Yasmin Fahimi

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Yasmin Fahimi (2. von links - 2014)

Yasmin Fahimi (* 25. Dezember 1967 in Hannover) ist eine deutsche Politikerin (SPD). Sie ist seit 2014 Generalsekretärin der SPD.

Biografie[Bearbeiten]

Herkunft und Privates[Bearbeiten]

Yasmin Fahimi wuchs mit ihrem älteren Bruder als Halbwaise in Hannover auf. Fahimis Mutter ist eine deutsche Sozialpädagogin, ihr Vater war ein iranischer Chemiker, der vor ihrer Geburt bei einem Autounfall verstarb.

Fahimi ist kinderlos. Ihr Lebensgefährte ist der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) Michael Vassiliadis.

Studium und berufliche Tätigkeit[Bearbeiten]

Fahimi besuchte von 1974 bis 1978 die Grundschule in Altwarmbüchen und von 1978 bis 1987 das Gymnasium in Isernhagen. Sie studierte von 1987 bis 1989 Elektrotechnik und von 1989 bis 1998 Chemie, jeweils an der Universität Hannover. Das Studium der Chemie beendete Fahimi 1998 als Diplom-Chemikerin.

Von 1998 bis 2000 war Yasmin Fahimi als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Stiftung Arbeit und Umwelt der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) beschäftigt. Anschließend arbeitete sie im Rahmen ihrer Ausbildung zur Gewerkschaftssekretärin in den IG BCE-Bezirken Berlin-Brandenburg, Münster-Bielefeld, sowie in der Abteilung Jugend im Bezirk Recklinghausen.[1] Von 2005 bis 2014 arbeitete Fahimi als Abteilungsleiterin für Grundsatz und Organisationsentwicklung beim Hauptvorstand der IG BCE in Hannover. Darüber hinaus war sie von 2011 bis 2014 geschäftsführendes Vorstandsmitglied des IG BCE Innovationsforums Energiewende e.V. (If. E).[2]

Politik[Bearbeiten]

Seit 1986 ist Fahimi Mitglied der SPD. Sie engagierte sich zunächst bei den Jusos und war Mitglied im Vorstand des Juso-Bezirks Hannover und im Juso-Bundesvorstand. Sie gehörte der Leitung der aus dem Hannoveraner Kreis („Stamokap“) hervorgegangenen marxistischen „Juso-Linken“ an.[3][4][5]

Von 1994 bis 2002 war sie im SPD-Unterbezirksvorstand Hannover-Land und von 1999 bis 2002 im Bezirksvorstand Hannover. 2002 bewarb sie sich erfolglos um die SPD-Kandidatur für den Bundestagswahlkreis Hannover-Land I. Von 2009 bis 2013 war sie stellvertretende Vorsitzende des SPD-Stadtverbands Hannover.[6] Sie ist Mitglied im Vorstand des „Denkwerks Demokratie“, einer 2011 von SPD, Grünen und Gewerkschaften gegründeten Denkfabrik.[7]

SPD-Generalsekretärin

Auf einem Sonderparteitag am 26. Januar 2014 wurde Fahimi mit 88,5 Prozent Zustimmung zur Nachfolgerin von Andrea Nahles als Generalsekretärin der SPD gewählt.[8] Die WamS porträtiert Fahimi als zielstrebig und in Organisationsfragen erfahren; sie habe im Willy-Brandt-Haus eine zentrale Steuerungseinheit geschaffen, die ihr direkt zuarbeitet: „Ihr Hang zu Zentralismus entspringt gewerkschaftlichem Hierarchiedenken aus der IG BCE und einem Misstrauen, wie es im linken ,Stamokap‘-Flügel der Jusos üblich war.“[9]

Hatte der damalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering bei der Landtagswahl in Thüringen 2009 eine Führungsrolle der Linkspartei noch strikt abgelehnt, zeigte sich Fahimi offen für einen Ministerpräsidenten der Linkspartei. Am Beispiel von Thüringen schloss Fahimi nicht aus, dass die SPD in einer Koalition mit der Linken Juniorpartner wäre.[10] Nach der Landtagswahl in Thüringen 2014 bildete sich erstmals eine Koalition aus Linken, SPD und Grünen mit einem Ministerpräsident von der Linkspartei (Bodo Ramelow).[11]

Weitere Mitgliedschaften[Bearbeiten]

  • 1998 wurde Fahimi Mitglied der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie.
  • 2011 war sie Gründungs- und Vorstandsmitglied der Denkwerk Demokratie e.V.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Yasmin Fahimi – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Yasmin Fahimi: Kurzbiografie. In: fona.de. Abgerufen am 7. Januar 2014.
  2. Innovationsforum Energiewende: Impressum. In: innovationsforum-energiewende.de. Abgerufen am 7. Januar 2014.
  3. Yasmin Fahimi, Ulf-Birger Franz: 25 Jahre Hannoveraner Kreis/Juso-Linke. In: spw 2/97.
  4. Sie ruft zurück. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 12. Januar 2014.
  5. In der Schlangengrube. In: Welt am Sonntag 19. Januar 2014.
  6. Lebenslauf Yasmin Fahimi. In: spd.de. Abgerufen am 14. Januar 2014.
  7. Denkwerk Demokratie: Vorstand. In: denkwerk-demokratie.de. Abgerufen am 7. Januar 2014.
  8. Außerordentlicher Bundesparteitag 2014. In: spd.de. Abgerufen am 26. Januar 2014.
  9. Der Ignorant und die Auster. In: Welt am Sonntag 13. Juli 2014.
  10. Landtagswahlen: SPD-Spitze billigt Votum für Ministerpräsidenten der Linken. In: Spiegel online. Abgerufen am 26. Januar 2014.
  11. http://www.n-tv.de/politik/Ramelow-wendet-sich-an-Stasi-Opfer-article14105186.html