Yohan Blake

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Yohan Blake Leichtathletik
Yohan Blake (2012)

Yohan Blake 2012 bei den Olympischen Spielen in London

Nation JamaikaJamaika Jamaika
Geburtstag 26. Dezember 1989
Geburtsort Saint James, Jamaika
Größe 180 cm
Gewicht 78 kg
Karriere
Disziplin 100 m, 200 m, 4 x 100 m
Verein Racers Track Club
Trainer Glenn Mills
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Gold 2 × Silber 0 × Bronze
Weltmeisterschaften 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Junioren-WM 1 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Spiele
Silber 2012 London 100 m
Silber 2012 London 200 m
Gold 2012 London 4 x 100m
IAAF.svg Weltmeisterschaften
Gold 2011 Daegu 100 m
Gold 2011 Daegu 4 x 100 m
IAAF.svg Juniorenweltmeisterschaften
Gold 2006 Peking 4 x 100 m
Bronze 2006 Peking 100 m
Silber 2008 Bydgoszcz 4 x 100 m
letzte Änderung: 10. August 2012

Yohan Blake (* 26. Dezember 1989 in Saint James) ist ein jamaikanischer Sprinter und der 100-Meter-Weltmeister von 2011.

Seine offizielle Bestleistung von 9,69 s macht ihn zum zweitschnellsten Sprinter aller Zeiten hinter Usain Bolt und neben Tyson Gay.

Leben[Bearbeiten]

Blake wurde als Sohn von Veda und Shirley in Saint James Parish geboren. Er besuchte die St. Jago High School in der ehemaligen Hauptstadt Spanish Town.

2006 belegte er bei den Juniorenweltmeisterschaften in Peking den dritten Platz im 100-Meter Finale. Mit der Jamaika-Staffel gewann er Gold. Bei den CARIFTA Games 2007 lief er mit 10,11 s die schnellste jemals von einem jamaikanischen Junioren gelaufene Zeit. 2008 erreichte er bei den Juniorenweltmeisterschaften in Bydgoszcz nur den vierten Platz in der 100-Meter-Disziplin. Seine Staffel kam als Zweite ins Ziel.

Seinen Spitznamen „The Beast“ (deutsch: die Bestie) erhielt er, als Usain Bolt 2008 in einem Interview sagte, dass Blake, der Anfang des Jahres zum Racers Track Club gewechselt war, wie ein Tier („beast“) trainiere.

Bei den jamaikanischen Meisterschaften Ende Juni 2009 in Kingston war er positiv auf das Stimulanzmittel 4-Methyl-2-hexanamin getestet worden. Zunächst wurde er freigesprochen, da die Substanz nicht auf der Dopingliste der WADA stand, wurde aber später mit einer 3-monatigen Sperre belegt, da die Substanz eine ähnliche Struktur wie ein verbotenes Dopingmittel hat.[1]

2011[Bearbeiten]

Blake 2011 bei Goldgewinn

Im Juni zeigte er bei den Trials, bei denen er hinter Asafa Powell den zweiten Platz belegte, seine Ambitionen auf eine Medaille bei den Weltmeisterschaften.

Am 5. August 2011 feierte er bei dem Diamond League Meeting in London mit 9,95 s seinen allerersten Diamond League Sieg, wobei er von der Absage Asafa Powells wegen einer Verletzung profitierte.[2]

Am 28. August 2011 gewann er in Daegu die Goldmedaille der Weltmeisterschaften über 100 Meter. Mit 9,92 s bei 1,4 m/s Gegenwind setzte er sich gegen seine Konkurrenten Walter Dix und Kim Collins durch. Zuvor war der große Favorit Usain Bolt aufgrund seines Frühstartes disqualifiziert worden. Schon im Halbfinale war Blake mit 9,95 s der Schnellste gewesen. Eine zweite Goldmedaille bei diesen Weltmeisterschaften gewann Blake zusammen mit Nesta Carter, Michael Frater und Usain Bolt im 4-mal-100-Meter-Staffelwettbewerb. Die jamaikanische Staffelmannschaft stellte dabei mit einer Zeit von 37,04 s einen neuen Weltrekord auf.

Bei dem Finale der IAAF-Diamond-League in Zürich gewann er mit neuer persönlicher Bestleistung von 9,82 s bei Windstille das Rennen vor Asafa Powell. Am 11. September gewann er das ISTAF in Berlin mit abermals 9,82 s vor Kim Collins und stellte damit neuen Wettbewerbsrekord auf.[3] Beim Memorial Van Damme der IAAF Diamond League am 16. September 2011 in Brüssel verbesserte Blake seine Persönliche Bestleistung über 200 Meter von 19,78 s auf 19,26 s und stellte damit gleichzeitig die Weltjahresbestleistung auf. Nur der Weltrekordler Usain Bolt lief bisher schneller.

2012[Bearbeiten]

Blake (Bahn 4) bei seinem 9,69 s Lauf in Lausanne

Nachdem er im Vorjahr überraschend Weltmeister geworden war, festigte er im Laufe des Jahres seine Position als einer der weltbesten Sprinter.

