Yingkou

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lage Yingkous in der Provinz Liaoning

Yingkou (chinesisch 營口市 / 营口市Pinyin Yíngkǒu Shì) ist nach Dalian die zweitgrößte Hafenstadt in Nordostchina. Als bezirksfreie Stadt hat sie eine Fläche von 4.970 km² und rund 2.350.000 Einwohner (2010). Yingkou befindet sich etwa 220 km nördlich von Dalian und etwa 200 km südlich der Provinzhauptstadt Shenyang. Angeschlossen ist Yingkou an das Schienennetz der Provinz Liaoning und besitzt des Weiteren eine Ausfahrt am Shenda Expressway, der die Städte Shenyang und Dalian verbindet. Yingkou ist zurzeit die achtgrößte Stadt der Provinz Liaoning. Yingkou liegt am Fluss Liao He.

Administrative Gliederung[Bearbeiten]

Auf Kreisebene setzt sich Yingkou aus vier Stadtbezirken und zwei kreisfreien Städten zusammen. Diese sind:

  • Stadtbezirk Zhanqian (站前区), 70 km², 260.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Xishi (西市区), 20 km², 160.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Bayuquan (鲅鱼圈区), 268 km², 300.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Laobian (老边区), 305 km², 130.000 Einwohner;
  • Stadt Dashiqiao (大石桥市), 1.379 km², 720.000 Einwohner;
  • Stadt Gaizhou (盖州市), 2.928 km², 730.000 Einwohner.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Yingkous Wirtschaft ist primär vom Hafen sowie von der Fahrzeugzuliefererindustrie geprägt. Es befinden sich eine Reihe von Fabriken, die Motorenkomponenten herstellen, entlang der Peripherie der Stadt. Darunter finden sich auch deutsche Firmen wie die Stuttgarter Mahle GmbH und die Fuchs AG.

Der Hafen (Seehafen) von Yingkou ist im Winter weitgehend eisfrei.

Geschichte[Bearbeiten]

Buddhistischer Tempel von Yingkou

Der etwa 50 km nördlich der heutigen Stadt Yingkou am Fluss Liao He gelegene Hafen Niuzhuang (chinesisch 牛庄Pinyin Niúzhuāng, englisch Newchwang) wurde mit dem Vertrag von Tianjin 1858 für den internationalen Handel geöffnet. Es stellte sich jedoch heraus, dass der Fluss für die britischen Schiffe zu seicht war. Daraufhin verlegte man den Hafen näher zur Flussmündung an den heutigen Standort.

Während des Ersten Japanisch-Chinesischen Krieges war Yingkou Schauplatz eines größeren Gefechtes. 1895 wurde die Stadt von den kaiserlich-japanischen Truppen erobert. Die zahlenmäßig unterlegenen Chinesen hatten bis zuletzt in einem Fort, das sich am westlichen Rand der Stadt an der Küste zu Bohai befand, erbitterten Widerstand geleistet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich Yingkou unter der Kontrolle der nationalistischen Kuomintang. Im Laufe der sich abzeichnenden Niederlage evakuierte die Kuomintang ihre verbliebenen Truppen 1949 im Hafen von Yingkou und floh nach Taiwan. Damit war die Präsenz der Kuomintang im Nordosten von China erloschen.

Kultur und Tourismus[Bearbeiten]

In Yingkou befindet sich ein in der Provinz Liaoning berühmter Park mit buddhistischem Tempel. Auch die Flusspromenade gilt als Anlaufpunkt. Im Sommer sind viele Musiker, Sänger und Tänzer an der Flusspromenade, die mit einem Park verbunden ist, zu bewundern.

In Yingkou befinden sich auch eine katholische Kirche sowie eine sunnitische Moschee.

40.666666666667122.23333333333Koordinaten: 40° 40′ N, 122° 14′ O