Yassıada

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Yassıada
Blick auf Yassıada
Blick auf Yassıada
Gewässer Marmarameer
Inselgruppe Prinzeninseln
Geographische Lage 40° 51′ 52″ N, 28° 59′ 36″ O40.86444444444428.99333333333346Koordinaten: 40° 51′ 52″ N, 28° 59′ 36″ O
Yassıada (Türkei)
Yassıada
Länge 740 m
Breite 185 m
Fläche 5 ha
Höchste Erhebung 46 m
Verfallene Gebäude auf Yassıada
Verfallene Gebäude auf Yassıada

Yassıada (griechisch Plati Πλάτη) ist eine der Prinzeninseln im Marmarameer. Die Insel ist 0.05 km² groß und seit 1995 unbewohnt. Yassıada ist durch die Yassıada-Prozesse bekannt geworden.

Geschichte[Bearbeiten]

Yassıada wurde von den Byzantinern als Verbannungsort für bekannte Personen benutzt. So wurde im 4. Jahrhundert als erster der armenische Patriarch Narses I. erst nach Yassıada verbannt und später dann auf Büyükada inhaftiert. Ab dem 11. Jahrhundert verbannten die Byzantiner politische Gefangene nach Yassıada. Die Überreste von vier Gefängniszellen aus dieser Zeit sind noch erhalten. Kaiser Theophilos ließ auf der Insel ein Kloster errichteten. 860 baute der Patriarch Ignatios I. mitten auf Yassıada eine Kirche. Während des Vierten Kreuzzuges 1204 eroberten die Lateiner die Insel. Nach dem Untergang des byzantinischen Reiches gehörte die Insel zum Osmanischen Reich.

1857 kaufte der britische Botschafter Henry Bulwer, Bruder des Autors Edward Bulwer-Lytton die Insel und baute sich dort ein Anwesen und ein kleines burgähnliches Gebäude, um ungestört zu leben. Die winzige Burg und der dazugehörige Kai stehen heute noch. Henry Bulwer versorgte sein kleines Reich bis zu einem gewissen Grad durch eine eigenständige Landwirtschaft autark. Später verkaufte er die Insel an den Khediven Ismail Pascha, in dessen Besitz die Einrichtungen verfielen.

Mit der Gründung der Republik Türkei 1923 wurde die Insel türkisch und 1947 der Marine übergeben, die dort mehrere Lehreinrichtungen baute. Nach dem Militärputsch im Jahr 1960 wurde auf Yassıada ein Ausnahmegericht eingerichtet. Angeklagt war die Regierung der Demokrat Parti unter Ministerpräsident Adnan Menderes. Am Ende wurden 15 Politiker zum Tode verurteilt und drei von ihnen – inklusive Adnan Menderes – auf der Gefängnisinsel İmralı hingerichtet. Danach wurde die Insel wieder der Marine überlassen, die bis 1978 hier ihre Mitglieder ausbildete.

Im Jahre 1993 ging Yassıada in Besitz der Fakultät der Wasserwirtschaft der İstanbul Üniversitesi über. Wegen der widrigen Windbedingungen auf der Insel, welche die Lehre erschwerten, wurde die Fakultät 1995 verlegt. Seitdem ist die Insel unbewohnt. Heute ist sie ein beliebter Ort für Sport- und Amateurtaucher.

Im Juli 2011 wurde bekannt, dass Yassıada zu einer Art Museumsinsel umgebaut werden soll.[1]

Quelle[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ibb.gov.tr:Yassiada to Become Museum Island (27. Juli 2011)