Bei den Camperdown Classics im Februar in Kingston lief er über die 400 Meter mit seiner neuen Bestleistung von 46,49 s auf den zweiten Platz. Am 14. April gewann Blake sein erstes Rennen der Saison: Bei den UTech Classics in Kingston lief er bei Regen die 100 Meter in 9,90 s. Seine Racers-Staffel, bei der sein Trainingspartner Usain Bolt als Schlussläufer lief, siegte in 37,82 s. Bei seinem ersten 200-Meter-Start gewann er vor Landsmann Ashmeade mit 19,91 s, wobei er auch gleich die Weltjahresbestleistung aufstellte. Auch bei dem Meeting auf den Kaimaninseln siegte er über die 100-Meter mit 9,84 s und zeigte sich nach dem Rennen zufrieden über die bisherige Entwicklung der Saison. Beim Adidas Grand Prix in New York am 9. Juni siegte er in 9,90 s vor Keston Bledman. Beim letzten Lauf vor den Jamaican Trials, kam er in Edmonton mit 10,05 Sekunden als Erster ins Ziel. Bei den Jamaican Trials am 29. Juni siegte er vor Usain Bolt in einer neuen persönlichen Bestzeit von 9,75 s und sicherte sich damit seine Olympiateilnahme.[4] Er fügte seinem Trainingspartner damit die erste Niederlage seit zwei Jahren zu und bestätigte mit seiner Zeit die Aussagen seines Trainers, der ihn Anfang des Jahres Chancen gegen Bolt zugeschrieben hatte. Zwei Tage darauf besiegte er mit 19,80 s Bolt auch über 200 Meter und schlug ihn auf dieser Distanz zum ersten Mal seit fünf Jahren. Gleichzeitig egalisierte er die bisherige Weltjahresbestleistung von ihm selbst und qualifizierte sich für Olympia. Bei seinem letzten Rennen vor Olympia siegte am 17. Juli in Luzern. Mit einem neuen Meetingrekord von 9,85 s gewann er souverän vor Michael Frater.

Bei den Olympischen Spielen erreichte er als jeweils Erster seines Vorlaufs und Halbfinales das Finale. Dort lief er erneut seine Bestleistung von 9,75 s, kam damit aber hinter Usain Bolt nur auf den zweiten Platz und gewann seine erste olympische Medaille. Im Finale des 200-Meter-Laufs errang er in 19,44 s hinter Bolt die Silbermedaille. Zusammen mit Carter, Frater und Bolt holte er mit neuem Weltrekord die Goldmedaille in der 4-mal-100-Meter-Staffel.

Am 23. August gewann er vor Tyson Gay und Nesta Carter in Lausanne, mit 9,69 s schaffte er es außerdem als dritter Sprinter unter der 9,7-Sekunden-Marke zu bleiben. Eine Woche darauf gewann er in Zürich und hielt auch diesmal mit 9,76 s die Konkurrenz auf Distanz. Sein letztes Rennen der Saison absolvierte er über 200 Meter beim Memorial Van Damme. Mit 19,54 s lief er die drittschnellste Zeit des Jahres und sicherte sich den Sieg vor Young und Lemaitre.

2013[Bearbeiten]

Wie schon im Jahr zuvor begann er die Saison mit einem 400-Meter-Lauf bei den Camperdown Classics in Kingston. Am 9. Februar startete er in einem Lauf mit seinem Teamkollegen Warren Weir, der mit 46,21 s vor ihm ins Ziel kam; Blake wurde mit 46,77 s Dritter in seinem Lauf.[5] Am 23. Februar war er außerdem Teil der Racers Lions 4-mal-400-Meter-Staffel, die mit 3:04,00 s bei den Gibson Relays in Kingston Zweite wurde.[6] Zum Abschluss seiner Saisonvorbereitung lief er am 23. März beim UWI Invitational mit 46,33 s eine neue Bestzeit über 400 Meter.[7]

Wie auch im Vorjahr wollte er Aufeinandertreffen bei Wettkämpfen mit seinem Trainingspartner Usain Bolt so lange wie möglich vermeiden. So sagte Blake schon früh für Meetings in Shanghai und Doha zu, während Bolt in der Karibik und den USA startete. Am 13. April verletzte er sich bei den UTech Classics, bei denen er über 100 Meter an den Start ging. Zunächst schien es nur ein Krampf zu sein, ein MRT ergab jedoch später, dass die Verletzung schlimmer war als zuvor angenommen.[8] In der Folge musste er seine Teilnahme für die drei Meetings in Kingston, Doha und Shanghai absagen. Auch im Juni, wo die jamaikanischen Meisterschaften stattfanden, ging er bei keinem internationalen Meeting an den Start. Berichte der Zeitung Jamaica Observer Ende Juni, dass Blake wegen einer geplanten Operation nicht bei der WM teilnehmen werde und somit auch nicht im jamaikanischen Kader stehe, dementierte sein Manager Cubie Seegobin umgehend.[9] Am 17. Juli musste dieser aber bekannt geben, dass Blake wegen der im April erlittenen Blessur nicht bei den Weltmeisterschaften teilnehmen wird,[10] was auch sein vorzeitiges Saisonende bedeutete.

2014[Bearbeiten]

Am 8. Februar gab Blake bei den Camperdown Classics über die 400-Meter-Distanz sein Comeback. Er kam nach 47,20 s als Sechster ins Ziel.[11] Ebenfalls in Kingston absolvierte er einen Staffellauf, bei dem sein Racers-Lion-Team in 38,13 s siegte, und einen 200-Meter-Lauf, den er trotz Trainings- und Fitnessrückständen mit 20,49 s gewann.

Statistiken[Bearbeiten]