfides from Alberta: yarrowite,Cu8S9, and spionkopite, Cu39S28. In: Canadian Mineralogist. 1980, 18, S. 511-518 (Abstract in American Mineralogist, S. 1279; PDF; 873 kB).
  2. A. Putnis, J. Grace, W. E. Cameron: Blaubleibender covellite and its relationship to normal covellite. In: Contributions to Mineralogy and Petrology. 60, 1977, S. 209–217, doi:10.1007/BF00372282.
  3. New Dana Classification of Sulfide Minerals
  4. a b Hubert Lloyd Barnes: Geochemistry of hydrothermal ore deposits, Band 1. 3. Auflage, John Wiley and Sons, 1997 ISBN 0-471-57144-X , S. 390-392 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Yarrowit bei mindat.org

Literatur[Bearbeiten]

  • Yarrowit. In: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf)

Weblinks[Bearbeiten]