Yasmin Fahimi

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Yasmin Fahimi (* 25. Dezember 1967 in Hannover) ist eine deutsche Politikerin der SPD und Generalsekretärin ihrer Partei.

Herkunft und berufliche Tätigkeit[Bearbeiten]

Yasmin Fahimi wuchs mit ihrem älteren Bruder als Halbwaise in Hannover auf. Fahimis Mutter ist Deutsche, ihr iranischer Vater starb bei einem Autounfall vor ihrer Geburt. Sie studierte von 1989 bis 1998 Chemie an der Universität Hannover.

Von 1998 bis 2000 war die Diplom-Chemikerin als wissenschaftliche Assistentin bei der Stiftung Arbeit und Umwelt der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) beschäftigt. Anschließend arbeitete sie im Rahmen ihrer Ausbildung zur Gewerkschaftssekretärin in den IG BCE-Bezirken Berlin-Mark Brandenburg sowie Münster-Bielefeld und später in der Abteilung Jugend im Bezirk Recklinghausen.[1] Von 2005 bis 2014 arbeitete Fahimi in der Abteilungsleitung „Grundsatz und Organisationsentwicklung“ beim Hauptvorstand der IG BCE in Hannover. Darüber hinaus war sie von 2011 bis 2014 geschäftsführendes Vorstandsmitglied des IG BCE Innovationsforums Energiewende e.V. (If. E).[2] Yasmin Fahimi ist kinderlos, ihr Lebensgefährte ist der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) Michael Vassiliadis.

SPD-Politikerin[Bearbeiten]

Seit 1984 ist Fahimi Mitglied der SPD und engagierte sich zunächst bei den Jusos. Sie war Mitglied im Vorstand des Juso-Bezirks Hannover und im Juso-Bundesvorstand und gehörte der Leitung der aus dem Hannoveraner Kreis („Stamokap“) hervorgegangenen marxistischen „Juso-Linken“ an.[3][4][5] Von 1994 bis 2002 gehörte Fahimi dem SPD-Unterbezirksvorstand Hannover-Land und von 1999 bis 2002 dem Bezirksvorstand Hannover an. 2002 bewarb sie sich erfolglos um die SPD-Kandidatur für den Bundestagswahlkreis Hannover-Land I. Von 2009 bis 2013 war sie stellvertretende Vorsitzende des SPD-Stadtverbands Hannover.[6] Sie ist Mitglied im Vorstand des „Denkwerks Demokratie“, einer 2011 von SPD, Grünen und Gewerkschaften gegründeten Denkfabrik.[7]

Auf einem Sonderparteitag am 26. Januar 2014 wurde Fahimi mit 88,5 Prozent Zustimmung zur Nachfolgerin von Andrea Nahles als Generalsekretärin der SPD gewählt.[8] Die WamS porträtiert Fahimi als zielstrebig und in Organisationsfragen erfahren; sie habe im Willy-Brandt-Haus eine zentrale Steuerungseinheit geschaffen, die ihr direkt zuarbeitet: „Ihr Hang zu Zentralismus entspringt gewerkschaftlichem Hierarchiedenken aus der IG BCE und einem Misstrauen, wie es im linken ,Stamokap‘-Flügel der Jusos üblich war.“[9]

Hatte der damalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering bei der Landtagswahl in Thüringen 2009 eine Führungsrolle der Linkspartei noch strikt abgelehnt, zeigte sich Fahimi offen für einen Ministerpräsidenten der Linkspartei. Am Beispiel von Thüringen schloss Fahimi nicht aus, dass die SPD in einer Koalition mit der Linken Juniorpartner wäre.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Yasmin Fahimi: Kurzbiografie. In: fona.de. Abgerufen am 7. Januar 2014.
  2. Innovationsforum Energiewende: Impressum. In: innovationsforum-energiewende.de. Abgerufen am 7. Januar 2014.
  3. Yasmin Fahimi, Ulf-Birger Franz: 25 Jahre Hannoveraner Kreis/Juso-Linke. In: spw 2/97.
  4. Sie ruft zurück. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 12. Januar 2014.
  5. In der Schlangengrube. In: Welt am Sonntag 19. Januar 2014.
  6. Lebenslauf Yasmin Fahimi. In: spd.de. Abgerufen am 14. Januar 2014.
  7. Denkwerk Demokratie: Vorstand. In: denkwerk-demokratie.de. Abgerufen am 7. Januar 2014.
  8. Außerordentlicher Bundesparteitag 2014. In: spd.de. Abgerufen am 26. Januar 2014.
  9. Der Ignorant und die Auster. In: Welt am Sonntag 13. Juli 2014.
  10. Landtagswahlen: SPD-Spitze billigt Votum für Ministerpräsidenten der Linken. In: Spiegel online. Abgerufen am 26. Januar 2014.