Yingluck Shinawatra

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Yingluck Shinawatra (2012)

Yingluck Shinawatra (Thai: ยิ่งลักษณ์ ชินวัตร, RTGS-Umschrift Yinglak Chinnawat; Aussprache: [jîŋlák t̠͡ɕʰinnáwát]; * 21. Juni 1967) ist eine thailändische Managerin und Politikerin (Pheu-Thai-Partei). Seit August 2011 ist sie die Premierministerin von Thailand.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

US-Präsident Barack Obama und Yingluck Shinawatra beim ASEAN-Gipfel (November 2012)
Yingluck Shinawatra beim Besuch in München mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil (Juli 2012)

Yingluck wurde am 21. Juni 1967 als neuntes und jüngstes Kind von Lert und Yindee Shinawatra geboren. Sie ist die jüngste Schwester des ehemaligen Ministerpräsidenten und Medienunternehmers Thaksin Shinawatra.[1][2] Nach der Schule nahm sie ein Studium der Politik- und Verwaltungswissenschaft an der Chiang-Mai-Universität auf, das sie 1988 mit einem Bachelor abschloss. Danach setzte sie ihr Studium der Politikwissenschaften in den Vereinigten Staaten fort, wo sie an der Kentucky State University studierte und 1990 einen Master in Politikwissenschaft erhielt. Sie arbeitete nach ihrer Rückkehr nach Thailand in führenden Positionen in verschiedenen Firmen, die sich im Besitz der Familie Shinawatra befinden. Von 2002 bis 2006 war sie die Vorstandschefin des Mobilfunkanbieters Advanced Info Service (AIS). Anschließend war sie Generalsekretärin der gemeinnützigen Thaicom-Stiftung. Politisch war sie bis zu ihrer Aufstellung als Spitzenkandidatin kaum in Erscheinung getreten.[2][3] Yingluck lebt in einer – wie in Thailand weit verbreitet – unregistrierten Ehe mit Anusorn Amornchat, einem Manager der M Link Asia Corporation. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn namens Supasek.[2]

Am 11. Mai 2011 nominierte die oppositionelle Pheu-Thai-Partei sie als Spitzenkandidatin für das Amt der Premierministerin bei der Parlamentswahl 2011. Die Partei steht ihrem 2006 als Ministerpräsident entmachteten Bruder nahe, der nach seiner Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs im Exil lebt. Sie war die erste Frau in Thailand, die sich um dieses Amt bewarb.[4] Thaksin sagte dazu, dass Yingluck nicht sein Strohmann, wohl aber sein „Klon“ sei. Er warb außerdem damit, dass seine Schwester an seiner Stelle Entscheidungen treffen könne: „Sie kann in meinem Namen ‚ja’ oder ‚nein’ sagen.“[5] Später erklärte er, dass er mit „Klon“ meinte, dass beide die gleiche Abstimmung hätten, Yingluck ebenfalls eine erfahrene Managerin und erfolgreiche Geschäftsfrau sei und sie von ihm gelernt hätte.[6] Im Wahlkampf berief sich Yingluck ausdrücklich auf Thaksin. Sie fragte regelmäßig: „Wenn ihr meinen Bruder liebt, werdet ihr seiner jüngeren Schwester dann eine Chance geben?“ Ihre Anhänger bejahten dies stets lautstark.[7]

Nachdem ihre Partei bei den Wahlen am 3. Juli die absolute Mehrheit erreichte, wurde sie am 5. August 2011 vom Parlament zur Premierministerin ihres Landes gewählt.[8][9] Am 10. August 2011 wurde ihr Kabinett vereidigt, das zunächst aus 23 Mitgliedern bestand, darunter außer ihr nur eine weitere Frau.[10]

Siehe auch [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Yingluck Shinawatra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Seth Mydans: Candidate in Thailand Follows Path of Kin. New York Times am 12. Juni 2011
  2. a b c Pheu Thai picks Yingluck for PM. Bangkok Post, 16. Mai 2011
  3. Thaksin Shinawatra's sister Yingluck to run for Thai PM. BBC News, 16. Mai 2011
  4. Jochen Buchsteiner: Thaksins Coup. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 15. Juni 2011, abgerufen am 16. Juni 2011 (deutsch).
  5. Yingluck takes centre stage. Thaksin proudly claims his sister is ‚his clone‘. Bangkok Post, 17. Mai 2011, abgerufen am 9. Januar 2013.
  6. Thailands Ex-Premier Thaksin Shinawatra: "Meine Anhänger erwarten meinen Input." In: Stern 1. Juli 2011, abgerufen am 9. Januar 2013.
  7. Der kometenhafte Aufstieg der kleinen Schwester. In: Tages-Anzeiger 2. Juli 2011, abgerufen am 9. Januar 2013.
  8. Thailand. Armee erkennt Wahlsieg der Opposition an auf Spiegel Online am 4. Juli 2011
  9. Parlament wählt Yingluck zur Ministerpräsidentin auf Spiegel Online am 5. August 2011
  10. Thailands neue Regierung wird heute vereidigt tip-zeitung (auf Deutsch)
Thailand Anmerkung zu thailändischen Familiennamen: Dieser Artikel spricht Personen mit ihrem Vornamen an.